Jahrgang 
01-26 (1857)
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A I. Jahrg.

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Rr. 10.]

Literariſche Beſprechungen.

Die Orthodoxen. Ein Roman aus der Gegen⸗ nart. Von Fr. Friedrich. Zwei Bände. Leipzig, d. Wiedemann, 1857.

Dieſes Buch iſt ein Tendenzroman und zwar im Sinne der den Orthodoxen entgegenſtehenden Richtung. Das Juch iſt gewidmet Sr. Hochwürden, dem Herrn Obercon⸗

ſſtorialrath und Hofprediger Dr. Carl Schwarz in Gotha,

ſoch erſehen wir aus den vorliegenden Bänden keine Ueber⸗ einſtmmung mit dem Geiſte der Geſchichte der neueſten theologie vom genannten berühmten Gelehrten. Verfaſſer beginnt ſeine Vorrede mit den Worten:Die Orthodoxie, wenn ſie von der Bildung des Zeitalters überflügelt und von der öffentlichen Meinung verlaſſen iſt, wird zur Ketzerei, ſo ſagt Dr. Karl Haſe in ſeiner Kirchengeſchichte. Die Orthodoxie hat als eine beſtimmte Glaubensrichtung ihre

wolle geſchichtliche Berechtigung und Geltung, daß ſie aber

als Ausdruck eines Zeitbewußtſeins an die Zeit gebunden und von ihr überflügelt iſt, beweiſt am deutlichſten der woraliſche Verfall eines großen Theils ihrer Träger u. w. In dem Romane ſelbſt aber iſt von einer beſtimm⸗ ten Glaubensrichtung, von einer geſchichtlichen Berechti⸗ zung durchaus nicht die Rede, ſondern es wird uns nur

Dritte folge. 159

...

Humanität, ja ſie iſt oft die ärgſte Feindin ihrer ſelbſt, denn um der äußern Form ihres Bekenntniſſes willen, welche der Auffaſſungsweiſe einer veränderten Zeitbildung vielleicht nicht mehr völlig verſtändlich iſt, läuft ſie Gefahr, daß die Wahrheit im Inhalte ihres Bekenntniſſes eine unverſtandene bleibe. Das jedoch, was auch dieſe Ortho⸗ doxie ſo mächtig, in ihrer occupirten Poſition faſt unan⸗ greifbar macht, das iſt gerade ihre geſchichtliche Berechti⸗ gung, iſt die Thatſache, daß die Feſtſtellung eines öffent⸗ lichen Cultus, der für Laien ſowohl als Geiſtliche ein bindender ſei, eine Nothwendigkeit iſt. Mit einem ſolchen die Freiheit jedes einzelnen Gewiſſens, das Bewußtſein allgemeiner Bildung zu verſöhnen, das iſt die große Auf⸗ gabe einer jeden Zeit, daß ſie aber die Thatſächlichkeit des einmal feſtgeſtellten öffentlichen Cultus vertritt, das iſt die große Berechtigung der Orthodoxie jeder Zeit. Wer alſo für jene Freiheit des Bekenntniſſes, für jene Fort⸗ bildung des Zeitbewußtſeins und deren Anerkennung inner⸗ halb des allgemeinen Cultus auftreten will, der wird zu⸗ nächſt die wahre Berechtigung der ihm feindlichen ſoge⸗ nannten Orthodoxie anerkennen müſſen: erſt den Gegner, den Du begriffen haſt, kannſt Du widerlegen. Herr Fr.

Friedrich hat ſeinen Gegner, hat die Orthodoxie unſrer

ume Menge ſcheußlicher, höchſt gemeiner und dabei höchſt

vornirter und tölpelhafter Charaktere gezeichnet und von dieſen ſagt Verfaſſer: das ſinddie Orthodoxen! Re⸗ ſerent erlaubt ſich offen zu bekennen, daß er nichts weniger ſt als ein Freund der Orthodoxie par excellence, d. h. der

Orthodoxie, die an einem Syſtem der Dogmatik abſolut 7 d

und unveränderlich feſthält, nicht weil es wahr und für

ſeine Bekenner beglückend iſt, ſondern nur, weil es ſich ſo iſt es uns mehr als einmal bei Lectüre dieſes Buches

orthodox nennen darf. Dieſe Art der Orthodoxie wird

bicht eine Feindin der wahren Religioſität und der wahren

Zeit nicht begriffen, hat von ihrer inneren Wahrheit kein Bewußtſein, hat von ihrer thatſächlichen Macht und Be⸗ rechtigung keine Ahnung, er iſt der Orthodoxen aller⸗ ungefährlichſter Gegner. Wer ſeinen wiſſenſchaftlichen oder ſonſt principiellen Gegner erſt zum ſchlechten Kerl ſtempeln muß, ehe er das Recht zu haben glaubt, auf ihn losſchla⸗ gen zu dürfen, der ſchlägt ja nur auf den ſchlechten Kerl los, nicht auf ſeinen wiſſenſchaftlichen und principiellen Gegner. Herr Fr. Friedrich geißelt die ſcheußlichen Cha⸗ raktere, die es unter den Orthodoxen gibt wie unter andern Parteien, aber er geißelt nicht die Orthodoxen ſelbſt, und

vorgekommen, als ſei der Verfaſſer nicht ein Gegner, ſon⸗

Die gekrönten Virtuoſen Karl IV., König von Spanien, war nicht nur ein leiden ſchaftlicher Liebhaber der Muſik, ſondern auch ſelbſt ausübender Künſtler, indem er ſich einbildete, die Violine meiſterhaft zu ſpie len. Wenn daher bei Hofe Kammermuſik aufgeführt wurde, nahm

N

der König an dem Pulte die Stelle ſeines erſten Violiniſten, Boc⸗

und voller Zorn warf er ſeine Violine fort, ſprang auf Boecherini zu, faßte ihn beim Kragen und zog ihn mit der Rieſenkraft, die ihn auszeichnete, dem Balcon zu, um ihn den gefährlichen Sprung

zum Fenſter hinaus machen zu laſſen. Doch die Königin legte

raſch entſchloſſen die Hand auf ſeinen Arm und ſagte mit eindrin

cerini ein, der ein wahrer Künſtler und dabei ein recht tüchtiger

Componiſt war, dann aber die zweite Violine übernehmen mußte. Durch dieſen Stellenwechſel litt zwar die Eigenliebe des Virtuoſen Componiſten nicht wenig, noch mehr jedoch ſein Ohr, denn der Fönig ſpielte auf eine entſetzliche Weiſe falſch und dabei ſo ſehr gagen den Takt, daß keiner der andern Muſiker ihm zu folgen ver nochte und dadurch zuweiles ein fürchterliches Charivari entſtand, das den König immer in Wuth verſetzte, weil er die Schuld natür

lich nicht ſich, ſondern den Andern zuſchrieb.

Noch größer aber als die Wuth des Königs war die Ver zweiflung des Componiſten, der ſeine Werke auf eine unglaubliche Veiſe verhunzt ſah. Eines Tages verfiel er daher, um ſich dieſer Narter zu entzichen, auf die folgende Ausflucht: Er ſchrieb ein Quartett, in welchem die leitende Stimme der zweiten Violine zu ſil, während die erſte ein gleichmäßiges Thema durchzuführen hatte, welches das Murmeln eines Baches vorſtellte, der ſich durch Das war ein neuer und graciöſer Gedanke, der den dichteriſchen Sinn des Königs beſtechen mußte.

Der König ſpielte das erſte Blatt ruhig ab; als ſich auf dem zweiten das gleiche Thema wiederholte, warf er Boccherini einen zornigen Seitenblick zu, denn er fing an zu begreifen; als er aber

das dritte umgeſchlagen hatte, war ihm plötzlich das Ganze klar,

gendem Tone:Pensa a tu alma!(Denke an Deine Seele!) Der König ließ Boccherini los, aber er befahl ihm, den Palaſt augenblicklich zu verlaſſen, Spanien binnen wenigen Tagen zu meiden und nie dahin zurückzukehren. Um die Strenge dieſes in der erſten Hitze gegebenen Befehles zu mildern, ſetzte er dann dem vertriebenen Virtuoſen einen lebenslänglichen Jahresgehalt von 1200 Livres aus.

Boccherini fand hierauf eine Anſtellung an dem Hofe des deutſchen Kaiſers, der ebenfalls Anſprüche darauf machte, ein vor züglicher Violinſpieler zu ſein. Eines Tages fragte er ihn:

Welchen Unterſchied finden Sie zwiſchen dem Talente mei⸗ nes Vetters, Karls IV., und dem meinigen?

Sire, erwiderte der Componiſt als echter Höfling, ohne zu zögern,Karl IV. ſpielt als König und Ew. Majeſtät ſpielt als Kaiſer! a.

Mannigfaltiges. Lord Howell, gefragt, was ſein Bruder, Lord Eldon, auf der

Jagd getödtet habe, erwiderte:Nichts als Zeit*

Ludwig XIV. fragte einen ſeiner Hofleute, wie viel Uhr es ſei? So viel, als Ihre Majeſtät befehlen! lautete die Antwort.