Jahrgang 
01-26 (1857)
Einzelbild herunterladen

II. duhrg 1 V

kadam Shaw, Japerl gelebrt, tetten zu pfei⸗ darin unter⸗ ie Melodien dann auch hat

cied an mei⸗

1 d

die Me⸗

mmm war,

Tag' ſo vel verr auf ſeinem n Thier den vergeſſen hat. doch nimmer

ſchöne Madam mehr, wie es t, vergiß

an zu ſchr ien keinen Zucker Jer den Vogel

er Doctor hat

verl ſein Stüͤck

ſchnappt jmmer ad wenn ihn de Augen aus⸗

ſagte die Frau ch deshalb das

noch

ts Gott! die ſchwatze be⸗ Je it mir nac n le rie eines ſo 4 1, Ungewöhn⸗ n das voll Erin⸗

unde.

ſewerke 1, Nelel 4. 1 1 Chine 77 ſmahles, c ſandte d

gee

Gibh.

Nr. 15.]

Viecherl nit ſo ſchreien laſſen. Hör' ihn nur, er brüllt ja förmlich, als wenn er gebraten werden ſollt'! Er wird meinen Mann ſtören und Du weißt, er ſchreibt jetzt eine

Dritte folge.

neue Muſik, Katrinel, komm, wir müſſen das Thier be⸗

174

ruhigen. Ich werd' ihm Zucker geben

dicken Schnabel Doctorin! 8 Und die beiden Frauen ſchritten muthig durch das

hauen. Kommen's alſo jetzt, Frau

231

zelnen Streifen über ſeine hohe gerunzelte Stirn nieder⸗ hing, wenn man ſeine gebeugte Geſtalt betrachtete, mußte man ſagen, daß er ein Greis ſei, ein Greis nahe am Rande der Siebenziger. Aber wenn er ſeine Augen vom Papier

erhob, wenn er ſie mit einem Ausdruck ſeliger Begeiſterung Und ich werd' meine große Strickſcheide mitnehmen und wenn er beißen will, werd' ich ihm tüchtig auf den

Vorzimmer nach der Thür zu dem kleinen Salon hin, um

den Feldzug gegen den Papagei zu beginnen. Hinter den

mit einem Geſicht, als habe ſie innigen Antheil genommen an der Unterhaltung der Frauen und fühle ſich als wür⸗

diger Mitkämpfer gegen den ſchreienden Vogel. 4

IlI. Joſeph Handn.

Während der Papagei mit ſeinem Geſchrei das untere Stockwerk alarmirte, herrſchte in den oberen Räumen des kleinen Hauſes die tiefſte Stille und Ruhe. Kein Laut unterbrach das Schweigen dieſes kleinen zierlich ausge⸗ ſchmückten Salons da oben; ſelbſt die Sonne ſchien nur mit einigen verſtohlenen Strahlen ſich durch die Fenſter zu wagen und der Wind ſchiensſeinen Athem anzuhalten, um nicht die Fenſter dieſes kleinen Gemachs klirren zu machen, das ſich neben dem Salon befand und welches von allen Bewohnern des Hauſes als der heilige Tempel der Kunſt verehrt ward. In dieſem kleinen Gemach, in dieſem Tem⸗ pel ſaß, neben einem geöffneten Klavier, an einem kleinen, mit Notenheften bedeckten Tiſch ein Mann, eifrig, wie es ſchien, mit Leſen beſchäftigt. Er war nicht mehr jung, viel⸗ mehr wenn man nur ſein dünnes weißes Haar, das in ein⸗

zum Himmel aufſchlug, ſo flammte aus dieſen Augen das Feuer der ewigen Jugend und der ſtrahlenden Freudigkeit, und was auch das weiße Haar und die Runzeln auf Stirn und Wangen und der gebeugte Rücken von den achtund ſechzig durchlebten Jahren und vom Greiſenalter erzählen mochten, aus dieſen Augen ſprühten Jünglingskraft und

Jugendmuth und dieſer Mann mit dem weißen Haar war beiden Alten ſchritt die Katze ernſt und gravitätiſch einher

nur von Außen ein Greis, innerlich war er ein Jüngling geblieben, ein Jüngling von feuriger Phantaſie, mit der Kraft des Schaffens und des Schauens begabt, wie nur irgend Einer.

Dieſer Greis mit der Seele, dem Herzen und den Augen eines Jünglings, dieſer Greis war Joſeph Haydn, der große Muſiker, deſſen Ruhm damals ſchon die ganze Welt erfüllte, obwohl er noch nicht ſeine größten Meiſter⸗ werke, obwohl er noch nicht dieSchöpfung und die Jahreszeiten geſchrieben hatte.

Aber mit der Compoſition der Schöpfung war er doch jetzt ſchon beſchäftigt; das Gedicht, das man ihm aus Eng⸗ land geſandt und das ſein würdiger Freund van Swieten ins Deutſche überſetzt hatte, lag vor ihm, er hatte es wie⸗ der und immer wieder geleſen, und allmählich ſchienen ſich ihm die Worte zu Tönen zu verklären, allmählich vernahm er flüſternd und leiſe, dann immer poller und gewaltiger die Jubelſtimme des Himmels und der Erde, die er in ſei⸗ ner Schöpfung erklingen laſſen wollte.

Noch hatte er kein Wort niedergeſchrieben, nur geleſen und im Leſen componirt und ſich innerlich umrauſcht ge⸗ fühlt von den Melodien, denen er nur noch Form und Maß geben mußte, um ſein neues Kunſtwerk zu ſchaffen. Und wie er ſo las und componirte, verwandelte ſich der Greis

Gebäudes drängte und dieſes Theaterfeſt mit neugierigen Augen betrachtete, in eine eigenthümliche Beleuchtung huͤllten. Große Glaslaternen mit Figuren waren da und dort aufgehängt und vermehrten durch die Mannigfaltigkeit ihrer Formen und den Glanz ihrer Gemälde die Wirkung dieſer der Tauſend und Einen Nacht würdigen Scene. Die Schüſſeln wurden auf eine Art Theeplatte geſtellt, die mit einem franſenbehängten ſeidenen Tiſchtuch bedeckt war, und bei jedem Gang nahmen die Diener die Theeplatte von derjenigen Seite, auf welcher ſich kein Sitz befand; ſie trugen ſie mit allem, was darauf war, andere, welche in gleicher Weiſe aufgetragen wurde. Alles ging in großer Raſchheit und Reinlichkeit vor ſich. Die Mahlgzeit folgte übrigens der gewohnten Ordnung. Wir hatten zuerſt gewürzte und geſäuerte Früchte, um die Eßluſt aufzuregen, dann Suppen und Ragouts von Fleiſch und Fiſchen. t Weine, die mir nicht ſehr gut dünkten; der Champagner war we⸗ der aus der Champagne, noch aus Frankreich überhaupt, ſondern durch die Engländer ffnu und abſcheulich. Die Speiſen folgten einander in außerordent⸗ licher Mannigfaltigkeit und Verſchwendung. Es gab eine un⸗ endliche Menge Schüſſeln, deren Namen oder Inhalt zu ſagen mir unmöglich wäre. Es gab, glaube ich, acht Gänge, und als wir meinten, Alles ſei zu Ende, ſahen wir einen langen Zug Chi⸗

neſen in einem Melodrama-Coſtüm mit illuminirten Käſtchen

auftreten. Jedes dieſer Käſtchen trugen ſechs Mann an langen Stäben auf ihren Schultern; es erſchienen deren vier. Auf ein gegebenes Zeichen wurden ſie an dem Geländer gleichzeitig auf

tter, u den Boden geſtellt, und als ſie ſich wie durch Zauber aufthaten,

2

kam in jedem ein Milchſchweinchen zum Vorſchein, das einer der

Männer zu ſich nahm und es augenblicklich in kleine Stücke zer⸗

legte, während uns die Andern nach Maßgabe bedienten.

weg und erſetzten ſie unverzüglich durch eine

Man trank nur chineſiſche

vom Cap der guten Hoffnung eingeführt

Dieſer wahrhaft glänzende Theatercoup wurde mit einſtimmiger Bewun⸗ derung begrüßt, was dem Vicekönig ſehr zu gefallen ſchien. Die Milchſchweinchen waren ſehr gut gebraten und hätten einem Pa⸗ riſer Koch Ehre gemacht. Ihnen folgten noch mehrere aus allen Arten Ragouts beſtehende Gänge. Die chineſiſche Küche iſt die eines in ſeiner Geſittung überfeinerten Volks. Sie vereinigt die Gebräuche und das Verfahren der neuen mit denen der alten Welt. Sie hat, wie in Rußland, zum Beginn der Mahlzeit die magen⸗ reizenden Gerichte; die Ragouts und zuſammengeſetzten Speiſen wie in Frankreich und, wie bei den Feſten Nero's und Helioga⸗ bal's, den Luxus von jedem Thiere nur ein gewiſſes unendlich kleines Stück ſeiner Subſtanz zu eſſen; ſo z. B. tödtet man einen ungeheuren Stöhr, um von demſelben nur einen winzigen Knor⸗ pel zu nehmen, oder einen rieſenhaften Haifiſch, um einige Faſern am Ende der Rückgratsfloſſe auszuſchneiden. Die chineſiſche Küche geht in ihrer Heikeligkeit ſelbſt ſo weit, daß ſie zum Kochen gewiſſer Gerichte beſondere Holzarten auswählt. So z. B. empfiehlt man das Holz des Maulbeerbaums für das ſiedende Huhn, das Akazienholz für das Milchſchwein, das Tannenholz für das Waſſer des Thees. Die Chineſen legen auch einen hohen Werth auf die Ueberwindung von Schwierigkeiten, und die Pekinger Leckermäuler zahlen große Summen für Köche, welche im Stande ſind ein Stück Eis in einem brodelnden Schmalzbackwerk zu ergreifen und es ihnen vorzuſetzen, ehe es ganz geſchmolzen iſt. So weit aber hat der kaiſerliche Commiſſair ſeinen Prunk nicht getrieben.

Der Nachtiſch beſtand aus Backwerk, Eingemachtem und