Jahrgang 
01-26 (1857)
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Dritte

erſten Tage des Mai. durch das geöffnete Fenſter ſehnſuchterweckend bis in das dumpfe Herz des traurigen Kindes. Es zog ſie nach dem Grabe der Mutter; wohl dämmerte es ſchon, aber ſie konnte nicht widerſtehen. Sie ſaß auf dem grünen Hügel und vergaß die Zeit. In unbeſtimmter Angſt hatte ſie an hei⸗ liger Stelle Muth und Klarheit geſucht, wie ihre Lage ſie forderten, aber ſie fand nur neuen verwirrenden Schmerz, Thränen und troſtloſe Klagen. Gewiß hat niemals ein Kind den Verluſt einer ſchützenden, mütterlichen Seele tiefer empfunden als dieſes.

Das abendliche Dunkel mahnte ſie jetzt an den Rück⸗ weg. Sie riß ſich los. Keine Stelle auf der Welt ſchien ihr jetzt heimathloſer, als ihr eignes Haus, es wäre denn jene andere, die ihrer harrte, wenn ſie dieſes verließ. Als ſie durch die kleine Kirchhofspforte trat, ſchauderte ſie; der Weg bis zum Stadtthor war kurz, aber einſam. Sie blickte ſcheu um ſich; ihr war, als ſpüre ſie in dem tiefen Dunkel eine Nähe, fühle einen Athem, höre einen Tritt. Und in demſelben Augenblicke ſtand auch eine hohe Geſtalt an ihrer Seite. Sie ſchrie laut auf es war Aſſur von Hohenwart! Er faßte die Schwankende in ſeinen Arm und ſagte leiſe:

Ich bin Ihnen gefolgt, Blanka, ich mußte ſie noch einmal ſehen, ehe ich Sie vielleicht für immer verliere. Seit Wochen trachte ich nach dieſem Augenblick. Ich ver⸗ laſſe den Dienſt, das Land, vielleicht noch mehr. Ich habe nur noch wenige Stunden. Gewähren Sie mir eine einzige Unterredung. Ich kann ſo nicht von Ihnen ſcheiden!

Ihre Glieder zitterten in unerklärlichem Widerſpruch von Furcht und Entzücken, ihre Stimme war gelähmt, willenlos ließ ſie ihre Hände in denen des Verführers.

Gehen Sie mit mir nach jener Seite, bat er dringend und wollte ſte in ein naheliegendes Wäldchen ziehen.Sie widerſtreben? Sie mißtrauen mir? Blanka, ich muß Sie

folge.

Eine milde, balſamiſche Luft wehte ſprechen. Sie ſind allein. Gönnen Sie mir heute Abend

den Eintritt in Ihre Wohnung. Es iſt eine Abſchieds⸗ ſtunde, Blanka. Soll ich Sie auf dieſe erbärmliche Weiſe verlieren? Soll ich meine Perle vor die Säue werfen ſehen?

Dies Wort gab dem jungen Mädchen ihre Faſſung wieder; es wurde an ſie gerichtet im Angeſichte des Grabes ihrer Mutter, ihr Schatten umſchwebte ſie drohend, als ſie den Mann verhöhnen hörte, den ſie ihr zum Beſchützer ge⸗ geben hatte.

Herr von Hohenwart! entgegnete ſie entrüſtet, zog ihre Hände aus den ſeinen und wollte fliehen.

VBlanka! fragte Aſſur ſie leidenſchaftlich zurückhal⸗ tend,Blanka, liebſt Du dieſen Mann?

Verzweifelnd mit letzter Anſtrengung reißt ſie ſich los, ſtürzt wie ein gejagtes Reh den Abhang nieder und dem Stadtthore zu. Sie hört ſeinen nacheilenden Schritt, hört den Ruf:Blanka! lange, als beide nicht mehr er⸗ klangen, als ſie athemlos, mit fliegen den Gliedern, halb im Wahnſinn, halb beſinnungslos in ihr Zimmer tretend die Thür hinter ſich ſchließt und erſchöpft am Boden nie⸗

derſinkt. Ein Sturm, in ihrer Seele losgebunden, hat die Apathie der letzten Monate jählings verſcheucht. Zweifel und Hoffnung, Widerwillen und Verlangen, eines immer frevelhafter als das andere, ſelbſt in ihren eigenen Augen, drängen, jagen, ſcheuchen einander ohne Raſt. In dieſem unbeſchreiblichen Zuſtande lag ſie noch, als ihre Verwandtin wiederkehrte. Das alte Fräulein traute ſeinen eignen Augen kaum über des Kindes verändertes Anſehn in den wenigen Stunden, die glühenden Wangen, die leuchtenden Blicke, die raſchen Worte und Schritte. Hatte die Ausſicht auf die nahe Veränderung ihrer Lage das Mädchen ſo umgeſtimmt? das Bewußtſein ſeines Glücks wirklich nur in ihm geſchlummert? Victorie von Schweinchen hätte es bezweifeln mögen; aber ſie glaubte es gern und darum glaubte ſie es. Sie trennte ſich bald

Unter dieſen Beobachtungen gelangte er an den Ort des Brandes. Aus der Tiefe der Straße, in deren Mitte ſeine Schritte unter dem Gedränge der Menſchen kurz und kürzer wurden, flackerte eine lichterlohe Feuerſäule von einem auffallend lauten Gepraſſel und Geknatter begleitet; es war ein Haus von Fachwerk, ein ſoge⸗ nanntes Framehaus, deſſen Sparren und Balken die gefräßige Flamme zuſammenknirſchte. Die Löſchmannſchaft in ihren rothen Jacken, weißen Hoſen und lackirten Hüten, kecke Geſtalten, denen die Welt zu gehören ſchien, bot in ihrer Haltung einen ſonderbaren Anblick von Wildheit und Eleganz. Vor allem machte ſich ein lunger reckenhafter Burſche bemerklich, der gleichſam der potenzirte Ausdruck ſeiner ganzen Compagnie war, über die er auch that⸗ ſächlich das Commando führte. In ihm ſchien der Muth Ueber- muth, die Wildheit Frechheit, die Eleganz Prahlerei, aber auch ein gewiſſer Grad von Männerſchönheit war ihm nicht abzuſprechen. Das ganze Unternehmen beſeelte er mit einer queckſilbernen Raſch⸗ heit; den Einen riß er von der Pumpe weg, den Andern verdrängte er vom Schlauch, den Dritten warf er von der Leiter, ſein Eifer war allgegenwärtig aber wer das Gebahren des Tollen nicht bloß begaffte, ſondern ihm auf ſeinen Grund ſchaute, der merkte bald, daß ſeine Begeiſterung entweder der Rumflaſche entſtammte, oder daß ſie Koketterie vor dem Pöbel war, oder daß er Händel in ſeiner eigenen Mannſchaft ſuchte: am wahrſcheinlichſten Alles

zugleich. Der Anblick dieſes Feuerbändigers war ganz danach

angethan, als ob er ſich das Feuer heimlich erſchüfe, das er öͤffent⸗ lich bekämpfte. Wie er mit dem Brande umſprang, ſo ſchien Alles an ihm zu ſagen:

Ich darf ihn haſſen, ich hab' ihn geboren! Das Schauſpiel hatte jedenfalls ſeinen Sinnenreiz. Wie die jungen

Männer zwiſchen Rauch, Flamme und hochſtrahlenden Fontainen im Wechſel der verſchiedenſten Stellungen ihre körperliche Geſchick⸗ lichkeit entwickelten und den Kampf zwiſchen Waſſer und Feuer gleichſam wie ein ritterliches Carouſſel betrieben, ohne jenen Sudel von Geſchrei, Verwirrung und Unreinlichkeit, den der Europäer bei derartigen Gelegenheiten gewohnt iſt, ſo ließ es gar wohl die angenehme Täuſchung zu, man ſähe eigentlich ein Spiel, eine Vor⸗ ſtellung der höheren Turnkunſt. Auf einmal erſcholl der Ruf: Die Achter! die Achter! Man ſah aus einer Seitenſtraße eine neue Löſchcompagnie anrücken und die ganze Scene veränderte ſich im Nu. Der Matador, den wir zuvor beſchrieben Howland nannten ihn die Seinigen ſchwang ſich in Einem Satze von der Leiter, ſeine Compagnie machte Front gegen jene Straße, die Zuſchauer drängten ſich dichter zuſammen, Alles deutete darauf hin, daß man dieſem Zuſammentreffen der beiden Compagnien wie der eigentlichen Handlung des Drama's entgegen ſah. Der Necke Howland trat vor und rief: Willkommen, meine Herren von der achten! Die prompteſte Compagnie zwiſchen den Polen, das iſt ein Factum! He, meine Freunde, brenne Einer von euch einen Schyefelfaden an, die Herren von der achten wollen löſchen. Ich rathe, Mr. Howland, Euer verehrlicher Kopf iſt ſelbſt ein brennendes Rumfäßchen; daran wäre zu löſchen genug, rief der Capitain der Verſpotteten, und ſeine Compagnie ſchrie das Schlag⸗ wort ſogleich im Chorus nach. Löſcht ihn! löſcht ihn! löſcht das brennende Spritlager von James Howland und Compagnie! Und augenblicklich kam aus der Spritze der Achter ein Waſſerſtrahl dahergerauſcht und ſchoß mit einer ſolchen Heftigkeit an Howlands

Kopf, daß es den mächtigen Körper bald zu Boden riß. Der Burſche geberdete ſich wie toll und commandirte mit einer Sten⸗