Jahrgang 
01-26 (1857)
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ſind Beförderer und Anhänger derſelben geworden, und 0 7

Novellen⸗Zeitung.

trauen iſt auch in ſofern gerechtfertigt, als die Dänen

die Verhältniſſe ſind derartig umgewandelt, daß nicht mehr durch die Lage ihres Landes eben ſowohl allen europäi⸗

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die heißblütige Jugend von einer Vereinigung der drei Reiche träumt, ſondern gewiſſe Zukunftsplane der leitenden Staatsmänner ſich alles Ernſtes damit verbinden. Vor⸗ läufig mag man ſich erinnern, daß der däniſche König kin⸗ derlos iſt, auch keine Leibeserben zu erwarten hat, der Thronfolger aber, welcher die beſtehende Verfaſſung nicht bindend anerkennen wollte, eben ſo wenig beliebt iſt wie

ſein Erbe, der Herzog von Glücksburg, Prinz Chriſtian zu

Dänemark, den die Londoner Conferenz als zukünftigen König der Dänen beſtimmte.

Viele ſchwediſche und norwegiſche Männer wünſchen Verſöhnung mit Deutſchland, wünſchen eine verſtändigende Vermittelung über das ſtreitige Schleswig und ſagen, wie ich ſelbſt bezeugen kann, es den Dänen unumwunden ins Geſicht, daß aus der Union nichts werden könne, wenn nicht das verwandte, mächtige Deutſchland eine Stütze da⸗ für geworden. Andrerſeits freilich iſt die Deutſchenfreſſerei noch immer im beſten Gange, und mehr als ein ſpaßhaftes Exemplar von echten Scandinaven iſt mir vorgekommen, das bei jedem Frühſtück ein paar Dutzend dieſer deutſchen Seclaven zu Ragout zerhackt verſchluckte, und deren Appetit nach deutſchem Blut und Fleiſch wahrhaft lebensgefährlich komiſch war. Das ſind jedoch Auswüchſe. Die Haupt⸗ ſache bleibt, daß gerade bei den Feſten in Upſala und Stock⸗ holm die Dänen ſich überzeugen mußten, wie ihr beſonderer Plan mit dem Scandinavismus weit ab vom Gelingen iſt, und ich will die ſchwediſche und norwegiſche Meinung ein⸗ flußreicher Führer angeben, wie ſich dieſe gegen mich aus⸗ ſprachen und wie ſie auch den Dänen durchaus nicht vor⸗ enthalten wurde.

Schweden ſowohl wie Norwegen ſind im Voraus ſchon mißtrauiſch, daß die Dänen, wenn es wirklich zu einer Union kommt, darin den erſten Platz einnehmen und die Hegemonie im Bunde an ſich reißen werden. Dies Miß⸗

ſchen Bewegungen näher ſtehen, wie ſie durch Bildung,

geiſtige Beweglichkeit und Klugheit oder Schlauheit in Be⸗

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nutzung aller Umſtände auch bei den nordiſchen Völkern den Ruf erlangt haben, geriebene Burſchen zu ſein, die das Gras wachſen hören. Geſchmeidig und eitel wie ein Däne ſein, oder wie ein Däne lispeln, ſind Redensarten, die man oft hört, aber man kann nicht leugnen, daß in Kopen⸗ hagen die meiſte allgemeine Bildung eben ſowohl zu finden iſt, wie an Kunſt und Wiſſenſchaft die Dänen den drei Nationen voranſtehen. Sie haben das vorherrſchend welt⸗ männiſche Weſen und ſind die Diplomaten des ſcandina viſchen Nordens; geſchickt im Unterhandeln und wohlbe⸗ wandert in der Kunſt, alle Vortheile zu benutzen, dabei voll Selbſtgefühl, ruhmbegierig und vaterlandsliebend, tapfer und herrſchſüchtig; kurz, man kann ſich vor ihnen in Acht nehmen, das wiſſen Schweden und Norweger faſt noch beſſer, als wir.

Die Schweden ſagen daher:Wir werden uns hüten, einen Bund mit den Dänen zu ſchließen, bei dem wir vor⸗ ausſehen können, daß ſie uns zuletzt als Vaſallen behan⸗ deln oder in ihre Taſche ſtecken wollen. Dänemark iſt ein halb deutſches Land, es muß erſt ein ganz ſcandinavi⸗ ſches werden. Die deutſchen Herzogthümer Holſtein und Lauenburg muß es vollſtändig von ſich abthun und auf⸗ geben, über Schleswig aber muß es ſich mit den Deutſchen einigen. Die deutſche Hälfte von Schleswig gehört ihm nicht, auch dieſe muß wegfallen; wir können keine deutſche Bevölkerung brauchen, die nicht zu uns gehört, auch nicht zu uns gehören will. Iſt Dänemark auf dieſe Art geſchmälert, und wir wollten, es behielte nichts als die Inſeln ſo kann es nicht mehr daran denken, die erſte Rolle ſpielen zu wollen. Es muß dann den däniſchen Hochmuthskitzel von ſelbſt fallen laſſen und muß ſeinen Schwerpunkt bei uns ſuchen, bei Schweden. Daher iſt

Hortenſe und ihres damaligen Großſtallmeiſters, des Grafen Fla⸗ hault. Die durch mehrere ſehr ſchön geſchriebene Romane be⸗ kannte Madame Sonza, die Mutter des Grafen Flahault, leitete ſeine Erziehung. Die Königin Hortenſe hatte ihm ein Legat von 40,000 Fr. jährlicher Rente hinterlaſſen. Er beſuchte das College Bourbon(wo er mit ſeinem damaligen Schulkameraden Edgar Ney eine ſpäter ſo wichtig gewordene Freundſchaft ſchloß), kam dann in die Generalſtabsſchule, trat als Unterlieutenant ins erſte Uhlanenregiment, wurde nach Algier commandirt, ſchlug ſich tapfer, namentlich bei dem Sturm von Conſtantine. Im Jahre 1838 nahm er ſeinen Abſchied, kaufte ſich in der Auvergne an und ent⸗ wickelte bei der Runkelrübenfabrication ſo viel Genie, daß er ſchon drei Jahre darauf Präſident einer Verſammlung dieſer Induſtriel⸗ len ward. Mehr brauchtenes unter Louis Philipp nicht, um eines Sitzes in der Deputirtenkammer ſicher zu ſein. Im Jahre 1842 wurde er zum Abgeordneten gewählt. Man ſchreibt ihm eine Reihe von Aufſätzen zu, die in derRevue de deux Mondes ꝛc. erſchienen. 1 Talent. Genug, ſeine Deputirtenſtelle führte ihn in ſehr gute Verbindungen mit der königlichen Familie, und der Herzog von Orleans wurde ſein Freund. Es iſt ein ſchöner Zug im Charakter des Grafen, daß er dieſe Anhänglichkeit für das perſönliche Schick⸗ ſal der Orleans'ſchen Familie auch unter der Regierung des gegen⸗ wärtigen Monarchen nicht aufgegeben hat. Seine Stellung zur Zeit und im Momente des Staatsſtreiches iſt hinlänglich bekannt und oft erzählt worden. Man weiß, daß er einer der Hauptfac⸗ toren bei der Ausführung deſſelben war. Ob es wahr iſt, daß er am 1. December durch den Börſenmakler Manuel ſo viel Staats⸗ papiere, als zu erlangen waren, aufkaufen ließ und dadurch den

Andere beſtreiten entſchieden ſein ſchriftſtelleriſches

Grund zu ſeinem großen Vermögen legte dieſe Thatſache zu conſtatiren überlaſſen wir den Biographen von Fach. Hier han⸗ delt es ſich bloß, in allgemeinen Umriſſen die Lebensgeſchichte des

Mannes zu ſkizziren, der mittelbar wie unmittelbar eine hochwich⸗

tige Rolle in der politiſchen Geſchichte unſerer Gegenwart geſpielt hat und offenbar noch zu bedeutenden Einflüſſen auf die Geſchichte der nächſten Zukunft berufen iſt.

Aus der Gegenwart. Statiſtiſches von Paris.

unter der Einwohnerſchaft von 1,053,000 Seelen zählt Paris nur 28,000 Nichtkatholiken. Die Pariſer Weltgeiſtlichkeit hat 882 Prieſter, die den Dienſt in 46 Kirchſpielen verſehen. Es beſtehen außerdem 12 Mönchs⸗ und 48 Frauen⸗Klöſter. Unter den erſtern ſind die der Dominikaner, der Franziskaner, der Jeſuiten, der Sulpicianer, der Lazariſten; dann die Brüder von Saint⸗Jean⸗ de⸗Dieu, die Brüder der chriſtlichen Lehre, die Picpus⸗Prieſter, die barmherzigen Brüder, die Brüderſchaft auswärtiger Miſſionen, die des heiligen Geiſtes, das irländiſche Seminar und die Congre⸗

gation der heiligen Maria. Unter den 48 weiblichen Orden,

welche 5400 Mitglieder zählen, verdienen eine beſondere Erwäh⸗ nung die Töchter des heiligen Vincenz von Paula, die außer dem Mutterhauſe in Paris 68 Filiale haben, in denen 596 Schweſtern theils in den Hoſpitälern, theils in den Wohnungen 150,000 Kranke warten und 20,000 Kinder erziehen.

Die freiwilligen Vereine zu wohlthätigen Zwecken ſind von

LIII. Jahrg.

Nr. 7.)

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