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froh darüber, denn ſo gern ſie ihm aus vollem Herzen ge⸗ dankt hätte, ſo verwirrt und verlegen fühlte ſie ſich ſchon im Voraus bei dem Gedanken daran. Es half ihr gar nichts, daß ſie ſich immer wieder ſagte:„Es iſt ja doch nur ein Führer!“ Wer war aber dann der Berggeiſt? Ja, das war nicht zu erklären! Seine Gabe hing an dem Seſſel und der Zettel lag in ihrem Taſchenbuch ſonſt hätte ſie geglaubt, es geträumt zu haben!
Da der ſäumige Kamerad nirgends zu ſehen war, wollte Fanny es den Leuten erleichtern und ging zu Fuß bergab. Allein in der klaren himmliſchen Bergluft fühlte ſie ſich bewegt— ſie wußte nicht wovon, und ſo unbe⸗ ſchreiblich glücklich— ſie wußte nicht warum, daß ihr Ge⸗ fühl keinen andern Ausdruck fand, als Geſang; und ohne recht zu wiſſen, was ſie ſang, tönte Curſchmann's ſchönes Lied:„Willkommen, o Gottes Sonne!“ hinaus ins Weite und alle Echos gaben es wieder.
„Aber Fanny, DWu ſollteſt fein ſtill in Deinem Herzen dem Herrn danken, daß er ſeine Hand über Deinem unwür⸗ digen Haupte gehalten hat, ſtatt ſo ſündige, unziemliche Lieder in die Welt hinauszuſingen,“ perorirte Tante Aurelia von ihrem Pferde herab, als ſie ihr nahe waren.
„Iſt ja ſchon geſchehen, Tantchen! und wenn ich jetzt ſo glücklich und dankbar bin, noch auf dieſer ſchönen Welt zu ſein, ſo iſt das gewiß nicht unrecht!“
Der Rentier nickte ſehr beifällig zu dieſen Worten und ſein gutes, rundes Geſicht ſah wie lauter Dank und Freude
aus, als er das fröhliche Töchterlein den Berg hinab eilen
ſah und die Endſtrophe hörte, in welcher die Sonne er⸗ ſucht wird:„Erſchauſt Du meinen Geliebten, ſo ſag' ich: laß ihn grüßen, ja, grüßen viel tauſendmal!“
War es nun nicht ein wenig boshaft von der Ange⸗ rufenen, dem armen Mädchen gerade jetzt den jungen Mann in der grauen Blouſe entgegenzuführen, ihn mit ihrem hellſten Lichte zu übergießen, als wollte ſie ſagen:„Ja, ich hab' ihn gefunden und Deinen Auftrag beſorgt?“
Novellen⸗Zeitung.
III. Jahrg.
Dort ſtand er und harrte ihrer; einen Augenblick blieb Fanny zögernd ſtehen, und ihr Herz that beinah daſſelbe: das närriſche Ding, es konnte gar nicht recht begreifen, daß ein Führer oder Träger ein Weſen ſei, um welches es ſich nicht im mindeſten zu kümmern habe, auch wenn er die Perle aller Führer und ein Lebensretter obenein wäre! Es fuhr alſo fort, etwas ungewöhnlicher zu klopfen, voll⸗ ends, als ihm Fanny voll Güte, aber tief erröthend, die Hand reichte und ihn fragte, warum er ſich ihrem Dank ſo raſch entzogen habe.
„Das war ja nur Schuldigkeit und Jeder von uns thäte daſſelbe. Nicht wahr, Kameraden?“ fragte er dieſe, und war dabei wieder ganz in ſeiner Rolle, ſo daß der Chorus, der einſtimmig und bejahend auf die Frage er⸗ tönte, dem Ohre des jungen Mädchens ziemlich unharmo⸗ niſch klang. Dafür aber ward ſie weniger verlegen und faßte ſogar Muth, etwas von Beweiſen der Dankbarkeit ihres Vaters hinzuzufügen.
Dem jungen Mann ſtieg das Blut in die Wangen. „Nein, nein,“ rief er lebhaft,„o laſſen Sie es gut ſein, bis ich mir ſelbſt einen Dank ausbitte!“ Und wieder nahm er ſeinen Platz hinter ihr ein, von den abgelöſten Trägern mit fröhlichem Jodeln begleitet.
Wie herrlich war aber auch der Tag! und welch pracht⸗ vollen Anblick genießt der Wanderer beim Herabſteigen von jenen Höhen: ſogar das Finſteraarhorn hatte ſich ent⸗ wölkt und erhob ſein Haupt mit allen andern Zackenkronen um die Wette in den blauen Aether.
Doppelt ſchön war auch in blendender Beleuchtung der vielberühmte Roſenlauigletſcher, in deſſen magiſch blaue Spalten zu dringen Fanny ſich nicht nehmen laſſen wollte. Es rieſelte und klang um ſie her wie in Undinens Woh⸗ nung ſelber und überirdiſche Töne ſchienen aus dem Kryſtall des Eiſes hervorzudringen.
„Was iſt das?“ Sie ſtand ſtill. 's wird wohl d' Berggieſt ſa,,
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antwortete Jakob
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ſich die wieder aufgeweichten Gemüſe durchaus nicht von friſchen unterſcheiden. Nachdem die geprüften Gemüſe bei einem heite⸗ ren Mittagsmahl verzehrt worden waren, gaben beide Prüfungs⸗ behörden ihr Urtheil dahin ab, daß alle Gerichte ohne Ausnahme ſehr wohlſchmeckend geweſen ſeien; beſonders zollten ſie dem Spinat und dem Kohl große Anerkennung. Dieſe waren ſo ſchmackhaft, daß ſie den friſch vom Stengel gepflückten Gemüſen täuſchend ähnlich ſchmeckten. Auf der Londoner Ausſtellung errang Maſſon die große Medaille; eben ſo ſah ſich die franzöſiſche Akademie der Wiſſenſchaften veranlaßt, demſelben einen Preis von 2000 Frcs. aus der Monthyon’ſchen Stiftung für nützliche Erfindungen zu verleihen..
Der Erfolg, den Maſſon in kurzer Zeit errang, ſpornte auch Andere an, dieſen neuen Weg einzuſchlagen und weiter zu verfol⸗ gen. Unter denen, die ſich mit der Löſung des Problems weiter beſchäftigten, haben wir beſonders Gannal hervorzuheben, der bald dahin gelangte, ſelbſt die am ſchwierigſten auszutrocknenden Pflanzen, die ſchon Viele faſt zur Verzweiflung gebracht hatten, ſo vollſtändig zu erhalten, daß die franzöſiſche Akademie, nachdem ſie verſchiedene Proben in Augenſchein genommen hatte, nicht umhin konnte, dieſe Methode ganz beſonders dem Marineminiſter zu empfehlen, da eine ſehr große Wayrſcheinlichkeit vorhanden war, daß die nach der Methode Gannal's getrockneten Gemüſe bei der Verproviantirung der Flotte große Dienſte leiſten würden.
Bei den Verſuchen, die zu Breſt auf Veranlaſſung des See⸗ präfecten und in den Vereinigten Staaten von Nordamerika auf Befehl des Marineminiſteriums angeſtellt worden ſind mit Ge⸗ müſen, die nach beiden Methoden, nach der von Maſſon und Gannal, getrocknet worden waren, hat ſich ergeben, daß bei ge⸗
wiſſen Gemüſen die eine Methode der andern vorzuziehen iſt. Bei der Anwendung der einen oder der andern Methode muß man die Natur der Gemüſe mit in Betracht ziehen. Man erkannte an, daß die Gemüſe von Gannal im Allgemeinen alle weſentlichen Charaktere— Form, Farbe, Geruch und Geſchmack— getreu bewahrt hätten und daß ſie aus dieſem Grunde unzweifelhaft bei den Seefahrern in große Gunſt gelangen würden, da ſie beim Kochen weniger Zeit, weniger Waſſer und in Folge deſſen auch weniger Brennmaterial erforderten. Nichts deſto weniger ſah man ſich doch veranlaßt, einigen Gemüſen von Maſſon, beſonders dem Kohl, den Vorrang einzuräumen. Ein jedes Ding hat zwei Sei⸗ ten; ſo iſt es auch hier. Eine jede der beiden Methoden hat ihre Vortheile und ihre Nachtheile, ſo daß ſie ſehr gut neben einander beſtehen können. Der weſentlichſte Unterſchied der Gemüſe von Gannal beſteht darin, daß ſie alle ihre Charaktere getreu bewah⸗ ren, während die von Maſſon durch das Zuſammenpreſſen zu Tafeln alle mehr oder weniger bis zu dem Augenblick, wo ſie wie⸗ der die gehörige Menge Waſſer aufgenommen haben, unkenntlich gemacht werden. Und dies iſt eben der Vorzug der Gemüſe von Gannal; der äußere Anſchein iſt ſchöner und das Aroma wird beſſer bewahrt, während die Vorzüge der andern Methode eben darin beſtehen, daß die Gemüſe einen ſehr geringen Raum einneh⸗ men und ſich in Folge deſſen leichter transportiren laſſen. Für die Verwendung im Großen, bei der Verproviantirung der Flotten und Armeen, iſt dies von ſehr großer Bedeutung.
Die große Wichtigkeit der getrockneten Gemüſe liegt ſo auf der Hand und die Anerkennung, die ſie in ſo kurzer Zeit erlangt haben, iſt der Art, daß es kaum nöthig iſt, darüber noch ein Wort zu verlieren. Aber die Sache iſt neu und das Neue hat ſtets eine
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Nr. 11
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