Jahrgang 
01-26 (1857)
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Vm Ke ea)Jsx) prite zolge.

lles reichen,Er liebt mich nicht, fuhr ſie forter iſt nurEr iſt gerettet, fügte Armand hinzu, in höchſter

be, die eben mein Freund, wie er der Freund iſt aller Leidenden. Das Freude, die ihn Alles vergeſſen ließ über das Schickſal des

ihren Vor⸗ iſt ſein Beruf. Und nun habe ich Dich wieder, und Du Freundes.Die Sehkraft, die alle dieſe Proben beſtand,

ſen Vineenz bedarfſt meiner, bedarfſt meines Armes, um Dich zu ſtützen, iſt nicht mehr in Gefahr. Danken Sie Gott, Vincenz, es

während er meiner Sehkraft für Dich zu ſehen denn die Binde deckt war nicht zu früh.

im Nben⸗ noch immer Deine lieben Augen. Der Saal füllte ſich mit Gäſten. Aline ging, ſie zu empfangen, und ſchloß die Thür hinter ſich zu. Die Drei

Armand, ſeiner Bewegung nicht mehr mächtig, trat

Aline blieb in der Thür ſtehen. plieben allein in dem dunklen Gemach.

as Zimmer herzu d die Blu⸗Armand, mein Freund, mein Arzt, rief Vincenz, der Wenig Stunden darauf hatte die Geſellſchaft ſich ent⸗ in Armbät⸗ den Ton erkannte. fernt, die Lichter im Ballſaale waren verloſchen. Armand nida BodenSie böſer Freund, rief Clemence, ohne ſich vom hatte Vincenz im Wagen nach Hauſe begleitet und war noch Boden zu erheben,wie konnten Sie mir verſchweigen, nicht zurückgekehrt. In ihrem Zimmer ſaß Clemence vor nſt michicht daß Vincenz hier, daß er in Ihrem Hauſe ſei. Freilich, ihrer Toilette im Fauteuil, hinter ihr ſtand Aline und löſte me, ich biſts, Sie konnten nicht wiſſen die Blumen aus den dunklen Flechten. Clemence ließ die Ich wußte Alles, Clemence za ſagte der Arzt Was Hände im Schooß ruhen, und der tiefe ſeelenvolle Blick X. 1 S. 7 6 8 ſ 3 1do as iſt wieder Ihre Freundſchaft mir verſchwieg, hatten die aufrichtigeren ihres Auges ſtarrte finnend nieder⸗ Hleiſe hinzu, Phantaſien des Fiebers mir längſt verrathen.Clemence, unterbrach endlich Aline das Schweigen, Blumen undMir gaben Sie das Lehen, rief Clemence, indemſage ni, wie iſt das Alles gekommene 11,4 die man mit ſie aufſtand,und ihm ihm konnten Sie nicht helfen?Weiß ich es ſelbſt? erwiderte Clemence.Es gibt Augenblicke im Leben, Aline, wo unſere Geſchicke ſich ent⸗

ne Clemence Armand reichte Vincenz den Trank, der ihn willenlos ns Lebe er cke 1 eerte; dann bat er Clemence, die auf Aline zugegengen ſcheiden, wo wir eine höhere Macht fühlen, die in unſer war und auf ihrem Arm lehnte, ruhig zu ſein, ergriff den Herz greift und die Entſchlüſſe lenkt. Das habe ich heute Officiers und beobachtete die Schläge. Abend empfunden.. Vincenz unerwartetes Wiederſehen, Stille herrſchte in dem kleinen Zimmer, das Gefühl ſeiner Hülfloſigkeit, der Zweifel an Deines les, das durch die Bruders Neigung, der mich ſeit längerer Zeit ſichtlich ver⸗

mied, Alles lag wie ein dunkles Chaos vor meiner Seele.

Da fuhr es wie ein Blitz durch, und plötzlich war Alles ch, ich ſah meinen Weg verzeich⸗

helnd, ſeine dazwiſchen, Puls des junger fortführte. Eine lautloſe Lben. Das das das Licht des erleuchteten Nebenſaa ghch in der geöffnete Thür einfiel, matt erhellte. Hand dIhr⸗Puls geht ruhig, ſagte Armand nach einer 1 6 ih ſah in die langen Pauſe.Nehmen Sie die Binde ab, der Augen⸗ hell, das Chaos ordnete ſis te in ihn eine blick iſt entſcheidend. net, mein Loos geworfen⸗ ene; a große Herz Die Binde fiel. 4Und liebteſt Du denn Vincenz nicht? fragte Aline, g der ganzen 1 Vincenz ſchlug das Auge auf.Armand, ſagte er, indem ſie die ſchwarzen Flechten auflöſte. tte, Vincenz,ich ſehe Sie, und dann, zweifelnd⸗ fragend, den BlickDamals, als ich in der Einſamkeit meines Schloſſes tte Dich vel⸗ lange auf Clemence geheftet, fügte er hinzurClemence, an ſeinem Lager ſaß, als ich dieſe thatkräftige, jugendliche ich ſehe Dich aber iſt das Clemence? Natur gelähmt ſah, als ſich dies offne Herz vor mir auf⸗ ſchloß, als ich fühlte, meine Liebe könnte ihm erſetzen, was

hem Ton.Er ſieht, rief Clemence.

dem Dichter desHiawatha gewidmeten Bande zuſammen; von

Zur Länder⸗ und Völkerkunde.Hiawatha gewi de zuſammen; von einem der erſten Schiffswerfte Boſtons wurde ein prächtiger Drei⸗

der fitgeſte lntenan nſe Freiligrath über Hiawatha. decker, dieMinnehaha, vom Stapel gelaſſen; Vorleſer und Vor⸗ ganzen En viele Vor einem halben Jahre zeigten wir die erſte Uebertragung leſerinnen beeiferten ſich, die weichen Verſe und die harten Eigen⸗ TWht noh Pe⸗ des neuentſtandenen amerikaniſch⸗indianiſchen Götter⸗Epos durch namen des Gedichts vor zahlreichen und glänzenden Auditorien lanze. üt, vem den Dichter Adolf Böttger an; jetzt liegt eine zweite Ueberſetzung zur Geltung zu bringen; Künſtler von. Rang illuſtrirten Scenen ig gedent aupt⸗ deſſelben Werkes uns vor: Der Sang von Hiawatha von ausHiawatha, und die vorliegende iſt bereits die zweite deutſche tet, iſt die ſſtans Henry Wadsworth Longfellow, überſetzt von Ferdinand Ueberſetzung.. 1 3 3

J. G. Cotta ſcher Ver⸗ Ein gut Theil dieſer mannigfachen Erfolge iſt gewiß dem

Umſtande zuzuſchreiben, daß das Gedicht neu war, neu dem a und England wenigſtens) auch ſo gut

Freiligratb(Stuttgart und Tübingen, ſ. ilung über den Werth Der Urwald und die Steppe waren bis⸗

fein geitämüch lag, 1857). Indem wir uns die Beurthei über den A Umſta u eGigent dieſer neuen Verdeutſchung vorbehalten, citiren wir hier die Worte Stoffe und(für Amerik wie neu der Form nach.

Eigene Per⸗ ujalgunzunee der Vorrede, die uns den enormen Erſolg dieſer Dichtung bei allen 1 waren be alen erhli gebildeten Nationen erklären. Freiligrath ſagt darüber: her todt und ſeellos geweſen; die vor dem Gange der Civiliſation r Pflanz mieſes Der Gedanke meines berühmten Freundes, den Sagenſchatz nach Weſten flüchtende Rothhaut, glaubte man, konnte ſie nur mit 8 car der der Ureinwohner ſeiner Heimath in einem Gedichte epiſchen Ge⸗ den Rufen der Jagd oder des Krieges erfüllen; ein höheres In⸗ brach date den präges zuſammenzufaſſen, hat ſich in überraſchender Weiſe glück- tereſſe ſchien ſich den urſprünglichen Zuſtänden dieſerVölker⸗ erſelbee Pries. lich und erfolgreich erwieſen.Der Sang von Hiawatha erſch ien natur nicht abgewinnen zu laſſen. Das Poetiſche darin, das bei Heyn Meher im October 1855, und ein halbes Jahr ſpäter, im April 1856, uns ſchon vor ſechszig Jahren Schiller'n anwehte und ihn zu wErülg- Kolle in hatte die Boſtoner Originalausgabe bereits dreißig Auflagen, jede ſeinerNadoweſſiſchen Todtenklage begeiſterte, wurde von den mmgadi Rain⸗ von tauſend Exemplaren, erlebt, der in England veranſtalteten, nächſten Erben des rothen Mannes nicht erkannt, oder gelangte zte eine Punc cbenfalls mehrmals aufgelegten Editionen nicht zu gedenken. Die wenigſtens nicht zum künſtleriſchen Ausdruck bei ihnen. Was der de, die 1 Hand Wirkung des Gedichts nach allen Seiten hin war die außerordent⸗ Art bei Schooleraft⸗ Catlin und Andern ſich findet, war lange ohlen und zeigte lichſte. Anerkennende und abſprechende Beurtheilungen über⸗ Zeit hindurch ein ungehobener Schatz. Da kam ein Dichter und dieſer Erde ddoch ſtürzten ſich; das Metrum, fremd wie es dem angelſächſiſchen Ohre bemächtigte ſich des bereitliegenden rohen Stoffes, hauchte ihm folgrel 39 klang, gab Anlaß zu literariſchen Fehden; Parodien(wei davon eine Seele ein, machte ihn lebendig. Der Urwald war jetzt nicht ne uus 4,) ganze Bücher) und Nachahmungen legten Zeugniß ab für die der mehr öde. Der Geiſt des Menſchen, nicht auf Mord und Zer⸗ 9 Dichtung innewohnende lebenweckende Kraft; Schoolcraft, der ſtörung bedacht, nein, ſtill und finnig ſchaffend und den Gang ſeiner Entwicklung in kindlichen Hervorbringungen, in Bild und t uns aus ihm entgegen. So iſt das

Indianerthums, ſtellte die in ſeinen verſchiede⸗ ten indianiſchen Sagen in einem beſondern,

gelehrte Kenner des

nen Werken zerſtreu Sage wiederſpiegelnd, tra

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