Jahrgang 
01-26 (1857)
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verſchuldetes Gut hinterlaſſen, welches allein durch die ſorgfältigſte und ſparſamſte Bewirthſchaftung den Erben erhalten werden konnte. Dieſe Sorge, ſo wie überhaupt Werner's Erziehung hatte ein jüngerer Bruder ſeines Va⸗ ters übernommen, ein Mann von aufbrauſender Leiden⸗ ſchaftlichkeit und deshalb leicht zu Uebereilungen geneigt, aber von dem uneigennützigſten und aufopferungsfähigſten Charakter. Derſelbe ſtand damals und bis vor etwa 5 Jahren als Stabsofficier in einem der deutſchen Staaten

in Dienſten, ſah ſich jedoch um dieſe Zeit genöthigt, wegen V

eines traurigen Vorfalls, zu dem ihn ſeine mit den Jahren

faſt noch geſteigerte Heftigkeit und zähe Leidenſchaft ver⸗

leitet hatte, ſeinen Abſchied zu erbitten und, da er doch

Novelſen⸗Zeitung.

nicht müßig leben wollte, die Gelegenheit, in holländiſche

Dienſte zu treten, dankbar zu ergreifen. Auf dieſe Weiſe war er in einer angeſehenen militairiſchen Stellung in eine der holländiſchen Garniſonen auf Java verſetzt worden. Als er dahin abreiſte und von Werner, der an dem Oheim mit inniger Liebe hing, Abſchied nahm hatte er ihm doch eine treffliche Erziehung und den faſt ſchuldenfreien Beſitz des väterlichen Guts zu verdanken, ließ er ſich von dem wie einen Sohn geliebten Neffen das Verſprechen geben, ſich dann, wenn ihn vielleicht ein baldiger jäher Tod

ereilen ſollte, wie ihn das tropiſche Klima ſo oft herbei⸗

führt, ſeiner jungen Frau, einer Engländerin, annehmen und dieſelbe mit Rath und That unterſtützen, jedenfalls aber in ihre Heimath zurückgeleiten zu wollen. Kurz vor jenem traurigen Conflicte nämlich, der ihn zum Aufgeben ſeiner bisherigen Stellung nöthigte, hatte ſich Werner's Oheim verheirathet und zwar mit einer Frau, die er auf das Zärtlichſte und mit dem Feuer eines Jünglings liebte,

obſchon ſie durch trübe Erfahrungen, wie es ſchien, gebeugt ſeine Neigung nur mit ruhiger Freundſchaft die Hände nicht träge in den Schooß ſinken, ich arbeite, Werner, damals noch frei und ungebunden, hatte ſich

erwiderte.

nicht bedacht, dem Oheim durch unbedingtes Eingehen auf bleiben.

(III. Jahrg.

ſein Verſprechen einen Beweis ſeiner Dankbarkeit zu geben, ohne die vielleicht ſchweren Verpflichtungen nur zu erwägen, die für ihn aus der einſt nothwendigen Erfüllung ſeiner Zuſage vielleicht erwachſen konnten. Und durfte er, auch bei reiflichſter Ueberlegung, wohl ablehnen? Eher möchte man fragen, ob der Oheim ſeinerſeits berechtigt war, dem jungen Manne, deſſen Zukunft ſich noch in keiner Weiſe berechnen ließ, ein ſolches Verſprechen abzuverlangen. Ge⸗ nug, es war geſchehen, und der raſche, feurige Mann, in jenen Stunden des Abſchieds noch überdies von ſo ver⸗ ſchiedenen Eindrücken und Empfindungen beſtürmt, hatte ſich bei jenem Handel am Allerwenigſten etwas Arges oder Verhängnißvolles gedacht.

Das Glück war ihm inzwiſchen auch in ſeiner neuen Heimath nicht hold geweſen, wie ſeine Briefe an Werner, mit welchem er fortwährend in Verbindung blieb, deutlich genug bezeugten. Vielfache Mißhelligkeiten mit ſeinen Kameraden, die den Fremdling vielleicht um ſeine bevor⸗ zugte Stellung beneiden, vielleicht auch durch ſeine Cha⸗ raktereigenthümlichkeit und ſeine geringe Rückſichtsnahme auf die beſtehenden Verhältniſſe zurückgeſtoßen ſein moch⸗ ten, ſo wie fortwährende Anfechtungen von körperlichen Leiden verbitterten ihm auch hier das Leben, deſſen einziger Reiz für ihn die Liebe zu ſeiner Gattin und ſeinem kleinen Sohne zu ſein ſchien.

Eine Stelle aus einem ſeiner Briefe an Werner müſſen wir hier anführen, weil ſie auf den Charakter des Oberſten dieſen Rang bekleidete Werner's Oheim und auf des Letzteren eignes ſpäteres Handeln ein deutliches Licht wirft. Er ſchrieb dort:

So wirſt Du ſelbſt einſehen, lieber Junge, daß mich mein Unſtern auch hierher verfolgt hat und daß mein hie⸗ ſiges Leben meiſt Plage und Mühſal iſt. Doch ich laſſe

ſchwimme und tummele mich, um immer oben darauf zu Und weißt Du, was mir der beſte Troſt iſt bei

dürfte in mancher Hinſicht neue Anſchauungen zu Tage bringen. Es heißt darin unter Anderem:

Unter regelmäßigen Verhältniſſen zeigen die mittleren Zonen folgendes Klima. Ein Theil des Herbſtes, namentlich das Ende deſſelben pflegt eine mäßig warme, trockene, heitere und rubige Atmoſphäre mit ſich zu bringen; die Differenz der Temperatur des Nachts und des Tages iſt gewöhnlich um dieſe Zeit nicht bedeu⸗ tend, da die Hitze am Tage ſelbſt nicht groß iſt; jedoch wird die Differenz von Mitte September den October hindurch bei ſonſt heiterem und ruhigem Wetter anſehnlicher, da in den Mittags⸗ und Nachmittagsſtunden die Hitze oft noch groß, 15 bis 20 Grad beträgt und gleich nach der Dämmerung bedeutend und raſch fällt; die Gewäſſer ſind vom Sommer her noch meiſt niedrig, ausgetrock⸗

net, der Boden gleichfalls trocken, die Luft nicht feucht, der Him-

mel klar, die Atmoſphäre durchſichtig, dünn, erfriſchend. ſolche Complexion iſt der Geſundheit günſtig. Es ſind daher zu dieſer Zeit weniger Krankheiten anzutreffen und dieſe meiſt in ſporadiſchem Vorkommen, mehr aus individuellen Urſachen, als aus atmoſphäriſchen Einflüſſen hervorgegangen. Die Sterblich⸗ keit erreicht gewöhnlich um dieſe Zeit ihr Minimum im Verlaufe des Jahres, vörausgeſetzt, daß keine Epidemie herrſcht. nach Tagen läßt ſich dieſer geſunde Theil des Herbſtes nicht be⸗ ſtimmen. Die Zeit variirt innerhalb der mittleren Zonen von Anfang September bis Ende October und Mitte November. Nach dieſer Zeit wird die Luft wiederum feuchter, meiſt in allmählichen, ſeltener in plötzlichen Uebergängen; Abend⸗ und Morgennebel, die während der Nacht ſich bilden, ſei es, daß die Feuchtigkeit der Luft von Meereswinden mitgetheilt worden, ſei es, daß ſie ſich aus den Gewäſſern und aus dem Boden entwickelt und aufſteigt, und die

Genau

Eine

Dünſte, noch nicht dicht genug, ſich zerſtreuen und niederſchlagen, nehmen von Tag zu Tag an Dichtigkeit und Dauer zu und gehen bald in Regen über, der meiſt längere Zeit, mehrere Tage bis Wochen hinter einander mit geringer Unterbrechung anhält. Der Himmel iſt trübe, grau, die Tage kurz, Südweſtwinde, bei uns im mittleren Europa häufiger Nordweſtwinde, treten auf, die bald Sturm und Schnee in geringerem oder größerem Maße herbei⸗ führen. Katarrhe, vorzugsweiſe der Reſpirationsorgane, die ſich meiſt längere Zeit hinziehen, Rheumatismen, Bräune, Keuchhuſten und Exantheme, insbeſondere Maſern, ſind die häufigſten Krank⸗ heiten dieſer Zeit des Spätherbſtes; obwohl immer noch ſporadiſch, mehren ſie ſich doch in Betreff der Zahl der befallenen Individuen und treten einige dieſer Krankheiten, namentlich bei Kindern, als epidemiſch in geringerer oder größerer Ausdehnung, jedoch meiſt von nicht beſonderer Gefahr begleitet, auf. Die Sterblichkeit nimmt im Verhältniß zur erſtgenannten Zeit, wenn auch allmählich, um ein Weniges zu. Dieſe Zeit dauert bei uns von Ende October ungefähr den November hindurch, der im Allgemeinen als derjenige Monat gilt, in dem das ſchlechteſte Wetter obwaltet, bis in den December hinein, und variirt gleichfalls um einige Wochen, je nach den Breitegraden.

Die darauf folgende kalte Jahreszeit vom December, den Ja⸗ nuar, Februar hindurch bis Anfang oder Mitte März ungefähr, bringt größtentheils rauhe, nebelige, düſtere, kalte, meiſt feuchtkalte, weniger heitere und trockenkalte Vage Abwechſelungen zwiſchen den zumeiſt vorwaltenden Nordweſtwinden mit den trockenen Nord⸗ und Nordoſt⸗ und den warmfeuchten, aber jetzt noch ſeltenen Süd⸗

weſtwinden ſind häufiger, meiſt nach einigen oder mehreren Tagen ſich folgend, und ſomit Schnee, trockene Kälte und Thauwetter

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