von der ſichtlich Ruhebedürftigen; denn die beiden Ver⸗ wandten ſchliefen nicht in einer Kammer, wie Mutter und Tochter es gewohnt geweſen waren. Blanka legte ſich
Hitze ſchien ihr erſtickend: ſie öffnete das Fenſter. Ein ſüßes, unnennbares Verlangen, Ahnungen der Wonne ſchmeichelten ſich mit dieſen Düften in ihre Bruſt. ſah Aſſurs hohe, ſchöne Geſtalt, fühlte ſein brennendes Auge, fühlte bebend den Druck ſeiner Hand, ſeinen raſchen Athem, als er damals im Tanze, als er vor wenigen Stun⸗ den die Strauchelnde einen Augenblick in ſeinen Armen gehalten, ſie hörte noch einmal jedes ſeiner leidenſchaft⸗ lichen Worte. Halb unwillkührlich ſchlich ſie nach dem Fenſter und lauſchte auf ſeinen Tritt, ſpähte nach ſeiner Geſtalt im Strahle des ſpät aufſteigenden Mondes. Alles war ſtill; die Stunden ſchwanden. Sie warf ſich endlich ermattet auf ihr Bett; wechſelnde Bilder kamen und ſchwanden verworren, halb vom Schlummer umſchleiert vor ihrem Sinn. Plötzlich ſchallt leiſe, aber deutlich der Ruf:„Blanka!“ an ihr Ohr. Sie fährt in die Höhe, be⸗ ſinnt ſich, ſtürzt nach dem Fenſter, das ſie nicht geſchloſſen hatte. Ein Blumenſtrauß fällt in dieſem Augenblicke zu ihren Füßen nieder. Sie beugt ſich heraus und erkennt Aſſurs ſtolzen Schritt, eilig dem Thore ſich zuwendend, das nach dem Eiſenbahnhofe führt. Er entfernte ſich. Seine Worte fielen ihr wieder ein:„ich verlaſſe das Land
wohl, die ſie verweigert. gehandelt? Schon vermochte ſie recht von unrecht nicht zu unterſcheiden; ſie fühlte ſich gequält. Wohin ging er? Sie ſank auf ihr Lager zurück und ſpielte mechaniſch mit den Blumen.
Gemach ſendete, fiel ihr ein Blatt Papier, zwiſchen den Strauß gebunden, in ihre Hände; ſie entfaltete es haſtig und las:
Noveſlen-Zeitung.
nicht. Aufgeregt ging ſie im Zimmer auf und nieder. Die
Sie Urlaub genommen und den Ort verlaſſen.
(II.. Jahrg.
„Du fliehſt mich, Blanka, und doch biſt Du mein. Lebe ich, ſo gehörſt Du mir, und kein Schwur ſoll Dich mir entreißen.“
Am andern Morgen durchliefen die aufregendſten Ge⸗ rüchte unſere Stadt. Der Lieutenant von Hohenwart hatte ſeinen Abſchied gefordert, bis zu deſſen Eintreffen
Man ſprach
von einem bevorſtehenden Duell an der Grenze wegen einer
Beleidigung am Spieltiſch von Seiten eines andern jungen
Officiers; man erwähnte der Schulden des jungen, ſchönen,
vielbegabten Mannes, ſeiner rückſichtsloſen Verhältniſſe
zu Frauen, ſeines Uebermuthes, der ihn ſchon von Regi⸗ ment zu Regiment getrieben und endlich ſeine militairiſche Stellung unhaltbar gemacht. Man beklagte, tadelte, ver⸗ urtheilte ihn; die ſich einſichtiger Dünkenden raiſonnirten über die Gefahren eines Berufs, der, für aufgeregte Zeiten beſtimmt, in friedlichen die Kräfte der Jugend nicht zu be— wältigen vermöge, der auf der einen Seite zügellos, auf der anderen ſelaviſch bindend, ſtatt eines kräftigen, fördern⸗ den Vorwärtsſtrebens nur Eitelkeit, Sinnengenuß und ein barbariſches Ehrgefühl nähre, man zählte die Opfer auf, welche dieſer anomalen Stellung ſchon gefallen waren.
Alles das ſchlug an Blanka's Ohr wie ein wüſter Traum; dazwiſchen die Erinnerung an ihr heimliches Begegnen, ſein leidenſchaftliches Bekenntniß, die Bitte um ein letztes
Lebewohl; dazwiſchen die Todesangſt um ſein bedrohtes
— vielleicht noch mehr,“ ſeine Bitte um ein letztes Lebe⸗ Hatte ſie gut, hatte ſie grauſam
Leben. Sie litt Höllenpein, bis eine Nachricht über den Ausgang des Duells ſich verbreitete. Beide Gegner, er⸗ fuhr man endlich, waren verwundet; keiner tödtlich. Herr von Hohenwart, der ſichere, nie fehlende Schütze, hatte großmüthig den Gegner nur geſtreift. Er erwartete in
einer Grenzſtadt die Heilung ſeines zerſchmetterten Arms
Als der Morgen ſeine erſten Strahlen in das kleine
und den Spruch des Kriegsgerichtes, der als der mildeſte vorauszuſehen war, da der Ehrenrath ſeine Zuſtimmung zu dem Zweikampfe gegeben und Herr von Hohenwart der Geforderte war.
torſtimme: An die Pumpe! Seine Compagnie ſchöpfte, zielte und ſchleuderte der achten eine wüthende Decharge zu. Die Mann⸗ ſchaften beider Parteien bombardirten ſich mit dem äußerſten Eifer aus ihren Spritzen. Ihre Waſſerſtrahlen rauſchten im Bogen bald über bald unter einander hin, bald begegneten ſie ſich im Kernſchuß und prallten gegen einander, daß der ganze Schwall ziſchend zerſpritzte und rings im Zuſchauerkreis die koſtbaren Toiletten der Damen einnäßte, welche mit lautem Gekreiſch aus⸗ einanderſtoben und doch immer von Neuem ſich zudrängten, indeß die Männer mit Händen und Füßen applaudirten und hochjauch⸗ zende Zurufe erſchallen ließen, um die tollen Kämpfer noch mehr zu entflammen. Inzwiſchen ging der achten Compagnie ihr mit⸗ Ebrachter Waſſervorrath aus; ſie war nun an den Brunnen des Ortes angewieſen, welchen aber ihre Gegner im Beſitz hatten. Es galt einen Kampf darum. Entſchloſſen ſchoben ſie ihre elegante Spritze vor, entſchloſſen ſtellte ſich Howland mit den Seinigen um den Brunnen. Beide Parteien, naß wie Taucherenten, ſchienen gleichwohl, den Schmiedekohlen gleich, nur angefeuchtet um deſto lichter zu brennen. Roth von Kampfeshitze und überfließender Begier ihr Blut zu kühlen, loderten die Geſichter der jungen Männer unter der Traufe des Waſſers, der Augenblick, in welchem ſie handgemein an einander rückten, verſprach eine ſtürmiſche Ka⸗ taſtrophe. Da gipfelte ſich der dritte Act des Drama's von einer andern Seite her.
Mit Fahnen und Standarten und einem lauten Hurrah! als gält's einen Triumphzug, erſchien eine neue Compagnie auf dem Schauplatz. Bei ihrem Anblick gerieth Howland in Wuth. Es ſchienen ſeine ärgſten Parteifeinde zu ſein. Wie eine wilde Katze ſchwang er ſich auf die Feuerleiter und ſchrie ihnen entgegen: Was
ſucht ihr da in der vierten Ward? Zündet euch ſelbſt ein Feuer an, wenn ihr eure Jungfernſpritze einweihen wollt! Fort, fort, mit euch! Zugleich ließ ſeine Compagnie einen Hagel von Schimpf⸗
reden über die Eindringlinge niederregnen; man entnahm aus ihrem
Geſchrei, daß ſie die Spritze der Andern in einem ſiegreichen Ge⸗ fecht vor Kurzem zertrümmert, und Jene mit Fahnen, Standarten und einer neuen Paradeſpritze ihnen zum Trotz heute angerückt kamen. Selbſt die Achter ſchienen durch die Erſcheinung einer fremden Compagnie in ihrer Ward beleidigt und einen Augenblick lang geneigt, ihre Partei zu wechſeln. Inzwiſchen waren ſie, be⸗ günſtigt durch die neue Diverſion, Herren des Brunnens geworden, hatten ihre Spritze ſchnell gefüllt und richteten ihren Schlauch erſt auf den hochſtehenden Howland, dann aber auch auf die Köpfe ſeiner neuen Feinde. Dieſe wiederholten daſſelbe Manöver, in⸗ dem ſie Howland von der andern Seite bombardirten und ſowohl ſeine als die achte Compagnie mit einem langreichenden Waſſer⸗ ſtrahle bedeckten. Howland, wüthend wie ein angeſchoſſener Eber, zog ſeinen Revolver und knatterte blindlings nach links und rechts unter ſeine Feinde; augenblicklich protzten und platzten die Piſto⸗ lets von allen Seiten gegen einander, jede Compagnie ſtand gegen jede, die Kugeln flogen hin und wieder, die Waſſerbogen brausten auf und ab, dazu regnete es von der Höhe herab Feuerbrände, da die Flamme, ſchon halb gelöſcht, während dieſes Handgemenges neu aufflackerte. Die Zuſchauer ſtoben entſetzt auseinander, hier rief eine Frauenſtimme: ich bin getroffen! dort: ich brenne; die Männer ſchrieen: Watch! Watch! aber Polizei ließ ſich nirgends blicken. Zuletzt verließ auch Moorfeld die Brandſtätte und hatte — eine amerikaniſche Sonntagsfeier geſehen.
Nr. 5
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