Jahrgang 
01-26 (1857)
Einzelbild herunterladen

15. Kennen und Können. Ach wie ſelten doch gefällt es der Natur, Den Einklang aller Kräfte zu vergönnen, In manchem Punkt ſind wohl wir auf der rechten Spur, Doch welche Kluft trennt Kennen oft von Können!

16. Uebermaß Unterlaß. Zu häufige, zu raſche Production, Die nicht von wirklich ſchöpferiſchem Drange Dictirt, die, fremd der Inſpiration, Entſprang nur irgend welchem äußern Zwange, Hat manch Talent ſchon um ſich ſelbſt gebracht. Doch wen zu ſehr das Gegentheil regierte, Wer allzu ſpärlich ſeines Innern Schacht Ausbeutete, zu ſelten producirte, Wie oft ihn auch im tiefſten Seelengrunde Erfüllt ein echter, ſchöpferiſcher Trieb, Drang bis zu ſeines Selbſt's geheimer Kunde Noch nicht; ſein innerſt eignes Weſen blieb Ihm noch bis dieſe Stunde unenthüllt. So immer ſich aufs Neu' das Wort erfüllt, Daß bei der Production ſich Unterlaß In gleichem Grade rächt wie Uebermaß!

17. Die Fortſchrittspredigten. Man führet Streich' auf Streich' und liefert Schlacht um Schlacht Wozu? Die Sache iſt ja alſobald erledigt, Wenn man d ſchnell entſchließt: den Fortſchritt gleich ſelbſt macht, Statt daß man ihn bis jetzt in Einem fort nur predigt!

Noveſfen⸗Zeitung.

18. Lob und Tadel. 2 Ein Leichtes iſt's: zu tadeln, Ein Schweres: recht zu loben. Oft kann der Tadel adeln, Das Lob iſt oft verſchroben.

19. Form. Sagt, warum ſo unverſöhn lich Gegen jede neue Form? Weil ſie neu und ungewöhnlich, Iſt ſie drum noch nicht abnorm! Eigenthümliche Gedanken Heiſchen auch ein eigen Kleid Und entheben ſich den Schranken Ueblicher Herkömmlichkeit.

20. Was Ihr nicht wollt, daß man Euch thu' ꝛc.

Wenn mit vornehm kühler Duldung und mit eitler, über⸗ dreiſter

Ueberhebung Ihr von oben blickt herab auf ält're Meiſter,

Iſt da niemals noch zu Andrer, wie zu Eurem eignen Frommen

Der ſo nah gelegne Scrupel Euch urplötzlich eingekommen:

Daß auch ſie einſt jung geweſen, daß auch ECuer Som⸗ mer ſtirbt,

Und wie leicht dann auch ein And'rer, was Ihr ange⸗ ſttrebt, erwirht;

Wie es Euch gefallen würde, wenn auch Euch zualtem Eiſen

Einſt der junge Nachwuchs würfe und vonausgefahr'nen

Gleiſen

Miene macht' Euch abzuſpeiſen,

Statt Euch Liebe und Verehrung unverkürzet zu erweiſen?

7

Spräche, und mitlöblich,achtbar

Sterling. Die Uniform, welche Karl XII. von Schweden in der unglücklichen Schlacht bei Pultawa getragen hatte und welche des Königs treuer Begleiter, Obriſt Roſen, der ihm nach Bender gefolgt war, aufbewahrte, wurde 1822 in Edinburg mit 22,000 Pfd. Sterling bezahlt. Lord Shaftesbury gab 1 1816 für einen Zahn Newton's, den er in einen goldenen Ring faſſen ließ, nicht weniger als 730 Pfd. Sterling. Der Schädel des berühmten Philoſophen Descartes wurde 1820 für die beſcheidene Summe von 99 Fres. zugeſchlagen, und d dagegen bezahlte das Jahr darauf ein Verehrer Voltaires s für einen Stock, der demſelben gehört hatte, 200 Fres. Eine Perücke Sterne's wurde 1822 bei einer öffent⸗ lichen Verſteigerung in London, nach harten Kämpfen, für 200 Guineen zugeſchlagen. Sir Francis Burdett kaufte für 500 PfdSterling die beiden Federn, mit welchen am⸗-27. März 1801 der Friede von Amiens unterzeichnet worden war. Der Hut, den Napoleon in der Schlacht bei Eylau getragen hatte, wurde 1835 durch den Arzt Lacroix, nach einem hartnäckigen Kampfe gegen 32 Mitbewerber, für 10 20 F Frcs. erſtanden. a.

Poron.

Gerade wie das Aluminium d as Grundelement der Thonerde iſt und in dieſer mit S Suerütoff verbunden vorkommt, ſo iſt das Boron das Grundelement d Boraxſäure und des Boraxes. Bis

dahin kannte man dieſes Elomun⸗ nur im pulverförmigen Zuſtande; den vereinigten Bemühungen der beiden ausgezeichnet ten Chemiker F. Wöhler und H. Saint⸗ Claire Deville iſt es jedoch gelungen, daſſelbe auch in Kryſtallen abzuſcheiden. Das kryſtalliſirte Bo⸗ ron entſteht nämlich durch Zuſammenſchmelz en von 80 Theilen

Aluminium mit 100 Theilen geſchmolzener zerkleinerter Borſäure in einem Kohlentiegel, wobei man aber fünf Stundden lang die beftigſte Hitze muß einwirken laſſen. Die Fwitaſls des Borons ſind durchſichtig, honiggelb oder granatroth gefärbt, doch rührt dieſe Färbung von zufälligen Beimiſchungen her und daher iſt zu hoffen, daß man ſie auch noch ganz f farblos darſtellen kann. Dieſe Kryſtalle ſind nämlich im wahren Sinnekünſtliche Diamanten, indem ſie ſowohl in Bezug auf Glanz und Lichtbrechungsvermö⸗ gen, als auch auf Härte nur mit dem Diamante vergleicht bar ſind, ja dieſen ſogar an Härte noch zu übertreffen ſcheinen. Sie ritzen nämlich nicht allein den Korund, der nach dem Diamant der här⸗ teſte Körper iſt, ſehr leicht, ſondern mit dem Pulver derſelben kön⸗ nen Diamanten geſchliffen werden. Beſonders merkwürdig iſt ferner, daß das Boron in drei Zand verſchiedenen Zuſtänden ernii ren kann, wie der Kohlenſtoff. Der dichteſte Kohlenſtoff iſt d

Diamant, weniger d dicht erſcheint d der Kohlenſtoff als Graphit zd7d noch lockerer aggregirt erſch cheint er als ſchwarze Kohle. Ganz ſo verhält ſich das Boron. In ſeinem dichteſten Zuſtande bildet es die eben erwähnten anagesf eichneten Kryſtalle; in einem weniger dichten Zuſtande bildet es glänzende, undurchſichtige, weiche, graue Blättchen, die dem den enha ganz gleichen und daher Borongra⸗ phit genannt werden, und im lockerſten Zuſtande bildet es ein zartes chocoladebraunes Pulver. Die Borondiamanten und der Borongraphit laſſen ſich wie die Kohlenſtoffdiamanten und der Kohlenſtoffgraphit im Sauerſtoffgaſe kaum verbrennen; da⸗ gegen zeie chnen ſie ſich durch ihre leichte Verbrennbarkeit im Chlor⸗ gas aus. Das pulverförmige Boron iſt aber wie die ſchwarze Kohle ſehr leicht an der Luft entzündbar und verbrennt dann mit ſtarkem Glanze.

4

Der Burow. Im J daß diejer gedruckte Glüͤckm. gegen ſi liche W Rowan daß ge beſchei⸗ heben lichſt! wenig eum ei Erfolg mane! poetiſch der Ven keit der ken voeti faſt als ruſchung vollen L Mn, Nrade ſeuige d Auforde Viifal W Rohe errungen So Aus unſere

Kſächlich

gemein haft g men w Zuſtan gemein

eigniſſ

enl m ſ ſchoſſe und de Siten wiſſh