Jahrgang 
01-26 (1857)
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eſſen würde. Zugleich forderte er mich auf, die mir ge⸗ botene Gelegenheit nicht zu verſäumen, den ehemaligen Räuberhauptmann zu ſehen und mich nach Gefallen mit ihm zu unterhalten, indem ich das Abendeſſen mit ihm theilte. Bei dieſer unerwarteten Nachricht ſprang ich vor Freuden auf, ließ augenblicklich ſatteln und ſprengte mit verhängtem Zügel nach Cadix. Zwei Stunden ſpäter ſaß ich behaglich im Salon meines Freundes Torrivio. Jo⸗ ſeph Maria ſtellte ſich pünktlich ein. ihn meine Einbildungskraft ſich geſchaffen hatte, und die wenigen Stunden, die ich in ſeiner Geſellſchaft zubrachte,

Novellen 4 Zeitung.

Er war ganz ſo wie

verfloſſen für mich mit der Schnelligkeit eines Traumes,

ſo lebhaft wurde ich ergriffen, ihn mit tiefer wohlklingen⸗ der Stimme verſchiedene Abenteuer ſeines Lebens mit der größten Freimüthigkeit erzählen zu hören.

Endlich mußten wir ſcheiden. Joſeph Maria verließ uns, nachdem er noch ein letztes Glas Val de Pennas getrunken und uns freundſchaftlich die Hand gedrückt hatte.

Als ich mich allein mit Don Torrivio befand, bat mich dieſer, die Nacht bei ihm zuzubringen, denn es war bereits ziemlich ſpät und ich hatte, wie erwähnt, bis Puerto real drei Stunden Weges.

Das Mahl war üppig geweſen und eine Anzahl ge⸗ leerter Flaſchen, die mehr oder minder ſymmetriſch geord⸗ net auf dem Tiſche ſtand, bewies hinlänglich, daß der Abend nicht mit muſterhafter Nüchternheit verbracht wor⸗ den war. Ich fühlte meinen Kopf ziemlich benommen, hatte ſtark geraucht und, ohne eben betrunken zu ſein, doch weit die Grenzen einer gewöhnlichen Heiterkeit überſchrit⸗ ten, ſo daß mein Geiſt die Folgen der kleinen Ausſchwei⸗ fung ſpürte. Schon von Natur bin ich etwas eigenſinnig, jetzt aber war ich es noch mehr, und alle Bemerkungen meines Freundes über die Länge des Weges und die Un⸗ ſicherheit der Straßen beſtimmten mich nur noch mehr, nicht zu bleiben.

Als Don Torrivio ſah, daß alle ſeine Vorſtellungen nutzlos waren und nichts mich überzeugen konnte, wider⸗ ſprach er nicht länger, wir tranken noch ein letztes Glas Aguardiente, und nachdem wir uns umarmt hatten, ſchwang ich mich auf mein Pferd, das ungeduldig vor der Thür des Hauſes ſtampfte, hüllte mich ſorgfältig in meinen Mantel ein, gab dem Thiere die Sporen und trabte davon.

Die Nacht war finſter, dichte ſchwarze Wolken zogen langſam und tief am Himmel hin, die Atmoſphäre war heiß und drückend und es begannen große Regentropfen zu fallen; von Zeit zu Zeit hörte man das ferne Rollen des Donners und die demſelben vorangehenden Blitze blen⸗ deten mein Pferd ſo, daß es vor Schrecken ſich bäumte. Nur langſam konnte ich die einſame Straße verfolgen. Mein Kopf war erfüllt von Geſchichten, die Joſeph Maria während des ganzen Abends fortwährend erzählt hatte, und ich ließ nicht ohne Beſorgniß vor irgend einem Hinter⸗ halt die Augen umherſchweifen, denn zahlreiche cavallero-

de la noche machten um jene Zeit alle Landſtraßen in An⸗

daluſien unſicher.

Ich war ſtets bewaffnet, und ungeachtet meiner Be⸗ ſorgniſſe hatte ich doch die Strecke von Cadix nach Puerto real zu oft zurückgelegt, um nicht ſo ziemlich zu wiſſen, woran ich mich mit meiner Furcht zu halten hätte. Doch dieſe Nacht fühlte ich mich von ungewöhnlichem Schrecken ergriffen. Wovor fürchtete ich mich? Ich weiß es nicht, oder vielmehr, um offen zu ſein, ich fürchtete mich vor Allem. Inzwiſchen war das Wetter abſcheulich geworden. Der Himmel hatte ſich in ein ſchwarzes Tuch verwandelt, welches fortwährend von grellen phantaſtiſchen Blitzen zer⸗ riſſen wurde; der Regen goß in Strömen herab und das längere Zeit drohende Gewitter brach in voller Wuth aus. Mein Pferd ſtrauchelte faſt bei jedem Schritt in dieſem Aufruhr der Natur und ich mußte die größte Aufmerkſam⸗ keit anwenden, um nicht in den Koth geworfen zu werden.

Ich war buchſtäblich vom Regen bis auf die Haut durch⸗

Herbſt beginnend ſind bei großer Differenz der Temperatur inner⸗

halb 24 Stunden, bei heißen, ſchwülen Tagen und kühlen Nächten

Krankheiten der Leber und des Gallenſyſtems, des Magens und

Darmcanals, gaſtriſche, gaſtriſch-biliöſe Fieber bei mehr feuchtwar⸗

mer Luft, Schleimfieber, ferner Durchfälle, Dysenterien, Cholera,

hartnäckigere Formen von Intermittens und ſchwerere, viel Icte⸗ rus mit allen weiter daraus hervorgehenden pathologiſchen Zu⸗ ſtänden die häufigſten Krankheiten dieſer Zeit.

Nach den ſtatiſtiſchen Beobachtungen des Dr. Zimmermann in Hamburg ereignen ſich die meiſten Krankheitsfälle im Januar, die wenigſten im Auguſt. Rückſichtlich der Jahreszeit kommt die

erinnern.

Mehrzahl der Erkrankungen im Winter und Frühling vor; von

1000 im Jahre Erkrankten fallen 268 auf den Winter und 262

auf den Frühling; von erſteren kommt die geringſte Anzahl im

December, die größte im Januar, von letzteren die geringſte Zahl im April, die größte im Mai vor. Im Herbſt erkranken die We⸗

nigſten, und von dieſen die Meiſten im November, die Wenigſten

im October. ter zum Frühling. 239, von de kommen. die wenigſten im Auguſt und September ſtatt. Anders verhält es ſich mit der Sterblichkeit der Jahreszeiten, indem das Frühjahr mehr Todesfälle nachweiſt als der Winter.

Er hat nämlich von 1000 Erkrankungsfällen

Der Sommer verhält ſich zum Herbſt wie der Win⸗

die meiſten im Juli, die wenigſten im Auguſt vor⸗ Die meiſten Todesfälle finden ebenfalls im Januar,

Aus der Gegenwart.

Ein Brief von Mathilde Raven und die Antwort darauf.

Die Leſer unſeres Blattes werden ſich unſerer kürzlich ver⸗ öffentlichten Beſprechung des RomanesWelt und Wahrheit von Mathilde Raven(4 Bände. Zweite Ausgabe. Düſſeldorf 1856) Wir erhalten nun von der Frau Verfaſſerin ein darauf eingehendes Schreiben, und da dieſelbe darin ausdrücklich ſagt, wir ſeien es unſeren Leſern ſchuldig, ſie auch die Anſichten der Ge⸗ genpartei vernehmen zu laſſen, ſo wird es uns geſtattet ſein, den Hauptinhalt dieſes Briefes nebſt der Antwort, die wir darauf zu geben haben, hier zu veröffentlichen.

Hochgeehrter Herr Doctor!

Ihre drollige Kritik über meinen RomanWelt und Wahr⸗ heit hat mir einen ſo vergnügten Abend gemacht, daß ich es für Pflicht halten würde, Ihnen meinen innigſten Dank dafür abzu⸗ ſtatten, wenn ich nicht überzeugt wäre, daß Sie bei der Abfaſſung derſelben auch nicht mit einem Gedanken an mich gedacht haben. Dieſe Idee, Emma in Schutz zu nehmen, iſt ſo komiſch, daß ich unwillkührlich an einen Spaßvogel in meiner frühern Heimath er⸗ innert wurde, der zu ſeiner kranken Frau ſagte:Claire, wenn Du ſterben willſt, ſo rathe ich Dir, gehe nicht in den Himmel, da iſt es

entſetzlich langweilig, da findeſt Du lauter Patres und Nonnen und alte ſteife Herren und Damen mit Perrücken und Dormeuſen; gehe in die Hölle, dort ſind Don Juan, Fauſt, Eulenſpiegel und andere luſtige Geſellen, dort iſt's viel amüſanter. Wenn Sier mich im vollen Ernſt aber zwingen wollten, Emma eine

[III. Jahrg.

Nr.

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