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Nr. 7.] Dritte
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dem ſeiner Mußter zur Mörderin wurde. War es doch lediglich die Fucht, Aufſehen zu erregen und von ſich ſprechen zu mochen, was die Comteſſe zur Somnambüle machte, da ſig jenes nicht durch Körperſchönheit, Liebreiz und geiſtige Bildung erzielen konnte. Man ſage mir doch, was für Gutes vaus dem Somnambulismus mit ſeinem Hellſehen bis jetzt hervorgegangen iſt? Welche Aufſchlüſſe über das geheimnißvolle Jenſeits er uns gegeben, welche bisher verborgene Heilmittel er entdeckt hat, welche heil⸗ ſamen Lehren, Warnungen und Weiſſagungen über ſomn⸗ ambüle Lippen gefloſſen ſind? Waren die Somnambülen nicht in der Regel jüngere Frauenzimmer, deren Eitelkeit und Leichtgläubigkeit ſie in die Hände von angeblichen Magnetiſeurs führten, welche nur zu oft ihrem Eigennutz fröhnten? Nach dieſen Betrachtungen war ich keinen Augenblick mehr in Ungewißheit, was ich zu thun hätte. Nach beendigter Vorleſung am Abende überreichte ich der Gräfin Mutter einen Brief, in welchem ich offen erklärte, daß ich mich zum Arzt, doch nicht zum Magnetiſeur be rufen fühlte, daß ich weder Glauben an den Somnambulis mus beſäße, noch je mich mit demſelben befreunden könnte,
4* ich endlich bei meiner unerſchütterlichen Meinung be⸗ J
erte, wie das ganze Leiden ihrer Tochter lediglich in der Hyſterie wurzele und dieſelbe nur durch eine völlig ver⸗ änderte Lebensweiſe zu bannen ſei. Wünſche es die Frau Gräfin, ſo würde ich gern das Vorleſeramt ferner behalten, doch an dem Krankenbette der jungen Comteſſe nie wieder mich zeigen.
Des andern Tags ſtellte ſich Herr Willkomm mit trüber Miene in meiner Wohnung ein. Meinem rückſtändigen Leſehonorar war noch ein anſehnliches Geldgeſchenk beige fügt, zugleich aber auch die Erklärung, daß man meiner im gräflichen Hauſe in keinerlei Weiſe mehr bedürfe. Herr Willkomm erzählte mir, daß es noch am geſtrigen Abende und in Folge meines Briefes einen heftigen Auftritt zwi⸗ ſchen der Gräfin und deren Tochter gegeben, in welchem
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aber doch zuletzt der unbeugſame Eigenwille derm jungen Comteſſe obgeſiegt habe.„Wir Alle,“ fuhr Herr Will komm fort,„ſtehen auf Ihrer Seite, Herr Doctor, und betrauern aufrichtig Ihre Entfernung aus unſerm. Hauſe. Sehen Sie! auch ich beſitze eine Tochter, von gleichem Alter wie unſere junge Comteſſe, und ſie würde ſich in den Dienſten meiner Gnädigen gar nicht übel ſtehen. Allein lieber bergube ich mich der Freude, mein Kind ſtets um mich zu haben, und habe es deswegen zu meinem Bruder aufs Land gethan, damit es nicht ebenfalls von der Narr heit der jungen Comteſſe angeſteckt, ſondern zu einer tüch⸗ tigen Hausfrau gebildet werde, die einſt ihrem Manne das Leben verſüßt, anſtatt verbittert.“
Herr Willkomm ſchüttelte mir zum Abſchied die Hand und wir ſchieden als gute Freunde von einander. Die Sache ward bald ruchbar in der ganzen Hauptſtadt und zwar nicht zu meinem Nachtheil. Bei meinem erſten Zu⸗ ſammentreffen mit dem königlichen Leibarzt redete mich derſelbe an, indem er das Geſpräch auf die fremde Gräfin und mein Verhältniß zu deren Tochter lenkte. Während einer längeren Unterredung, die bald ins wiſſenſchaftliche Fach überging, bezeigte der Leibarzt ſeine Zufriedenheit mit meinen geäußerten Anſichten und Grundſätzen, und die Folge davon war, daß mich der vielgeltende Mann ſolchen Kranken empfahl, deren Cur er ſelbſt aus Zeit⸗ mangel ausſchlagen mußte. Bald vertauſchte ich meine Dachwohnung mit einer beſſeren und größeren, aber die erſte Gründerin meines Glücks meine brave Aufwär⸗ terin behielt ich bei, und dieſe freute ſich wie eine Mutter über mein raſches Emporkommen, zu welchem ein verſchwollenes Antlitz die zweite Stufe geworden war
Drei Jahre vergingen, in welchen ich nichts mehr von meiner ſomnambülen Gräfin vernahm. Da trat eines Tags unvermuthet Herr Willkomm mit recht fr eundlichem Lächeln in meine Wohnung
„Da wären wir wieder“ ſprach er nach der erſten
impoſante Geſtalt des Capitains unterſchied, der auf das Verdeck ſtürzte und mit dem Sprachrohr in der Hand die Luke über dem Feuer zu ſchließen befahl. Als dies geſchehen war, eilte er in den Raum hinab. Die zwei oder drei Minuten ſeiner Abweſenheit erſchienen uns wie ein Jahrhundert; denn Alle waren überzeugt, daß von ſeinem Ausſpruch, ſeinem Benehmen unſer Heil abhing.
Endlich erſchien er, geſchwärzt von dem Feuer, und warf ein Pack, dem Anſcheine nach eine Leiche, auf das Deck. Sich Haw kins nähernd, ſagte er ſehr raſch, doch mit gedämpfter Strimme „Eilen Sie hinab; wecken Sie alle Paſſagiere und bringen⸗ Sie mir die Piſtolen aus meiner Cajüte. Schnell! S chnell! Der Verluſt einer Minute kann unſer Aller Untergang ſein.“
. Dann wendete er ſich zu den ihn umſtehenden Matroſen und ſagte kurz, doch feſt:
„Ihr wißt, daß ich unfähig bin, Euch zu täuſchen; hört mich alſo aufmerkſam an. Das Thier, das Ihr dort liegen ſeht, der Diener des Lieutenant Arguellas, hat mit ſeinem Lichte den Rum entzündet, den er ſtehlen wollte. Der ganze Keller ſteht in Flam men und es hieße eine koſtbare Zeit verlieren, wollten wir daran denken, das Feuer zu löſchen.“
Ein Schrei der Wuth und des Entſetzens erhob ſich unter der Equipage. Die Matroſen ſtürzten nach der Schaluppe, aber auf den Donnerruf des Capitains blieben ſie ſtehen.
„Daß ſich Keiner rühre!“ gebot er.„Entſtehen Unordnung und Uebereilung, ſo ſind wir Alle verloren! Mit Muth und Ent ſchloſſenheit können Alle, die an Bord ſind, gerettet werden, ehe das Pulver von dem Feuer erreicht wird. Den Erſten, der unge horſam zu ſein wagt,“ fügte er hinzu, indem er aus Hawkins Hän
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den ſeine Piſtolen nahm,„ſchieße ich nieder! An die Arbeit jetzt! Ruhig! Entſchloſſen!“
Der paniſche Schrecken, blick erfaßt hatte, war verſchwunden, Zeit lagen die drei⸗ Boote an der Landſeite Schiffes im Waſſer, die größeren jedes mit drei, das kleinſte mit zwei Matroſen be⸗ mannt. Vier Mann, die der Capitain perſönlich aufrief, blieben⸗ bei ihm.
Während deſſen waren die ſämmtlichen Paſſagiere, halb an gekleidet und von Entſetzen ergriffen, auf das Deck geeilt. Sobald Boote das Waſſer berührten, ſtürzten ſich Männer und Weiber, Weiße und Schwarze, in wilder Verwirrung dem Bord zu Aber der Capitain, unterſtützt von ſeinen pier kräftigen Matroſen, ſtieß ſie heftig zurück.
„Halt! halt!“ ſchrie er mit Donnerſtimme, die Ordnung eines Leichenbegängniſſes beobachtet werden die Frauen und die Kinder; dann die Greiſe. Reichet die
welcher die Equipage einen Augen⸗ und nach unglaublich kurzer
des
die
„Es muß hier Zuerſt Hand
der Sennora Arguellas und dann der Donna Antonia, ihrer Toch ter! Vorwärts!“
Als das junge Mädchen, mehr todt als lebendig, hinabſteigen wollte, brach ein Feuerſtrahl durch eine Luke. Die Paſſagiere
ſtießen einen Angſtſchrei aus, und Dupont, ſich gewaltſam einen Weg zur Leiter bahnend, ſtieß Antonia ſo heftig zur Seite, daß er ſie ohne den ſchnellen Beiſtand Starkey’s in das Meer geſchleudert haben würde.
„Zurück, Elender! Zurück, Memme!“ ſchrie der Capitain, außer ſich gebracht durch die Gzefahr des jungen Mädchens. „Matroſen,“ rief er darauf ſeinen Leuten zu,„den Erſten, der die
Ordnung ſtört, werft in das Meer!“


