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dritte
Nr. 5.] Als einige Minuten ſpäter die
ihrem Zimmer hinauf. ſie vor dem Licht und verbrannte
Tante zu ihr trat, ſtand ein Stück Papier.
„Was thuſt Du, Kind?“ fragte das Fräulein.
Die junge Frau fiel wie vernichtet auf ihr Sopha nie— der, während jene ermunternd, zuredend, ſie auf das An⸗ muthige ihrer Umgebung aufmerkſam machte.
„Wahrhaftig, eine Hütte der Liebe,“ ſagte ſie beifällig um ſich ſchauend.
Die Glasthüren nach der Terraſſe ſtanden geöffnet
und Roſendüfte ſtrömten in das Zimmer. Es war ein heißer Juniusabend, Wolken zogen hin und wieder über die noch ſchmale Sichel des Mondes und die einzeln am Himmel auftauchenden goldglänzenden Sterne. In der Ferne plätſcherte der Fluß. Blanka aber hatte kein Wort der Erwiderung, keinen Blick des Verſtändniſſes, ſie ließ ſich ohne Widerſtreben Kranz und Schleier aus den Haaren nehmen und das übliche Frauenhäubchen aufſetzen. Als aber die Tante nun fragte, ob ſie ihr das Mädchen zum Auskleiden ſchicken dürfe, wehrte ſie entſetzt und heftig mit der Hand. Das alte Fräulein ahnte die Schauer eines jungfräulichen Gemüthes, ſie fühlte, daß die Erregte einer kleinen Stille und Einſamkeit bedürfe, um ſich in ihrem neuen Zuſtande zurecht zu finden.
„Ach, mein Kind,“ ſagte ſie thränenden Auges,„ver⸗ ſenke Dich nur recht in den Gedanken, einen guten Men⸗ ſchen mit Deinem eigenſten Weſen ſo ganz beglücken zu können. Jedes andere Loos iſt ein kümmerlicher Nothbe⸗ helf für eine Frau; glaube es Deiner alten Verwandtin, meine liebe Blanka, und Gott wird Dich ſegnen.“
Sie küßte die junge Frau auf die Stirn und ging hinüber in Hollunder's Zimmer.
„Gönnen Sie ihr eine kleine Erholung, lieber Freund,“ bat ſie, verſchämt über ihre improviſirte Mutterrolle er⸗ röthend;„ſie iſt ſehr erſchöpft, und ihr Kampf wohl be⸗ greiflich.“
folge. 73
Hollunder küßte ihre Hand und geleitete ſie nach der Thür, wo er den Wagen ihrer wartend glaubte. Aber, ſei es, daß die Beſtellung unrichtig gemacht oder überhört worden war, der Wagen hatte ſich entfernt, und Phos⸗ phorus Hollunder war ſelbſt in dem Momente der höchſten Erwartung Gentleman genug, um von ſeiner Schwelle aus nicht eine Dame einen nächtlichen Weg ohne Begleitung machen zu laſſen. Da außer Blanka's Mädchen alle Dienſtboten im ſtädtiſchen Hauſe geblieben waren, bot er dem Fräulein ſeinen Arm; und obgleich daſſelbe, an ein⸗ ſame abendliche Wege gewöhnt, ſich durchaus keines Schutzes bedürftig fühlte, ſo nahm ſie denſelben nach einigem Zau⸗ dern doch an, weil ſie ihrer Nichte eine kleine Friſt zu der erforderlichen Sammlung zu verſchaffen glaubte.
So führte denn Phosphorus Hollunder Fräulein von Schweinchen nach ihrer ziemlich entfernt gelegenen Woh⸗ nung und kehrte darauf mit beflügelten Schritten in ſein Haus zurück. Er klopfte an Blanka's Thür; kein Herein! Er wagte zu klinken, die Thür war von innen verriegelt.
I Er ging in ſein Zimmer zurück, einige Male ungeduldig V auf und nieder, dann von Neuem hinüber, ſeinen Verſuch um Einlaß wiederholend. Er rief leiſe ihren Namen, aber keine Stimme gab ihm Antwort.„Der Abend iſt ſo zauberiſch, ſie wird auf der Terraſſe ſein,“ dachte er und ging durch den Hof in den Garten. Die Glasthüren nach ihrem Zimmer ſtanden offen, und da er die Erſehnte im Freien nicht bemerkte, trat er hinein. Die Lampen brann⸗ ten hell; ſie war nicht da; er klopfte an die Thür ihres Schlafzimmers, öffnete es leiſe,— aber auch hier war ſie nicht. Unwillkührlich überfällt ihn ein banger Schauer. „Sie iſt hinunter in den Garten gegangen ,“ ſagte er edoch, ſich beruhigend, und folgte ihr haſtig den mittleren Gang, alle Seitenwege ängſtlich überblickend. Er geht vis zum Ufer; da liegt die Gondel, die er zu Blanka's Vergnügen hatte erbauen laſſen. Spürt er nicht Schritte? hört er nicht ein Flüſtern? Aber nein, es muß Täuſchung
der Fabrik der Herren Deville und Rouſſeau gewonnenen Alumi⸗ niums vorgelegt hat, gibt den Koſtenpreis nicht genau an, aber er verſichert, derſelbe ſei ſo niedrig, daß das neue Metall. in kurzer Zeit eine bedeutende Rolle in der Induſtrie ſpielen werde.
Elektricität des Copas.
Alle Edelſteine ſind bekanntlich elektriſch und dieſe Eigenſchaft wird bei denſelben durch die Wärme, 10 entwickelt, doch in Hinſicht der Länge der Zeit, während welchek ſie die Elektricität beibehalten, ſind ſie ſehr verſchieden.
res précieuses:“ Platte, die von einem farbloſen ſpalten iſt. Die durch Reiben elektriſirte Oberfläche derſelben ſetzte ich mit einer kupfernen Platte in Berührung und erſt nach einem Zeitraume von 157 Stunden hörte der Topas auf, Zeichen der Flektricität von ſich zu geben.“ C.
Zur Hauspädagogik. Rindermärchen.
Julie Burow gibt in ihrem von uns öfter erwähnten
Buch der Erziehung(Leipzig, ſprechende Schilderung der Kindermärchen. 4
Kinder, dieſe Geſchöpfe mit rieſengroßer Phantaſie und zwerg⸗
haftem Verſtande, ſind eigentlich ihre ganze Kindheit hindurch
Dichter.— Sie beſitzen noch den Glauben, der Berge verſetzen
das Reiben und den Druck
In Bezug auf den Topas ſagt Hauy in ſeinem Werke:„Des caractères des pier- „Ich beſitze in meiner Sammlung eine große! braſilianiſchen Topaskryſtall ge⸗
H. Coſtenoble) folgende an-
kann und den das fortſchreitende Leben uns Allen früher oder ſpäter nimmt. Daher ſind alle Kinder auch ſo große Freunde von Poeſie, gleichviel ob dieſelbe in die Zwangsjacke des Verſes geſpannt iſt oder nicht. Ja ich glaube, ſie ziehn die ungebundene Rede⸗ weiſe vor.
Das Märchen, dieſe Lotosblume im Garten der Poeſie, iſt die Lieblingsblume der Kinderwelt. Scheltet mir nur das Märchen nicht, ihr gelehrten Pädagogen, die ihr in ihm einen Feind der Wahrheit erblicken wollt. Das Märchen iſt Wahrheit, ſie trägt nur ein ungewöhnliches, aber um ſo reizenderes Gewand. Das Leben ſelbſt mit allen ſeinen Wirklichkeiten iſt auch nur ein Traum, wenn wir darauf zurückblicken. Ja! das Märchen iſt Wahrheit, wenn es gut erzählt wurde; wer hätte nicht die Wahr⸗ heit mit Lächeln und Thränen begrüßt in Anderſen's Märchen vom häßlichen Entlein, in ſeiner Geſchichte vom Ball und Kreiſel? Die Wirklichkeit iſt oft weniger wahr als das Märchen. Ich glaube nicht, daß es irgend wie der Wahrheitsliebe der Kinder ſchaden, noch ihren Verſtand von der Unterſcheidung des Wirklichen und Poetiſchen abhalten wird, wenn man ihnen Märchen erzählt.— Eine Mutter, die einen Schatz von Märchen in der eigenen Phan⸗ taſie oder dem eigenen Gedächtniß herum trägt, kann goldenes Glück aus ihrem Munde in den Kreis ihrer Kinder ausſchütten. Wenn der wilde Wind die Zweige der Obſtbäume des Gartens ſchüttelt, wenn in der frühen Dunkelſtunde des Winterabends die Krähen krächzend auf die Dachfirſte fliegen und der graue Himmel mit rothgoldenem Saume ſtrengen Froſt verheißt für die lange dunkle Nacht, dann treten die aus der Schule heimkehrenden Kin⸗ der in das heimathliche Zimmer, wo das Feuer im Ofen flammt und kniſtert, wo am Fenſter die erſte
Hyacinthe ihre roſigen Glöck⸗
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