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Nr. 9.] „Ich füttere ſie,“ lautete die Antwort.
Und nun, vom Leichten zum Schwereren aufſteigend, erforſchte er in allen Zweigen des häuslichen Lebens die Kenntniſſe der Jungfrau. Wie man Käſe und Butter be⸗ reite, wie man am beſten koche und backe, nach der Tauben⸗ und Hühnerzucht fragte er und noch nach ſo vielen andern Dingen, die wir weder aufzählen können noch mögen. Es blieb auch kein Winkelchen unberührt, das da ein Zwie⸗ licht auf die Fähigkeiten der praktiſchen Hausfrau werfen könnte.
Die Jungfrau aber gab, je länger, mit deſto freierer Stimme auf alle Fragen Antwort, nach der Weiſe, wie es ihr von der Mutter gelehrt worden. Selten nur fand der würdige Herr einen Zuſatz vonnöthen, meiſt nickte er mit großer Befriedigung oder ſprach ein„recte“, ein
bené“; immer blickte er ſie mit innigem Behagen durch
die von Zeit zu Zeit friſchabgewiſchte Hornbrille an.
Auch nach dem ſechſten der zehn Gebote fragte er.
Und nachdem die Jungfrau gemäß dem Katechismus auch hierauf Antwort gegeben, da erinnerte ſich der fra⸗ gende Herr der Worte eines ſeiner früheren Lehrer, daß die Pflege der Kunſt, ſpeciell der Poeſie, das Leben verſchöne.
Er ſetzte ſich im Geiſte zurück in jene Zeit, als er ſelbſt den Examinatoren gegenüberſtand, als die Literatur, die Poeſie in das Bereich der Prüfungsgegenſtände gezogen
ward, und er bei allen Fragen der hohen Herren ſtumm
blieb. Bei der Erwähnung Klopſtock's, Herder's, Schil⸗ ler's und Goethe's glaubte er ſich damals in die böhmi⸗ ſchen Wälder oder das himmliſche Reich China verſetzt, und ſeit jener Zeit ſtanden die letzten Worte der hohen Herren wie in Stein gemeißelt vor ſeinem geiſtigen Auge. Er hat ſie nicht vergeſſen, die Worte dieſer letzten ſchweren Frage und mit ihr will er denn auch die Prüfung ſeiner zukünftigen Schwiegertochter beenden.
Dritte folge.
Alſo that er denn zum Schluſſe die bedeutungsvolle Frage:„Kind, wo ſtehen die Worte:„Die ſchönen Tage von Aranjuez ſind nun vorüber“?“
Die Jungfrau machte eine verlegene Miene, es klang ihr auch ein wenig nach böhmiſchen Wäldern und dem himmliſchen Reiche China, aber die lautere Einfalt ihres Herzens ſiegte gleich darauf. Was, dachte ſie, ſollte der würdige Herr fragen können, das nicht wo? ſtände!— Wo?— Wo?!
Und zum zweiten Male erging an ſie die nämliche Frage.
Da bedachte ſie ſich nicht länger, that den Mund auf und ſprach:—„In der Bibel!“
Der würdige Herr ſchob die Hornbrille hinauf und ſchob ſie hinunter, wieder hinauf und wieder hinunter, ſtarrte die Jungfrau mit Blicken der Verwunderung lange und frohlockend an, erhob ſich endlich, legte die Hände auf ihre Schultern und ſagte:
„Gehenein, meine Tochter; Du biſt werth, die Hand meines Sohnes zu beglücken.“
Und zum Sohne gewendet, fuhr er fort:„Kinder, führet denn ein Leben, das da Zeugniß ablege von der Er⸗ ziehung, die ihr genoſſen, und der Segen jeglicher Art wird euch nicht fehlen. Seht, wenn man ſo lebt, kann man ſich täglich mit fröhlichem Muthe und geſundem Ap⸗ petite zu Tiſche ſetzen, was zu thun ich euch hiermit freund⸗ lich eingeladen haben will.“
Doch zuvor, ehe er der Geſellſchaft zu Tiſche folgte, ſchrieb er mit markigen Zügen Datum und Jahr der Ver⸗ lobung in die Familienchronik: So geſchehen VII. die Aprilis anno domini 1839.
vorbereite. Hoffentlich wird Dingelſtedt ſeine in der Amtsthätig⸗
keit gewonnenen praktiſchen Erfahrungen jetzt in der Produetion für das Theater auszubeuten Zeit gewinnen. Wollte er die Sicherheit und Schlagfertigkeit ſeines Geiſtes wieder in der Jour⸗ naliſtik zur Geltung bringen, ſo wäre er recht der Mann, in der gegenwärtigen arroganten Cliquenwirthſchaft ſegensreich und epochemachend aufzuräumen. †*
Literatur.
Lorelei. Rheiniſches Sagenbuch. Von Wolfgang Mül⸗ ler von Königswinter.— Zweite, ſehr vermehrte und ver⸗ beſſerte Auflage.— Köln, M. Dumont⸗Schaubergſche Buch— handlung. 1857.
Dieſes Bändchen unterſcheidet ſich von den ſonſtigen„Sagen⸗ büchern“ dadurch, daß es nicht ein Sammelwerk und eine induſtrielle Zuſammenſtellung vorhandener poetiſcher Darſtellungen, ſondern durchweg eine Originalarbeit iſt, die während des zwanzigjährigen literariſchen Wirkens ihres Verfaſſers allmählich entſtand. etwas emphatiſche Anhang des Buches erzählt uns ſein Werden und ſein Auftreten in einer erſten Auflage als„Rheiniſche Sagen.“ Dieſelbe enthielt ſiebenzig, die gegenwärtige dagegen über hundert und zwanzig Balladen⸗ 1
Im erwähnten Anhange finden wir die vielleicht nicht allge⸗ mein bekannte Notiz, daß die Lorelei⸗Sage auf mythiſchen Uür⸗ ſprung keinen Anſpruch machen kann. Alex. Kaufmann hat in der Vorrede zu ſeinen Mainſagen es zuerſt nachgewieſen, daß die Lorelei nicht volksthümlich, ſondern ein poetiſches Erzeugniß Bren⸗
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Später ſchrieben in ähnlichem Sinne Profeſſor H. Düntzer im Feuilleton der Kölniſchen Zeitung und N. Hocker in ſeiner Rheinreiſe. Nur W. Menzel verſucht in ſeinen Oden eine archäologiſche Rettung der Loreleiſage.
Das Buch iſt Ludwig Uhland gewidmet. Deſſen Balladen⸗ ſtil dürfte den Grundton der meiſten vorliegenden angegeben ha⸗ ben. Im Uebrigen iſt W. Müller längſt einer der am meiſten ge⸗
ſchätzten rheiniſchen Dichter. 1
tano’s ſei.
Unſere Zeit. Jahrbuch zum Converſations⸗Lexi⸗ kon. In monatlichen Heften von 4—5 Bogen. Jedes Heft 5 Sgr.
Erſtes Heft.— Leipzig, F. A. Brockhaus. 1857. Die Brockhaus'ſche Verlagsbuchhandlung hat ſeit einer Reihe von Jahren bereits die neuen Ausgaben ihres Converſationslexi⸗ kons durch die Herausgabe periodiſcher, in Zeitſchriften⸗Form er⸗ ſcheinender Werke begleitet und ergänzt. In dieſer Weiſe exiſtiren bereits das„Converſationslexikon der neueſten Zeit und Literatur“, das„Converſationslexikon der Gegenwart“ und die„Gegenwart.“ Gleich jenen ſtellt ſich dies neue Werk für unſere Zeit die Aufgabe: das Zeitleben, wie es ſich entwickelt in Staat und Geſellſchaft, in Wiſſenſchaft, Kunſt und Literatur, in einem geſchloſſenen Geſammt⸗ gemälde und im Intereſſe der populären Bildung zur Anſchauung zu bringen.
Dieſes vorliegende erſte Heft enthält einen Aufſatz,„Die Ca⸗ naliſirung des Iſthmus von Suez,“ in deſſen Verfaſſer wir wohl Carl Andree vermuthen dürfen. Dem ſchließt ſich ein anderes intereſſantes Capitel an:„Der preußiſche Handelsminiſter v. d. Heydt.“— Die darauf folgenden Skizzen über die Riſtori und
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