Jahrgang 
01-26 (1857)
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wieder frei von däniſcher Herrſchaft wurde. Schweden blieb unter däniſcher Oberhoheit bis zum Jahre 1523, wo Guſtav Waſa's Empörung es losriß. Seit dieſer Zeit war durch eine Reihe von Kriegen der Haß der beiden ſcandinaviſch⸗germaniſchen Stämme fortgeſetzt gereizt wor⸗ den und Vieles hinzugekommen, um einen Nationalhaß daraus zu machen. Die Eroberungs⸗ und Heldenzeit der Dänen wurde von den Schweden beendigt, deren gewaltige Könige, beſonders im Laufe des 17. Jahrhunderts, Dänen, Ruſſen und Polen überwanden, den Dänen vornehmlich Alles abnahmen, was dieſe noch von ſchwediſchem Land auf der ſcandinaviſchen Halbinſel beſaßen, und ihnen über⸗

Novelſen⸗Zeitung.

geſellſchaftliche Organiſation weſentlich verſchieden.

dies bedeutende Stücke von Norwegen entriſſen, wie Jemt⸗

land, Herjedalen und Bleckingen, die noch jetzt zu Schwe⸗ den gehören. Damals verloren die Dänen auch Halland und Schonen, d. h. den ſüdlichen Theil des jetzigen Schwe⸗ dens, der den däniſchen Inſeln gegenüber liegt und deſſen Einwohner noch heutigen Tages von den Schweden eben ſo wenig als rechte Schweden anerkannt werden, wie ſie ſelbſt ſich dafür halten. Die Dänen wurden auf ihre In⸗ ſeln gedrängt, und wenn der kühnſte und tapferſte aller ſchwediſchen Könige, Karl der Zehnte, nicht vorzeitig ge ſtorben wäre, würde es wahrſcheinlich damals aufgehört haben ein däniſches Reich zu geben.

Seit dieſer Zeit wurden die bedrängten Dänenkönige nun Rußlands Bundesgenoſſen. Daher ſagt ein ſchwe⸗ diſches Sprichwort, daß, ſobald der ruſſiſche Bär Miene machte, über den ſchwediſchen Löwen herzufallen, immer auch der däniſche Hund da war, um dieſen hinterrücks in die Beine zu beißen, und man kann denken, daß, wo der⸗ gleichen ſprichwörtliche Redensarten gäng und gebe ſind, keine beſondere Zärtlichkeit zu finden iſt. Auch die Nor⸗ weger hatten es nicht vergeſſen, was die Schweden ihnen abgenommen. Oftmals waren dieſe in ihr Land gefallen und hatten Miene gemacht, ganz Norwegen zu verſpeiſen. Falſch wie ein Schwede ſein, hört man noch jetzt zuweilen

im Munde der Norweger, es war daher gewiß keine leichte Aufgabe für die Dänen, einer ſcandinaviſchen Verbrüde⸗ rung und ſcandinaviſchen Unionsgefühlen bei ſo feindlich geſinnten Nachbarn Eingang zu verſchaffen. Anfangs ſchien es auch wenig zu glücken, und die erſten von den Dänen ausgeſchriebenen Einladungen an die ſtudirende Jugend in Schweden und Norwegen hatte beſonders bei den Letzteren ſehr geringen Erfolg.

Die politiſchen Zuſtände der drei ſtammverwandten Nationen waren ſich auch keineswegs gleich, ſo auch ihre In Norwegen gibt es keinen Adel und ſehr wenige große Grundbeſitzer, die obenein gar kein politiſches Vorrecht genießen. Der Bauer iſt in Norwegen Herr, und ich werde ſpäter zeigen, wie überwiegend er dies geworden, da die wenigen Städte ihm kein Gegengewicht halten konnten. Dieſem Lande voll freier Bauern gegenüber, das ſo ſelbſt⸗ ſtändig, mißtrauiſch und in ſich abgeſchloſſen iſt, ſteht Schweden mit einer alterthümlichen, vierſtändigen Ver⸗ faſſung, mit deren Hülfe Adel und Prieſterſchaft die über⸗ mächtigen Stände ſind. Der zahlreiche Adel iſt eben ſo zähe in Erhaltung ſeiner Privilegien, wie die mächtige Geiſtlichkeit, und beide vereinigt üben einen beſtimmenden Einfluß auf die Regierung aus. In Dänemark endlich herrſchte bis vor wenigen Jahren der väterliche Abſolutis⸗ mus, welcher alles Mögliche gethan zu haben glaubte, wenn er ſich bis auf den Standpunkt der berathenden provinzial⸗ ſtändiſchen Monarchie erhob, die jedoch von der däniſchen Preſſe, welche, wenn auch überwacht, ſo doch cenſurlos war, fortgeſetzt angegriffen und untergraben wurde. Die ſcandinaviſche Union ſollte nun als erſtes Ziel alle drei Völker zu einer gleichmäßigen, bürgerlichen, natür⸗ lich demokratiſchen Freiheit führen. Norwegens Freiheit ſchwebte dabei den Schweden und Dänen vor, und warum ſollte ſich die Jugend nicht für ein ſo ſchönes Ziel begeiſtern, das Frieden und Freundſchaft, gleiche Freiheit und gleiche

rühmten Gaſtmahle des Kallias der Gaſtgeber ſeinen Gäſten die Unterhaltung eines Schauſpiels dieſer Art gewährte, welches ein Syrakuſaner dirigirte, der in ſeiner Kunſt ausgezeichnet geſchickt war. Bei Ausgrabungen hat man übrigens ſowohl griechiſche als römiſche Marionetten gefunden, welche mehr oder minder gut

erhalten waren, und in der kaiſerlichen Bibliothek in Paris können

Neugierige dergleichen ſehen.

Mehrere Stellen des Petronius, Horaz, Marc Aurel ac. be⸗ weiſen hinlänglich, daß die Römer die Marionetten kannten. Sie hatten ſelbſt in dieſem Zweige der dramatiſchen Kunſt eine große

Vollkommenheit erreicht, und Ariſtoteles und Apulejus zollen ihnen

in dieſer Beziehung ein überſchwängliches Lob. Sehr ſchwer iſt es übrigens, mit Genauigkeit die Gattung

von Stücken zu bezeichnen, welche dieſe hölzernen Schauſpieler

darſtellten, ſo wie die verſchiedenen ſtehenden Charaktere derſelben;

indeß herrſchte zwiſchen ihnen und denen der modernen tentheater jedenfalls eine große Familienähnlichkeit.

Marionet⸗ Man findet

da den Pappus und den Casnar, bald leichtfertig, geizig und ver⸗

ſchlagen, bald als einfältigen Greis, der von aller Welr Letrogen wird; den Bucco, eine Perſon mit gewaltig dicken Backen und großem Munde, einen ſchmarotzenden Schwätzer, dienſtfertig, doch träge und komiſch; den Maccus, eine Art von Harlequin oder

Polichinell; den Manducus, eine abſcheuliche Maske, welche ge⸗

waltige Zähne zeigte, die ſie zum Schrecken der Kinder laut klap⸗ pern ließ; die beiden ſchwatz⸗ und klatſchhaften Gevatterinnen Citeria und Petreja, deren unerſchöpfliche und oft ſehr pikante Klatſchereien das Volk mit wahrem Entzücken anhörte. a.

Zur Länder und Völkerkunde. goldgewinn in dibirien.

Wenn auch die Goldlager in Sibirien weniger reich ſind als in Californien und Auſtralien, ſo ſind ſie doch ſehr einträglich und tragen viel zur Vermehrung der edlen Metalle in Europa bei. Nach den neueſten Nachrichten aus St. Petersburg vom 21. Jan. d. J. ſah man daſelbſt der Ankunft zweier Convois mit Gold⸗ barren entgegen, die von Barnaul abgegangen ſind und bereits Niſchni Nowgorod paſſirt haben. Das eine derſelben enthält ungefähr 11,466 Pfund, das andere 11,116 Pfund reines Gold, das dem kaiſerlichen Schatze gehört. Noch größer iſt der Gold⸗ gewinn der Privatleute von den ihnen eigenthümlich zugehörenden Goldlagern in Sibirien, der bis jetzt durchſchnittlich jährlich gegen 49,140 Pfund reines Gold, beträgt. Es iſt übrigens die Wahr⸗ ſcheinlichkeit vorhanden, daß der Goldgewinn in Sibirien, ſich bald viel höher ſtellen wird. Ein Einwohner in Sibirien, Namens Pakulew, hat nämlich eine neue Maſchine für das Waſchen des goldhaltigen Sandes erfunden, bei welcher die Hälfte der bishe⸗ rigen Arbeiter erſpart wird. Derſelbe iſt bereits wegen der Er⸗ theilung eines Patents für ſeine Erfindung eingekommen, und da das wiſſenſchaftliche Comité für das Bergweſen den Nutzen der Maſchine anerkannt hat, ſo iſt es ſehr wahrſcheinlich, daß dieſelbe in der Zukunft für die Ausbeutung der Goldlager ſowohl von der Regierung wie von den Privatperſonen benutzt werden wird. Die erſte Folge davon wird ſein, daß ſelbſt diejenigen Goldlager in Angriff genommen werden können, bei denen ſich bisher die Arbeit nicht bezahlt machte. Dann werden aber auch die 40,000 Arbei⸗ ter, welche bisher in den Goldminen von Privatperſonen beſchäf⸗

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