der geſammte Gehalt des Werkes ſich nicht in einheitlichem Guſſe geſtaltet darbietet, ſondern daß der Text fortwährend durch Noten unterbrochen iſt, die je mehr zunehmen, je mehr wir der Neuzeit näher kommen, bis ſie den Haupttext völlig überwuchern,— freilich Noten, in denen eine bewunde⸗ rungswürdige Gelehrſamkeit und der Hauptinhalt des gan⸗ V zen Buches niedergelegt iſt. Dadurch aber wurde es denn auch möglich, alles Abſtracte in der Darſtellung, jede Spur von phraſenhafter Ausdrucksweiſe, jedes ſubjective journa⸗ liſtenhafte Aburtheilen zu vermeiden und ſtatt Anſichten ſtets Thatſachen, die Behauptungen ſtets mit der unwider⸗ legbarſten Begründung darzubieten. Statt Phraſen z. B. von der Vereinigung des romaniſchen Idealismus mit ger⸗ maniſchem Realismus, oder der Ineinanderbildung antiker Plaſtik und romantiſcher Subjectivität, die wir in anderen ähnlichen Werken wohl finden, welche Fülle von That⸗ ſachen, welche Einzelheiten unermüdlicher Forſchung! Vor Allem entwickelt das Capitel über Entwickelung der Sprache und der Verskunſt in der Uebergangsperiode des vorigen Jahrhunderts ein detaillirtes Studium, das deshalb ganz ſpeciell zu erwähnen iſt, weil dieſe Arbeit am wenigſten Vorgänger haben dürfte. Es iſt natürlich, daß mit dieſer Behandlung, die ſich ſo ganz in ihren Stoff verſenkt, jene Achtung vor den Thatſachen, jene Theilnahme an den Be⸗!
Novyeſſen⸗Zeitung.
ſtrebungen der Vergangenheit verknüpft iſt, die den Hiſto⸗
riker erſt zum wahren Hiſtoriker macht.
Die 120 lieferungsweiſe erſchienenen Bogen hat Prof. Koberſtein in jüngſter Zeit erſt durch Titel und doppelte Regiſter in die vorliegenden beiden Bände getheilt. Dieſe Regiſter machen das Buch erſt recht brauchbar und hand⸗ lich und zeugen von der Reichhaltigkeit ſeines Inhaltes. Jeder Band hat erſtens eine chronologiſche Inhaltsangabe von circa 6 Seiten und zweitens ein alphabctiſches Re⸗ giſter über das Einzelne von 50 bis 80 Seiten. Manche Artikel des letzteren ſind an ſich wieder faſt eigene Aufſätze
und laſſen in dem Buche zugleich eine Anzahl von Special⸗
abhandlungen finden, z. B. über Dichtungslehre und Kunſt⸗
2 5
theorie, Geſchichte des Drama's, der Kritik, des Romans,
der Sprache, der Ueberſetzungen, der Verskunſt u. ſ. w. Alle ausländiſchen Namen, die Bezug auf Deutſchland
haben, finden wir ebenfalls aufgeführt mit den Daten ihrer einzelnen literariſchen Anknüpfungen. Auch die deutſchen Städtenamen fehlen nicht mit der Aufführung der Mo⸗ mente ihrer äſthetiſchen oder wiſſenſchaftlichen Bedeutſam⸗
keit.— Wir ſehen mit Spannung dem dritten, noch in
dieſem Jahre zu vollendenden Bande entgegen, der uns bis in das beginnende vierte Jahrzehnt dieſes Jahrhunderts führen ſoll. R. Giſeke.
Allgemeiner Anzeiger.
Verſag von F. d. Brockhaus in Leipzig.
Oulibicheff(A.), Beethoven,
8. Geh. 3 Thlr.
Das Werk des Russen Oulibicheff über Mozart ist so be- kannt und geschätzt, dass seine jetzige Schrift über Beethoven nicht nur bei den Musikern, sondern in den weitesten Kreisen Aufsehen erregen wird. Voraussichtlich wird sie eben so viel Beistimmung als Widerspruch finden, um so mehr, als darin vielfach auf Deutschland und selbst auf die neuesten musikali- schen Fragen Bezug genommen wird. Die Schrift ist vom Verfasser selbst französisch geschrieben und diese Ausgabe ist die einzige Originalausgabe.
ses critiques et ses glossateurs.
Verlag von f. d. Brockhaus in Leipzig.
Deutſche Liebe.
Aus den Papieren eines Fremdlings. 8. Geh. 24 Ngr. Geb. 1 Thlr.
Eine reizende kleine Erzählung, die Leſer und Leſerinnen erfreuen und feſſeln wird. Es iſt der erſte derartige Verſuch eines auf andern Gebieten der Literatur bereits rühmlichſt bekannten Schriftſtellers.
——
Bei Dldier& Comp. in Paris erschien und ist durch AIphons Dürr in Leipzig zu beziehen:
Cousin, Madame de Chevreuse. Nouvelles Etudes. Avec Por-
trait. In-S8. 2 Thlr. 12 Ngr.
Guizot, Histoire du Protectorat de Richard Cromwell. 2 vols. In-Ss. 4 Thlr. 26 Ngr. — Sir Robert Peel. Etudes d'histoire contemporaine. 1 fort vol. In-8. 2 Thlr. 12 Ngr. de Montalembert, De l'Avenir politique de l'Angleterre. In- 12. 1 Thlr. 5 Ngr.
Bei Jung-Treuttel in Paris erschien und ist durch Alphons Dürr in Leipaig zu beziehen:
LES MONDES NOUVEAUX
Voyage anecdotique
dans l'Océan Pacifique par
Paulin Niboyet.
Un joli volume in 18. Preis ½ Thlr.
Niboyet's Name ist dem gebildeten deutschen Publicum
bereits durch andere Werke— wir nennen„la Chimère, ro-
Redigirt unter Verantwortlichkeit von Alphons Hürr in Leipzig.— Verlag von Alphons Dürr in Leipzig.— Druck von Gieleche à Hevrient in Lein
man; und Hlim, histoire dun poëte russee— vortheilhaft be- kannt. Sein neuestes Werk ist ganz besonders geeignet, ihn allen denen, die von Zeit zu Zeit gern nach französischer Lec- türe greifen, lieb und werth zu machen. Mit der ihm eigenen Eleganz des Styles und Lebendigkeit der Darstellung schildert er im angeführten Werke seine im Jahre 1848 angetretene Reise nach Chile, Peru, den Marquesas- und Sandwichs-Inseln und Californien, und was er wäührend derselben erlebt und wahrgenommen. Es ist kein trockner Reisebericht mit stati- stischen, klimatologischen, nautischen oder sonstigen Notizen der geboten wird, es ist vielmehr eine Reihe gleich anziehey
der Bilder aus dem Natur- und Völkerleben, die in pittoreske
Wechsel an unserm geistigen Auge vorübergeführt werden.
Rove
Feußl


