Jahrgang 
01-26 (1857)
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Jahrg.

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Nr. 8.)]

liches Herz fähig iſt, ſagte, daß ſie mir gehöre und daß ich ſie nicht zurückweiſen dürfe, weil ſie mir nothwendig ſei. Welch ein Abſchied, als man mich fortführte! Laſſen Sie mich das nicht wiederholen. Später iſt ſie von ihrem Schloſſe verſchwunden. Meine Nachforſchungen, die ich freilich nur durch die dritte Hand anſtellen laſſen konnte, V blieben fruchtlos aber ihre Spur muß ich finden und das Wort löſen, das ich ausſprach in den heiligſten Stunden meines Lebens.

So lieben Sie Clemence? fragte Armand mit beben⸗ der Stimme.

Vincenz nahm die Hand von den Augen und richtete ſich auf.Lieben? Ja ſehn Sie, Armand, das habe i mir ſelbſt niemals klar machen können. Ich weiß, ich ge⸗ höre dieſer Frau mit ganzer Seele, aber die Liebe will eine Geſtalt, ein feſtes Bild, und das habe ich mir nicht von Clemence machen können, ſo oft ich es verſuchte. Wenn Sie von einer Perſon reden hören, oft reden hören, machen Sie ſich zuletzt ein Bild, was gewöhnlich ganz anders iſt, als die Perſon, wenn ſie Ihnen dann entgegentritt, aber das Bild war da und war ein feſtes. Von Clemence habe ich das nicht gekonnt. Ich habe für den Klang dieſer Stimme, für die Anmuth der Bewegungen, die mein Ohr auffaßte, in meiner Phantaſie keinen Körper ſchaffen können. Bald wollte ſie mir ſchön erſcheinen, und dann fühlte ich, daß es den Reiz der Schönheit nicht bedürfe, dieſes Weſen zu tragen, bald machte es mir eine eigen⸗ thümliche Freude, ſie mir unſchön zu denken, weil ich eben nur die Seele wollte, die keines äußeren Schmuckes be⸗ darf; aber der Ton ihrer Stimme, wenn ich mir den vor die Seele zurückrief, zertrümmert jenes Bild wie dieſes, und mit Zagen denke ich an den Moment, wo die Augen, auf die Sie mich ſo eitel gemacht haben, die Erſcheinung auffaſſen denn ich fürchte, ich könnte Clemence weniger lieben, wenn ſie nicht ſchön wäre und ihr vielleicht nicht!

nung, der Aufopferungsbedürftigkeit, deſſen nur ein weib⸗

Dritte folge.

mit ſo edlem, reinen Gefühl zugethan ſein, wenn ich ſie ſchön finde. Armand, wenn Sie ſie kennen, wenn Sie ihren Namen wiſſen, um Alles in der Welt ſagen Sie mir nichts von ihr, keine Beſchreibung. Ich will nicht wiſſen, ob ſie blond oder dunkel, groß oder klein, ſchlank oder voll iſt. Ueberlaſſen Sie Alles dem Moment, wo ich ſie ſehe, der darüber entſcheiden wird, ob ich ſie lieben kann, oder ob meine Liebe an der Erſcheinung ſcheitert. Aber das begreifen Sie, Armand, Sie müſſen ſie mir wiedergeben in ihrer ganzen Geſundheit und Kraft, vielleicht mit der vollen Unwiderſtehlichkeit, die Sie ihnen zuſchreiben, meine geſunden, klaren Augen!

Es war ſpät geworden, der Arzt ſchied von dem Freunde, aber das Geſtändniß, das er vernommen, erfüllte alle ſeine Gedanken. Er konnte noch nicht nach Hauſe zurückkehren und wandelte noch lange allein an dem ſtillen See, in dem ſich die Sterne ſpiegelten. Sollte er Vincenz's Empfindungen Liebe nennen? Wenigſtens verblaßten ſie gegen das, was er ſelbſt zu empfinden meinte. Sollte er eine Begegnung

herbeiführen, in der, ſo war er überzeugt, Clemence's An⸗

muth und Schönheit das Herz des jungen Officiers voll⸗ ſtändig feſſeln damit aber auch ſeine eigene Hoffnung und ſein Glück für immer zertrümmern mußte? Und wie⸗ der, wäre es nicht Verrath an der Freundſchaft geweſen, die Beiden, deren Geheimniſſe er in Händen hielt, zu trennen, ein Verrath, der um ſo ſchwerer wurde, als Cle⸗ mence's eigenſte Gefühle noch immer nicht klar waren? Spät kam er zu Hauſe an. Der Salon ſeiner Schwe⸗ ſter war noch erleuchtet, eine Geſellſchaft, die ſie gab, noch verſammelt. Der Arzt ging auf ſein Zimmer und fand eine Menge Briefe von verſchiedenen ſeiner Patienten aus der Ferne, von wiſſenſchaftlichen Geſellſchaften, deren Mit glied er war. Er vertiefte ſich in die Arbeit und ſuchte in ihr die verſchiedenen Empfindungen zu vergeſſen, die auf ihn einſtürmten. Es war ſpät in der Nacht, die Briefe waren beantwortet, er lag in dem Fauteuil an ſeinem

bündeten trauert, als Jemandes, der die Geſinnungen eines der Kämpfer theilt.

Die Fürſtin Lieven war ſeit längerer Zeit leidend, doch die Krankheit, welche ihren Tod herbeiführte, hat nur acht Tage ge⸗ dauert. Einige Tage vor ihrem Ableben bat der Arzt den lang⸗ jährigen Freund der Fürſtin, Guizot, die Kranke davon in Kennt⸗ niß zu ſetzen, daß ihr Tod nicht ſehr fern ſei. Guizot erfüllte dieſen ſchmerzlichen Auftrag und ſie nahm die Nachricht mit der größten Reſignation auf. Der lutheriſchen Kirche angehörend, dat ſie, daß man den Paſtor Cuvier zu ihr rufen möge, mit dem ſie dann eine lange Unterredung hatte. Von dieſem Augenblick an nahm ſie an irdiſchen Dingen keinen Antheil mehr und ſah nur ihren in Paris anweſenden älteſten Sohn Paul ihr zweiter Sohn befand ſich in Caſtellamare und erhielt die telegraphiſche Nachricht von der Todesgefahr ſeiner Mutter zu ſpät, als daß er an ihrem Sterbebett hätte erſcheinen können, ihren Freund Guizot und den Herzog von Noailles, dem ſie den Auftrag er⸗ theilte, ihren Freunden ihr letztes Lebewohl zu ſagen. Sie ſtarb, wie bereits geſagt, am 27. Januar Morgens 1 Uhr. Ibrem Wunſche gemäß iſt ihr Leichnam einbalſamirt worden und ſoll in Livland beerdigt welden, ein Beweis, daß das Vaterland noch auf dem Todtenbette ihr theuer war.

Wir ſchließen unſere Mittheilung über dieſe im Leben ſo viel beſprochene Dame mit folgender Bemerkung, welcheThe Press, das Organ D'Israeli's, macht:

Für Diejenigen, welche Paris nicht kennen, iſt es ſchwer, die Lücke zu begreifen, welche der Tod dieſer viel beklagten Dame in der Geſellſchaft daſelbſt verurſachen wird. Von den Perſonen, welche das Vorrecht hatten, zu der kleinen Sonntagsgeſellſchaft der

die Generale der italieniſchen Armee.

Fürſtin Zutritt zu haben, werden gewiß nur wenige die dort er⸗ lebten inkelligenten Stunden vergeſſen, wo Talent und Rang mit

einander in den achtungsvollſten Ehrenbezeigungen gegen ſie wett⸗

eiferten und wo ſie die ſcheinbar ſich des Despotismus, gar nicht bewußt war. 9 Ein Gerücht will wiſſen, die Fürſtin Lieven habe Guizot mit der Herausgabe ihrer Memoiren betraut. Sollte ſich das beſtätigen, ſo würde dem Publicum ſicher eine ſehr anziehende Lecture geboten werden. C.

die Honneurs mit dieſer ruhigen Grazie machte, den ſie rings um ſich ausübte,

. Aus der Geſchichte. general Menou.

Wir erwähnten kürzlich aus den ſo eben in Paris(Leipzig, Alphons Dürr) erſcheinenden, höchſt intereſſanten Memoiren des Herzogs von Raguſa einige ſeiner charakteriſtiſchen Urtheile über

Bei Gelegenheit des egyp⸗ tiſchen Feldzuges zeichnet der Marſchall den General Menou, der bekanntlich nach Kleber's Tode den Oberbefehl übernahm und dadurch eine gewiſſe Berühmtheit erlangte, folgendermaßen:

Menou war damals 48 Jahre alt. Er hatte in der conſti⸗

tuirenden Verſammlung eine ehrenhafte Rolle geſpielt und in den

Kriſen der Revolution eine große Mäßigung an den Tag gelegt. Ohne jedes militairiſche Talent, aber nicht ohne Bravour, hatte er am 13. Vendemiaire durch ſeine ſchlechten Dispoſitionen das Schickſal des Convents in Frage geſtellt, als zuerſt Barras und dann Bonaparte die Leitung übernahm; er wurde angeklagt und