Noveſlen⸗Zeitung.
Zedichte von Albert Traeger.
Agnes.
1. Schön iſt der junge Tag, der golden Auf rothen Flügeln aufwärts eilt, Der Sonnenſtrahl, der auf der holden, Verſchämten Roſe koſend weilt.
Schön iſt des Sternes lichter Funken, Vom linden Nachtwind angehaucht, Der Falter, der vom Thaue trunken Im Kelch der Blüthe untertaucht.
Doch eines nur iſt ohne Gleichen; Was ſchön geprieſen fern und nah, Sein eitler Schimmer muß erbleichen Dem Auge, das Dein Lächeln ſah.
2. O weile noch, Nacht wird's, wenn Du entſchwunden, Oft hab' ich, leiſ' erbebend, ſchon geglaubt, Wenn meine Blicke Dich nicht mehr gefunden, Das Licht des Auges ſei mir jäh geraubt.
Wohl glänzt die Welt in tauſend Farben prächtig, Wenn ſie im heitern Strahl des Tages blinkt, Doch farblos iſt ſie, wenn der Himmel nächtig, Und ſchwarz wird Alles, wenn die Sonne ſinkt.
3. Wie Lenzeshauch haſt Du mich ſtets erquickt— Was wild und ſchmerzlich mir die Bruſt bewegte, Wenn Deines Kleides Saum ich nur erblickt, War mir es ſchon, als ob der Sturm ſich legte.
Und über mich kommt eine ſüße Ruh',
Schau' ich Dein Antlitz an, das ſchöne, milde, Voll Andacht wendet ſich mein Herz Dir zu: So kniet der Pilger vor dem Gnadenbilde.
Kein ſteinern Bild biſt Du, fühllos und kalt, Mit todten Reizen, die nur Leben lügen: Zum Herzen ſpricht mit ſiegender Gewalt Das ſchönſte Herz aus Deinen ſchönen Zügen.
4. Die Stunde naht, da ich von Dir mich wende, Mein Herz erzittert in der Trennung Weh', Sein ſchönſter Traum geht ſchon ſo früh zu Ende, Wie ſoll ich leben, wenn ich Dich nicht ſeh'?!
Ihr ſel'gen Tage, die ſo ſchnell zexfloſſen, Nichts zaubert wieder euren Reiz hervor: Ach, jede Freude, fern von Dir genoſſen, Iſt eine Roſe, die den Duft verlor.
[III. Jahrg.
Dawiſon ſind zwar vom ſelben Geſichtspunkte, aber doch augen⸗ Tage bei den Franciscanern zu predigen und drückte ſich dabei
ſcheinlich aus verſchiedener Feder entſprungen. Man dürfte bei beiden hier und da vielleicht das Bedenken vernehmen, daß darin die gegenwärtige deutſche Schauſpielkunſt im Allgemeinen doch zu ſchlecht fortkomme; namentlich Dawiſon, ſo eminent in ſeiner Richtung er auch ſein mag, ſo ſteht er in derſelben doch nicht völlig vereinzelt da, und die Namen Deſſoir, Grunert, Haaſe, Kaiſer dürften bei einer Charakteriſtik des von ihm vertretenen Stiles ſicher nicht fehlen; auch wäre die Erwähnung nicht ungerecht, daß außer dem von dieſen erfüllten Fache es andere Fächer der Schau⸗ ſpielkunſt gibt, die auch gegenwärtig noch in Männern wie Döring, La Roche u. A. unübertreffliche Repräſentanten beſitzen.
Die übrigen größeren Sachen des vorliegenden Heftes behan⸗ deln die„Gußſtahlfabrikation,“„Graf Morny“ und„James Buchanan.“
Daran ſchließen ſich„Kleine Mittheilungen“, welche ſpeciell zur Fortführung und Ergänzung der zehnten Auflage des Con⸗ verſationslexikon beſtimmt ſind und theils neue Artikel im Cha⸗ rakter deſſelben bringen, theils neue Angaben, an die Artikel jenes ſich anſchließend.
Miseellen. Jean Pierre Camus.
Der zur Zeit Ludwigs XIII. durch ſeine Feindſchaft gegen die Mönche und durch ſeine damals ſehr geſuchten„chriſtlichen Romane“ bekannte J. P. Camus, ſchon im ſechsundzwanzigſten Lebensjahre Biſchof zu Belley, hatte einſt am St. Franciscus⸗
folgendermaßen aus:„Ehrwürdige Väter, bewundert die Größe eures Heiligen! Seine Wunderwerke übertreffen die Wunder des Sohnes Gottes ſelbſt. Jeſus Chriſtus hat mit fünf Broden und drei Fiſchen nur fünftauſend Mann einmal in ſeinem Leben geſpeiſt, und der heilige Franciscus erhält durch ein beſtändiges Wunderwerk alle Tage vierzigtauſend Müßiggänger mit einer Elle Leinwand.“ Eben ſo erging er ſich bisweilen in ſonderbaren Wortſpielen. In einer Rede zu Ehren des heiligen Marcellus nahm er den Namen zum Texte, machte aus den Silben drei Theile und bewies: 1) daß die Silbe mar(mare) ein Meer der Barmherzigkeit und Liebe gegen ſeinen Nächſten anzeige, 2) daß die Silbe cel(sel) andeute, wie beſagter Heiliger das Salz der himmliſchen Weisheit ſehr reichlich beſeſſen habe, und 3) daß man aus dem lus(lux) deutlich ſehen könne, wie er das Licht des Evangelii einem ganzen Volke vorgetragen und ſelbſt ein Licht der Kirche und eine vom Feuer der göttlichen Liebe brennende Lampe geweſen ſei. Witziger war die Bemerkung, die er einſt wegen der Unterſtützung eines Frauenzimmers zum Eintritte ins Kloſter machte:„Meine Freunde, ich empfehle heute eurer Barmherzig⸗ keit eine Jungfrau, die nicht reich genug iſt, um das Gelübde der Armuth thun zu können.“ Derſelbe Camus ſprach oft ſeine Ver⸗ wunderung über zwei Dinge aus, daß nämlich die Katholiken, die die heilige Schrift für dunkel hielten, ſich ſo ſelten die Mühe gäben, ſie in ihren Predigten zu erklären, und daß dagegen die Proteſtanten, die nichts als Deutlichkeit darin gewahr würden, doch ganze Bücher ſchrieben, um ſie zu erklären. G. L. L.
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