Jahrgang 
01-26 (1857)
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Jahrg.

innig de Mann

Keiner Bürger griffe zu gehüllt klich ge⸗ rausge⸗ bereiten, nerin iſt Kunft zu Hleat ihn illt hoftig meln ſich Schwein⸗ ohne es

zu dän⸗ Herrn v.

bemerkt s taucht der auf, daß die enſtent⸗ nErbe, gefallen. M 's in der Tagt, pur ge⸗ waͤre s genütt! ung und enze des dRache,

hter mit Namen Soll und v Freitag

forderte wüthend das Leben ſeines Beleidigers, des Räu⸗ bers ſeines Glücks und ſeines Weibes.

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ren Krankenlager entſtieg, war er ein Anderer, als da er ſich niedergelegt; das heißt: nun war er der, zu welchem eine gütige Natur ihn beſtimmt, eine große Erfahrung ihn gezeitigt hatte, ein Mann, ein Menſch ſo lauter und tüchtig, wie ſie nur einzeln und ſelten unter uns wandeln. So wie jene vortreffliche Frau es vorausgeſehen, hatte ein großer Schmerz gleich einem reinigenden Bade die kindi⸗ ſchen Farben von dem menſchlichen Gebilde ſeine Kraft und Schönheit an das Licht gebracht.

Als er an einem milden Octo

Geliebte geſchmückt, noch

er nach einem langen ein Gottesauge über ihm ſtrahlte: Soll ich ihn tödten

Fällen wäre ſie elend, und ſie ſoll habe ſie geliebt, und war es ihre Schu lieben konnte?

der als ſelbſt die Liebe, das iſt die Arbeit; unſer Freund der bis jetzt mit dem Leben getändelt hatte wie ein Kind jetzt ſuchte er ſie, die ſich immer gern finden läßt, und ſi

machte ihn zum Mann. V und arbeitete in ſeinem täuben, dann, angezogen von d das Nothwendige hinausgehend; er forſchte, lernte, ſchei dend und verbindend prüfte er Bekanntes und gewann Un bekanntes. Was er theoretiſch erwarb, verwendete er prak

Beruf, anfänglich um ſich zu be er Kraft der Wahrheit, übe

Als aber Phosphorus Hollunder endlich dieſem ſchwe⸗

geſpült und

bertage zum erſten Male gebeugt über die Terraſſe ſchlich, die er ſo blühend für die einmal die böſen Erinnerungen, die rächenden Fieberträume an ſeinem Sinne vorüber⸗ zogen, ſeine Hand noch einmal ſich krampfhaft ballte, ſagte tiefen Blick in die Sonne, die wie

? mich von ihm tödten laſſen, weil das Leben keinen Reiz mehr für mich hat? In beiden glücklich ſein, denn ich die ſtädtiſchen Einrichtungen zu Muſte ld, daß ſie mich nicht

Es gibt eine Gefährtin treuer als das Glück, helfen⸗

Er ſaß in ſeinem Laboratorium

tiſch, er legte die erſten chemiſchen Fabriken in unſerer Ge⸗ gend an, beförderte deren Wohlſtand und ſeinen eigenen.

Er war jetzt nicht mehr Vortänzer der Geſellſchaft, ſang in Concerten keine Liebeslieder mehr mit dünner Stimme; dilettirte nicht in Heldenrollen mit überflüſſigen Geberden vor lächelnden Zuſchauern, oder für ſich allein; er machte keine wäſſerigen Verſe und ſprach im literari⸗ ſchen Verein, den er gegründet, nicht mehr Abgetragenes über Dinge, die er obenhin verſtand, ſondern wenn er ſprach, ſo war es Erkanntes über Gegenſtände ſeines Fachs. Ueberhaupt aber ſprach er wenig; indem er das Nothwen⸗ dige erſtrebte, fiel ihm das Nützliche zu, und das Schöne entging ihm ſelten. In der feurigen Kugel ſchweigt, ſagt man, die beredteſte Zunge? aber die Angelegenheit des königlichen Baues, Humanität und menſchliche Bruder⸗ pflicht, die hat Phosphorus Hollunder auf das Panier ſeines Lebens geſchrieben, er bekennt und führt ſie öffent lich ohne Ermüden. Kurz vor ſeiner Verheirathung hatten ſeine Mitbürger ihn zum Stadtrath und Mitglied des Magiſtratscollegiums gewählt. Er übernahm jetzt frei⸗ willig das Decernat in Armenangelegenheiten mit einer Hingebung, einem Eifer, der eine ganz neue Ordnung in dieſe ſchwierigſte aller gemeindlichen Aufgaben brachte und ranſtalten für die Provinz werden ließ. Phosphorus Hollunder zeigte, was in einer kleinen Stadt ein einziger wohlwollender und wohlhabender Bürger vermag, wie er hemmend in den Schlendrian greifen, anregend auf die Läſſigen wirken, durch ſein Beiſviel einen edlen Wetteifer anſpornen und ſich mit allen Ständen zu Großem vereinen kann.

Es wird nicht beſſer werden mit den unheilvollen Folgen der Armuth, pflegte er nach ſorglicher Prüfung ſeiner übernommenen Pflichten zu ſagen,als wenn es dem Glücklichen Ueberzeugungs⸗ und Gewiſſensſache wird, den Unglücklichen mit in ſeinen eigenen Lebenskreis zu Ziehen, ihn gleichſam in das Bereich ſeiner Familienſorge

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die Illuſtrirte Zeitung in einem Artikel über Freitag erzählte, w derſelbe ſeine in Soll und Haben niedergelegten landwirthſchaft lichen Studien gemacht hat, ſo können wir dem hinzufügen, da nach der Annahme edler Freunde des Dichters derſelbe ſeine han delswiſſenſchaftlichen Kenntniſſe in dem Hauſe des Genannte geſammelt hat. Der Dichter ſang ihn damals vor 12 Jahren an

Mein Freund! Am Tiſche ſitzen wir zuſammen, Nichts zwiſchen uns als reiner goldner Wein Darauf wird die Localität des geſchmackvollen Börſenſaals Brreslau geſchildert, und weiter heißt es: Wir ſind uns viel und glaube mir, wir ſollen Noch viel uns werden. Großes will die Zeit, . Doch klein hat ſie ein großes Volk gefunden. Du haſt ein ſtarkes Leben V Der Pflicht, den Deinen, unſrer Zeit gegeben;

Ich machte Verſe, weibe jetzt die rauhen

Geſänge Dir; es iſt mein beſter Kauf:

Du gabſt mir Lieb' und männliches Vertrauen,

In Reimen zahl' ich Dir; ſie ſtiegen auf,

Wie aus dem Strome ſchwebt die leichte Wolke,

Dorther, wo unſer Herz iſt, aus dem Volke. Der erſte Theil des Bändchens iſt überſchrieben:Bilder au dem Volke. 1839 1841. ſchen, naturgeſchichtlichen S boten vertreten wird; das Wirklichkeit entgegengeſetzte

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wärtigen Präſidenten der Handelskammer zu Breslau. Wenn

Das Volk iſt hier nicht in dem realiſti⸗ inne aufgefaßt, der jetzt von denGrenz⸗ Volk iſt hier jener romantiſche, der Begriff, in dem der Poet und der De⸗

Motive zur Romanze und zur Oppoſition finden. Das Der polniſche Bettler, iſt eine tendenziöſe polniſchen Flüchtlings, eine Tendenz, der Verfaſſers bekanntlich mit ganz anderer Die Krone iſt eineindiſche Le⸗ Pointe, wie ſie Freiligrath

magoge o erſte Gedicht gleich, Verherrlichung des ß neuere Schilderungen des Tendenz entgegen treten. gende mit einer ſehr revolutionairen

n :in der ſchönſten Blüthezeit ſeines Radicalismus gedichtet haben könnte: Des Königs Thräne für des Volkes Blut, Für Volkes Thränen zählt des Königs n

ichter ſicher heutzutage ſehr angenehm ſein,

daß er damals ſchon durch ein kühnes Anakoluth dieſem Satze die Spitze abbrach!Des Burſchen Ende iſt eine Ballade aus dem ſtudentiſchen Renommiſtenleben von ſehr jugendlicher Hal⸗ tung.Das Schmugglermädchen wird heute für eine roman⸗ tiſche Verherrlichung anarchiſcher Beſtrebungen gelten, iſt aber eine mit kräftigen Zügen entworfene kunſtgerechte Romanze.

Das GedichtDie Dirne gehört fuͤr uns unter die incom⸗ menſurablen Erfindungen der menſchlichen Phantaſie, und kann wahrlich der Herr Verfaſſer ſeinem Schickſal danken, daß Julian Schmidt, der antiromantiſche Demagogenriecher der deutſchen Kritit, indeſſen ſein vertrauter Freund geworden iſt und nicht mehr Veranlaſſung nehmen wird, um ſolcher jugendlicher, dem Zeitgeiſt dienender Verirrung willen über ihn das ewig f derUnſittlichkeit auszuſprechen. Als Gutzkow in ſeinem 22. Lebensjahre ſeine Wally ſchrieb, beging er damit eine phantaſtiſch geniale Frivolität, die ſeiner männlichen Keckheit alle Ehre macht,

hier begegnet uns nichts, als eine reine Trivialität, in der

Es wird dem D

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urchtbare Anathema.