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Novellen⸗Zeitung.
Aber war Fanny betäubt von der ſchaukelnden Bewegung, aufgeregten Nerven beſchwichtigt,„Bruder, ich bringe Dir daß ſie wie feſtgewurzelt daſtand und ſo erſtaunt den durch dieſe Reiſe, die jedes meiner Gefühle verletzt, ein grauen Blouſen mit den Alpenroſen nachſah? Sie hatte Opfer, deſſen Größe Du nicht zu ermeſſen vermagſt— eben zum erſten Male den ſogenannten Anfänger hinter der aber dem Himmel ſei Dank! er gibt mir Kraft dazu— Lehne des Tragſeſſels genau geſehen und glaubte zu träu⸗ und ich kenne die Pflichten—“
men: dies edle feingeſchnittene Geſicht, deſſen lebhaftes„Ach, laß ſolch Geſchwätz; ſei guten Muthes und häng' braunes Auge auf ihr ruhte, als ſie ſich umkehrte, war ihr nicht ewig den Kopf! Ich weiß doch, was ich von Deinen
zwar fremd— aber die ganze Erſcheinung, kam ſie ihr nicht ſo ſeltſam bekannt vor?„Ja, richtig, es iſt die Aehn⸗ lichkeit mit dem einen der beiden Schweden von der Wen⸗ gernalp, der vermuthlich noch ſchlief, als wir am Morgen weggingen,“ ſagte ſich Fanny leiſe.„Aber woran denkſt Du denn in aller Welt, ſo dazuſtehen, ſtatt mir behülflich zu ſein, wie es Deine Pflicht wäre!“ rief noch in voller Erregung das tugendſame Fräulein; denn die zum Ab⸗ ſteigen angeſetzte Treppe war umgeſchlagen, ſo daß ſie in die Arme eines Führers fiel!
„Ich— ich? mir ſchwindelte der Kopf, Tantchen— doch nun iſt's ſchon vorüber und ich komme gleich,“ ſo antwortete das Mädchen verwirrt.——
„Was werden aber Deine Freunde in der Reſſource ſagen, Väterchen, wenn Du nicht auf dem Faulhorn ge⸗ weſen biſt?“ ſagte das ſchlaue Töchterchen, als die be⸗ gonnene Berathung ſich ihren Wünſchen ſo wenig günſtig anließ—„Du weißt ja, wie ſpöttiſch der Commiſſions⸗ rath dazu lachte, als Du ihm Deinen Reiſeplan mittheil⸗ teſt:„da hinauf kommen Sie gewiß nicht, Freundchen!“ ſagte er, und Du wetteteſt, es durchzuſetzen.“
„Freilich, freilich, Kind,'s iſt ein Point d'honneur dabei, ich weiß wohl, und ſie würden mich ewig hänſeln. Alſo laßt uns aufbrechen, in Gottes Namen— und naß werden wie— wie—“
Der Vergleich fehlte ihm zu ſolch entſetzlicher Ausſicht. „Was meinſt Du, Schweſter Rele? he?“.
„Bruder,“ entgegnete mit ſanfter Ergebung die abge⸗ kürzte Aurelia, denn ein Glas ſüßen Weines hatte ihre
Opfern zu halten habe.“ 5*„Undank und Verkennung iſt unſer Loos hienieden!“ ſeufzte die Dame, indem ſie das Gaſtzimmer verließ und, Dantk der vorhin erhaltenen Lection, diesmal die angebotene Hülfe nicht verſchmähte, um auf ihr Roß zu gelangen. Lehne und Arme des Seſſels waren mit bunten Blu⸗ men, ſo gut ſie das Gärtchen des Wirthshauſes zu liefern vermocht, ausgeſchmückt worden, und Fanny ſtand erſtaunt davor, faſt ſchüchtern die Männer anblickend.„Das thun wir immer, wenn ſich ſo a hübſch Maderl zum erſten Male tragen läßt,“ ſagte mit ſchlauem Lächeln einer der Leute. Ziemlich ſteil erhob ſich der erſte Theil des Weges und der breitſchultrige Dritte geſellte ſich zum Ablöſen zu ihnen, aber ſein Kamerad war nirgends zu ſehen:„Der Franzos wart dort droben,“ ſagte Jener, und Fanny erfuhr nun, daß der junge Anfänger aus der franzöſiſchen Schweiz ſei und„nur a biſſerl ſchwitzerdütſch verſtehe.“
„Drum hat er mir vorhin auch nicht geantwortet,“ ſagte ſie für ſich. Allerdings war er ſtumm geblieben, aber nur aus Beſorgniß, ſich augenblicklich zu verrathen; denn an dieſen Umſtand hatte Harald allerdings nicht gedacht, als er ſeine Rolle übernahm.
Auf ziemlicher Höhe bereits ſteht eine große Sennhütte, wo ein willkommener Halt gemacht werden ſollte; denn das regungsloſe Stillſitzen in der feuchten Atmoſphäre wirkte auf Fanny beſonders erſtarrend, und dort oben be⸗ merkten ihre Blicke auch die graue Blouſe auf einem Fels⸗ ſtück ſitzend. Wie unpoetiſch ſich nun auch eine echte Senn⸗
Töpfe von außen nach innen zu bohren; es muß dies ſtets von innen nach außen geſchehen, weil die Feuchtigkeit dann ſicherer ab⸗ zieht. Gut gebohrte Abzugslöcher in Verbindung mit Unterlagen von Kohlenbrocken und Scherbenſtücken unterſtützen und vermehren die Wurzelthätigkeit in hohem Grade. Die Form der Töpfe hat einen ganz entſchiedenen Einfluß auf das Gedeihen der Pflanzen, weshalb das Syſtem ihrer Bewurzelung und ihrer ſichtbären äußeren Entfaltung über die Wahl der Töpfe und deren Form entſcheiden müſſen. Der Obergärtner Herr Reinecke hat hierauf neuerdings in der Berliner Allgem. Gartenzeitung von F. Otto und A. Dietrich mit Recht hingewieſen und in dieſer Beziehung beſtimmte Größen⸗Verhältniſſe als die bewährteſten befunden und empfohlen.
Um das Größenverhältniß der Blumentöpfe angeben zu können, iſt man übereingekommen, daſſelbe nach Nummern zu bezeichnen. Dieſe Nummern können zwiſchen 0 und 20 mannigfach variiren, jedoch kann man die Blumentöpfe über die Zahl 20 hinaus nicht mehr mit Vortheil benutzen, weil ſie zu leicht zerbrechen; alsdann treten die Pflanzenkübel an ihre Stelle. Dieſe verſchiedenen Num⸗ mern entſprechen der verſchiedenen Weite und Tiefe der Töpfe in Zollen. Die Wahl ihrer Größe richtet ſich, wie geſagt, nach der ſtärkern oder geringern Bewurzelung der Pflanze und nach dem Umfang des Ballens, den derſelbe bereits erreicht hat. In den meiſten Fällen ſind die Nummern von 6 Zoll oberer Weite die geeignetſten zur Zimmercultur, weil ſie einen geringen Raum ein⸗ nehmen. Beabſichtigt man z. B. eine Pflanze, deren Wurzeln die Topfgröße von Nr. 3 ausfüllen, zu⸗verſetzen, ſo nimmt man dazu einen Topf von der folgenden Nummer und ſo fort. Jede gute Töpfer⸗Werkſtatt in der Nähe von Handelsgärtnereien hält auch
Blumentöpfe nach dieſer Norm zum Verlauf vorräthig. Außer den
gewöhnlichen Blumentöpfen ſind auch hie und da noch ſogenannte Doppeltöpfe verbreitet, die als Balcon⸗Töpfe ſehr nützlich ſind. An ſolchen freien Standorten werden die Wandungen der Töpfe gar zu leicht durch den Wind zum Nachtheil des Wurzelballens ausgetrocknet oder auch durch die Sonne ausgebrannt. Um dieſes
zu verhüten, ſo ſtellt man in die Doppeltöpfe die eigentlichen Pflan⸗
zentöpfe und ſtopft die dadurch zwiſchen beiden Töpfen entſtehenden Zwiſchenräume mit Moos aus. Gar lange dürfen die Pflanzen in⸗ deſſen darin nicht verbleiben, weil ſie ſonſt krank und von denſelben Unfällen betroffen werden, als die Pflanzen in glaſirten Töpfen, und aus Mangel an wechſelnder Luft, welche zum Wurzelballen keinen Zutritt hat, zu Grunde gehen.
IV. Elegante Formen für Blumengefäße.
Aus denſelben Gründen iſt auch die directe Anwendung der„
Porzellan⸗Töpfe für die Topfeultur vollſtändig unzweckmäßig. Beabſichtigt man, dieſelben aber dennoch wegen ihrer Zierlichkeit zu benutzen, ſo müſſen ſie wenigſtens 1 bis 3 verhältnißmäßig große Abzugslöcher haben und vor dem Gebrauch mit einem Drit⸗ theil Scherben und Kohlenbrocken gefüllt werden. Die Herren Cope⸗
land u. Garrat in England fabriciren kürzlich ſehr elegante Etru⸗ riſche Blumentöpfe von Porzellan mit Thoneinſätzen zur Ver⸗ mittlung der Verdunſtung, die empfohlen zu werden verdienen und die auf Beſtellung auch in Deutſchland in jeder Thonwaaren⸗Fabrik angefertigt werden. Andere Porzellan⸗Töpfe mit Thoneinſätzen in Form eines Korbes vertreten eigentlich nur die Stelle der Unter⸗ ſätze, indem das abfließende Waſſer der Einſatztöpfe— der eigent⸗
lichen Culturtöpfe— von den Korbtöpfen aufgefangen wird; die
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