Jahrgang 
01-26 (1857)
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rg. Nr. 7.]

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Liebe Jeannette erwiderte ich,durch künſtliche Mittel, wie Schlafpulver, wird kein erquickender und ruhi⸗ ger Schlaf erzielt, wohl aber eine Art von Betäubung hervorgebracht, während welcher wir uns mit ſchweren Träumen herumſchlagen und dann mit wüſtem Kopfe er⸗ wachen.

Immerhin! meinte Jeannette.Wenn ich nur ein⸗ mal ſo ſchlafen kann, daß ich nichts von mir weiß. Thun Sie mir dieſen einzigen Gefallen, Herr Doctor!

Auf dieſe Bitte gab ich der Kammerjungfer vier Pül⸗ verchen Morphium mit der Weiſung, ſolche ſparſam und nur eins auf einmal einzunehmen. Als ich aber am andern Tage die Kranke um die zweite Nachmittagsſtunde beſuchte,

fand ich ſie in einem tiefen, jedoch unruhigen Schlafe be⸗

folge. 101 ausſchlafen wollte, ſo mußte auch die Comteſſe ein Glei⸗ ches thun.

Ich ſchalt die Jungfer wegen des Mißbrauchs meiner Gabe tüchtig aus, befahl ihr das tiefſte Stillſchweigen an

und ſchrieb mir die gemachte üble Erfahrung hinter's Ohr.

Damit hielt ich die ärgerliche Geſchichte für abgethan; allein

ich irrte mich hierin ſehr. Als ich nämlich am nächſten Nach⸗

fangen und die darüber theils erfreute, theils beſorgte

Gräfin Mutter an dem Lager ihrer Tochter ſitzen. Dieſe träumte lebhaft und ſtieß im Schlafe haſtige, wenig ver⸗ ſtändliche Worte hervor. Daß jener kein magnetiſcher war, leuchtete mir ein; vielmehr befiel mich eine Beſorg⸗ niß, die nur zu gegründet ſich erwies.

Wo iſt Jeannette? fragte ich haſtig und erfuhr, daß

und ich ließ ſchnell etwas ſtarken Kaffee aufgießen, von welchem ich der ſchlafenden Comteſſe, nicht ohne Mühe, etliche Kaffeelöffel voll einflößte. Als ich am Spätabende zum Vorleſen mich einſtellte, ſuchte ich vorher die unlängſt erſt munter gewordene Kammerjungfer auf und gebot ihr, mir die ihr überlaſſenen und noch vorhandenen Schlaf⸗ pülverchen vorzuzeigen. Anfänglich machte ſie allerlei Ausflüchte. Als ich aber mit der Gräfin drohte, geſtand ſie ein, daß ſie ſelbſt zwei von den Pülverchen eingenommen und die übrigen der jungen Comteſſe unter das Trinkwaſſer gemiſcht hätte.

Wenn ich, entſchuldigte ſich Jeannette,einmal

mittage zur Comteſſe kam, redete mich dieſe mit ungewöhn⸗ licher Lebhaftigkeit an.

Als Sie mich geſtern um dieſe Stunde beſuchten ſprach ſie,fanden Sie mich in einem tiefen Schlafe be fangen und, wie Mama mir erzählt hat, in demſelben laut ſprechend?

So war es! bejahte ich.

Verſtanden Sie, was ich redete? Waren es unge⸗ wöhnliche, erhabene Gedanken, die ich, mir unbewußt, ge⸗ äußert habe?

Leider waren es nur einzelne Worte, höchſtens unver⸗ ſtändliche Phraſen, ohne klaren Sinn und ohne Zuſammen⸗ hang erwiderte ich.

Sie haben ſehr unrecht gethan fuhr die Kranke

1 jragte daß fort,die Kriſis, in welcher Sie mich fanden, gewaltſam die Jungfer ebenfalls feſt ſchliefe und nicht zu erwecken ſei. Dieſer Umſtand erhob meine Befürchtung zur Gewißheit

durch ſchwarzen Kaffee zu unterbrechen. Hätten Sie lieber in Ruhe gewartet. Dann würde ſich von ſelbſt das Un⸗ klare in meinen Worten in hellſtrahlendes Licht verwan⸗ delt haben und die leidende Menſchheit um ein beglücken⸗ des Wiſſen reicher geworden ſein. Von meinen Lippen würden Sie den Sitz meines Uebels und die Heilmittel dagegen vernommen haben. Wehe über Ihr vorzeitiges Einmiſchen, wenn dadurch mein magnetiſcher Schlaf und deſſen prophetiſches Sprechen für immer wegbleiben ſollte!

Wie? rief ich unter einem ungläubigen Lächeln aus,Sie glauben doch nicht etwa, daß Sie ſomnambül ſind oder es werden könnten?

Endlich, endlich trat das Wort über Ihre Lippen

ſchimpfende Aeußerung über die Königin von England, und der Capitain warf ihm dafür ſein Glas mit Wein in das Geſicht. In demſelben Augenblick ſprangen Beide auf, doch es ſchien, als hätten ſie durch das Ereigniß ihre Kaltblütigkeit wiedergewonnen.

Der Capitain nahm zuerſt wieder das Wort.

Ich bitte Sie um Verzeihung, Herr Dupont, ſagte er mit einer gewiſſen Verlegenheit;ich handelte ſehr unrecht, obgleich ich nicht ohne Entſchuldigung für das bin, was ich that.

Verzeihung? Tauſend Donner! ſchrie ſein Gegner wüthend und indem er ſich mit dem Taſchentuche die Stirn trock⸗ nete.Verzeihung? Ja, eine Piſtolenkugel ſoll Ihnen meine Verzeihung bringen!

Und in der That war nach den auf Cuba herrſchenden Be⸗ griffen ein Duell die einzige mögliche Löſung. Der Lieutenant Arguellas eilte daher in das Haus und kehrte gleich darauf mit einem Käſtchen mit Piſtolen zurück. 1

Gehen wir nach dem benachbarten Gehölz! halblaut..

Er nahm den Arm Dupont's und Beide machten einige Schritte, ſich zu entfernen. In dieſem Augenblicke trat Herr Desmond, der älteſte der drei Amerikaner, auf den Capitain zu, der ſeine ganze Kaltblütigkeit wiedergewonnen hatte und mit über⸗ einandergeſchlagenen Armen neben dem Tiſche ſtand.

Mein lieber Herr, ſagte Desmond,ich bin in dergleichen Angelegenheiten nicht ganz unerfahren und wenn ich Ihnen nütz⸗ lich ſein kann

Ich danke Ihnen, Herr Desmond, entgegnete der Capitain, doch ich bedarf keiner Dienſte. Lieutenant Arguellas, Sie können bleiben: Ich ſchlage mich nicht!

ſagte er

und

Was ſagt er? rief der Lieutenant und riß verwundert die Augen auf;nicht ſchlagen?

Ich ſah, daß das angelſächſiſche Blut bei dieſem Beweiſe von der Feigheit eines Mannes ihres Stammes in den Adern der Amerikaner eben ſo heftig ſiedete, wie in den meinigen.

Sich nicht ſchlagen, Capitain Starkey, ſagte Desmond nach einer Pauſe;Sie, deſſen Name in die Liſten der königlichen Marine Englands eingeſchrieben iſt! Sie ſcherzen ohne Zweifel!

Ich ſpreche im vollen Ernſt! Ich bin aus Grundſatz gegen das Duell!

Eine Memme aus Grundſatz! rief Dupont, voll Wuth Spott lachend, und zugleich drohte er dem Capitaiff mit der Fauſt.

Bei dieſer Geberde flammten die ſchwarzen Augen des Capi⸗ tains, aber im Nu bezwang er ſich und ſagte:

Ich muß das ertragen. Ich that Unrecht, mich gegen Sie zu einer Gewaltthat hinreißen zu laſſen, obgleich Ihre Unverſchämt⸗ heit eine Züchtigung verdiente. Aber ſchlagen werde ich mich den⸗ noch nicht mit Ihnen.

Sie müſſen aber meinem Freunde Genugthuung gewähren, rief der Lieutenant Arguellas,oder ich erkläre Sie überall für einen Feigling!

Ohne darauf etwas zu erwidern, ſchellte Starkey und ſagte einem Sclaven, der auf dies Zeichen herbeikam, er möchte der Sennora Arguellas melden, daß er im Begriffe ſtehe zu gehen und deshalb ihre Befehle empfangen würde.. 3.

Der tapfere Engländer wird ſich unter die Weiberröcke flüch⸗ ten, Alphons! vief Dupont ſpöttiſch ſeinem Freunde zu.

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