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Nr. 14.]
Kraft an, der kürzeſte Weg durch die Seitencanäle wird eingeſchlagen.
Wir treffen den Grafen im Gemache des alten Dome⸗ nico, der bereits im Bette lag. grüßte der Graf,„allein es läßt mich nicht ruhen. iſt die Locke— wo iſt der Dogenſchatz?“
Domenico richtet ſich im Bette auf, nimmt die Locke, und zum ſarkaſtiſchen Lachen verzieht ſich der Mund.„Ecce⸗
Hier
lenza,“ ſagt er nach einer kurzen Pauſe, den Grafen ſcharf
anblickend,„Sie wollen mich betrügen, oder Sie ſind ein betrogener Betrüger.“
„Wie? Iſt dies nicht die Haarlocke des Dogen Manin? Iſt dies nicht das verabredete Zeichen?“
„Kann ſein, daß es auch eine der Locken Manin's iſt, aber die verabredete Locke iſt ſie nicht. Blicken Sie her;“
Dritte folge.
„Sei nicht unwillig,“
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der, weinte am Grabe verblichener Hoffnungen. Seiten ſtrömte das Volk in dichten Maſſen Marcus-Platze, dem altehrwürdigen Zeugen venetianiſcher Luſt und Heiterkeit, des Ruhmes und der republikaniſchen Größe; jetzt ein Tummelplatz für jeden Agitator. Das Volk erwartete, der Dictator werde Aufſchlüſſe und neue Verhaltungsmaßregeln bekannt geben. Der größere Theil
Von allen nach dem
hielt die Sache für verloren, während die Exaltirten ein
— bei dieſen Worten zog er ein Goldſtück hervor, das er
an einer Schnur um den Hals trug. Er öffnete das me⸗ daillonartige Goldſtück, und darin lagen weiße Haare. „Sehen Sie, das zweite Goldſtück, dieſem ganz gleich, müſſen Sie bringen, dann—“
„Ich hab' es, ja ich hab' es,“ ſiel der Graf heftig ein, und ſtürzte zur Gondel zurück.
Der 27. Mai war Pfingſtſonntag, allein es war für Venedig nicht„das liebliche Feſt.“ Am frühen Morgen hielt das ſiegreiche kaiſerliche Heer mit klingendem Spiele
ſeinen Einzug in dem zu einem Trümmerhaufen zuſammen⸗
geſchoſſenen Marghera. Die blanken Bayonette und Ge— wehre ſtrahlten gleich Blitzen in den hellen Strahlen der Morgenſonne, luſtig flatterten die ſchwarzgelben Fahnen auf den noch rauchenden Trümmern der bezwungenen Feſtung. Ein leichter Morgenwind trug den Jubel der Sieger über die Lagune bis zur trauernden Stadt, in der tiefe Beſorgniß und unheimliche Stille walteten. Die ſonſt ſo lebensfrohe Venezia, die ſtolze, jungfräuliche Königin der Adria, betrauerte Hunderte ihrer liebſten Kin⸗
war ſie noch jung zur reichen Witwe geworden
Niederreißen der herrlichen Lagunenbrücke, die, auf 222 Bogen ruhend, Venedig mit dem Feſtlande verbindet, für nothwendig hielten.
Zu denjenigen, welche Venedigs Unabhängigkeit im gegenwärtigen Augenblicke als eine Unmöglichkeit erklärten, gehörte auch Conteſſa Bianca P.... Sie ſtammte aus einer der erſten venetianiſchen Familien und bewohnte jenſeits des Rialto einen prachtvollen Palaſt. Sie ſtand nicht mehr in der Blüthe der Jahre; die vier Jahrzehende hatten ihrem lebhaften Geiſte die markige Hülle der prak⸗ tiſchen Anſchauungsweiſe verliehen, ohne daß die den Süd⸗ länderinnen innewohnende Poeſie ſchon abgeſtreift worden wäre. Nach zwei in einer glücklichen Ehe verlebten Jahren „ und man⸗ cher ahnenreiche, aber ebenſo geldarme Nobile blickte mit Sehnſucht nach der ſchönen, glänzenden Frau. Sie blieb gegen Alle gleich unempfindlich, obwohl ihr heimliches Ver⸗ gnügen, ſo Viele in den Ketten ſehnſuchtsvoller Erwartung ſchmachten zu ſehen, häufig durchleuchtete. Ihre Abend⸗ geſellſchaften zählte man zu den brillanteſten, ſie war ſtets die freundliche Sonne, um welche eine nicht geringe Anzahl bewundernder Planeten ſich bewegte. Seit längerer Zeit gehörte zu letzteren auch Graf Lodovico, und er war
der Einzige, der ſich eines beſonderen Vorzuges rühmen
konnte. Die jüngſten politiſchen Ereigniſſe hatten eine Mei⸗ nungsſpaltung zwiſchen der Gräfin und ihm erzeugt, und deshalb trat von ſeiner Seite eine empfindliche Kälte ein. Jetzt erſt fühlte es Bianca, wie nahe er doch ihrem Herzen
tem Lächeln und krampfhafter Geſchwindigkeit die ſchreckliche Maſſe ſtandhaft auf die andere Seite, ſo bohren ſich ihre Spitzen boshaft in Backe und Gaumen und erregen dort einen ange⸗ nehmen Kitzel, ungefähr ſo, als ob Blutegel zu ſaugen an⸗ fangen.
„Es iſt ganz vortrefflich, unſer Knekebröd!“ ruft der Freund, „das kennen Sie nicht in Deutſchland.“„Nein,“ erwidert man mit ſanften Thränen in den Augen,„ich hätte wirklich nicht ge⸗ glaubt, daß es ſo pikant wäre. Es ſchmeckt höchſt eigenthümlich, ungefähr wie jüdiſche Mazze oder plattgedrückter Brodteig, an dem das Salz vergeſſen wurde, aber ich würde es gewiß vortrefflich finden, wenn es nicht verzweifelt hart wäre.“—„O, wenn das iſt,“ ſagt der Freund,„wenn Sie keine ſchwediſchen Zähne haben, die allerdings von ganz beſonderer Compoſition ſein müſſen, ſo nehmen Sie lieber von unſerem weichen Brod.“—„Mit dem größten Vergnügen!“ antwortet man herzerleichtert wie ein Er⸗ löſter, und beißt behaglich in das weiche, feine Gebäck; aber plötz⸗ lich wird die Bewegung der Kaumuskeln langſamer, das Geſicht wird länger, der Blick ſtarrer.—
„Schmeckt es Ihnen?“ fragt der Freund.
„Sehr gut, ausgezeichnet, aber es kommt mir vor, als ob— ja wirklich, es iſt ganz ſüß gebackenes Brod und—“
Das verſteht ſich,“ lacht der Freund;„aber Ihr Deutſchen ſeid ein ſeltſames Volk. Ihr ſeid die größten Kucheneſſer in der Welt und wollt kein ſüßes Brod eſſen.“
Nach dieſem Intermezzo wird endlich ein Gebäck ohne Zucker herbeigeſchafft, das wie ein gewöhnliches gutes Milchbrod ausſieht, auch ein ſolches iſt, und während deſſen erſcheint die Suppe. Neuer Schrecken! es iſt eine Art Graupenſchleim, ſüßer noch als das
ſüße Brod und mit großen darin umherſchwimmenden Roſinen verſehen. Es iſt unmöglich, ſie zu vertilgen, aber es bleibt die Hoffnung, ſich an einem guten Gemüſe zu entſchädigen. Der Speiſezettel wird ſtudirt, und ein ſchwediſcher Speiſezettel iſt für den Uneingeweihten nicht leicht zu enträthſeln; aber halt, da ſteht
spenat med ägg und darunter böna med kalfkött frikadell.—
Spinat iſt ein vortreffliches Eſſen, Bohnen nicht minder, und Kalbfleiſchfricandellen ſind gewiß nicht zu verachten. Schreckliche Täuſchung! der Spinat iſt ſüß, die Bohnen ſind ſüß, die Kalbs⸗ fricandellen ſogar ſind mit Zucker gebraten, und nun folgen hinter⸗ her ſüße Reis⸗ und Griesſpeiſen und die ſüßen Compote, nament⸗ lich ein im ganzen Norden ſehr beliebtes, Stikelbären, das heißt Stachelbeeren, welche mit Milch übergoſſen und dann mit einer Unmaſſe Zucker beſtreut werden, um ihre, ſcharfe Säure zu däm⸗ pfen. Im Uebrigen will ich durchaus nicht dieſe letzte nationale Speiſe verachten, welche ganz beſonders allen denen zu empfehlen iſt, die eine ſitzende Lebensart führen.
III. Schwediſche T rinkordnung.
Einem mit einigen Empfehlungen ausgerüſteten Fremden öffnen ſich aber auch ſehr leicht die Familienkreiſe, und nirgends kann man ſich wohler fühlen, denn nirgends wird man herzlicher empfangen. Die Schweden ſind überhaupt höflich und freundlich gegen Fremde, in ihrem Hauſe aber ſind ſie die liebenswürdigſten Wirthe, und jeder mag ſich vor den vielen Geſundheiten auf ſein Wohl hüten, die ihm mit vollen Gläſern dargebracht werden und denen er Beſcheid thun ſoll.— Es iſt Sitte, vielerlei verſchiedenen Wein zu gleicher Zeit auf den Tiſch zu ſtellen. Da iſt Portwein und Jeres, Bordeaux, Rheinwein und C hampagner. Eine ganze


