Novellen⸗Zeitung.
zur Bildung, der Geiſt, der ſeine Werke durchweht, ver⸗ leiht ihnen auch ihre Gewalt. Die Idee der abſoluten ewigen Wahrheit, ohne Rückſicht auf meine eigene Vervoll⸗ kommnung dadurch, iſt etwas Höheres; etwas Höheres iſt die freie Hingabe an den Strom poetiſcher Begeiſterung; aber all' den Beweggründen gegenüber, aus denen in Eng⸗ land und Amerika Bücher geſchrieben werden, iſt Goethe's
durchdrang und aus der Natur ſeine Kräfte zog, mit der er in voller Gemeinſchaft ſtand. Und wie ſeltſam dabei: er lebte in einer kleinen Stadt, in einem winzigen, herabgekommenen Staate und zu einer Zeit, wo Deutſchland keineswegs eine ſo gebietende Rolle in den Welthändeln ſpielte, daß die Bruſt ſeiner Söhne
ſeines Geiſtes geradezu
[III. Jahrg.
ſich mit vaterlandsſtolzem Bewußtſein hätte heben können, wie die eines Engländers oder Franzoſen, oder eines Grie⸗ chen und Römers. Und dennoch zeigt ſeine Muſe keine Spur provinzieller Beſchränktheit. Er iſt nicht der Schuld⸗ ner ſeiner Stellung, er war mit einem freien, gebietenden Geiſte geboren. „Der„weltliche“ Ton*) ſeiner Erzählungen iſt nach meinem Gefühl der Ausfluß des berechnenden Ernſtes, mit dem er an ſeiner Bildung arbeitete. Es iſt die ſchwache Seite eines Mannes auf der höchſten Stufe der Ausbildung, der die Welt aus Dankbarkeit liebte, der Bibliotheken, Ga⸗ lerien, Bauwerke, Laboratorien, Fachmänner und Muße zu finden und zu brauchen wußte und auf den Lohn, ſo der Armuth und Blöße verheißen iſt, ſich nicht allzu feſt ver⸗ ließ. Sokrates liebte Athen, Montaigne Paris, und Frau voon Stazél ſagt, ſie ſei nur in dieſem Punkte(Paris näm⸗
lich) verwundbar. Goethe liebte die Welt.
Gutes. Gewöhnlich iſt den großen Köpfen ſo übel zu
Muthe in ihrer Umgebung, daß man ſie immer anderswohin wünſchen möchte. Ueberhaupt finden wir ſelten einen Men⸗ ſchen, der ſich nicht unbehaglich fühlte, auf dem nicht das Leben laſtete. Ein leichter Anflug von Scham, ein leiſer Zug von Verzerrung liegt ſelbſt im Angeſicht tüchtiger, rühriger Menſchen. Aber dieſer Mann war ſo ganz zu
Keiner war ſo ganz gemacht für freute ſich ſo herzlich am Spiel dieſes Lebens. Dieſer Trieb *) Dieſer Entſchuldigung bedurfte der
rthodoxie. A. d. U.
—₰
Das hat ſein
Grundſatz die Wahrheit ſelbſt, und hat die begeiſternde Kraft wie ſie der Wahrheit zukommt. Und ſo hat er dem
Buch zum Theil wieder ſeine alte Macht und Würde zu⸗ rückgegeben. „In einem überciviliſirten Lande und zu einer Zeit erſchienen, wo natürliche Begabung unter der Laſt von Büchern und mechaniſchen Hülfsmitteln und der Maſſe mannigfacher zerſplitternder Anforderungen erdrückt wird, lehrte Goethe ſeinen Zeitgenoſſen, wie dieſe Maſſen bunt zuſammengehäufter Stoffe zu bewältigen und nutzbar zu machen ſind. Ich ſtelle ihn neben Napoleon; in beiden ſehe ich die Vertreter der Natur, die ſich gegen die„Morgue!“ des Uebereinkommens empört; zwei unbeugſame Realiſten, die mit ihren Jüngern, jeder in ſeiner Art, für unſere und für alle Zeit die Art an die Wurzel des Baumes des Scheins und der Gedankenloſigkeit gelegt haben. Goethe, der heiter Schaffende, der, unbekümmert um den Beifall der Menge, ohne Aufforderung von außen, Antrieb und Gedanken immer nur in der eigenen Bruſt fand, nahm frei die Laſt eines Rieſen auf ſich und arbeitete unverdroſſen, ohne Raſt, als die der Wechſel der Arbeit mit ſich bringt, ſiebenzig Jahre lang fort mit der Kraft ſeiner erſten
Jugend.“
Hauſe, ſo glücklich in ſeinem Jahrhundert und in der Welt. das Leben, und keiner
Verfaſſer vor der amerika⸗
niſchen O
Die Muffe.
Der Gebrauch des Pelzwerkes, um die Hände gegen die Kält zu ſchützen, wurde in Frankreich unter der Regierung Franz bekannt; damals aber nannte man die Muffe noch nicht ſo, ſon dern Contenance und bonnes graäces. Erſt im 17. Jahrhunder bekamen ſie ihren jetzgen Namen(manel und ſelbſt noch bis zu Ende des vorigen wohl Herren als Damen den Muff.— lerin Sophie Arnould, eben ſo bekannt durch ihren als durch ihr Talent, ſagte daher von einem General⸗Pächter, d
nons).
bundert eingeführt, doch nicht als Gegenſtand der Toilette, ſo
dern die Pilger, welche ſie aus dem ten, widmeten ſie berichten, daß die bedienten, um die Fliegen von dem Ddieſer Gebrauch währte in Frankreich ggriechiſchen Kirche hat er ſich bis jetzt erhalten, des? Japſtes bewahrt ihn als Erinnerung auf.
Diakonen ſich eines F heiligen Kelche abzuwehr
und ſelbſt die
Erſt im 16. Jahrhundert machten die ita riehändler, die mit K waren, die Fächer zu e
Man trug ſie damals an einer goldenen Kette um den Hals.
1
Um dieſelbe Zeit Jahrhunderts trugen ſo⸗ Die berühmte Schauſpie⸗ Geiſt und Witz,
1 Morgenlande mitgebracht hat⸗ dem Dienſte der Religion, und die Benedictiner ächers, Flabellum genannt,
lange Zeit fort; in der Me
— lieniſchen Parfüme⸗ atharina von Medicis nach Paris gekommen
einem Gegenſtand des Putzes und der Toilette. Auf!
—
Bibliothek kann man n.
der kaiſerlichen n 1 gearbeiteten Fächer ſehen, wel
bein ſehr künſtlich e Poitiers gehört hat. Heinrich III. und ſeine ßen Ehren, und durch ein Edict v daß die Fächermacher eine Corporation bilden ſollten. ſem Könige ſo wie unter Ludwig XV. unentbehrlicher Gegenſtand des Damenputzes, und 18. Jahrhunderts, Lancret, haben es nicht verſchmäbt, die F Schöpfungen zu verzieren.
on 1673 beſtimmte Ludwig XIV.
rt
er
beſtändig einen Muff trug:„Wozu bedarf er des Pelzes, da er ſeine Hände beſtändig in unſern Taſchen hat?“ a. CTreffender Beſcheid. Die Jächer.. Czarskoe⸗Selo, ein kaiſerliches Luſtſchloß, 6 Stunden von Die Fächer wurden in Frankreich ſchon gegen das 13. Jahr⸗ Petersburg, wurde im Jahre 1744 erbauet; ſein ganzes Da⸗ ſt ſ ldet und man ſah hier den übertriebenſten Luxus. 39
n⸗ wurde vergo den Zeiten der Kaiſerin Katharina II. Zeit dieſer Goldglanz zum Theil fleckig ger den, ſie befahl daher, daß dieſe alte Vergo farbe überzogen werden ſollte. Als dieſes bekannt wurde, macht einige Speculanten der Kaiſerin den Vorſchlag, die Vergoldu abkratzen zu laſſen und ihr 250,000 die große Frau wies ſie mit de wohnt ſei, ihre alten Kleider zu verkaufen.—
2
war
en.
eſſe
—————
och jetzt einen aus Elfen⸗ cher Diana von
Mignons brachten die Fächer zu gro⸗
1 Unter die⸗ war der Fächer ein ganz die Maler des Boucher, Patel, Watteau, Fragonard ächer mit den lieblichſten ihrer
a.
durch den Zahn deß worden und verſchwun ldung mit grüner Oer
d
Rubel dafur zu zahlen; abe m Beſcheide zurück, daß ſie nicht g
1 1
eiteran
der Hirte Anerkeuzzug i dlt von Leopt als, 1857.
Aſſo de 0 und den äler« d Jces. Jean Tuls. bin⸗ un wiede Hinlhuſpringen ſele Veziehen v. dis find Grun Unterſchied be Naan Nͤ,A poetiſche Det ausgeht und macht, mäßre wyſtiſch⸗philof ffern Geltung ſein allgemeine Julian Schmid Nan Paul als Koſten Leoypl tier nun in d finden muß. 1 Ki zang Doctax prong mocratieus Revolutiong demiſche Kro Zuſtänden dert uns die eines wei zu eine Grabes als bemüther, nlaſſungen utrielle 2 den Kind


