Jahrgang 
01-26 (1857)
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ſi Br.¹² 139

Jahrg. Nr. 9.] eine Züge,Er träumt von den Lorbeeren, die er ſich erringen Die Stunde, die Vincenz zur Abreiſe feſtgeſetzt hatte, ihm frand wird, ſagte Armand.Mein Gott! Er iſt erſt 25 war längſt vorüber, er konnte ſich von den Freunden nicht ng gehabt Jahr alt. trennen. Mit großen Schritten ging er auf und ab und ezu ſchön,Und was hätte er mit 40 Jahren gethan? fragte wußte nicht, wie er das Wort zum Abſchied finden ſollte.

Erſchei⸗ ſcherzend Aline. Es trat eine peinliche Pauſe ein. Aline, um ſie zu erfaſſen,Er hätte an die Schlacht gedacht, in der er fallen unterbrechen, ſagte:Mit meinem Balle hattet Ihr mich ſchlug die könnte, erwiderte Armand und ging. neulich in einer ſchönen Verlegenheit gelaſſen. Alle Welt ct blind 3 441 war da, alle Welt fragte nach Clemence, und ich wußte

i Du nicht, was ich antworten ſollte. Ich ſtammelte etwas von

plötzlichem Unwohlſein, vonGleicherſcheinen, von

ſchuf

Einige Tage ſpäter hielt eine Reiſekaleſche vor der Villa des Arztes. Der Kutſcher ſchien ungeduldig, und der Diener, der an den längſt aufgepackten Koffern ſi ch noch immer wieder etwas zu ſchaffen machte, ſah von Zeit zu Zeit erwartungsvoll nach der Thür, ob ſie ſich noch im⸗ mer nicht öffnen würde, dann auf ſeine Uhr, und ſchüttelte den Kopf.

In dem kleinen Balconzimmer, in das uns gleich an⸗ fangs unſere Erzählung führte, waren die vier Perſonen verſammelt, deren Geſchicke und Empfindungen uns be⸗ Vincenz

Zurückziehen auf Dein Zimmer, ließ einen Tanz nach dem andern tanzen, bis man Dich im Nebenzimmer reden hörte und ich, geplagt von eigner Neugierde und von der Verlegenheit über die vielen Fragen, mich losmachte und in das Zimmer ging, wo ich Euch alle Drei wahrhaftig noch im Finſtern fand. Was der Ball nun eine halbe

Stunde lang ohne Wirthe angefangen hat, was man ſich

Alles gedacht haben wird, mag Gott wiſſen, und es war

wirklich nothwendig, ſo ſehr Du auch widerſtrebteſt, daß ich Deine Toilette wieder ſo gut als möglich ordnete und

. ſchäftigten. Armand lehnte an der Balconthür. des bt.im Reiſeanzug ging mit erregten Schritten auf und ab. Dich trotz Deiner verweinten Augen in den Saal zog, um Ddie Damen ſaßen noch an dem kleinen Frühſtückstiſch, von Dich der Geſellſchaft als die Braut meines Bruders vor⸗ chte auf dem die Herren aufgeſtanden waren, und Aline ordnete zuſtellen.. § nicht, Teller und Taſſen. Vincenz zuckte zuſammen. Es zog doch ein trüber

Vincenz hatte eben mit Begeiſterung die Nachrichten mitgetheilt, die ihm inzwiſchen durch ſeine Kameraden über die Pläne und Stimmungen des öſterreichiſchen Heeres in

Schatten über ſein Geſicht, dann faßte er ſich ſchnell und trat zu Clemence.Leb' wohl, Clemence, ſagte er,Gott

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ſegne Dir, was Du an mir gethan!

d 3 der Lombardei zugegangen waren. Der Gedanke, in wenig Er ſah ſie noch einmal ganz klar und freundlich an heii Ge⸗ Tagen ſich ihnen angeſchloſſen zu haben riß ihn hin. Es V und drückte die Hand, die ſie ihm reichte, an die Lippen. 4 daß 8 lag etwas überaus Anziehendes in dieſer thatendurſtigen Dann reichte er Aline die Hand, drückte Armand mit un⸗ Auge Jugendlichkeit, in ſeiner Liebe für ſein Heer, ſeine Kame⸗ geſtümer Bewegung an ſein Herz und verließ ſchnell das bt gr⸗ raden. Die Damen konnten nicht ohne Wohlgefallen auf Zimmer. 13 V den liebenswürdigen, in der Erregung wieder ganz kräftigen Armand folgte ihm und half ihm in den Wagen. d Ar⸗ hjungen Mann ſehen, und Armand, angezogen wie ſie, warf Vincenz hielt ſeine Hand und blickte hinauf zum Balcon, une Al doch von Zeit zu Zeit einen prüfenden Blick zu Clemenee auf den Clemence getreten war, um den letzten Gruß hin- Elemenee hiinnüber, den ſie lächelnd bemerkte. abzuwinken.

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Perſonen wiſſen, daß die Luft, durch welche die Strahlen eines Geſtirns hindurchgehen, ſelbſt wenn ſie perpendicular und auf dem kürzeſten Wege herabfallen, dieſelben ein Drittel oder die Hälfte ihrer Kraft verlieren läßt. In jenen Höhen hatten die Wärme und das Licht der Sonne faſt nichts von ihrer Intenſität verloren. Herr Smyth konnte die Wirkung der Wärme des Mondes leicht beobachten, welche Melloni ſo große Mühe hatte bei den Experi⸗ menten, die er in der Umgebung von Neapel vornahm, fühlbar zu machen. Obgleich der Mond damals ſehr niedrig ſtand, ſo war die Wirkung Prn Strahlen noch immer das Dritkel der Wirkung der Wärmeſtrahlen einer brennenden Wachskerze, die in einer Ent⸗ fernung von 15 engliſchen Fuß ſtand. Auf dieſen zwei Stationen, doch ganz beſonders auf der höchſten, die man nur mit ſehr großer Mühe erreichen konnte, in⸗ dem alle großen Inſtrumente auseinander genommen und ſtück⸗ weiſe mit Hülfe vieler Menſchen und Maulthiere dahin geſchafft werden mußten, war die Wirkung der Teleſkope unter dieſem rei⸗ nen Himmel wahrhaft wunderbar, und unſer Aſtronom wird nicht müde, darüber ſeine Verwunderung auszudrücken. Mit demſelben Inſtrumente, mit dem er in England nur Sterne zehnter Größe wahrnehmen konnte, ſah er hier mit Leichtigkeit Sterne vierzehnter Größe. Die Nebelflecken waren deutlich und vollkommen begrenzt, alle Doppelſterne, die in dem Werke des Admirals Smyth, des Vaters des Reiſenden, als Typen von optiſcher Schwierigkeit ein⸗ etragen waren, ließen ſich in dieſer ſo wenig dichten Atmoſphäre ſehr beicht erkennen und von einander trennen. Der dritte große Stern in der Andromeda, Gamma, hat neben ſich einen kleinen, ſchönen, bläulichen Stern, der in der Wirklichkeit aus zwei kleinen bläulichen Sternen zuſammengeſetzt iſt, die außerordentlich ſchwie⸗

da der Zwiſchenraum zwiſchen ihnen nur eine Secunde beträgt. An dieſem glücklichen Beobachtungspunkte un⸗ terſchied man ſie ohne Schwierigkeit. Man ſah ganz vollkommen die feinſten Theilungen der Ringe des Saturn, die Topographie des Mondes, und endlich ſah man auf dem Jupiter ſich Wolken bilden und ihr Anſehen verändern wie die, welche der Beobachter längs der Seiten des Piko unter ſich hatte.

Es verdient Erwähnung, daß der Aſtronom Chacornac auf dem Obſervatoire in Paris mit Hülfe vorzüglicher Inſtrumente in Bezug auf die Wolken des Jupiter dieſelben Beobachtungen ge⸗ macht hat, welche unſer Reiſender auf dem Piko in Teneriffa in einer ganz ausnahmsweiſen Lage machte.

Die Mitwirkung, welche alle gelehrten Geſellſchaften und ſelbſt Privatperſonen dem jungen Aſtronomen zu Theil werden ließen, iſt eben ſo ehrenvoll für ihn wie für ſein Vaterland. Die Aufnahme, welche er von Seiten der ſpaniſchen Behörden und der Bevölkerung der Inſel fand, iſt ebenfalls ſehr ermuthigend. Bis jetzt hatte man immer die Idee, an ausgewählten Ortſchaften dauernde Sternwarten zu erbauen. Die Expedition des Herrn die am 14. Oct 1856 beendigt war, hat gezeigt, wie man die günſtigſten Monate, ſelbſt ohne eine Sternwarte, in jeder Jahreszeit benutzen kann. Unſer Reiſender hat eine reiche Ernte koſtbarer Beobachtungen zurückgebracht; doch ganz beſon⸗ ders wichtig iſt es, daß er die Mittel kennen gelernt hat, wie eine zweite Expedition dahin im höchſten Grade nutzbar gemacht wer⸗ den kann. Ohne Zweifel wird man in dieſem Jahre, wo die Venus in der günſtigſten Periode für Beobachtungen iſt, von der zeitwei⸗ ligen Sternwarte auf dem Piko in Teneriffa die Flecken auf dieſem Planeten ſehen können, die man in Europa nur unter dem Him⸗

rig zu trennen ſind,

Piazzi Smyth,