Jahrgang 
01-26 (1857)
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Nr. 11.] Dritte

lächelnd, der ſehr wohl die Wirkung des Alphorns kannte, welches draußen geblaſen wurde.

Sogar auf den Gletſcher ſelbſt hinauf mußte das un⸗ ermüdliche Mädchen, ſo wenig angenehm auch die hohen, naſſen Stufen zu erklimmen waren, die in das Eis gehauen ſind. Die beiden Blouſen folgten und halfen ihr überall.

Gott, wie gern möcht' ich einmal ſo recht tief hinein⸗ dringen in dieſe wilde, große Natur! dahin, wo nicht der ganze Fremdenſtrom die Pfade breit tritt wenigſtens dort, auf jenem Schneefeld möcht' ich herumſpazieren und nach Herzensluſt Alpenroſen pflücken denn gewiß gibt's dort welche?

Nicht ſo nahe wie ſie meine, ſagte der bedächtige Führer mit einem Seitenblick auf ihre leichte Fußbeklei⸗ dung, und ohne des Papa's Erlaubniß dürfe er es nicht wagen.

Heut wünſch' ich mir zum erſten Male in meinem Leben, ich wär' ein Junge mit dem Ränzel auf dem Rücken! ſagte Fanny halb lachend, halb ärgerlich, als ſie unten an⸗ kamen, wo Tante Aurelia ihr verſchämtes Auge von den etwas geſchürzten Gewändern der Nichte abwandte, die allerdings unvermeidlich den vollen Anblick ihrer zierlichen Füßchen darboten.

Praktiſch wie immer, war der Rentier nach dem Wirths⸗ hauſe von Roſenlaui vorausgegangen, welches, zierlich aus Holz gebaut, im Schutze dunkler Tannenwälder ſteht, die von beiden Seiten das Thal einfaſſen, in deſſen Mitte der Reichenbach in vollen Sprüngen bergab eilt.

Diesmal entſprach das Innere des mit deutſcher Sau⸗ berkeit gehaltenen Hauſes ſeiner Außenſeite, und an der großen Touriſtenſtraße gelegen, war ſtets für die leibliche Wohlfahrt derſelben vorgeſorgt. Die gebratenen Hühner ſtanden bereits auf einem Ende der langen Tafel, Fanny lehnte am Fenſter und ſah ſehnſüchtig hinüber nach dem Gletſcher, und der Papa Hagen ging mit einem Lands⸗ mann denn wo träfe man nicht Berliner! im Ge⸗

folge.

mach auf und ab, ſeine Schweſter erwartend, und ſtand im Eifer des Geſprächs eben ſtill.

Donnerwetter! rief er plötzlich, mit beiden Händen nach jener kahlen Stelle ſeines Hauptes faſſend, die man gemeinhin einen Mondſchein nennt; er ſah empor, und eine anmuthige Cascade kühlte ihm augenblicklich ſein erhitztes Antlitz. Auch dem Andern perlten glänzende Tropfen auf dem dichten Krauskopf.

Aber was zum Teufel ſoll denn das heißen? rief der Rentier entrüſtet gegen die Balken der hölzernen Decke empor. Dieſe aber, weit entfernt ihm Rede zu ſtehen, fuhr fort dem kryſtallhellen Waſſer freie Paſſage zu geſtatten. Aurelia ſtand offenen Mundes in der Thüre und Fanny lachte wie außer ſich. Glücklicherweiſe waren die Hühner außer Gefahr!

Ich will es Ihnen ſagen, begann der Berliner, auch lachend,es iſt hier ein Kaltwaſſerbad und einer der Gäſte nimmt vermuthlich eine Douche.

Das iſt aber doch ſehr unanſtändig und unange⸗ nehm, rümpfte die Tante die Naſe, indem ſie einen großen Bogen um den kleinen Teich auf dem Fußboden machte.

Ja, das iſt nun einmal eine Schattenſeite dieſer Häu⸗ ſer, daß man an Allem, was der Nachbar über oder neben Einem beginnt, theilnehmen kann und mitunter auch muß, wie Sie ſehen.

Fanny erſchrak und recapitulirte im Stillen: zum erſten Male dachte ſie an ſolche Möglichkeit.

Jede Spur des unfreiwilligen Tropfbades auf der Toilette des Rentiers war endlich verſchwunden, und auch die Hühner waren verſchwunden, als jener neue Badegaſt, ein langer Sohn Albions in weißer Halsbinde, ſo friſch und roſig, wie dem Kryſtallquell Hygiea's ſelbſt entſtiegen, eintrat, ein ſprechendes Lob der Kaltwaſſermethode; er ging ſo harmlos und ſelbſtzufrieden umher und beſchaute durch ſeinen Augenkneifer den bewußten See ſo getroſt, daß

große Anzahl von Gegnern, die aus Princip die Augen hartnäckig verſchließen, damit ſie das Gute nicht ſehen. Am meiſten in die Augen fallen die Vortheile bei der Verpflegung der Flotten⸗ mannſchaften und Heere, und in Bezug hierauf können wir die ge⸗ trockneten Gemüſenmit Recht eine Wohlthat für das Menſchenge⸗ ſchlecht nennen.

Mehr noch als die neun Regierungs⸗Gutachten ungddie ſieben goldenen Medaillen, welche dieſer Erfindung bereits zu Theil ge⸗ worden ſind, ſprechen für die Nützlichkeit derſelben die allgemeine Anerkennung und Verbreitung, welche ſie in der kurzen Zeit von ſechs Jahren in Frankreich gefunden hat. Ein jeder Krämer führt hier ein ganzes Heer von getrockneten Gemüſen, von denen ſich beſonders die Julienne, ein ſehr ſchmackhaftes Suppenkraut ein Gemengſel von allerhand Gemüſen und Kräutern, ein wahr⸗ haftesAllerlei einer großen Anerkennung zu erfreuen hat. Auch in England haben die getrockneten Gemüſe in Veranlaſſung der Londoner Ausſtellung bereits eine große Verbreitung gefunden. Von Deutſchland kann man ein Gleiches noch nicht ſagen, obgleich auch hier bereits in Frankfurt am Main, deſſen Umgegend durch die Gartenculturweltberühmt iſt, eine Fabrik der Art be⸗ ſteht, die gleichwohl gute Geſchäfte macht, obgleich ihre Erzeug⸗ niſſe den deutſchen Hausfrauen bis jetzt noch ziemlich unbekannt zu ſein ſcheinen. Aus eigner Erfahrung können wir die getrock⸗

neten Gemüſe aus dieſer Fabrik den deutſchen Frauen beſtens!

empfehlen; wir ſind überzeugt, daß wir durch unſere Empfehlung den Dank der Hausfrauen verdienen, denn auch für ſie gibt es Zeiten, wo ſie über das, was ſie kochen ſollen, in großer Ver⸗ legenheit ſind..

Unfehlbar werden die getrockneten und gepreßten Gemüſe in

der Folge einen großen Einfluß auf den Wohlſtand der Völker

ausüben. Nicht allein, daß ſie eine große Ausdehnung der Gärt⸗ nerei, die ſtets die einträglichſte Cultur des Bodens ausmacht, be⸗ wirken werden, ſondern ſie werden dem Handel auch wieder neue, gewinnbringende Gegenſtände zuführen. Durch die Vermittelung des Handels werden in Zukunft dem kalten, von der Natur we⸗ niger begünſtigten Norden mancherlei Producte der Tropen zu⸗ gänglich gemacht werden, die wir bis jetzt nur aus den Schilde⸗ rungen der Reiſenden kennen. Nicht allein mit Leckereien und Delicateſſen werden uns die Colonien in Zukunft verſorgen, ſondern auch in den Zeiten der Noth werden ſie der alten Welt kräftig unter die Arme greifen, und dann werden die Einfuhren von dort einen wohlthätigen Einfluß auf die Maſſenernährung ausüben. Die Tropen ſind reich an wichtigen Nahrungspflanzen, die, ſofern nur Nachfrage danach vorhanden iſt, für die Ausfuhr von beſonderer Wichtigkeit werden können; unermeßliche Land⸗ ſtriche harren dort noch des Anbaues. Die Erde iſt hinreichend befähigt, alle auf ihr lebenden Menſchen und weit mehr noch reich⸗ lich zu ernähren, ſofern der Menſch ſelbſt nur ſeine Hände nicht in den Schooß legt.

Zur Länder⸗ und Völkerkunde.

Abgaben in Rordcarolina.

Viele unſerer Europamüden bilden ſich ein, daß die Verxeinig⸗ ten Staaten von Nordamerika faſt gar keine Abgaben erheben, doch dem iſt nicht ſo, im Gegentheil werden auch dort gar manche Steuern erhoben und dabei manche, von denen wir in Europa