Jahrgang 
01-26 (1857)
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Nr. 12.]

allen Widerwärtigkeiten? Das iſt nächſt meinem Jungen, der mein Augapfel iſt und friſch heranwächſt, dem Teufels⸗ klima zum Trotze, ja genau genommen noch vor Dieſem, mein liebes, treffliches Weib. Und weißt Du auch wa⸗ rum? Das iſt einfach, wirſt Du denken, weil ſie den alten, närriſchen Soldaten glücklich macht. Aber nein, das iſt es nicht. Eignes Glückk iſt kein rechter Troſt, wenn Einem ſo Manches ſchwer auf der Seele laſtet und man den Tag der Rechenſchaft noch vor ſich hat. Nein, mein Junge, Glücklichmachen iſt ein beſſerer Troſt, iſt die beſte Herzenserquickung. Und ich kann mir ſagen, daß dies mit meinem Weibe der Fall iſt. Eine tiefe Leiden⸗ ſchaft, die ſie angeblich zu beſiegen ſtrebte, ſaß ihr in der Bruſt, als ich ſie kennen lernte, eine Leidenſchaft, die ihr Lebensmark zu verzehren drohte, wenn nicht zeitige Hülfe geſchafft wurde. Mir fiel das Mädchen vortheilhaft auf, ich ſuchte ihre Bekanntſchaft und gerieth in meinen älteren Tagen noch auf den Gedanken, eine Cur zu wagen und Ehemann zu werden. Das wahrhaftig war der Haupt⸗ grund meiner Bewerbung um ſie: ich wollte die Bedauerns⸗ werthe nach Kräften tröſten und, ſo weit möglich, glücklich machen. Zögernd nahm ſie endlich mein Anerbieten an; erſt ſpäter erfuhr ich, daß ich, ohne es zu wiſſen, auch eine reiche Frau gewonnen hatte. Gern folgte ſie mir in den andern Welttheil, wo ein ganz neues, durch keine Erinne⸗ rung getrübtes Leben ſie erwartete. Und nun? Jahr und Tag iſt wieder vergangen, und meine Mary geſteht mir freudig, daß ſie mir Dank weiß, daß meine Hand, meine ehrliche Freundſchaft ſie gerettet und vielleicht vor Schreck⸗ lichem bewahrt hat! Leidenſchaftliche Liebe, mein Junge, iſt allzu vergänglich; ſolch ein Gefühl aber hat Dauer und Beſtand. Freilich, wie lange wird man's treiben dür⸗ fen und dann? Nun, Mary hat ihr Kind, in ihm Zweck und Ziel ihres Lebens, wenn ich dereinſt nicht mehr bin. Und ſo wird ſie mir auch im Grabe Dank wiſſen, und mein Daſein iſt doch durch eine ſegensreiche That bezeichnet,

Dritte folge.

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wenn es auch ſonſt ſpur⸗ und erfolglos verflogen iſt, Dich nicht zu vergeſſen, mein Werner, den meine Hand doch auch ein wenig gefördert hat. Nicht wahr, das läßt Du mir?

(Schluß folgt.)

Der Eulenthurm.

(Aus dem Tagebuche eines Reiſenden.)

Während meines Aufenthaltes in Spanien zu Ende des Jahrs 1818 war ich durch wichtige Geſchäfte ge⸗ zwungen, längere Zeit in Andaluſien zu verweilen. Statt mich aber in die engen und ſchmuzigen Straßen von Cadix einzuſperren, miethete ich mir eine hübſche Wohnung in Puerto real, einer freundlichen Stadt in geringer Ent⸗ fernung von Cadix, und ritt von hier aus zwei oder drei⸗ Mal wöchentlich die drei Stunden nach Cadix hinüber, zum mich nach dem Zuſtande meiner Angelegenheiten zu erkundigen. Man ſprach in jener Zeit viel von einem gewiſſen Joſeph Maria, der längere Zeit als Räuberhauptmann die Landſtraßen von Spanien unſicher gemacht hatte, dann aber Frieden mit der Regierung ſchloß und ſich nach Cadix, ſeiner Vaterſtadt, zurückzog, um hier ruhig und geehrt die Früchte ſeiner Raubzüge zu genießen. Man erzählte von dieſem Ex⸗Banditen Züge unerhörter Kühnheit und es wurde dadurch in mir das lebhafte Verlangen erweckt, ihn perſönlich kennen zu lernen. Eines Tages empfing ich von einem jungen Manne, mit dem ich mich befreundet hatte, einen Brief, durch den er mir meldete, daß noch denſelben Abend in Cadix der berüchtigte Joſeph Maria bei ihm

oft wechſelnd. Heitere, aber ſehr kalte Tage pflegen meiſt noch im Januar vorzukommen, ſie ſelbſt zwar ſind verhältnißmäßig ge⸗ ſund und namentlich um die Mittagszeit erfriſchend, im Ganzen

aber ſind die Winter bei uns wegen ihres häufigen Wechſels der

Feuchtigkeit und Trockenheit, des Thau⸗, Schnee⸗ und Froſtwetters reich an Krankheiten. Ein Theil jener Krankheiten ſteigert ſich an Intenſität und Extenſität, je näher der Winter ſeinem Ausgange zugeht. Aequinoctialſtürme und ein in noch kürzerer Zeit vor ſich gehender Wechſel von Nordoſt⸗, Nordweſt⸗ und Südweſtwinden, wodurch Regen, Schnee, Froſt, Thau und Sonnenſchein in raſchen, kurzen Intervallen, oft an einem und demſelben Tage auf einander folgen, machen dieſe Zeit zu der ungeſündeſten im ganzen Jahre. Sie umfaßt, ungefähr von Petersburg bis nach Cadix, den gan⸗ zen Februar, den ganzen März zumeiſt und zum großen Theil den April. mentlich Reſpirationsaffectionen mancherlei Art, Pleuritis, Bräune, Pneumonien, bedeutende Katarrhe, aſthmatiſche Beſchwerden, Tu⸗ berkeln entzünden ſich in ihrer Umgebung, Phthiſis bildet ſich in ihren erſten Stadien, und wo ſie ſich bereits darin befand, eilt ſie um dieſe Zeit raſcher ihrem Ende zu, nicht allein die Lungen⸗ ſchwindſucht, ſondern auch Kehlkopf⸗ und Luftröhrenſchwindſucht. Ueberhaupt ſind Krankheiten und Sterbefälle, die von den Re⸗ ſugrationsorganen bedingt ſind, wegen der um dieſe Zeit heftigen und abwechſelnden, bald kalten, bald warmen, bald heftigen, bald mäßigen, meiſt feuchten Winde am zahlreichſten. Auch Hämor⸗ rhagien, namentlich Hämoptyſis, ſo wie Intermittens und Apo⸗ plexien ſind nicht ſelten um dieſe Zeit. Es iſt daher in dieſen Monaten die Zahl der Krankheiten, und noch mehr die Zahl der Kranken, ſo wie die Sterblichkeit am größten und eine Neigung 1

Zu den genannten Krankheiten kommen noch andere, na⸗

zum Uebergang, oder der Uebergang ſelbſt der ſporadiſchen Fälle zu Epidemien einiger der genannten Krankheiten leicht. Kinder, ſo wie alte ſchwache Leute und Valetudinarier werden am eheſten und häufigſten während dieſer Zeit hinweggerafft.

Nach dieſer Zeit, um den Beginn des Frühlings, vom April, den Mai hindurch bis Mitte Jund ungefähr, wird das Wetter all⸗ mählich wieder gleichmäßiger, weniger wechſelvoll, die Tage hei⸗ terer, wenn auch noch meiſt feucht, die Wärme nimmt zu, die war⸗ men Weſtwinde ſind vorwaltend, oder es bleiben doch die Nordoſt⸗ und Nordweſtwinde aus. Die Krankheiten mindern ſich. Nur leichte Frühlingsintermittens und leichte Formen von rheumati⸗ ſchem Icterus bilden den Uebergang von den bisher vorwaltenden Affectionen der Haut und der Reſpirationsorgane zu den im Som⸗ mer waltenden der Nutritions⸗ und insbeſondere der chylo⸗ und

cholopoetiſchen Organe, und nur die fortdauernden, chroniſch oder organiſch gewordenen, vorangegangenen Reſpirationsleiden ſind merklich hervortretend. Vier bis ſechs Wochen hindurch pflegt im Verlaufe des Frühlings, weniger im Vorfrühling und im Ueber⸗ gange zum Sommer, als in der mittleren Zwiſchenzeit, eine ver⸗ hältnißmäßig geſunde Zeit, entſprechend der geſunden Herbſtzeit, zu ſein, während der Vorfrühling entſprechend dem Spätherbſt die ungeſündeſte Zeit zu ſein pflegt. In Folge zunehmender Hitze treten am Ende des Frühlings in den heißen und ſchwülen Tagen, namentlich wenn ſie von Ge⸗ V wittern wenig oder gar nicht unterbrochen, die Luft von ihnen

nicht abgekühlt wird, Krankheiten mit vorwaltend gaſtriſchem Cha⸗ rakter auf, Dyspepſien, gaſtriſche Katarrhe, biliöſe Zuſtände mit Neigung zum Uebergang in gaſtriſche und biliöſe Fieber, im Juni und Juli vorwaltend; und endlich den Sommer beſchließend, den