Günſtiger, als man nach den ſtrengen Grundſätzen der Tante hätte erwarten ſollen, hatte dieſe jedoch die Mit⸗ theilung des Rentiers aufgenommen, und Arxel ſeinerſeits ſo viel Gutes und Schönes von dem Freunde und deſſen Landgut, nicht fern von Stockholm, erzählt, daß ſie nicht füglich anders konnte, als die beſondere Führung Gottes in dieſer Angelegenheit anzuerkennen, und demgemäß über allerlei Formmängel hinwegſehen zu wollen erklärte—„die ſie ſonſt nie vergeben haben würde!“ Ziemlich huldvoll und mild geſtimmt, praͤſidirte ſie alſo dem Theetiſch, als es endlich gelungen war, Alle darum zu vereinen. Und
wirklich war es ein fröhlicher Kreis: glücklich in der näch⸗
ſten Vergangenheit und Zukunft und vor Allem heiter und dankbar gedenkend des Schweizerhauſes der Alpen! J. Ghm.
Der graf Felix de Mérode.
Eine biographiſche Skizze.
Am 11. Februar c. wurde in Brüſſel das Leichenbe⸗ gängniß eines Mannes, der ſich um die Herſtellung der Unabhängigkeit Belgiens große Verdienſte erworben hat, gefeiert, und ein ganzes Volk, Parlament, Heer und Bür⸗ ger, drängte ſich herzu, um den Mann noch im Tode zu ehren, der ein Sproſſe der älteſten belgiſchen Ariſtokratie und zugleich einer der Begründer der jetzigen Freiheit ihres Vaterlandes war. Graf Felix de Mérode war dieſer Ehrenbezeigungen würdig und Belgien ehrte ſich ſelbſt, indem es ihm dieſelben erwies. Ein Mann wie er ver⸗ dient auch außer ſeinem Vaterlande Beachtung, und wir
theilen mit Vergnügen über das Leben deſſelben mit, was
Herr de Sacy im„Journal des Débats'“ davon ſagt. Im Jahr 1791 in Maeſtricht geboren, das damals
Noveſſen⸗Zeitung.
zu Frankreich gehörte, war Graf Felix de Mérode während des ganzen erſten Theils ſeiner Exiſtenz Franzoſe. Er ver⸗ mählte ſich in Frankreich mit der Tochter des Marquis de Grammont, eines der Veteranen der franzöſiſchen National⸗ verſammlung und Schwager des Herrn de Lafayette. Er verlebte faſt die ganze Dauer der Reſtauration in der Mitte ſeiner Adoptivfamilie, da die ſo wenig natürliche Vereinigung Belgiens mit Holland ihn den belgiſchen An⸗ gelegenheiten gänzlich entfremdete. Da er ſich jeden Tag in Beziehung zu den ausgezeichnetſten Mitgliedern der libe⸗ ralen Partei Frankreichs geſtellt ſah und ſich für alle ihre Debatten, in welche die Religion nur allzu oft gemiſcht war, intereſſirte, ſo nahm er einen Theil ihrer politiſchen Ideen an, ohne ſich in den frommen Ueberzeugungen ſeiner Kind⸗ heit je erſchüttern zu laſſen. Dadurch entſtand in ihm dieſe Miſchung von chriſtlichen und liberalen Geſinnungen, von der ſein Benehmen dictirt wurde und welche die Ori⸗ ginalität ſeines Charakters bildete. Später fand er einen ſeiner würdigen Schwiegerſohn, der ſich ſeinen Geſinnungen
ganz anſchloß, in der Perſon eines der ausgezeichnetſten
franzöſiſchen Redner, des Herrn de Montalembert, und er forderte ſeinen Sohn, Werner de Mérode, der in Frank⸗ reich geboren war, ſelbſt auf, dieſes Vorrecht zu benutzen, um die Ausübung der bürgerlichen Rechte in Frankreich in Anſpruch zu nehmen, die Stimmen ſeiner Mitbürger zu verdienen und in den franzöſiſchen Kammern einen Sitz einzunehmen.
Die im Jahr 1830 in Belgien ausgebrochene Revo⸗ lution, deren Princip die religiöſe Freiheit und deren Folge die politiſche Freiheit war, konnte auf die ganze Sympa⸗ thie des Herrn de Mérode Anſpruch machen. Er widmete ſich ihr großmüthig und theilte alle Gefahren derſelben. Anfangs Mitglied der Municipalcommiſſion in Brüſſel und dann der proviſoriſchen Regierung, brachte er der bel⸗
giſchen Revolution die Stütze eines großen Namens, eines
berühmten Hauſes, verſchiedener Talente und eines unbe⸗
gewonnen, daß er dem Rauſche der Speculation gegenüber, der das Pariſer Leben, wie kein anderes, ergriffen hat, die Beſonnen⸗ heit, die Moral, das Glück und das Verdienſt ſittlicher Zufrieden⸗ heit zur Geltung gebracht hat. Es gehört in der That eine an⸗ erkennenswerthe Energie des Charakters dazu, nach den Erfolgen, die Dumas durch ſeine Jugendarbeiten errang, plötzlich dem freien Fluge ſeiner Phantaſie Einhalt zu thun und denſelben Leiden⸗ ſchaften, von denen er ſo eben erſt verblendet war, die ernſte Mah⸗ nung des Sittengeſetzes entgegenhalten zu können! Oder ſollte man dieſen Umſchlag nicht als freie Tugend des Dichters, ſondern als ehrgeizige Speculation auf den Preis officieller Anerkennung anſehen? Dann müßte man jedenfalls die Weisheit einer Regie⸗ rung ſchätzen, die durch dergleichen Mittel die Literatur und durch die Literatur die öffentliche Meinung von falſchen Bahnen abzulenken beſtrebt iſt.
An Lebendigkeit der Handlung, Gewalt der Conflicte und Spannung des Intereſſes hat dieſe neue Arbeit mit threr neuen Tendenz gegen die früheren freilich nicht gewonnen. Die Fabel⸗ dieſer Geldfrage iſt unendlich einfach, und wer ein wenig in No⸗ vellen und Theaterſtücken beleſen iſt, wird wiſſen, daß ſie der gewöhnlichſte Inhalt der allergewöhnlichſten Novellen und Thea⸗ terſtücke iſt.— Worin beſteht die ganze Geſchichte?— Ein junges Mädchen, die einen andern, natürlich den erſten Liebhaber liebt, ſoll einen Andern, d. i. den Intriganten, beirathen, bis dieſer, wie ja alle Theater⸗Intriganten, als ſchlechter Charakter enthüllt iſt, und ſie nun doch den Liebhaber, der das Glück hat, in allen Thea⸗ terſtücken heirathen zu dürfen, zuletzt heirathen darf. Die Ver⸗ hältniſſe, in denen dieſe Fabel ſich abſpielt, ſind die modernen
Intrigant iſt deshalb ein Geldmenſch, ein Speculant, der durch die Macht ſeines Geldes ſein Ziel erreicht, bis die Macht rein menſchlicher Geſinnung und charaktervoller Liebe ihn um ſeinen Sieg bringt.
Es iſt das ein großes Glück des franzöſiſchen Dichters, daß ſein Publicum das Verſtändniß hat, wie der rohe Stoff, die ein⸗ fache Fabel, nicht den Werth eines Gedichtes ausmacht, denn dieſe Grundlagen aller poetiſchen Werke ſind öffentliches Gemeingut, — die Ausarbeitung erſt, die Behandlung, die detaillirte Moti⸗ virung und Durchführung geben dem Werke durch ihre Eigen⸗ thümlichkeit den eigenthümlichen Werth. Dieſelbe Fabel, in ver⸗ ſchiedenen Situationen, in verſchiedenen Geſellſchaftsſchichten, in verſchiedenen künſtleriſchen Stimmungen und pſychologiſchen Nuancen zur Darſtellung gebracht, gibt jedesmal ein neues ſelbſt⸗ ſtändiges Kunſtwerk, und wenngleich die Stoffe auch der früheren Dumas ſſchen Stücke ihrem Inhalte nach in mannigfachen Geſtal⸗ ten bereits auf den Pariſer Bühnen geſpielt waren, ſo hat das Publicum die neue Vergeiſtigung derſelben doch immer als eine originelle anerkannt.
In Question d'argent iſt nun allerdings auch dieſe Origi⸗ nalität nicht in derſelben Weiſe wie bisher bei Dumas üls in die Augen ſpringend. Wir vermiſſen die Genialität ſeiner ſonſtigen dramatiſchen Compoſitionen. Was iſt wechſelvoller und ſpan⸗ nender, als das Glück heutiger Börſenſpiele? Von dieſer Span⸗ nung, dieſem raſchen Wechſel finden wir hier wenig. Nicht ein⸗ mal leidenſchaftlich werden dieſe Figuren, und nirgends ſehen wir ſie aufeinanderprallen, wie ja das in den Tempeln Mammons heut⸗ zutage nur zu oft in ſehr realiſtiſcher Weiſe geſchehen ſoll. Die
Verhältniſſe, in denen die Geldfrage die Lebensfrage iſt, und der Handlung des Stückes geht in höchſt geſetzter, faſt pedantiſcher
[III. Jahrg.
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