Jahrgang 
01-26 (1857)
Einzelbild herunterladen

1 Nüg.

des Briefes Schreibens en in ſeiner ellos, ohne nen Augen⸗ gehörte, er Armand's rſcheinlich Lage be⸗ aden traten Setteſitzend, gen kumpfte Rere zrück⸗ pllicht, dou⸗ ich nicht kla loder ſeine

Nachmittag er in ſeiner r, er mußte den leichten das Haus Fuße auf

in groͤß⸗ deype war unge Mann t und eis fdem Arme is das Alles Ausbleiben r durch dit zu treffen. h nicht e⸗ Stimme im ſtte.

t Lieukenant Vater einen

19

Nr. 9.]

Aline, rief die Stimme,wo ſind Sie? Kommen Sie ſchnell, meinen Anzug zu betrachten und mir zu ſagen, ob Sie zufrieden ſind!

Es war ihre Stimme, Clemence's Stimme, ſein Ohr kannte zu genau den Klang, er konnte nicht zweifeln. Da hörte er Schritte nahen, und kaum wiſſend weshalb, ſchlüpfte er hinter die Gardine. Der Diener trat ein mit Licht, hinter ihm zwei Damen in eleganteſter Balltoilette. Vin⸗ cenz hielt die Hand an die Stirn, um das Auge vor dem Glanz der Lichter zu wahren, der immer ſtärker wurde, denn der Diener zündete die Kron⸗ und Wandleuchter an, während die Damen vor den Spiegel traten.

Reizend, ſagte Aline,reizend. Wie prächtig die Granaten ſich in Ihrem dunklen Haar ausnehmen, wie ſchön Sie ſind, Clemence! Aber warum haben Sie nicht Brillanten angethan? Wenn man reich iſt wie Sie, muß man Schmuck tragen. O ich hole ſie Ihnen!

Aline eilte fort, ehe die Freundin ſie zurückhalten konnte, und Clemence ſtand allein vor dem Spiegel. Vin⸗ cenz konnte ihr gerade ins Geſicht ſehen. Aline hatte Recht,

ſie war ſchön. Die Eile, in der ſie Toilette gemacht, hatte

ein leiſes Roth über die noch blaſſen Wangen gehaucht, ſie ſah blühend aus, die Anmuth der Geſtalt trat deutlich her⸗ vor in dem leichten Kleide. Sie ſah ihr Bild, das ihr aus dem Spiegel entgegenblickte, und lächelte, ſich in einem Schmuck zu finden, den ſie ſeit Jahren nicht getragen hatte. Aline kam mit den Etuis und half die Armbänder, Broche

und Collier anlegen, dann nahm ſie ſie bei der Hand und

eilte mit ihr den Saal hinunter. Clemence ſah wie eine Königin aus neben der etwas ſtarken, ungraziöſen, wenn auch hübſchen Aline, der das überladene Ballcoſtum viel weniger gut ſtand als das Hauskleid.

Vincenz ſtand unbeweglich. Das war Clemence. Er konnte nicht zweifeln, hatte er doch ihre Stimme erkannt. Hörte er doch von Aline ihren Namen. Das war die Clemence, die vor einer Stunde noch er ſich leidend, hülf⸗

Dritte golge.

ſehen ſein Herz gehangen hatte.

los, einſam und dürftig gedacht hatte und jetzt blühend⸗ im Begriff einen großen Kreis von Freunden um ſich zu verſammeln, ſtrahlend von Brillanten. Und das ſollte die Clemence ſein, die ſeine hülfloſen Stunden verſchönt hatter dieſe glänzende Frau im eleganten Ballanzug! Mit der Erſcheinung, beſonders in dieſer Situation, war ihm Clemence ſo fremd ſo fremd, als hätte ſein Herz nie für ſie geſchlagen. Und doch war ſie ſchön, ſchöner als ſeine kühnſte Phantaſie ſie ihm hatte malen können, doch zog dieſe Erſcheinung, die ihm die heiligſten Empfindungen zu rauben drohte, ihn mächtig an. Keinen Blick konnte er von ihr wenden, er vergaß ſeine kranken Augen, achtete es nicht, daß die Strahlen der Lichter blendend ihm ent⸗ gegenſtrömten, die Hand war geſunken und die ganze Seele hing an jeder Bewegung der anmuthigen Frau, als ſuchte er ſie wiederzufinden in dieſem Bilde, an der unge⸗ Die Damen verließen den Saal. Aline hatte noch allerlei Anordnungen zu treffen und Clemence begleitete ſie. Vincenz trat hinter der Gardine hervor, und zur gleichen Zeit öffnete Armand die Thür. Vincenz' Diener, der vor dem Hauſe auf⸗ und abgegangen war, hatte ihm, als er eben heimkehrte, geſagt, ſein Herr ſei oben und erwarte ihn.

Vincenz, rief er,was machen Sie hier? in dieſer Helle mit unbedeckten Augen! Wollen Sie die Frucht tagelanger Vorſicht und Sorge in einem Augenblick ver⸗ lieren?

Er zog ihn in ein unerleuchtetes Nebenzimmer, ließ ihn niederſetzen und faltete ein Tuch zur Binde, die er ihm über die Augen legte.

Vincenz ließ Alles ruhig geſchehen.Armand, flüſterte er,ich habe ſie geſehen, ſie, Clemence o ſie iſt ſchön ſchön wie ein Engel.

Sie haben ſie geſehen? rief Armand entſetzt, dann ſich faſſend, fügte er hinzu:Unglücklicher! Warum ohne meine Erlaubniß? Wiſſen Sie, daß dieſe Aufregung

71

Hat der Barde recht? In der That, es ſcheint, als wüßten die Poeten noch die beſte Antwort zu finden. Delkker hat das Rechte getroffen, wenn er in ſeiner Odeder beſte Menſch zu dem Schluſſe gelangt: Der beſte Menſch, den je die Erde trug, Er war ein Leidender, geduld'gen Sinns. Sanft, ruhig, ohne Falſch, an Demuth reich, In Wirklichkeit der erſte Gentleman!

Fürs Haus. Winkee über Zimmer⸗ und Fenſtergärtnerei. Kürzlich erſchien in Berlin, Verlag von Guſtav Boſſelmann,

ein elegant ausgeſtatteter Band: Gartenbuch für Damen,

praktiſcher Unterricht in allen Zweigen der Gärtnerei, herausge⸗ geben von F. Jühlke, Kgl. preuß. Garteninſpector, Lehrer des Gartenbaues in Eldena u. ſ. w., ein Buch, das uns mit den

Fortſchritten der neueren Zeit auch auf dem Gebiete der Blumen⸗ Der Verfaſſer be⸗

zucht auf überraſchende Weiſe bekannt macht. ſchäftigt ſich vorzüglich mit der Cultur, Anordnung und Unter⸗ haltung des ländlichen Hausgartens. 1 Einträglichkeit, auf Luxus wie auf Nützlichkeit hat er in gleichem Maße ſtets Rückſicht genommen. In der gegenwärtigen Jahres⸗ zeit wird unſeren Leſerinnen das Capitel über die Blumenzucht innerhalb des Hauſes am wichtigſten ſein. Wir laſſen daraus

Auf Geſchmack wie auf

einige Andeutungen hier folgen, die, wie uns dünkt, manche neue Erfahrung enthalten.

I. Nothwendig häufiges Verſetzen der Pflanzen.

Einen gewöhnlichen Fehler begeht man, wenn man die Zimmerpflanzen in zu großen Töpfen hält. Dies hat immer ſehr nachtheilige Folgen. Iſt die Topferde paſſend und zuträglich, ſo treiben die Pflanzen allerdings ſchnell in Blätter und Zweige und wachſen üppig, aber die Blüthenbildung wird beeinträchtigt; bei wiederholtem ſtarken Begießen übt die naſſe Erde des Topfballens einen ſehr verderblichen Einfluß auf das Wohlbefinden der jungen Wurzeln aus. Die naſſe Erde wirkt hier eben ſo nachtheilig als das ſtagnirende Waſſer im Unterſatz. Für ein kräftiges Gedeihen der Zimmerpflanzen müſſen ſich die Topfballen immer in einem ſolchen Zuſtande befinden, daß Waſſer und Luft gleichzeitig darauf einwirken; geſchieht dies nicht, ſo verſauert die Erde, die Wurzeln faulen und die Pflanze geht nach vielen vergeblichen Anſtrengungen, dieſen Zuſtand zu überwinden, zu Grunde. Das beſte Mittel, welches man zur Rettung einer ſolchen Pflanze mit Erfolg anwen⸗ det, beſteht darin, dieſelbe herauszunehmen und in einen kleinern Topf zu verſetzen, wobei man alle kranken Wurzeln bis auf den geſunden Theil mit einem ſcharfen Meſſer entfernt. Beabſichtigt man daher recht geſunde, buſchige und breite Pflanzen zu ziehen, ſo befördert das öftere Verſetzen derſelben in größere Töpfe dieſe Abſicht weit ſicherer, als wenn die Pflanzen von vorn herein in zu große Töpfe geſetzt werden. Die Ermittelung der Zeit, wann eine Pflanze am zweckentſprechendſten verſetzt wer⸗ den muß, beſteht darin, daß der Gärtner den Topfballen unter⸗ ſucht; findet derſelbe unter Berückſichtigung der narürlichen Ver⸗

A