Noveſlen⸗Zeitung.
bahn zu erwarten, aber er verliebte ſich in eine engliſche Mal verheirathet hatte; die junge Frau duldete den ver⸗
Schauſpielerin, welche mehr Anmuth als Talent beſaß. Er lief mit ihr in die weite Welt, heirathete ſie und wurde ſelbſt Schauſpieler; das Ehepaar trieb ſich einige Jahre in großen Städten umher, ohne den geringſten Erfolg auf der Bühne zu erlangen, und ſtarb faſt gleichzeitig mit Hin⸗ terlaſſung von drei Kindern. Edgar Poe, geboren im Januar 1811 zu Baltimore, war ein bildſchönes und kluges Knäbchen beim Tode ſeiner Eltern; ein Freund der⸗ ſelben, John Allan, nahm ihn an Kindesſtatt an. Der gütige Pflegevater war ſehr reich und ließ den Knaben, als ſeinen Erben, er- und verziehen, wodurch er leider
frühzeitig den Grund legte zu deſſen zahlreichen Schwächen
und Fehlern. Um einigermaßen ſeinen unbändigen Sinn zu dämpfen, wurde er ſpäter nach England in eine ſtrenge Schule gebracht, die er in einem ſeiner Romane vortrefflich geſchildert hat. Ungebeſſert kehrte er zurück und bezog
in den Vereinigten Staaten eine Univerſität, wo er ein
ſehr lockeres Leben führte und trotz ſeines reichlichen Jahr⸗ gehalts viele Schulden machte. Sein Pflegevater weigerte ſich dieſelben zu bezahlen; Poe war darüber empört, ſchrieb ihm einen groben Brief, ſagte ſich von jeder kindlichen Dankbarkeit los und ſchiffte ſich nach Griechenland ein, um an dem Kriege gegen die Türken theilzunehmen. Er erreichte jedoch ſein Ziel nicht, ſondern trieb ſich planlos in der Welt umher, ſogar bis St. Petersburg iſt er ge⸗ langt. Der amerikaniſche Geſandte wurde eines Tags dort aufgefordert ihn zu befreien, da er in Folge einer Trunk— und Raufſcene verhaftet worden war. Durch die Vermitt⸗ lung des Geſandten wurde er nach Amerika zurückgebracht. Sein Pflegevater empfing ihn nicht ſehr liebevoll, war aber bereit ſür ſein Unterkommen zu ſorgen; er verſchaffte ihm den Eintritt in eine Militairſchule. Obwohl ſeine Talente hier anerkannt wurden, veranlaßte ſeine unordentliche Lebensweiſe doch ſeine baldige Entlaſſung. Er kehrte zu ſeinem Pflegevater zurück, der ſich unterdeſſen zum zweiten
wilderten Pflegeſohn nicht unter ihrem Dach; es gab hef⸗ tige Scenen, und Poe wurde förmlich verſtoßen, auch voll⸗ ſtändig enterbt.
Er begann nun zuerſt einige literariſche Arbeiten, die jedoch wenig Aufmerkſamkeit erregten und ihm ſehr geringen Lohn eintrugen. Um ſeinen Lebensunterhalt zu erwerben, trat er als gemeiner Soldat ein. Einige Officiere er⸗
kannten ihn und bemühten ſich, ihm eine höhere Stelle zu verſchaffen; als es ihnen eben gelungen, fand ſich, daß er deſertirt war. Er blieb nun eine Zeit lang verſchollen und tauchte erſt wieder auf, als ein Verleger in Baltimore zwei Preiſe für die beſten Novellen einer neuen Zeitſchrift ausſetzte. Poe reichte zwei Manuſcripte ein. In Ame⸗ rika wird die Preisertheilung ſehr erfolglos betrieben; die Preisrichter trinken auf die Geſundheit des Verlegers und leſen kein einziges der Manuſcripte, die er ihnen übergeben. Der Verleger druckt dafür ihre wohlklingenden Namen und entſcheidet in eigener Perſon ſich für diejenige Arbeit, von welcher er den meiſten Vortheil zu erwarten hat. Höchſt wahrſcheinlich würde dies Verfahren auch bei dieſer Gelegenheit innegehalten worden ſein, wenn nicht zufällig einer der Preisrichter einige Blätter bemerkt hätte, die beſonders ſchön und deutlich geſchrieben waren. Er las ſie und wurde davon gefeſſelt, die übrigen Anweſenden hörten ihm mit Theilnahme zu und beſchloſſen einſtimmig, dem erſten Genie, welches leſerlich geſchrieben, den Preis zu ertheilen. Der Namenszettel ward eröffnet und Poe's damals noch ganz unbekannter Name gefunden. Als die Novelle:„Ein Manuſcript in einer Flaſche gefunden,“ gedruckt war, erregte ſie ſo viel Aufſehen, daß der Ver⸗ leger dringend wünſchte, den Verfaſſer kennen zu lernen. Er ließ ihn in ſein Geſchäftszimmer rufen, um ihm dort den goldenen Preis auszuzahlen. Er war blaß wie ein Geiſt, krank, mager und ausgehungert. Ein fadenſcheini⸗
ger Frack war dicht zugeknöpft und verbarg den Mangel
den) höheren Geſellſchaft weiß Bauernfeld mit Witz und Scharf⸗ ſinn zu zeichnen.— An die dramatiſchen Arbeiten Bauernfeld's wendet ein deutſcher Kritiker Piron's Ausdruck an:„Der Schöngeiſt macht eingelegte Arbeiten, der Genius gießt in Erz.“ Bauernfeld iſt bekanntlich Schöngeiſt.— Als öffentlicher Cha⸗ rakter trat Bauernfeld im Jahre 1848 auf, in welchem er ſeine Entlaſſung aus dem Staatsdienſte nehmen wollte. In den März⸗ tagen ſuchte er am 15. mit Anaſtaſius Grün, als die Gährung den Gipfelpunkt erreicht hatte, mit den ihm zu Gebote ſtehenden Mitteln die aufgeregte Menge zu beſchwichtigen. Seine Anſtren⸗ gung zog ihm am 18. eine ſtarke Gehirnentzündung zu, von der geneſen er ſich auf Reiſen begab; die Wahl zum Deputirten nach Frankfurt ſchlug er, in Folge der Krankheit andauernder Beſchäf⸗ tigung ſich nicht gewachſen fühlend, aus. Die„Iris“ 1849 ent⸗ wirft von Bauernfeld folgendes Portrait:„Groß, mager, oblon⸗ ges Geſicht, ſeit den Errungenſchaften Schnurr⸗ und Backenbart, aber ſehr ſchütter; goldene Augengläſer; ſpricht wenig und läßt ſich gern unterhalten; ſeine Rede glänzend, witzig, oft boshaft ironiſch; unruhiges Temperament, freies Benehmen, verſtändige Liberalität, Selbſtliebe; Gargon; ungeſuchte Kleidung; treffli⸗ cher Vorleſer; einer der beliebteſten Luſtſpieldichter mit einem gu⸗ ten Dialoge, aber wenig Erfindung; ſeine Schreibart überhaupt leicht, humoriſtiſch, ſpannend; ſeine ernſten Dramen haben nur einzelne Schönheiten.“ Seine Schrift charakteriſirt A. Henze in „Die Handſchriften der deutſchen Dichter und Dichterinnen“ (Leipzig, 1856) S. 7: Elaſtiſche, aufweckende, beobachtende Züge.“ Unter ſein Bild ſchrieb Bauernfeld gleichſam als Wahlſpruch die Worte:„Lieber unvorſichtig als unwahr.“ Am 26. Juni 1848 iſt Bauernfeld zum correſpondirenden Mitgliede der kaiſerlichen
Akademie der Wiſſenſchaften ernännt worden. Jul. Schmidt ſagt von Bauernfeld:„Seine Sprache iſt edler als die von Benedix, ſein Ton gehört der gebildeten Geſellſchaft an, ſeine Bemerkungen
ſind zum Theil recht fein; dagegen iſt ſeine Erfindung nicht ſehr
reich und die gute Laune, die er in der That zeigt, nicht ſo über⸗
müthig, wie man es bei einem Luſtſpiel höherer Gattung erwarten möchte.“ Gottſchall bemerkt bezüglich der Luſtſpiele Bauernfeld's: „Der Witz der Converſation gipfelt bei Bauernfeld in den Schlag⸗ lichtern eines geiſtvollen Humors;“ ſeine ernſten Stücke nennt er zu arm an Handlung, um eine durchgreifende Wirkung zu erzielen.
Aus der Gegenwart.
Ein Brief von Agneſe Schebeſt.
In den erſten Nummern dieſes Jahrgangs brachte dieſe Zei⸗ tung einen Feuilleton⸗Artikel unter dem Titel:„Aus dem Leben einer Künſtlerin,“ der, veranlaßt durch die gleichbenannten Me⸗ moiren der bekannten Sängerin Agneſe Schebèſt, ein poetiſches Bild der Laufbahn einer theatraliſchen Kün. Krin entwarf und mit den Worten anfing:„Gibt es noch Märeſehg heutzutage 2— worauf der Verfaſſer eben das Leben einer Steingrin als ſolch ein wirkliches Märchen, ein modernes Wunder, derdriſtellen verſuchte.
In Folge deſſen kommt uns nun in deheſl Tagen ein ſebr liebenswürdiges Schreiben der Verfaſſerin ob 1ig Autobiographie zu, welchem ein zweites Schreiben an den mihziet ſt unterzeichneten Autor jenes unſers Artikels beigelegt iſt. Ditöpſir nun annehmen müſſen, daß ſelbſt die gewiſſenhaften ſächſiſchege,Poſtbureaus einen
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