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Nr. 8.)
plagen und wohl henken.
Nie geſehen und nie gegeſſen.“
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Literariſche Beſprechungen.
Medeia. Tragödie des Euripides. Metriſch über⸗ tragen von Franz Fritze.(Fünfte Lieferung der ſämmt⸗ lichen Tragödien des Euripides.)— Berlin, Verlag von Heinrich Schindler, 1857.
Medeia. Tragödie von Oswald Marbach.— Leipzig, Druck der Nies'ſchen Buchdruckerei, 1856.
Jaſon— noch ein Jüngling— war von ſeinem Oheim Pelias, welcher ſtatt ſeiner in Jolkos(in Theſſalien) herrſchte, um ihn zu verderben, ausgeſchickt worden das goldne Vließ zu holen— das Fell jenes Widders, der einſt die vor ihrer Stiefmutter fliehenden Kinder Helle und Phrixos über das Meer getragen hatte. Das goldne Vließ bewahrte als ſeltenes Kleinod Aeötes, König von Kolchis, welcher die grauſame Sitte pflegte, daß er alle in ſein Land kommen⸗ den Fremden dem Sonnengotte, den er ſeinen Vater nannte, opfern ließ. Jaſon ſchloſſen ſich die edelſten Helden Grie⸗ chenlands an: Argos, welcher das Schiff Argo gebaut hatte, der gewaltige Herakles, die ſiegreichen Götterſöhne Kaſtor und Polydeukes(die Dioskuren), der ruhmreiche Theſeus, der ſcharfſinnige Lynkeus, der Sänger Orpheus und viele Andere. Nach langer Irrfahrt auf dem Argo⸗ ſchiffe kamen die kühnen Argonauten gen Kolchis, wo Aeötes mit erheuchelter Freundlichkeit ſie aufnahm. Derſelbe ent⸗ ließ ſeine Tochter Medeia, welche er in einem Thurme ge⸗ fangen hielt, weil ſie mehre Fremdlinge, die er zum Opfer für den Sonnengott beſtimmt, befreit hatte, auf Jaſon's Verlangen aus der Haft und verſprach auch die Ausliefe⸗ rung des goldenen Vließes, wenn Jaſon drei Abenteuer zu beſtehen vermöchte. Erſtens ſollte er mit zwei feuer⸗ ſchnaubenden Stieren des Hephäſtos einen dem Ares ge⸗ weihten Acker umpflügen.
Acker Drachenzähne ausſäen, aus welchen gewappnete Rie⸗
Dritte folge.
Zweitens ſollte er auf dieſem
ſen aufgingen, und dieſe beſiegen. Drittens endlich ſollte er einen Drachen erſchlagen, welcher das goldene Vließ bewachte. Jaſon vollbrachte dieſe Thaten, indem ihm Me⸗ deia gegen die Hinterliſt ihres Vaters beiſtand, und ent⸗ führte endlich ſie ſammt dem goldenen Vließe auf dem Argoſchiffe. Aeétes verfolgte die Griechen mit Uebermacht, wurde aber von Medeia dadurch aufgehalten, daß ſie ihren Bruder Abſyrtos ermordete und dem Vater zuwarf. Wäh⸗ rend Aestes ſich vergebens bemühte, ſeinen Sohn zu retten, entkamen die Griechen. Als Jaſon nach längerer Irrfahrt, während welcher ihm Medeia Zwillingsſöhne geboren hatte, heimkam, fand er den Thron von Jolkos von des inzwiſchen verſtorbenen Pelias Sohn Akaſtos beſetzt, der ſich weigerte, ihm, dem rechtmäßigen Könige, Platz zu machen. Die Argonauten waren ſchon auseinander gegangen und Jaſon ſah ſich genöthigt, mit Medeia zu dem Könige Kreon nach Korinth ſich zu begeben. Dieſer hielt ihn mehre Jahre bei ſich gaſtfrei, mit dem Verſprechen, ihm zur Wieder⸗ erlangung ſeines Reiches zu verhelfen. Während der Jahre dieſer Gaſtfreundſchaft aber wuchs Glauke, die Toch⸗ ter Kreons, zur Jungfrau heran; Jaſon ward von ihrer Liebe umſtrickt und verſtößt ihretwegen ſein Weib. Medeia aber, vom König Kreon aus Korinth verwieſen, beſchließt nicht ohne Rache ihre Rechte aufzugeben: mit dem Gifte des Drachen, den ſie mit Jaſon in Kolchis tödtete, tödtet ſie Glauke und Kreon, mordet dann ihre eigenen beiden Kinder, um ſie nicht dem Jaſon zu laſſen, und entflieht dann auf einem Drachenwagen, den ihr Vater, der Sonnen⸗ gott Helios, ihr ſendet.
Dies— der Inhalt der altgriechiſchen Sage und der obigen beiden Tragödien. Der Dichter des Alterthums durfte bei ſeinem Volke die Kenntniß und den Glauben an dieſe Mythe vorausſetzen; er hatte nur nöthig, in großen draſtiſchen Zügen die Handlung ſelbſt ſeinen Zuſchauern vor Augen zu führen, und ſo iſt ſeine Tragödie nur die Kataſtrophe der ganzen Tragödie, ſie beginnt mit dem Be⸗
Mannigfalliges.
Die Gemahlinnen des Grafen von Egmont und des Prinzen von Oranien machten ſich am Hofe Karls V. den Vortritt ſtreitig. Der Kaiſer entſchied den Streit auf ſalomoniſche Weiſe, indem er
ſagte, die ältere der beiden Damen ſolle den Vortritt haben; nun aber wollte Keine ihn annehmen!
Demoiſelle Doris Quinault, eine ſehr beliebte Schauſpielerin
zur Zeit des Regenten und Ludwigs XV., war die erſte Dame vom
Theater, die einen Orden erhielt. Die Veranlaſſung zu der Or⸗
dens⸗Verléihung an die Demoiſelle Quinault war die Compoſition
mehrerer Motetten, welche in der königlichen Kapelle in Verſailles aufgeführt wurden und von denen eine beſonders ſehr gefiel. Dem. Quinault ſtarb im Jahre 1791, über hundert Jahre alt.
Friedrich II. überſchrieb einen Brief an
älteſte General Europa's an den berühmteſten —Ʒ‿‿˖‿˖ᷓᷓᷓᷓͤ-
Wallenſtein wurde von ſeinen Zeitgenoſſen der Schiefer ge⸗
nannt, weil er voll übler Launen war, wie ein Mädchen, das beim
Tanze ſitzen geblieben. Weniger als ein Goldſtück ſoll er nie ge⸗
Waſhington:„Der General der Welt.“
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ſchenkt und gelinder als mit dem Galgen nie geſtraft haben. Sein
Sprichwort war: Man muß die Soldaten wohl zahlen, wohl In Mecklenburg verlangte er einſt von einem herzoglichen Koche, bei Androhung des Strickes, ein Gericht: ſ Da zerſtückelte der Koch alte lederne Handſchuhe und richtete ſie mit Beizen und Brühen ſo herrlich zu, daß ſie dem Schieferherrn wie ſeltene Pilze mundeten.
Als ihm aber eröffnet wurde, was er gegeſſen, da bekam dem lüſter⸗ nen Machtgauner der Ekel ſo arg, daß er den Koch fortan unge⸗ ſchoren gelaſſen. Dieſes letztere Geſchichtchen ſcheint jedoch nur eine Mecklenburger Sage zu ſein.
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Der gelehrte Jeſuit Sachini hatte nur zwei Federn, mit denen er ſieben Jahre hindurch ſchrieb. Leo Allatius ſchrieb mit einer einzigen Feder vierzig Jahre lang und konnte ſich der Thränen nicht enthalten, als er ſie verlor.
Wieland— erzählt Böttiger— behauptete gegen Demoiſelle Schröder, daß er nie ein Frauenzimmer wegen ihrer Schönheit ge⸗ liebt habe, ſelbſt die in ihrer Jugend unwiderſtehliche La Roche nicht. Julie Bondely war ſo häßlich, daß er ſich erſt an ihren Anblick gewöhnen mußte, doch hatte ſie ein paar ſehr ſchöne, ſprechende Augen und eine ſüße Stimme. Die Liebe zu einer häß⸗ lichen Frau iſt die dauerhafteſte. Die klugen Weiber lieben nie die Schönheit an den Männern, ſie ziehen ſogar— ſagt Herder — aus Coquetterie und Widerſpruchsgeiſt die unanſehnlichern, aber klugen Männer vor. Ich— ſagte Herder bin nie durch die Liebe einer Frau gehätſchelt worden. Und ich— ſagte Wie⸗ land— bin Alles, was ich bin, durch edle Weiber. Aber die Männer— ſagt Dem Schröder— ſuchen doch zuerſt die Schön⸗ heit an der Frau oder vielmehr an den Frauen, denn an einer genügt ihnen nie.„Lieben Sie nur eine Blume?“ fragte hierauf Herder.„Das war eine ſehr männliche Frage,“ erwiderte die Schröder.— Sehr bezeichnend iſt Goetbe’s Wort über Wieland; er nannte ihn die zierliche Jungfrau von Weimar.


