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Noveſſen⸗
„Sie ſind ein glücklicher Menſch, Armand!“ rief Vincenz.
Die Pferde zogen an, der Wagen rollte fort und war bald den Augen entſchwunden.
Wo ſtehen die Worte:„Die ſchönen Tage von Aranjuez ſind nun vorüber“?
Humoreske aus dem Leben von Emil Müller.
Es war der Pfarrer zu*††Ʒ ein ehrwürdiger Vater ſeiner Gemeinde, freundlich und gefällig gegen Jedermann, der ſeines Raths bedurfte; mild gegen die Ehrbaren; barſch, ja grob gegen die Laſterhaften. Oft dröhnte die Kanzel unter dem gewaltigen Schlage ſeiner ſchweren Fauſt und nicht ſelten erzitterten die verſtockteſten Böſewichte, wenn er in gerechtem Eifer Donnerworte über die böſe Zeit aus⸗ ſtieß, über die Zeit, welche noch niemals ſo ſchlecht als in der Gegenwart geweſen ſei.
So ſaß er fünfundzwanzig Jahre auf der Pfarre und war geachtet und geliebt von allen Kindern ſeiner Ge⸗ meinde.
Und es blieb der häusliche Segen gleichfalls nicht aus. Zwar ſammelte er keine Schätze, die der Roſt und die Motten freſſen, denn nur knapp war ihm die Ernte der jährlichen Cinnahmen zugemeſſen, aber es blühten ihm aus der Ehe ſieben kräftige, hoffnungsvolle Söhne.
Da nun die Zeit kam, daß der älteſte ſollte eingehen zu Amt und Brod, rief ihn der zärtliche Vater zu ſich und redete alſo:
„Es iſt nicht gut, mein Sohn, daß der Menſch allein
Zeitung.
ſtehe in dieſer Welt. Sehe Jeder zu, daß er ein Weſen finde, das da für ihn das Haus und die Küche beſtellt, das da ſchafft im häuslichen Kreiſe mit liebender Sorge, füllt mit fleißiger Hand die Kiſten und altersbraunen Truhen, das da vefferifund ſtopft, wo in Strumpf und Beinkleid der Zeiten Zähn mürbe Stellen nagt. Erwähle denn auch Du das beſſere Theil. Gehe hin und wähle Dir unter der Amtsbrüder Töchtern diejenige, welche Du am liebſten magſt heimführen. Wähle mit Bedacht, auf daß Du die Wahl nicht zu bereuen habeſt.“
Noch viele väterliche Worte legte der würdige Herr dem Sohne ans Herz; von Kinderzucht ſprach er und wie man junges Geflügel und Kälber großfüttere.
Der Sohn verſchloß den Ermahnungen des zärtlichen Vaters ſein Herz nicht.
Er ging aus zu ſuchen. Nicht lange, ſo kehrte er wie⸗ der heim.
„Vater,“ ſprach er mit heitrer Miene,„ich habe gethan, wie Du mir geboten. Ich ſuchte und ich habe gefunden.“
„So ſei Deine Wahl im Voraus geſegnet. Doch fühye ſie zu mir, die einzige Auserwählte unter ſo Vielen, damit ich ſie prüfe und erkenne, ob ſie auch des Vorzugs werth, deſſen Du ſie durch Deine Wahl gewürdigt.“
Und der gehorſame Sohn that abermals nach dem Willen des würdigen Vaters. Er führte ſie unter das Dach, wo einſt ſeine Wiege geſtanden.
Es folgte eine Viertelſtunde ſteifer Begrüßung, ſteifer Höflichkeitsreden.
Dann nahm der würdige Herr Platz in dem ſammet⸗ beſchlagenen Großvaterſtuhle und muſterte ſtrengen Blicks durch die friſchabgewiſchte Hornbrille die Neuangekommene.
„Tritt zu mir, meine Tochter,“ ſprach er. Und es be⸗ gann vollen Ernſtes ein kurzes Examen. 1
Wohlerwägend, wie bang der Gerufenen das Herz klopfen möchte, ſtellte er zuerſt die leichteſte aller Fragen: „Kind, wenn die Küchlein ſchreien, was thuſt Du?“
mel von Rom ſucht und niemals weiter nördlich. Das wird uns die bisher ſo ſchlecht beſtimmte Inclination der Linie ihrer Pole kennen lehren, von der ihre Jahreszeiten abhängen, die von den unſrigen ſo wunderbar verſchieden ſind.
Dem jungen Aſtronomen wünſchen wir zu ſeiner Thätigkeit, Geſchicklichkeit und zu ſeinen Erfolgen Glück. Es iſt dies ein auf ſich ſelbſt gezogener Wechſel für dieſes Jahr. C.
Theater. Das Münchener Cheater⸗Repertoire von 1856.
Wie alljährlich ſo hat auch diesmal die königl. bayerſche Hof⸗ theater⸗Intendanz eine Ueberſicht der 228 Vorſtellungen des ver⸗ floſſenen Jahres drucken laſſen. Dieſelbe zählt 19 Novitäten im Schauſpiel auf; darunter als deutſche Originale 3 Stücke von M. C. Schleich, dem bayerſchen Volksdichter: das Heirathsverſpre⸗ chen, die letzte Hexe, die Bayern in Italien; ferner ſind vertreten L. Wohlmuth mit ſeinem Gelegenheitsſtücke: Mozart; Bodenſtedt durch ſeinen Demetrius; Gutzkow durch: Ella Roſe; die Birch⸗ Pfeiffer durch: Lady Worsley⸗Hall; Moſenthal durch: der Gold⸗ ſchmidt von Ulm, Jordan durch: die Liebeleugner; Grillparzer durch: des Meeres und der Liebe Wellen; Brachvogel durch ſeinen Narciß und Anton Langer durch den Actien⸗Kramer. Neue Opern waren: Der Nordſtern; Stadtmamſell und Bäuerin von Adolph Müller; Jeanettens Hochzeit von Victor Maſſé.— Die Gaſtſpiele waren dies Jahr ſehr eingeſchränkt. Außer Operngäſten auf Engagement finden wir nur im Schauſpiel Dawiſon und Herrn Werner aus Bremen.
Bekanntlich iſt dieſes das letzte Jahresrepertoire, das unter der Intendanz von Dingelſtedt erlaſſen wird. Dieſer begabte und energiſche Mann, der— ein in Deutſchland ſeltenes Glück— als Dichter die Huld bereits zweier Königer ſich erwarb, ſcheidet in Kurzem von der Verwaltung der Münchener Hofbühne aus. Wie ſehr ſich Herr Baron v. Frais, der in das vor Dingelſtedt von ihm ſchon verwaltete Amt wieder eintritt, auch früher bereits bewährt hat, die perſönliche Theilnahme, die ſein Vorgänger für die Be⸗ ſtrebungen der gegenwärtigen Literatur nicht nur öffentlich, auch privatim durch Rath und Ermunterung ſo mannigfach an den Tag legte, wird von den deutſchen Dichtern jetzt ſicher vermißt werden müſſen. Wer in dieſer Hinſicht mit Dingelſtedt perſönlich verkehrte, hat Gelegenheit gehabt, deſſen eingehende Kenntniß nicht nur der geſammten deutſchen, auch der franzöſiſchen und ſelbſt engliſchen Novitäten zu bewundern; mit einem Gedächtniß, dem die unbedeutendſten Namen und Züge aus ganz entfernt liegenden Stücken ſtets gegenwärtig waren, verband er ein raſches und ſicheres Urtheil über die Bühnenfähigkeit und Bühnenwirkſamkeit, das ſich wohl ſelten getäuſcht hat und das von ganz beſonderer Bedeutung deshalb war, weil es auf die Motive der innerſten poe⸗ tiſchen Intuition und der höchſten ſpeculativen Aeſthetik eben ſo wie auf die alltäglichſte Theaterconvention und die äußerlichſten praktiſchen Handgriffe einzugehen im Stande war. 1
Ueber den Grund zu ſeiner Entlaſſung egiſtiren mannigfache Gerüchte; jedenfalls hat man ihm Mangel an Energie und Läſſig⸗ keit in der Führung ſeines Amtes von keiner Seite vorzuwerfen gehabt. Die Gunſt ſeines Königs ſoll auch trotz des Ausſchei⸗ dens ihm erhalten bleiben. Man ſpricht jetzt davon, daß der Herzog von Coburg⸗Gotha für ihn eine Stellung an ſeinem Hofe
(III. Jahrg.
Nr. 9.]
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