Jahrgang 
01-26 (1857)
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NRr. 12.] Literariſche Beſprechungen.

Grundriß der Geſchichte der deutſchen Natio⸗ nal⸗-Literatur, entworfen von Auguſt Koberſtein.

Vierte durchgängig verbeſſerte und zum Theil völlig um- gearbeitete Auflage. Erſter u. zweiter Band. Leipzig,

bei Friedrich Chriſtian Wilhelm Vogel. 18471856. (Schluß.)

Die Vorzüge des Koberſtein'ſchen Werkes beruhen einerſeits in dem Reichthum der behandelten Beziehungen, andrerſeits in der gediegenen und geſinnungsvollen Weiſe der Darſtellung.

Die vorzüglichſte Berückſichtigung findet auch in dieſer Nationalliteratur vor Allem die Poeſie; neben ihr aber hat auch die wiſſenſchaftliche Proſa, namentlich in ſofern ſie Einfluß auf die künſtleriſche Literatur gehabt hat oder ein Bild des Lebens und der Geſtaltung der Sprache in einer beſtimmten Zeit zu geben vermag, ausführliche Be⸗ handlung gefunden. Der erſte Band, von über 800 Seiten, der von den Uranfängen deutſcher Sprache und Literatur

bis in das zweite Viertel des achtzehnten Jahrhunderts

reicht, ergänzt die lückenhaften literariſchen Ueberlieferungen der älteren Periode durch ein ſehr anſchauliches Bild der durch Tradition erhaltenen Volksſage, ein Thema, bei dem, ſo viel wir wiſſen, die mannigfachen Forſchungen ger⸗ maniſtiſcher Wiſſenſchaft zum erſten Male in ſo weit um⸗ ſichtsvoller Auffaſſung für die allgemeine Literaturgeſchichte ausgebeutet ſind, und durch das die Geſtaltungen der deutſchen Poeſie in verſchiedenen Perioden bis in die neuere Zeit hinauf erſt ihre Erklärung und charakteriſtiſche Ver⸗ anſchaulichung erhalten.

Eine ganz beſondere Auffaſſung hat der Verfaſſer fer⸗ ner den Einwirkungen von außen her auf die deutſche Lite⸗ ratur geſchenkt. Mag es Charakterloſigkeit oder kosmo⸗

Dritte folge. 191

politiſche Umſicht als Eigenthümlichkeit des deutſchen Cha⸗ rakters ſein, jedenfalls hat die Literatur wohl keiner Nation ſo viel wie unſere bei fremden Literaturen ſich Rath erholt. Darüber finden wir hier nun die ſpeciellſten Thatſachen dargelegt; die Einwirkungen der franzöſiſchen, italieniſchen, ſpaniſchen, engliſchen, der elaſſiſchen griechiſchen und römi⸗

Leben der Deutſchen in Stoff, Form und Gehalt beſtim⸗ men halfen, ſind in zum Theil überraſchenden Beziehungen hier verfolgt.

Endlich hat der Verfaſſer auf die übrigen Aeußerungen geiſtigen und ſittlichen Lebens, die mit dem literariſchen in engſtem Zuſammenhange ſtehen, die größte Aufmerkſamkeit verwandt. Die Religion, die politiſchen Verhältniſſe, der Zuſtand der Sitten, die herrſchenden Anſichten, die Sprache, die einzelnen Wiſſenſchaften und Künſte, die Individuali⸗ tät derjenigen, die auf Poeſie und Proſa beſtimmend ein⸗ wirken, das Alles iſt in den Kreis der Darſtellung ge⸗ zogen, ſo daß die Literatur ſelbſt als der Gipfel und die Blüthe all' dieſer Lebensrichtungen im geſammten Bil⸗ dungsgange der Nation erſcheint. Intereſſant in dieſer Hinſicht ſind vor Allem die einleitenden Abſchnitte des zweiten Bandes, welche uns die allgemeinen Zuſtände der Nation um die Mitte des vorigen Jahrhunderts enthüllen und dadurch, daß ſie uns die traurigen Vorausſetzungen der Blüthezeit unſerer Poeſie darlegen, es uns erſt klar machen, welchen Triumph des Geiſtes wir in ihrer Ueber⸗ windung feierten.

Dieſe verſchiedenen Beziehungen des Inhaltes finden ihre Darſtellung in einer ernſten und gewiſſenhaften Gründ⸗ lichkeit, bei der wir freilich das Bedauern nicht unterdrücken können, daß ſie die Spuren der mühſamen Gelehrtenarbeit nicht abgeſtreift und nicht zur Einheit und Freiheit völlig kunſtgemäßer Darſtellung ſich erhoben hat. Die allmäh⸗ liche Entſtehung aus dem ihm zu Grunde liegenden, eng gedrängten Leitfaden hat die Veranlaſſung gegeben, daß

ſchen, ſo wie der des Morgenlandes, wie ſie das literariſche

Die Saucen von d. Dumas.

Alexander Dumas, der Sohn, bewohnte wäbrend des letzten Sommers in Saint⸗Aſſis, unfern Paris, ein Landhaus, in welchem er öfters die Beſuche ſeines Vaters empfing, der ſich, ſeiner Gewohnheit getreu, mit angeſtrengtem Eifer der Arbeit hingab.

Glaubte der Sohn, die übermäßige Anſtrengung könne der Geſundbeit ſeines Vaters nachtheilig ſein, ſo hatte er ein eigen⸗ thümliches Mittel, die Gefahr abzuwenden. Er ſagte nämlich: Vater, ich hätte großen Appetit zu einer Ihrer Saucen! und

augenblicklich warf der Vater die Feder weg und eilte mit raſchen

Sprüngen nach der Küche, um mit Benutzung nur ihm bekannter Ingredienzien ein oder mehrere Gerichte zu bereiten, ſo lecker und pikant, daß die ausgezeichnetſten Reſtaurants von Paris ihn um das Geheimniß der Zubereitung beneiden. Denn dieſer merkwür⸗

dige Menſch könnte eben ſo gut ein vorzüglicher Koch ſein, als er

ein vorzüglich begabter Schriftſteller iſt. a.

Mannigfaltiges. Friedrich Wilhelm I. liebte bekanntlich die langen Leute und

hatte oft Mühe genug, ſeine Potsdamer vollzählig zu erhalten.

EEinſtmals, als er ſeine Grenze beſichtigte und mit ſeinem Gefolge, Förſtern und Jägern, ſo zu ſagen, Flurgang hielt, ſah er einen überlangen Schäferknecht, rückwärts auf den Stab gelehnt, an einem Waſſergraben ſtehen. Es war ein Grenzgraben, über den weder Brücke noch Steg führte. Den Rieſen hätte der König gern gehabt. Aber wie ihn kriegen? Ihm war ja nicht beizu⸗ Als nun drüber hin⸗ und hergeredet wurde, legte ein

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Jägerburſch raſch ſeine Büchſe an und ſchoß den Stab weg, daß der Kerl köpflings ins Waſſer plumpte, worauf man ihn heraus⸗ zog, ihm den Schreck benahm, ihn reinigte und einkleidete. Ein anderer Schäferknecht im Mecklenburgiſchen war aber liſtiger. Der hatte bemerkt, daß die Werber ihm nachſtellten, und bezahlte ein altes Weib dafür, daß ſie alle Nächte heimlich bei den Heerden ſchlafen mußte. Nun kamen wirklich die Werber, und da ſie hörten, daß in der Schäferkarre ein Menſch athme und ſchnarche, ſpannten ſie ein paar Pferde davor und machten ſich mit ihrem Raube da⸗ von. Aber was machten die für Augen, als ſie ihren Fang be⸗ vor Schreck und Angſt halbtodtes

ſehen wollten, und ein altes, Weib fanden!

La Hire war Feldherr Karls VII., Königs von Frankreich. Man wird ſich ſeiner aus Schiller's Jungfrau von Orleans erin⸗ nern. Sein Gebet, das er in einem der Gefechte geſprochen, die dem Entſatze von Orleans vorausgegangen, iſt in einer franzöſi⸗ ſchen Chronik aufbewahrt, und ſeiner Naivetät wegen theilen wir es wörtlich in der alten Schreibart mit. Es lautet:Dieu! je te prie que tu faces aujourd'hui pour La Hire autant que tu voudrais que La Hire fiet pour toi, s'il estait Dieu et que tu fusses La Hire.(Gott! ich bitte Dich, daß Du heut' für La Hire das thuſt, was Du wollteſt, daß La Hire für Dich thäte, wenn er Gott und Du La Hire wäreſt.) Es iſt dies ein Seitenſtück zum Gebete des alten Leopold von Deſſau, das er vor der Schlacht von Keſſelsdorf gethan.

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