Jahrgang 
01-26 (1857)
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Novellen

das Geſchick ihm geraubt hatte, liebte ich ihn. Damals habe ich Gott ſo inbrünſtig gedankt, daß mein Leben, das

ſo nutzlos verſtrich, einen neuen Werth bekäme, dadurch,

daß es ein andres ſchmücken könnte. Es war, als wenn

in meinen Fieberphantaſien alle Erinnerungen der Ver⸗

gangenheit verwiſcht, alle Empfindungen aus früheren Tagen erſchöpft wären. Als ich ein neues Leben, ein neues Empfinden begann, trat die edle Geſtalt Deines Bruders an mein Herz, und doch kämpfte ich gegen dieſen Eindruck, denn ich wußte, mein Leben gehörte Vincenz, gehörte ihm, wenn er deſſen bedurfte. Dein Bruder hat nie mit einem

eitung.[III. Jahrg.

zurecht. Er dankte dem Dunkel, das ihm meine Züge, meine Geſtalt verdeckte, er geſtand, daß ich ihm fremd wäre, daß er mich nicht ſo in ſeiner Vorſtellung gehabt hätte, und, fügte ſie lächelnd hinzuich wäre zu ſchön, um meine Erſcheinung zu vergeſſen, und doch die Erſchei⸗ nung zu neu, um ſie mit dem ganzen Herzen zu erfaſſen. 1Wunderliche Menſchen, rief Aline und ſchlug die Hände zuſammen,Du liebſt ihn nicht, weil er nicht blind,

nicht krank iſt, und er kann Dich nicht lieben, weil Du ſchön biſt, ſchöner, als er Dich in ſeiner Vorſtellung ſchuf. Die Thür des Hauſes wurde geöffnet, man höͤrte die

Er! vird, ſc Jahr alt.

Und ſcerzend

Er

lönnte,

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N o ſoi H L-2 9 j bfr 3 7* d Worte ſein Derz gegen mich geöffnet Treppe heraufkommen. ſee Die Geſtändniſſe Deiner Phantaſie hielten ihn zu⸗Armand! rief Clemence. z0 7 5 1 3. 24 1 3 rück rief Aline.. Aliine ordnete ſchnell die aufgelöſten Flechten der Freun der Zu unſrem Glück, ſagte Clemence.Ich hätte ihm din unter ein Häubchen und öffnete die Thür. Armand den Ko niemals meine Liebe verrathen, meine Hand gereicht, ſo trat herein, Clemence ging ihm entgegen, und ſtumu, 3 lange ich glaubte, Vincenz gehören zu müſſen. O ich habe keiner Worte mächtig, lehnte ſie ihren Kopf an ſeine Fne gekämpft und gekämpft mit meinem armen Herzen. Schulter. vun 4 1 e(Geli 3 erſam Eigenthümliche Welt! ſagte Aline.Von welcher Armand drückte die Geliebte an das Herz. ſcfti 5ſ; 1 1 1 j 77 2 ſo j ſ 3 3 7 6 LZaune des Geſchickes, von welchen Wunderbarlichkeiten der V line, rief er mit dem ſeligſten Ausdruck des Ge⸗ in Ra Empfindungen hängt das Geſchick der Menſchen ab! Aber ſichts,habe ich das verdient? die d heute, Clemence, als Du Vincenz wiederſahſt? Aline, halb mit ihrer Rührung kämpfend, lachte auf. dem 1 Als ich ihn fand, erwiderte die Freundin,mit derNein, Bruder, ſagte ſie,verdient haſt Du das nicht, 1 Keller! Binde über die Augen, gebeugt in ſeinem Seſſel, hülflos denn hätte nicht Dein guter Engel Dein Loos geworfen,. Ki .. C ·4... ſolßiſt 9 Atteſt 9 j 4 wie damals war mein Herz ſchnell entſchieden, ich ge⸗ ſelbſt gezogen hätteſt Du es nicht. nitge hörte ihm wieder mit meinem ganzen Leben. Als er ſichDu haſt recht, flüſterte Clemence und richtete er⸗ die N aber aufrichtete in der Kraft der Jugend, als die Binde röthend und lächelnd ihren Kopf empor.Vincenz, der det d 3 1 3 5 5 5 5.. 3 g*.. fiel, und er mich anſchaute, ſo fremd, ſo fragend, als ich Alles errieth, mußte für ihn werben, obzwar er mein Ge⸗ Tage G in den Augen Deines Bruders die ganze Neigung wieder ſtändniß ſchon belauſcht hatte. O es war gut, daß es lage aufleuchten ſah, die er mir ſo lange verbarg, wurde es finſterwar im Zimmer; wenn wir uns hätten in das Auge Juge klar in meinem Herzen. ſehen können, hätten wir uns nicht ſo ſchnell zurecht ge⸗ noden Und Vincenz? fragte Aline weiter. funden. Nicht wahr, Armand? Du ſchloſſeſt die Thür, fuhr Clemence fort,der Aline drängte, ſich nun gute Nacht zu ſagen, und Ar⸗ jiunga Mond fiel durch's Fenſter. Wie Schatten ſtanden wir mand ging. Als er in der Thür ſtand, rief ihm Clemence doch v Drei uns ſchweigend gegenüber. Vincenz fand ſich zuerſt nach:Und Vincenz? hinube Gedicht ein humaniſtiſches und doch auch wieder ein ſpecifiſch ame⸗ voll iſt. Sein Cyklus über die Himmelskörper wird eben ſo hoch Perſo rilkaniſches, ebenſo amerikaniſch, wie dieEvangeline des geſchätzt. Der Admiral Smyth war noch Capitain, als er ſeine Geſti Dichters, jenes reizende Bild altcanadiſchen Coloniſtenlebens. geographiſchen Kreuzzüge unternahm, und war auf denſelben von kürze LSoongfellow, kann man wohl ſagen, hat den Amerikanern, in der ſeiner Gattin begleitet, welche für ihn nicht nur die Beobachtungen ihrer Poeſie, Amerika erſt entdeckt. Kein Wunder, daß ſie dem Ent⸗ an dem Barometer und Thermometer beſorgte, ſondern auch die und! decker zujauchzten und ihm dankbar in ſeine Wälder nachſchritten! ihm nöthigen Logarithmen auſſuchte. 3 Herr Die Gatzin unſeres jungen Aſtronomen ſcheint in dieſer Be⸗ beobe ziehung ihrer Schwiegermutter gleich zu ſtehen, denn ſie war ment t.. leichfalls die Begleiterin ihres Gatten auf ſeiner Reiſe nach Te⸗ m Eine wiſſenſchaſtliche Reiſe. vnie 3 h auf ſ ſe nach uh Es iſt als etwas höchſt Erfreuliches zu betrachten, daß von Dieſe Expedition iſt in mehr als einer Beziehung merkwür⸗ der⸗ Seiten der Regierungen, ſo wie von wiſſenſchaftlichen Vereinen in dig. Zuerſt fand der junge Aſtronom in dem Parlamentsmitgliede, fern. unſerer Zeit ſo viel für die Erdkunde gethan wird. Wiſſenſchaft⸗ Herrn Robert Stephenſon, einen Gönner, der ihm für die Expe⸗ Qlicch gebildete Männer, mit den trefflichſten Inſtrumenten verſehen, dition ſeine prachtvolle Dampfyacht, mit einer aus 16 Köpfen be⸗ böch werden nach den verſchiedenſten Punkten der Erde abgeſandt, um ſtehenden Mannſchaft und für die ganze Zeit der Expedition mit dem die Wiſſenſchaften, die zu einer richtigeren Kenntniß unſerer Erd⸗ Proviant verſorgt, lieh. Die Reiſe, welche durch keinen Unfall veeiſe kugel führen, mit neuen Beobachtungen zu bereichern und ſo die eine Störung erlitt, hat im Ganzen 117 Tage gedauert, von denen werde Erdkunde immer mehr zu vervollkommnen und weiter zu führen. 36 auf der See, 18 auf der Inſel in der Ebene, 37 auf dem Berge nen F Eine ſolche wiſſenſchaftliche Reiſe iſt im vorigen Sommer in einer Höhe von 2700 Metres(ein Metre= 3,1862 rheinlän⸗ müde, 4 von dem jungen ſchottiſchen königlichen Aſtronomen Piazzi diſche Fuß) und endlich die 26 letzten Tage in einer Höhe von Inſtr 3 Smyth, der ſich durch die Genauigkeit aller ſeiner Beobachtun⸗ 3320 Metres über der Meeresfläche verlebt wurden. nahrn 1 3 gen in der gelehrten Welt ſchon einen ſehr geachteten Namen er⸗ An beiden Stellen des Gebirges, an denen unſer Reiſender Gtüſe worben hat, nach dem Piko auf Teneriffa unternommen worden. ſich über den dicken Lagen der atmoſphäriſchen Luft, die an der ale d Derſelbe iſt ein Sohn des berühmten Admirals Smyth, deſſen Meeresküſte nur unvollkommen durchſichtig iſt, aufhielt, waren die Vater 6 Werke als Aſtronom, wie als Seemann und Alterthumsforſcher, directen Sonnenſtrahlen weit lebhafter, als ſie es in England und gettar 3 ihm einen allgemeinen Ruf erworben haben. Dieſer Admiral hat ſelbſt in Frankreich ſind. Die Thermometer zerſprangen oder über⸗ ſeh unter Andern ein Buch über das mittelländiſche Meer herausge⸗ ſtiegen die äußerſten Punkte der Scala. unglücklicher Weiſe hatte Ser ft geben, deſſen Hydrographie er, und zuweilen gemeinſchaftlich mit man ſich nicht mit dem metaſtatiſchen Walferdin ſchen Thermome⸗ ſcun 3 S franzöſiſchen Officieren, beſorgt hat, das in jeder Hinſicht muſter⸗ ter verſehen, das nie ſeine Dienſte verweigert haben würde. Wenig lläud H 5