ihm hin und umſchlang ſeinen Nacken, geiſterblaß, aber ſeine Hoffnungen nahm das blaſſe
ohne den Ausdruck des Irrſinns in den jetzt ſtrahlenden, üͤbernatürlich klaren Augen; ſie war wieder ſchön, aber nicht wie ein irdiſches Weib, ſondern wie eine Märtyrerin.
„Mein Freund,“ ſagte ſie mit klarem, innigem Tone, „Gott will, daß ich dies Opfer bringe. geſprochen nicht mit den Worten ſeines fanatiſchen Dieners, aber durch die Stimme meines eigenen Herzens. Habe Muth, wir müſſen ſcheiden. deshalb gib mir Deine Verzeihung und Deinen Segen mit. Es muß ſein, Gott wird Dich tröſten— und ich werde für Dich leiden und— beten!“
Sie ſchwieg und lehnte ſtill das Haupt an ſeine Bruſt, wie ein müdes Kind an der Mutter; Iſidor hielt ſie ſtumm an ſich gedrückt, ohne zu ſprechen.
Da ſank auch Nina neben der Schweſter auf die Knie; ſie hatte nur Thränen die arme ſchwache Frau, und mit dieſen flehte ſie um Mitleid, um Beendigung dieſer Qual. Iſidor fühlte ſich am Ende ſeiner Kraft; leiſe nahm er Elleng's Kopf zriſchen ſeine Hände und küßte ſie ſanft und Wrtlich—„Ich gebe Dich frei,“ ſagte er aufſtehend, „weil Du es ſo verlangſt, der Herr ſei mit Dir und ver⸗ gebe Deinen Feinden!“
Noch einen Augenblick blieb ſie liegen, dann ſtand ſie auf, ihr Geſicht war ruhig, ſanft und wie verklärt; mit rührender Stimme ſagte ſie leiſe:„In dieſer Stunde, armer Iſidor, iſt Deine Ellena geſtorben, ihr Leib bleibt hier, ihre Seele geht mit Dir. iſt meitt letzte Bitte an Dich, geh heut noch fort!“
Sie gab ihm die kalte Hand und drückte ihre Lippen auf die ſeinigen, zog den Schleier über's Geſicht und ging
zur Thür. Auch Nina bot ihm ſchüchtern die Hand.„Zür⸗ nen Sie mir nicht,“ ſagte ſie tief erſchüttert und traurig, „ich konnte nichts abwenden.“
Die Thür fiel hinter ihnen ins Schloß und in dieſem Augenblicke war Iſidors Jugendzeit geendet; ſein Glück,
Noveſſen⸗Zeitung.
1
Geh fort von hier, dies
Er hat zu mir
ug 3 8 Mein Weg iſt der ſchwerſte,
(II.
er zum letzten Male geſehen hatte
Seit dieſem Abende ſind Jahre verfloſſen. Iſidor iſt ein geachteter, wohlhabender Kaufmann, aus Amerika zu⸗ rückgekommen und lebt in der Nähe der Seinen wieder in der norddeutſchen Königsſtadt. Als er damals ſo uner⸗ wartet zurückkam, nur um Abſchied zu nehmen, ehe er nach New⸗York abreiſte, da hatten ihn Alle mit Sorgen gehen ſehen, ſo muthlos und gleichgültig, ſo ganz gebrochen war der einſt ſo vielverſprechende junge Mann. Die blonde Blanche hatte am meiſten gewarnt,— er ſchien ſie kaum mehr zu kennen.
Aber ehe er ging, kam er noch einmal, ſie zu ſprechen; eine volle Stunde blieb er bei ihr, und beim Abſchiede drückte er ihr brüderlich die Hand,— er hatte ihr Alles erzählt! 4 Am andern Morgen, als ihn der Dampfwagen ſchon nach Hamburg führte, ging Blanche in ihres Vaters Zim⸗ mer und erklärte ſich bereit, ihren viel älteren Vetter zu heirathen und ſo des Vaters jahrelangen Wunſch zu er⸗ füllen.
So vergingen ſechs Jahre, da wurde Blanche Witwe; ihr Vater war ein Jahr frühet geſtorben. Sie verließ die Garniſonsſtadt und kehrte nach der Reſidenz zurück; Iſidors Geſchwiſter waren alle verheirathet bis auf Louiſe,
die älteſte Schweſter, dieſe hielt dem Vater noch immer+☚.‿
Haus. Zu ihnen zog Blanche mit ihrem kleinen Knaben; ſie war ſehr ſtill und bleich geworden ſeit den ſechs Jahren ihrer Ehe.
Und noch vergingen Jahre, der kleine Iſidor zählte bereits zehn Jahre,— da kam Iſidor zurück, ein ernſter Mann, nicht mehr jener ſchöne, liebenswürdige, heitere Iſidor, der einſt ſo froh in die Welt gezogen, aber auch nicht der bleiche, muthloſe Träumer, der ein Jahr darauf heimgekehrt war. Die Kraft des gereiften Lebens lag um
mantiſchen Stoffen und Formen, namentlich zu dem alten Volks⸗ lied, war allerdings von England ausgegangen, allein in der Voll⸗ führung dieſer Aufgabe that Deutſchland wenigſtens eben ſo viel als die Stammverwandten jenſeits des Canals. Die Verdienſte Herder’s in dieſer Richtung waren ſchon von den Zeitgenoſſen er⸗ kannt und geſchätzt, und die ganze Cohorte der Stürmer und Dränger begrüßte, neben Klopſtock, in ihm ihren Leitſtern. In dieſe intereſſante Periode unſerer Literaturgeſchichte führt uns nun jener Briefwechſel ein und zeigt uns Herdern hochverehrt und in allen wichtigen Dingen um Rath und Beiſtand angegangen von Denen, welche jetzt ſelbſt von der Nation als die erſten Geiſter be⸗ trachtet werden, zunächſt von G oethe, dann von Schiller, Jean Paul, Forſter und Anderen. Allein auch die damals ſchon anerkannten literariſchen und ſonſtigen Tagesgrößen ſam⸗
melten ſich verehrend und ratherbittend um ihn, ſo die Dichter
Klopſtock und Claudius, der geiſtreiche Eſſayiſt Zimmer⸗ mann, die Philoſophen Mendelsſohn und Jakobi, endlich der myſtiſche Phyſiognomiker Lavater, welcher von ſeiner Pfarr⸗ ſtelle in Zürich aus kaum erhabene Worte und klangreiche Wen⸗ dungen genug finden kann, um dem Reformator des literariſchen Geſchmacks ſeine unbegrenzte Hochachtung auszudrücken. umfangreichſten iſt die Correſpondenz des jugendlichen Goethe an den älteren, leitenden Freund. Sie macht hundert, ſeither noch ungedruckte Briefe Goethe’s aus, die Antworten Herder's darauf liegen nicht vor. 1
Der Briefwechſel mit Schiller, Klopſtock und dem unglück⸗ lichen, im Wahnſinn verſtorbenen Kraftgenie L
Am
Lavater's zeichnen ſich, wie ſchon angedeutet, durch eine wiſſe
Ueberſchwänglichkeit aus, welche heutzutage nicht ſelten lächerlich wirkt, während ſie damals eigentlich zum Ton der Zeit gehörte.
iſt der dritte Band, welcher ſich ganz t
durch die Correſpondenz
D Verhältniſſe wie in die edlen Gemüther der geſtattet.
Einen unentbehrlichen und trefflichen Commentar zu der Sammlung hat Düntzer geliefert in den Vorbemerkungen, welche dem Abdruck jeder Correſpondenz vorangeſchickt ſind. Dieſelben beziehn ſich in gründlicher Darſtellung auf die perſönlichen, zum Theil ſehr wechſelnden Beziehungen der Briefſchreiber zu Herder und geben ein äußerſt anſchauliches Bild von dem bewegten Trei⸗ ben dieſer regen und lebensfriſchen Geiſter in ihrem ſchwierigen Beruf der Belehrung ihrer Zeitgenoſſen, ſo wie der mannigfachen Zwiſtigkeiten, welche ſich unter ihnen, entweder durch äußere An⸗ läſſe, oder auf den Grund innerer Meinungsverſchiedenheiten, bald ergaben, bald beilegten.
Die reiche und elegante Ausſtattung der drei Bände entſpricht ſo ſehr ihrem werthvollen Inhalt, daß dieſelben an die Seite der beſten Zierden jeder Bibliothek gerückt werden können.
Alexander Büchner.
zukünftigen Gatten
Geſchichtliche Ueberſicht der deutſchen National⸗ literatur mit Hinblick auf die gleichzeitigen Kunſtbe⸗ ſtrebungen. Ein Handbuch für den Unterricht in Töchterſchulen und zur Selbſtbelehrung. Von Dr. Friedrich Wernick, Lehrer
Von eigenthümlichem und ſchwer zu beſchreibendem Intereſſe
rer's mit ſeiner Braut, Caroline Flachsland in Darm⸗ t, ausfüllt und die bedeutſamſten Einblicke in die äußeren
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