Jahrgang 
01-26 (1857)
Einzelbild herunterladen

J Jähr

dienen; alle nals freund ſo umſichtig daß Dieſer 8, Virths nicht

nter Geleite umer, dicht

um ſeine Werner einen dem Gaſte

auffallen, r von dem über die⸗ inwegzukom⸗ lenen einen nutzloſen ne für ihren

em unſeligen n Seiten zu⸗ Werner dem tgefühl und cts ein Ge⸗ einmal nicht vorliegen⸗ In Kur⸗ Sprache kom⸗ rückhahnddk mindeſtens ns heide junge Sopha und ſtückswelſe waren vonn zweifel ſeln

Bau del Gehenheißen dſchiche,ſi aichts übrig * gleichfale de Sberſläch 1. dinen heil⸗ aufhöchſt Süttenbib

Nr. 13.]

konnte, welchem der Vorrang einzuräumen. Albrecht war eine durchaus intereſſante charakteriſtiſche Erſcheinung, ohne daß ſeine Geſichtszüge regelmäßig und ſchön zu nennen ge⸗ weſen wären. Sie bekundeten aber einen kräftigen, viel⸗ leicht begehrlichen Sinn, dem Alles erreichbar dünkte, und eine lebhafte Auffaſſungsgabe, für welche das feurige Auge,

* Dritte folge.

die Zierde des etwas hagern Geſichts, unaufhörlich neue

Gegenſtände ſuchen zu wollen ſchien. Werner dagegen war zwar nicht minder groß, aber ſtärker, faſt unterſetzt gebaut. Seine Geſichtszüge waren offen und frei, ein wenig breit; blondes krauſes Haar und ein ſtarker Bart von gleicher Farbe, ſo wie das wohlwollende blaue Auge gab denſelben einen überaus anziehenden Ausdruck von männlicher Treu⸗ herzigkeit, die auch in dem Tone ſeiner Sprache ihren Widerhall fand und um ſo gewinnender ſcheinen mußte, als ſie in ihm mit hellem Verſtand und reichem Wiſſen vereinigt war.

Albrecht erzählte äußerſt lebhaft und mit ungemeinem Darſtellungstalente, ſo daß ſich in ſeinen Worten Bild an Bild reihte und eine ganz neue Welt vor dem Zuhörer an⸗ ſchaulich und greifbar emporſtieg. Werner hörte mit wahr⸗ hafter Theilnahme zu; der unerwartete Beſuch, welcher ihm erſt ſo läſtig erſchienen war, wurde für ihn zu wohl⸗ thuender Zerſtreuung und er ſegnete die Hand der Vor⸗ ſehung, welche ihm den Geiſt zu dieſer Stunde zugeführt hatte. Nur an Helene durfte er nicht denken, die wenn auch äußerlich und innerlich von ihm geſchieden doch unter demſelben Dache mit ihm waltete; dann war es im⸗ mer von Neuem um ſeine Ruhe und Andacht geſchehen und in die prächtigen Reiſebilder, welche Albrecht vor ihm ent⸗ rollte, ſtarrte dann höhniſch und ſchadenfroh das Geſpenſt der zertrümmerten, Jahre lang ſo redlich gepflegten Glücks⸗ hoffnung.

Albrecht hatte ſeit länger als vier Jahren ein Wander⸗ leben geführt. Sehr vermögend von Haus aus und früh Herr ſeiner reichen Mittel geworden, hatte er ſich erſt in

ſeinem Vaterlande in den Wirbel des großſtädtiſchen Lebens geſtürzt, dann aber, dieſes Treibens müde, die Welt nach allen. Richtungen hin durchſtreift, um die Menſchen kennen zu lernen und Beobachtungen zu ſammeln, was er jetzt für den größten Reiz des Lebens erklärte. Nun war er jedoch zufrieden mit dem zuſammengehäuften Schatze; er ſehnte ſich darnach, deſſelben im ernſten Studium, ſichtend und

ordnend, Meiſter zu werden, und dazu bedurfte er der Ruhe,

welche er denn auch auf ſeinem ſchönen, während ſeiner Abweſenheit trefflich verwalteten Familiengute eine kleine Tagereiſe von dem Werner's entfernt in erwünſchtem

Maße zu finden hoffte.

Sogar bis Indien hatte Albrecht ſeine Reiſen ausge⸗ dehnt und länger als 2 Monate war er, wie er erzählte, auf Java geweſen.

Und Du haſt den Oheim nicht aufgeſucht, Albrecht, fragte hier Werner vorwurfsvoll,während Du doch wuß⸗ teſt, daß ſein ſchlimmes Schickſal ihn dorthin geſchleudert hatte? Konnteſt Du die alte Abneigung nicht ſo weit überwinden, um dem nahen väterlichen Verwandten, der Dich gewiß mit offenen Armen empfangen haben würde, die Hand zu drücken? Wahrhaftig, Albrecht, das hätte ich nicht über mein Herz gebracht!

Albrecht ſchwieg bei dieſem Vorwurfe eine lange Weile und blickte nachdenklich vor ſich hin, als ob ihm das, was er hierauf erwidern ſollte, nicht völlig klar ſei. Dann ſagte er ernſter als gewöhnlich:

Du haſt Recht, ich hätte das nicht unterlaſſen ſollen, Werner. Mir war es ſelbſt, als ob ich hierin verkehrt und tadelnswerth gehandelt hätte. Und dennoch konnte ich, ſo lange ich dort war, meine Abneigung gegen ein Zu⸗ ſammentreffen mit dem alten närriſchen, wenn auch herzens⸗ braven Manne nicht überwinden. Er hatte Unrecht mei⸗ nem Vater und mir gegenüber. Ihm kam es nicht zu,

über die Handlungsweiſe meines Vaters, der ein unhalt⸗ bares Verhältniß mit ſeiner Braut aufgelöſt und ein beſſer

lehrter, Ernſt Julius Reimann, ein mühſam heraufgekommener Autodidakt, bei Walſtatt in Schleſien gebürtig, hat die Reſultate der neueſten Forſchungen geſammelt in ſeinem Werke:Das

Luftmeer. Eine phyſikaliſche Darſtellung für gebildete Laien. Aus dem Nachlaß von E. J. Reimann herausgegeben von

E. A. Roßmäßler. Gotha. Verlag von H. Scheube. 1857.

Dem Leben des Verfaſſers hat Roßmäßler eine intereſſante, liebe⸗ volle Skizze gewidmet. ſt Beitrag jener Literatur, die im Volke allmählich ein zuſammen⸗ hängendes, klares Wiſſen von der Natur verbreiten will. Hier iſt ein großes Gewicht mit Recht auf diejenigen Erſcheinungen des behandelten Stoffes gelegt, welche Gegenſtand der Witterungs⸗ kunde und daher ebenſo Stoff alltäglicher Geſpräche als eines ge⸗ wiſſen Aberglaubens ſind. Hören wir, welche Aufſchlüſſe der Merfaſſer uns über das Geſetz der Stürme gibt!

Es iſt ausführlich nachgewieſen, daß die Richtung und Dre⸗

hung des Windes unter allgemeinen Geſetzen ſteht, die für die

ganze Erde gelten. In neuerer Zeit iſt es ſogar gelungen, bis zu

einem gewiſſen Grade die Geſetze zu erforſchen, nach welchen die

ſonſt für regellos gehaltenen Stürme ihren Gang nehmen, was für die Sicherheit der Schifffahrt auf den Weltmeeren, beſonders zwiſchen den Wendekreiſen und namentlich auf dem atlantiſchen Meere von der größten Wichtigkeit iſt. Faſſen wir zuerſt die Thatſachen ins Auge und ſuchen dann die dafür mögliche Erklä⸗

rung. Der Begründer der Sturmlehre iſt der Oberſt Ried,

Gouverneur von Malta, auch bekannt als Vorſitzender des Voll⸗ ziehungs⸗Ausſchuſſes der großen Londoner Induſtrie⸗Ausſtellung.

Im Jahre 1831 erlebte Ried auf Barbados einen jener furchtbaren

Sekane, welche von Zeit zu Zeit die weſtindiſchen Inſeln heim⸗

Das Buch ſelbſt iſt ein ſchätzenswerther

ſuchen. Der Gedanke drängte ſich ihm auf, daß dieſe Stürme trotz ihrer ſcheinbaren Plötzlichkeit und ihrer Wuth in einer beſtimmten Richtung ihren Verlauf nehmen müßten, deren Entdeckung dazu beitragen könnte, ſie minder ſchädlich und weniger verheerend zu machen. Um eine Begründung dieſer Muthmaßung zu ſuchen, ſammelte er mit Eifer die Logbücher von engliſchen und amerika⸗ niſchen Kriegsſchiffen, Oſtindienfahrern und anderen Handels⸗ fahrzeugen erſter Claſſe, aus ihnen die Thatſachen zu ſeiner Theorie zuſammenzuſtellen. Das Logbuch eines aufmerkſamen und gebil⸗ deten Capitains zeigt nämlich die genaue Lage eines Schiffes zu gewiſſen Stunden, den Zuſtand des Wetters, die Richtung des Windes, den Zuſtand der See, den Betrag der geführten Segel, die Führung des Schiffes in rauhem Wetter, kurz, es enthält das

Material für eine faſt ſtündliche Chronik der See. Die täglichen Aufzeichnungen eines einzelnen Fahrzeuges würden nalürlich ziemlich werthlos ſein; allein Ried hatte für jeden Sturm die Log⸗ bücher vieler Schiffe aus verſchiedenen Gegenden zur Verfügung, und er beſaß auf dieſe Weiſe die Mittel, von beſtimmten Stürmen nachzuweiſen, wie weit ſie ſich erſtreckt hatten, um welche Zeit ſie einen gewiſſen Längen⸗ oder Breitengrad erreichten, welche Rich⸗ tung und welchen Grad der Heftigkeit ſie an dem einen und dem andern Punkte hatten. Er ſelbſt, in Verbindung mit Riedfield zu New⸗York, machte ſich daran, die Logbücher des atlantiſchen

Occans zu ſtudiren, während auf ſeine Anregung Pidington im

Auftrage der oſtindiſchen Compagnie die Annalen der indiſchen

Gewäſſer durchforſchte. Das Datum jedes einzelnen Sturmes

wurde genommen, die Fahrt von einem Schiffe nach dem andern

Tag für Tag verfolgt, die Richtungen des Windes aufgezeichnet,

kurz, eine förmliche Karte des Sturmes combinirt, nicht nach