Nr. 4.]
& Jahrg.— der geſunde Menſchenverſtand verlangen. Sei echt und 1856),in der Bewunderung werth, nicht nach unſerem, ſondern nach Myſuter, er, Napo⸗ zwar als
welcher Art ein Menſch ſähig iſt, ſondern nur ob er es iſt. Ein Meiſter liebt den andern, gleichviel ob er Redner iſt, oder Künſtler, oder Handwerker, oder König.
„Die Geſellſchaft hat in der That kein ernſteres An⸗ liegen, als das Wohlbefinden der gebildeten, unterrichteten Claſſe, und man kann auch nicht leugnen, daß die Menſchen im Allgemeinen geiſtigen Vorzügen wohlwollende Anerken⸗
chen Car⸗ ein Philo⸗ 8 und die hts⸗ und
und rät⸗ nung entgegen bringen. Dennoch hat der Schriftſteller zhalb den bei uns keine Achtung gebietende Stellung. Ich denke, Ruſeinen das iſt ſeine eigene Schuld. Ein Pfund gilt eben ein
heroſcher“ Pfund. Es gab Zeiten, wo er eine geheiligte Perſon und w er 4.. 3 eſſelben ü, bücher, Epopöen, Tragödien, ſibylliniſche Verſe, chaldäiſche Drakel und verſah Tempelmauern mit lakoniſchen Sinn⸗ prüchen. Jedes ſeiner Worte war eine Wahrheit, und ſine Stimme weckte die Völker zu neuem Leben. Was er ſhrieb, war nicht leichtfertig und doch nicht gewählt. Je⸗ ds ſeiner Worte ſtand in Erde und Himmel eingegraben or ſeinen Blicken, und Sonne und Sterne waren ihm nur Schriftzeichen vom ſelben Sinn und um nichts nothwen⸗ uger. Aber wie ſoll man Den ehren, der ſich ſelbſt nicht ort? wenn er, im großen Haufen verloren, nicht mehr der Geſetzgeber iſt, ſondern der Sykophant, der ſich vor der metterwendiſchen Meinung einer gedankenloſen Menge bückt, wenn er mit ſchamloſer Sachwalterſchaft eine ſchlechte Re⸗ gierung ſtützen oder das ganze Jahr hindurch in der Op⸗ boſition bellen muß; wenn er nach der Schablone Kritiken dder unſittliche Romane ſchreibt; wenn er um jeden Preis ſhreibt, ſchreibt ohne zu denken, ohne ſich zurückzuwenden uu den Quellen der Begeiſterung Tag und Nacht? „Wohl mögen wir eine Antwort auf dieſe Fragen er⸗ ſalten, wenn wir die Reihe ſchriftſtelleriſcher Genien unſeres geialters überblicken. Und da tritt uns kein lehrreicherer
entant, der faßt: cht von den ntergeordne⸗ praktiſchen tideen und den denten⸗ meiner Art Vortreflich⸗ uten bleibe Ker reich eſe oder ſel von der co ? Komunt d diner Woſt treet), Ve jers und Caͤt Is the mal 6 Ideologen
Dritte folge.
Deinem Sinn. Fähige Menſchen fragen nicht darnach, in
war; da ſchrieb er Bibeln, die erſten Hymnen, die Geſetz⸗
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Name entgegen, als der Goethe's die Pflichten des Schriftſtellers zu veranſchaulichen. „Ich habe Bonaparte geſchildert als den Typus des äußerlichen Volkslebens und Strebens des neunzehnten Jahrhunderts. Die andere Halbſcheid deſſelben, ſein Dichter, iſt Goethe; ein Mann ſo ganz zu Hauſe im Jahrhundert, ſeine Luft athmend, ſeine Früchte genießend, unmöglich in jedem früheren Zeitpunkt; der Mann, der durch ſeine übermächtigen Gaben ſeine Zeit vom Vorwurf der Schwäche loskaufte, der ohne ihn ihren Geiſteswerken anklebte. Er tritt auf, als ſich die Bildung allgemein verbreitet und alle ſchroffen individuellen Züge abgeglättet hat, als in Ermangelung heldenhafter Charaktere geſelliges Behagen und Zuſammenwirken eingezogen iſt. Da gibt es keinen Dichter mehr, wohl aber Dutzende von poetiſchen Schriftſtellern, keinen Columbus, aber Hunderte von Poſt⸗ capitainen mit Paſſage⸗Inſtrumenten, Barometern, einge⸗ kochter Suppe und conſervirtem Fleiſch; keinen Demoſthenes, keinen Chatham, aber eine Unzahl geſcheidter parlamenta⸗ riſcher und forenſiſcher Wortführer; keine Propheten oder Heiligen, aber Facultäten der Gottesgelahrtheit; keine ge⸗ lehrten Männer, aber dafür gelehrte Geſellſchaften, eine wohlfeile Preſſe, Leſezimmer, Bücherclubs ohne Zahl. Nie hat man noch ein ſolches Vielerlei von Dingen beiſammen geſehen. Die Welt dehnt ſich aus wie der amerikaniſche Handel. Das griechiſche und römiſche Leben, das Leben des Mittelalters iſt für unſern Begriff ein einfaches, über⸗ ſichtliches, das moderne Leben dagegen ein Wirrwarr, in dem ſich keiner zurecht findet.
„Goethe war der Philoſoph dieſer Mannigfaltigkeit; hunderthändig, argusäugig, geſchaffen es mit ſolch bunt⸗ bewegtem Vielerlei von Stoffen und Wiſſenſchaften aufzu⸗ nehmen, und vermöge ſeiner eigenen Verſatilität fähig, ſich mit Leichtigkeit damit abzufinden; ein männlicher Geiſt, der, unbeirrt durch die vielerlei conventionellen Hüllen, mit denen das Leben ſich überzogen hatte, ſie mit der Schärfe
„ um die Macht und
die
A. d. U 5— 3 Geſtalt gewonnen und die Poeſie, die in dieſer Verklärung der anzaiegr iſt ſelbſt durch das bunte Feſtgepränge nicht ganz eer, wie vieſt uerſcheucht. Freilich nehmen ſich hellfarbige Toiletten fad aus auf biffe über Rnm farbenhellen Grunde dieſer Alhambra, in dem gedämpften aͤder berübe uuthen Lichte, welches, nun mit den Wellen weicher Muſik zugleich, Promenan cus der Kuppel herab in das dunkle Gemach fließt. Schwere riſts ai Jortieren und Fenſ—t ſich dann Klang ab, zwei kleine Mohren in Purpur und Weiß gekleidet 1 dc hneiden lten Wacht an den Thüren und leiſe und plätſchernd fällt der nict führt, u Stinhl der Fontaine in ſein Marmorbecken zurück, von dem tiefen Begriff u’ Puwur der Wände flammen die Goldbuchſtaben geheimnißvoller iſte Pecs Konnsſprüche— ſpielen einzelne Strahlen über koſtbare perſiſche hde dlegan Wafen, das Räucherwerk duftet— es träumt ſich zauberhaft ſüß el, nten alf den weichen Polſtern der Alhambra und die Fata Morgana, Brilee aned ſhöne Wüſtenfee, ſetzt ſich wohl nieder neben dem Träumer 1, Sti ud zeichnet ihm auf dem Hintergrunde von Purpur und Gold phantaſtiſchen Märchenbilder. Neben dem Ballſaal bängt in einer Galerie ein lebensgroßes 4.. 3 Sammetgewändern, mit he Witenblaſſen Geſicht, ſieht er aus wie die menſchgewordene Vor⸗ aller Kaiſer, dem der Glanz einer Welt⸗ zeerſcaft kein Lächeln abgewann, ſo kühl und vornehm blickt er Tauſeretch auf die bunte Menge; war er doch einſt der Gaſt, ja ſelbſt . w Spihen Fr und der Fugger, jener königlichen Kaufleute, weshalb ſoll mmet, er len geſſtreicher feiner Enkel nicht für einen Abend, ſtolz und kaiſer⸗ ensbät ut uich herablaſſend, Gaſtfreundſchaft an Kaufleuten üben? Und Ge hllgeni⸗ mnfinſt der Dampfer über den Karſt brauſt„wenn alle ſtolzen dieſe gemächn unftsträume der„sedelissima cità“ ſich erfüllen, wenn durch igen Geein Den Zrezcanal die öſterreichiſche Flagge auf allen Meeren ſich
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, t er ho iter Ga hmheit; dieſer ſtolzeſte
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Fenſterbehänge ſchließen grelles Licht und lauten
wiegt, jene weiß und rothe Flagge, die der heilige Leopold ſich erkor im heiligen Land, als das purpurne Heldenblut ihm den weißſeidenen Waffenrock überrieſelte— wenn ſie am Ufer des Ganges weht, dann haben ſich vielleicht aus dem lockern Boden unſerer jetzigen Verhältniſſe auch palmenſtarke Stammbäume königlicher Kaufleute entwickelt. R. W.
Miscellen.
Türenne iſt unnachahmlich.
Der Marſchall Villars, ein ausgezeichneter Feldherr, aber eben kein Muſter der Uneigennützigkeit, zwang einſt eine Stadt in Deutſchland(unſere Quelle nennt leider den Namen nicht) zu ca⸗ pituliren. Der Bürgermeiſter kam an der Spitze der Rathsherren dem Eroberer die Stadtſchlüſſel zu überreichen, welche von bedeu⸗ tender Größe und dabei von maſſivem Silber waren. Ehe er ſie indeß dem franzöſiſchen Feldherrn einhändigte, hielt er eine Rede, in welcher er den Umſtand ganz beſonders hervorzubeben bemüht war, daß der Marſchall Türenne einſt bei gleicher Gelegenheit der Stadt dieſe koſtbaren Schlüſſel zurückgeſchenkt hätte.
„Herr Bürgermeiſter,“ ſagte Villars,„der große Türenne war unnachahmlich!“
Damit nahm er die Schlüſſel, ſteckte ſie in die Taſche und behielt ſie. a.
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