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Nr. 8.
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Du Dir einbildeſt, es könnte eine Frau Dir ihr Herz ver⸗ Aline nach einer Pauſe, indem ſie den Bruder feſt anſah, ſagen. Du biſt geachtet, bekannt, ſelbſt für die Augen „warum Du ſo lange gezaudert haſt, es auszuſprechen, daß Deiner Schweſter ein ſchöner Mann, Dein Einkommen iſt Clemence völlig hergeſtellt iſt, und dieſe langweilige Nachcur bedeutend und ſolch eine Partie ſchlägt eine Frau nicht aufzuheben?“ aus, deren Köpfchen nur irgend einen Funken Vernunft
„Nun?“ fragte der Bruder. beherbergt. Das kannſt Du mir glauben, mir, die ich ja
Akine ſtand vor dem Spiegel und probirte ihren neuen ſogar Deinen Schwager nicht verſchmäht habe und, wenn Hut auf, ſie wandte ſich um, die halb vollendete Schleife mir auch Manches zu wünſchen bleibt, doch ganz zufrieden zwiſchen den Fingern.„Weil Du ſie liebſt,“ ſagte ſie,
bin, daß ich es nicht that.“ „weil Du fürchteſt, daß Deine Kranke von Dir Abſchied
„Ich gebe Dir zu,“ ſagte Armand lächelnd, faſt in nehmen würde, ſobald Du erklärt hätteſt, daß ihre Krank⸗ heit ſie verlaſſen habe.“
der Abſicht, dem Geſpräch eine andere Wendung zu geben, „Welche Einbildung!“ rief der Bruder unmuthig.
„daß wir Männer arrogant ſind. Mit zwanzig Jahren iſt Jeder überzeugt, daß er geliebt wird, mit dreißig Jah⸗ „Werde nur böſe, Armand, ich weiß doch was ich weiß, ren zmeifelt Keiner, daß es ihm, wenn er will, gelingen und auf die Gefahr hin, Dich noch böſer zu machen, muß muß rin Herz zu gewinnen, aber mit vierzig Jahren iſt ich Dir ſagen, daß Du ein rechter Thor biſt. Du liebſt die Sache ganz anders,— und um unſer Geſpräch mit Clemence—“ einem Wort abzubrechen, will ich Dir ſagen, daß Clemence Der Bruder wollte ſie unterbrechen.„Laß mich ein- mir vielleicht ihre Hand geben würde, nicht aber ihr Herz, mal ausreden,“ rief ſie.„Du liebſt ſie, Clemence iſt jung, weil ſie einen Andern liebt.“ ſchs reich und unabhängig— biete ihr Deine Hand an,„Neue Einbildungen,“ ſpottete Aline,„und diesmal ſie wird Dich nicht zurückweiſen, Dich, dem ihr Leben ja gewiß ganz ungegründete.“ eigentlich ſchon gehört, da Du es ihr wiederſchenkteſt. Ihr Ueber Armands Geſicht zog ein ſchmerzlicher Ausdruck. werdet Beide glücklich werden, die Sache iſt ſo einfach,„Wenn Du endlich fertig biſt mit Deinem Hut und zu daß wirklich ein Grübler wie Du und eine Träumerin einem ernſten Bekenntniß aufgelegt, will ich Dir das Ge⸗ wie Clemence dazu gehören, um die Entſcheidung nicht heimniß eines Krankenzimmers entdecken. Clemence kam. längſt getroffen zu haben.“ aus Italien hierher. Die Schrecken eines Krieges, die ſie Armand wurde ernſt, faſt feierlich.„Aline,“ ſagte er, von ihrem Beſitz vertrieben hatten, die Aufregungen der „da Du in Deiner ſchnellen, rückſichtsloſen, vernünftigen Reiſe, ein Schmerz, den ſie noch immer nicht überwunden Weiſe den Schleier einmal auch hiervon geriſſen haſt, will hatte, warfen ſie auf das Krankenlager. Ich ſaß an ihrem ich Dir mit brüderlicher Aufrichtigkeit antworten. Geſetzt, Bette und verfolgte die Phantaſien, die ihren Geiſt von ich liebte Clemence, geſetzt, ihr Beſitz würde mein Glück einem Schreckensbilde zum andern triebe, endlich in einer machen, geſetzt auch, Du hätteſt Recht, daß ſie meine Hand friedlichen Scene ausruhen ließen, die, in der Vergangen⸗ nicht zurückweiſen würde, ich könnte niemals aus Dank⸗ heit erlebt, ihr Geiſt noch einmal durchempfand. Sie lag barkeit annehmen, was nur die Liebe geben ſollte.“ nicht mehr, ſelbſt eine Kranke, auf dem Lager, ſie ſaß, eine für Serupel,“ rief Aline, Pflegerin, an dem Krankenbett eines Dritten, eines jungen Officiers, dem eine Kugel das Licht beider Augen geraubt
Die Geſchwiſter blieben allein.„Weißt Du,“ ſagte
„Was ſind das nun wieder f „jedenfalls ſtehſt Du einzig da unter den Männern, daß
abgeleitet iſt), ſo wie das Einhemmen des Wagens obliegt. Einen beſtimmten Sitz hat dies perpetuum mobile nicht; bald läuft der Teufelskerl heulend und hauend neben den Thieren her und er⸗ füllt die Luft mit ſeinen gräßlichen carajo's, dem Allerwelts⸗ ſchimpfwort Spaniens, oder er ergeht ſich in ohrenſchmerzendem „hatia“-Geſchrei, welches— wahrſcheinlich ein corrumpirtes „anda“(geh') oder„hacia la derecha“(hott!)— die beliebteſte Interjection der hierländiſchen Poſtillons zu ſein ſcheint, obſchon man ſte in keinem Dictionnaire findet; bald hockt er hinten auf dem zur Rotunde führenden Wagenbret auf; bald endlich hängt er vorn am Bocktritt, an der Deichſel oder Gott weiß wo! Die zähe Ausdauer eines ſolchen Knaben iſt wahrhaft ſtaunenswerth; ſie mag allein durch die Reitvirtuoſität des gleichalteruwn, oft noch jüngeren Delantero übertroffen werden, der, ſo gut wie alle den Poſtzug bedienenden Perſonen, auf der ganzen Tour niemals abgelöſt wird, indem man nur die Zugthiere, nicht die Poſtillons auf den Stationen wechſelt. Oft ſitzt daber ſolch ein Bürſchchen, das noch lange nicht ausgewachſen iſt, 80 Stunden im Sattel, und blos während des Umſpannens vermag es ſich einige Augen⸗ blicke Raſt zu gönnen. Und dabei ſteht auch dem Delantero, wie ſeinen beiden Collegen, der Mund nicht eine Secunde lang ſtill; wenn er nicht flucht, ſo ſchmeichelt und liebkoſt er ſein Vieb, mit dem er überhaupt vollſtändig identificirt erſcheint, denn ſelten wird er wobl anderswo geſchlafen haben, als auf der Streu im Maul⸗ eſelſtall. Der Himmel weiß, wo dieſe Menſchen ihre Lungen her⸗
niſſe, ſicherer Blick und ausdrucksvolle Schilderung weiß er dabei zu entfalten. Ein paar Genrebilder greifen wir, wie der Zufall ſie uns wählen läßt, aus dem Ganzen heraus.
Spaniſche Poſtillone.
Beiläufig mag hier bemerkt werden, daß jeder ſpaniſche Eil⸗ wagen(mit Ausſchluß der königlichen Mallepoſt) aus einem drei⸗ ſitzigen Coupé, la Berlina genannt, einem ſechsſitzigen Interior, dem Bau unſerer Poſtwagen entſprechend, und einer vierſitzigen Rotunda beſteht, in die man von hinten einſteigt und worin man ſeitwärts vis-à vis ſitzt. Oberhalb des Coupé's fehlt überdies die franzöſiſche Banquette, die auch noch für drei bis vier Perſonen Platz bietet, niemals. 1
Unſere Diligence erhielt eine vollſtändig ſpaniſche Beſpan⸗ nung: acht bis zehn derbe Maulthiere mit künſtlich geſchorenem Fell und Schwanz, paarweiſe hintereinander geſpannt und mit rothen Büſcheln, Klingeln, Meſſingbuckeln abenteuerlich aufge⸗ ſtutzt, verdrängten die der hocheuropäiſchen Civiliſation entſprechen⸗ den vier Poſtroſſe. Auf dem vorderſten Paare reitet nach natio⸗ nalem Brauche ein Bürſchchen, zwiſchen 14 und 17 Jahr alt, delantero oder Vorreiter genannt, während der ältere Poſtillon und Wagenfühzer, der mayoral, auf dem Bock ſitzt und nur die Zügel der Stangenthiere in der Fauſt hält, ſo daß die mittleren Paare ſich im Grunde völlig ſelbſt überlaſſen ſind. Zur Hülfs⸗
leiſtung des Mayoral dient überdies noch ein junger Bengel, haben! Eine Paviereigarre im Munde— und ſie ſind vor jeder zagal geheißen, dem namentlich die Peitſchenführung, das An⸗ Defaillanke bewahrt!— An Uniform iſt übrigens bei den ſpani⸗
ſchen Poſtillons eben ſo wenig zu denken, als an Trompeten odet
treiben der ſtets bei ihren Namen gerufenen Thiere(eine Thätigkeit, 1 Hörner, die ſchon in Frankreich aufhören.
die der Spanier mit dem Zeitwort arrear bezeichnet, wovon arriero!
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