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Nr. 11. Dritte
fleckten Rufs. In dieſen gefährlichen Kriſen, wo die An⸗ archie jeden Augenblick aus dem legitimſten Widerſtand gegen die Unterdrückung hervorgehen kann, reicht die Ge⸗ genwart eines Ehrenmannes oft hin, um zu entſcheiden, ob der Triumph eines Volksaufſtandes die Grundlage einer neuen Regierung oder der Anfang einer Aera der Unord⸗ nung werden wird. Der Name und die Tugenden des Grafen de Mérode geben dem, was ohne ihn vielleicht nur als eine demagogiſche Verſchwörung betrachtet worden wäre, für Europa, für die belgiſche Nation ſelbſt den Cha⸗ rakter eines nationalen und religiöſen Aufſtandes.
Die Wichtigkeit der Mitwirkung des Grafen de Mé⸗ rode wurde von Jedermann ſo lebhaft gefühlt, daß man einen Augenblick daran dachte, ihm die Krone des emanci⸗ pirten Belgiens anzubieten. Sein Ehrgeiz ließ ſich nicht dadurch verführen und ſein Patriotismus ließ ihn begrei⸗ fen, daß ein neuer Staat unter einem Fürſten von einer alten Familie mehr in Sicherheit iſt.
Trotz des Mißtrauens vieler Männer ſeiner Partei, die damals von Frankreich aus Furcht vor den dort herrſchen⸗
den irreligiöſen Leidenſchaften und von England wegen
ſeines Proteſtantismus nichts wiſſen wollten, ſuchte er in dem Bündniß mit dieſen beiden Regierungen einen Stütz⸗ punkt für die belgiſche Unabhängigkeit. Er ſtimmte dafür, daß man dem Herzog von Nemours den neuen Thron an⸗ bieten ſolle, und als eine weiſe Politik dieſem Prinzen nicht erlaubte den Antrag anzunehmen, ſo lenkte er die Wahl auf den Prinzen Leopold von Sachſen⸗Coburg. Der neue König war Proteſtant; ein ſonderbares Reſultat einer Re⸗ volution, zu der der katholiſche Glaube der wichtigſte Be⸗ wegungsgrund geweſen war. Graf de Mérode hatte aber begriffen, daß in unſeren Tagen der wahrhafte Schutz des chriſtlichen Bewußtſeins ſich in den gemeinſchaftlichen Bürg⸗ ſchaften der Bürger und nicht in den Geſinnungen der Fürſten findet. Dieſes Vertrauen iſt nicht getäuſcht wor⸗ den. Ein proteſtantiſcher König und eine freiſinnige Con⸗
Folge.
ſtitution haben Belgien zu dem Lande in der Welt gemacht, wo die katholiſche Kirche ihren wohlthätigen Einfluß auf das Volk am wirkſamſten ausübt.
Graf Felix de Mérode war der beſte Diener dieſes Königs, zu deſſen Wohl er ſo viel beigetragen hatte. Er ſtand ihm auch als Zeuge zur Seite, als die Prinzeſſin Louiſe von Orleans ſeinen Thron mit ihm zu theilen über⸗ nahm, die Belgien dieſe chriſtlichen Tugenden lieben ließ, die ſie aus Frankreich als eine edle Erbſchaft mitbrachte.
Nach und nach Miniſter des Auswärtigen, des Kriegs und de Finanzen, trat er aus dem Cabinet, als die Diplo⸗ matie ſeinen Collegen die Abtretung der beiden Provinzen Limburg und Luxemburg aufzwang; nicht, daß er ſich für berechtigt gehalten hätte, diejenigen zu tadeln, welche einer dringenden politiſchen Nothwendigkeit nachgaben, ſondern weil er glaubte, Kampfesgefährten nicht aufgeben zu dür⸗ fen, welche an den Gefahren der Revolution mit ihm Theil genommen hatten.
Seit dieſer Zeit zählte die Deputirtenkammer ihn zu ihren fleißigſten Mitgliedern; er wohnte allen Sitzungen bei und nahm oft das Wort mit einer Beredſamkeit, deren zuweilen bizarre Wendungen den urſprünglichen geſunden Verſtand nur um ſo mehr ins Licht ſtellten. Bei den Spal⸗ tungen, die zwiſchen den beiden Fractionen der großen Partei, von der die Regierung gegründet worden war, vor⸗ kamen, fand er das Mittel, mit einem allgemeinen Wohl⸗ wollen, das ihm die Achtung und die Liebe ſeiner Gegner
erwarb, dieſe bedenkliche Treue mit den politiſchen Ver⸗
pflichtungen zu verſöhnen, was die erſte Pflicht eines Staatsmannes in einem freien Lande iſt. Das Geheim⸗ niß dieſer ausnahmsweiſen Stellung beruhte gänzlich in der wohl bekannten Uneigennützigkeit ſeines Charakters. Ohne den großen Principkämpfen je fremd zu ſein, war er allen Streitigkeiten aus Ehrgeiz, der Hauptquelle der poli⸗ tiſchen Feindſchaften, fern und gleichgültig gegen ſie. Ueber⸗ dies kannte man die unerſchütterliche Standhaftigkeit ſeiner
Haltung vor ſich. Hat der Dichter mit Abſicht dieſer akademi⸗ ſchen Tenue ſich befleißigt, um ſeines Preiſes gewiß zu ſein?
Im Uebrigen aber muß man geſtehen, daß auch innerhalb dieſer engen Schranken der junge Dumas alle ſeine Sicherheit auf der Bühne, ſeine genaue Kenntniß des Lebens, ſeinen ſchein⸗ bar nur ſpielenden und doch ſtets ſo ſchlagenden Eſprit zur voll⸗ ſten Geltung gebracht hat. Durch dieſe ſeine beneidenswerthen⸗ Mittel machte er es möglich, ſein Drama, in dem nicht die perſön⸗ liche Leidenſchaft, nicht die theatraliſche Situation, ſondern die moraliſche Betrachtung und die didaktiſche Beweisführung in den Vordergrund treten, für die Pariſer immer noch anziehend zu machen. Er iſt dabei wahrlich zu beneiden, der Schauſpieler fand, die dieſe ſeitenlangen Betrachtungen zu ſprechen, und Zu⸗ ſchauer, die ſie zu hören verſtanden!— Für Deutſchland iſt die⸗ ſem Stück kein Glück zu prophezeien. R. G.
Literatur.
Herodes der Große und Mariamne. Trauerſpiel in fünf Aufzügen von Rudolph Neumeiſter.
Hannibal und Livia. von Rudolph Neumeiſter. Leipzig. Gebhardt und Reisland. 1857.. Eine frühere Bearbeitung des Drama’s„Herodes“ bereits vor zwei Jahren vor. Der Verfaſſer nimmt in ſeinem Vorwort auf unſere damalige Beſprechung jetzt Rückſicht, indem er ſagt, daß unſer Tadel, der im Ganzen dahin gehe, daß man wegen der durch effectloſe Nebendinge verurſachten Breite nicht recht
lag uns
Streichen
zur Freiheit des künſtleriſchen Genuſſes gelange, durch Das
vieler Epiſoden jede mögliche Berückſichtigung erhalten. Stück iſt ſeiner Länge nach jetzt in der That bühnenfähig, und zu⸗ mal da Verfaſſer beide oben genannte Arbeiten den deutſchen Bühnen zur Darſtellung„frei gibt,“ ſo dürfte eine Aufführung des einen oder des anderen nicht zur Unmöglichkeit gehören. Frei⸗ lich ſind die Stoffe beider etwas fernliegend, und wenn einzelne Verſuche mit Inſceneſetzung von mythiſchen oder bibliſchen Stof⸗ fen auch in letzter Zeit einigen Succeß hatten, ſo waren ſolche Ver⸗ ſuche doch immer nur erkünſtelt und ihr Erfolg kein dauernder. Tiefen und bleibenden Eindruck auf ſeine Nation wird nur der Dichter erreichen, der das Leben der Gegenwart oder geſchichtliche, ihm verwandte Ereigniſſe für die Bühne zu bemeiſtern vermag. Das deutſche Leben von heutzutage liegt nun leider dem Herrn Verfaſſer ziemlich fern, der als Gelehrter in Bukareſt lebt; um ſo mehr aber muß es uns erfreuen, daß ſeine künſtleriſche Bildung durchaus auf dem Höhepunkte unſerer Anſchauungen ſteht und daß namentlich die innere Compoſition ſeiner Dramen es zeigt, wie die dramatiſchen Principien unſerer Aeſtbetik weit über die Grenzen unſeres Vaterlandes hinaus Geltung gewinnen.
Trauerſpiel in fünf Aufzügen,
Misceellen.
Robert Iſaak Wilberforce.
. Am 3. Februar c. ſtarb in Albano im Kirchenſtaate Robert Iſaak Wilberforce, ein Sohn des berühmten Wilberforce, der als Mitglied des engliſchen Unterhauſes einen ſo großen Antheil an
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