Jahrgang 
01-26 (1857)
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Jahrg.

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Aber was finden Sie auf einem Ball, wenn nicht den Tanz?

Was im Leben überhaupt, antwortete er,einen Moment der Schönheit und ſonſt Langeweile!

Langeweile? fiel hier plötzlich Herr Hollunder da⸗ zwiſchen, der die letzten Worte gehört hatte, indem er her⸗ beitrat, um Blanka's Nachbarin zum Cotillon zu führen. Denn auch für ihn war die Gefeierte noch vom letzten Balle her verſagt geweſen, und er hätte am liebſten die Krone der Tänze hinter ihrem Stuhle pauſirt, wenn nicht ſeine Dirigentenpflicht in ihm mächtig geweſen wäre.

Langeweile, Herr von Hohenwart? ach da beklage ich Sie von Herzen, ich habe noch niemals Langeweile empfunden. 1

Pillen drehen iſt allerdings eine unterhaltende Be⸗ ſchäftigung, ſagte Herr von Hohenwart zu Blanka ge⸗ wendet.

Aber Hollunder hatte den Spott gehört:

Jedenfalls nützlicher als Schnurrbart drehen, ent⸗

blödete er ſich nicht, dem übermüthigen Lieutenant ſehr ver⸗

nünftig zurückzurufen, indem er ſeine Dame in die Reihe führte. Denn ſo wenig unſer Freund gleich der Lange⸗

weile den zweiten prickelnden Dämon des kleinen Lebens, die Empfindlichkeit, kannte, und ſo ſehr er auch in dieſer

Beziehung ein glücklicher Mann zu nennen war, in dieſem Augenblicke, in der Geliebten Gegenwart, empörte es ihn.

Sie haben da ein curioſes Exemplar von einem Ver⸗

ihrer, mein Fräulein, ſprach Hetr von Hohenwart unbe⸗ fangen lachend, als ob es unmöglich ſei, einen derartigen Renſchen zu beleidigen, oder von ihm beleidigt zu werden ein närriſcher Kauz, wie alle Apotheker!

Blanka zitterte, ihre Pulſe flogen, ſie wußte nicht b vor Scham, vor Zorn, vor welcher überwältigenden Empfindung.

Wie ſchön ſind Siè in dieſem Augenblicke! rief Herr non Hohenwart, ihre Aufregung bemerkend.

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Dritte olge.

ſprang ſie auf, reichte unſerem Freunde den

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Sie erhob ſich raſch und folgte ihrem herbeieilenden Tänzer auf den Platz. Der vortanzende Herr Hollunder überbot ſich in ſinnvoll erfundenen Touren; Blanka ward beladen mit ſeinen Blumen und Gaben; ſeine unverhüllte Huldigung war das Geſpräch des Saales. Endlich kam eine Tour, in welcher der Tänzer ſeine Dame in der Mitte Platz nehmen läßt, ihr einen Korb und Blumenſtrauß dar⸗ reichend, um mit ihnen einen oder den andern von zwei vorgeführten Herren zu beglücken, oder abzuweiſen. Aſſur von Hohenwart und Phosphorus Hollunder waren die beiden Blanka vorgeführten Cavaliere; ſie fühlte einen Stich in ihrem Herzen, als ſie dieſelben auf ſich zuſchreiten ſah. Durfte ſie den überdreiſten Ritter noch ermuthigen, den erwartungsvoll bebenden Freier durch ein entſcheiden⸗ des Zeichen von ſich weiſen? Ihr Blick traf wie von ſelbſt den auf ihr ruhenden der Mutter; mit raſchem Entſchluſſe Strauß und dem Andern den Korb! Herr von Hohenwart ſeßzte ihn ruhig lächelnd auf den Stuhl und tanzte die Tour mit der ſchönen Gemahlin ſeines Majors, während Blanka im Arme des Erkorenen einige Schritte zu walzen verſuchte. Sie fühlte ſeinen entzückten Händedruck, ſie wußte, daß er ſein Schickſal entſchieden glaubte ihr ſchwindelte, ohn⸗ mächtig ſank ſie in die Arme der herbeieilenden Mutter, die ſich mit ihr entfernte, ſobald ſie ſich von dem kleinen An fall erholt hatte.

Blanka warf noch raſch einen Blick nach dem Saale

zurück, welchen Herr von Hohenwart eben verließ, um im Nebenzimmer an

der Champagnerbowle ſeiner Cameraden theilzunehmen; er war von ſprudelnder Laune, proponirte eine kleine Bank, verlor viel Geld und wurde darauf eine Woche lang nicht auf ſeinem wilden Hengſte durch die Straßen jagend geſehen. Man munkelte von Strafarreſt, von bedenklichen finanziellen Verwickelungen, man ſtellte ſelbſt der militairiſchen Laufbahn des Uebermüthigen das

übelſte Prognoſtikon.

der verklärt. Der edle Geiſt gleicht dem Rieſen der Schweiz, dem Montblanc; wo er die Erde berührt, ſchmilzt und vergeht er; aber ſein Gipfel wiederholet in der Nacht die Sonne, und ſie verſchönert ihn und verzehrt ihn nicht. Alles Erhabene tritt in dieſer ſchönen Minute um mich, und mit der innigſten Dankbarkeit und Achtung wünſch ich dem Fürſten, dem ich dieſen Tag verdanke, auch dieſe Aehnlichkeit mit Höhen. Daß die Gewitter nur unter, nie über ihm bleiben, und das Sonnenlicht immer an ihm. Schwarzburg, den 27. Auguſt 1799. J. P. Fr. Richter. Gewiß Worte und Gedanken, welche nicht weniger werth ſind öfentlich bekannt zu werden, wie die berühmten, welche Schiller Hähnlicher Gelegenheit ebenfalls in Schwarzburg im Hochgenuß

Imr großartigen Naturſchönheiten niederſchrieb. Julius Eberwein.

Aus der Gegenwart.

Trieſter Träumereien.

2, Aimez-vous Trieste? Dieſe Frage iſt mir unzählig oft ge⸗

ſtll und eben ſo oft habe ich mir heimlich geantwortet: zuwei⸗

len aber nicht oft! Trieſt iſt eine Handelsſtadt, damit erklärt ſich Jhes, der haſtige Gang, der zerſtreute Blick, der Mangel an Ele⸗ ſen der grelle Luxus. Man muß ja nicht zur Börſenzeit über en Corſo gehen, es iſt angenehm gegen Abend auf dem Molo, An die Sonne flammend im Meer verſinkt und die Berge im

violetten Duft ſtehen.

der Hand und beten ihr Ave. beſcheidene Begräbniß wie echter Gottesſegen ein ſchönes

Ueber den blauen Himmel ziehen dann flatternd roſige Wolken, das Meer trägt auf jeder azurnen Welle eine funkelnd goldne Krone jetzt liebe ich Trieſt!

Das goldne Licht fließt durch die offene Kirchenpforte, die Altargefäße blitzen darin, wie eine Glorie legt es ſich um das edle Haupt der Madonna, die mit dunklem, göttlich ernſtem Blick herab⸗ ſieht im Mittelgange ſteht ein Kinderſarg, die Kerzen flammen, der Prieſter betet, kleine ſchmuzige Kinder knieen am Sarge des geſtorbenen Schweſterchens, die Nachbarinnen halten die Kerze in Das rothe Licht überſtrömt das junges Mädchen ſteht dabei, das Licht wirft einen Purpurſchimmer über ihr ſchwarzes Haar, halb mitleidig, halb ungeduldig iſt ihre Auf⸗ merkſamkeit getheilt zwiſchen der Ceremonie und der Thür, dort erſcheint endlich der erſehnte Begleiter, ſie taucht die Finger ins

geweihte Waſſer, er drückt zärtlich die noch feuchte Hand, zieht

ihren Arm durch den ſeinigen und Beide eilen hinab, durch die engen winkligen Gaſſen der Altſtadt, zur luftigen Niva. Am Molo drängt ſich zur Abendſtunde die feine Welt, die bunten bauſchenden Seidenkleider ſtreifen die ſchleppenden Säbel der Officiere, die hellfarbigen Sommertoiletten der Löwen, die nun, wo das Comptoir geſchloſſen iſt, einen friſcheren Luftzug hier ſuchen, oder einen Blick aus den ſchwarzen Augen der ſchönen Trieſterinnen, in den leider allzubullten Toiletten. Ah Bella! flüſtert ziemlich laut ein Vorübergehender einer ſchönen Dame zu ſie hat die dunklen Augen nach einer andern Seite gewandt, dort an der Säule lehnt ein junger Mann, er iſt ſchön wie Antinous und hat Augen ſo lieblich tief wie die blaue Adria, ein Lächeln ſpielt um die Lippen hört er die Nixen

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