Jahrgang 
01-26 (1857)
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Wir könnten noch viele Stellen, die gleich den ange⸗ führten für Goethe's Chriſtlichkeit und Gottesglauben Zeugniß geben, anführen. Ueberhaupt ſcheint Goethe zuerſt durch die Franzoſen in den Geruch der Unchriſtlichkeit gekommen zu ſein, und zwar war es der Marquis Cuſtine, welcher über Goethe folgenden Ausſpruch gethan:Er würde Chriſt geweſen ſein, wenn das Chriſtenthum von ihm ausgegangen wäre. Zu welchen Thorheiten ſich der Menſch verirrt, wenn er ſeine Einſicht einem ſogenannten guten Gedanken opfert!

* Wie hoch Goethe in Ehren gehalten worden, erfah⸗ ren wir aus Zelter's und Goethe's Briefwechſel I. S. 425 und 426. Goethe hatte ſeinem Freunde Zelter in Berlin im Jahre 1811 die erſten 12 Theile ſeiner damals erſchie⸗ nenen Werke als Geſchenk geſendet. Ein hochgeſtellter Mann ſah dieſe Bände bei Zelter undwar wie verklärt, indem er die Theile einzeln in die Hände nahm und ſelt⸗ ſame Geberden machte. Auf Zelter's Schweigen ſprach der Beſucher ſeinen Wunſch, dieſe 12 Theile zu beſitzen, offen aus. Kurze Zeit darauf erhielt Zelter eine Anwei⸗ ſung von 600 Thalern jährlichen Gehalt, wovon das eine Quartal rückſtändig, das andere vorauszahlbar war. Nun mußte Zelter wohl ſeinen Goethe zum Opfer bringen; und in der Ueberzeugung, von Goethe, dem er den ganzen Vor⸗ gang naiv genug ſchilderte, ein anderes Exemplar zu er⸗ halten, entſchloß er ſich dazu.

* Goethe'sWahlverwandtſchaften wurden ins Ita⸗ lieniſche unter dem komiſchen Titel:La scelta dei pa- renti(wörtlichdie Auswahl der Verwandten) überſetzt.

* Den Beſchluß unſers Ana⸗Excurſes mache die wenig bekannte Reliquie von A. v. Maltitz.

Zweiklang im All.

Nun enden ſämmtliche Nöthe! Klar ſieht nun Metaphyſik: 1.

Novellen⸗Zeitung.

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[III. Jahrg.

Der Menſchenverſtand iſt von Goethe, Die Einbildungskraft iſt von Tieck.

Die Orgel verkünd' es, die Flöte, Die Trommel mach' es publik:

Die Buchdruckerkunſt iſt von Goethe, Die Uhren erfunden hat Tieck.

Nun lächle, du Morgenröthe, Laut jauchze, Sphärenmuſik: Entdeckt hat Amerika Goethe, Entdeckt ward Europa von Tieck.

Nun ſchmettre, Ruhmes⸗Trompete, Nun donnre gebietriſch, Kritik: Das Pulver erfunden hat Goethe, Den Blitzableiter Herr Tieck.

Und was uns am meiſten erhöhte, Romantiſch noch mehr als antik: Die Kuhpocken rühren von Goethe, Die Gasbeleuchtung von Tieck.

Ein ſpäterer Satiriker ergänzte Maltitz's Reliquie durch folgende Strophe:

Und käme ſie nicht zu ſpäte Die Eiſenbahnpolitik,

Sie wäre erfunden von Goethe, Der Dampf aber iſt von Tieck.

Dieſe vielen Reime auf Goethe erinnern uns zum Schluſſe noch an eine Randgloſſe, welche in einem Exem⸗ plare vonEckermann's Geſprächen mit Goethe mit Bleiſtift geſchrieben ſtand und wohl durch Eckermann's Selbſtgefälligkeit, die aus jeder Seite ſeines Buches ſpricht, veranlaßt worden ſein mochte. Die Randgloſſe lautet:

Eckermann und Goethe Wie Blaſerobhr und Flöte.

Würde der tragiſchen Schaubühne ſtets bewahrte, begründet. Wir haben nicht viele glückliche Richard geſehen, und wenn wir Moritz Rott in ſeiner guten Zeit ausnehmen, Keinen, der das rieſige Ge⸗ bilde des Ungeheuers in ſeinen kühnen Umriſſen ohne Verzerrung zu geben wußte. Aber etwas ſo durchaus Unverſtandenes, Unver⸗ dautes und Unverdauliches, wie Dawiſon es zu Markte brachte, iſt uns nicht leicht wo begegnet.

Es ſind ſieben Jahre her, als Jemand ſo über die berühmteſte Rolle des heute berühmteſten Künſtlers zu ſchreiben wagen durfte! Wie ſchade iſt es, daß dergleichen nur zu raſch vergeſſen wird, es gäbe ſonſt keinen beſſeren Beleg für den Werth der Tages⸗ ſtimmen!

Die Pariſer Bibliotheken.

Paris hat gegenwärtig fünfunddreißig große Bibliotheken; dieſe ſind theils ganz, theils halb öffentliche, die Mehrzahl aber für den Gebrauch gewiſſer Verwaltungszweige beſtimmt.

Die öffentlichen Bibliotheken ſind: Die kaiſerliche Bibliothek mit 1,400,000 Bänden, von etwa 300,000 Werken und 80,000 Manuſcripten; die des Arſenals, 600,000 gedruckte Bände und 6000 Manuſcripte; die der heiligen Genoveva, 15,000 gedruckte Bände und 4000 Handſchriften; die Bibliothek Mazarin, 120,000 gedruckte Bände und 5000 Handſchriften; die der Sorbonne, 80,000 Bände; die der Medicinal⸗Schule, 40,000 Bände; das Muſeum der Naturgeſchichte, 35,000 Bände; der Inva⸗ liden, 30,000 Bände; das Converſatorium der Künſte und Handwerke, 20,000 Bände; das Converſatorium der Muſik.

Die nur halb öffentlichen Bibliotheken ſind die der Akademie,

mit 60,000 Bänden; die polniſche Bibliothek, mit 35,000, und die Bibliothek der Handelskammer, mit 30 bis 35,000 Bänden. Unter den bibliographiſchen Sammlungen, die rein der Ver⸗ waltung angehören, ſind die bedeutendſten: die des geſetzgebenden Körpers, mit 65,000 Bänden; des Senates, ſonſt Pairskam⸗ mer, mit 40,000 Bänden; des Caſſationshofes, mit 40,000 Bänden; des Lyceums Ludwigs des Großen, mit 30,000; des Louvre mit 30,000; des Marine⸗Depots, mit 25,000; des Miniſteriums des Innern, mit 22,000; die des Kriegsminiſte⸗

riums, des Miniſteriums des Aeußern, der polytechniſchen Schule

und des Palais der Tuilerien haben jede 20,000 Bände. a⸗

Ein ſchönes Ffürſtenwort.

Als man nach dem Siege von Gavre, im Juli 1453, dem Herzog Philipp dem Guten von Burgund den Rath ertheilte, die Stadt Gent, die ſich ſchon ſo oft rebelliſch gegen ihre Fürſten auf⸗ gelehnt hatte, dem Erdboden gleich zu machen, antwortete er: Ei, und wer ſollte mir denn ein anderes Gent wiedergeben, wenn ich dieſes zerſtört hätte? Wenn ſis Euer Erbe und väterliches Beſitzthum wäre, würdet Ihr anders fühlen. Ich will mich der Dienſte erinnern, welche die Bürger dieſer Stadt mir ehedem ge⸗ leiſtet haben und in Zukunft leiſten können, nicht aber ihrer began⸗ genen Fehler und Irrthümer. 4

Dieſe ſchöne Aeußerung wurde durch den Rath Chriſtopb von Aſſonleville unter dem 7. Februar 1579 Philipp II. in Erinnerung gebracht, um ihn dadurch zu bewegen, gegen ſeine Unterthanen in den Niederlanden mit größerer Milde zu verfahren. a.

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