Jahrgang 
01-26 (1857)
Einzelbild herunterladen

ahrg. 747 gereiſt, ür eine ohnung aufge⸗ erſtand chmuzi⸗ Schrift ang mit eenheit atte der ud das unfleck,

loren iſt.

ie es gut

ter allein

:, ſie ſei

ngt, ver⸗

zu gehen. f Ihnen

dann im ſeine ſollte hon mit aft, er Mätel das er her dn ihn auf Gerade⸗ nächſten

vi von vohin

1 ur in he bedecen ſchüten

für eine 1 Tod ſo ur dieſen

=

4

3.]1. 8

Nr.

-

die Familie gegangen, auch fand man es in der Ordnung, daß alles neue Aufſehen vermieden werde, wo ſchon der erſte Scandal des Proceſſes wegen ſo groß geweſen war. V Es war in der Dämmerung, die letzten Funken glitzer⸗ ten noch auf den Wellen, die purpurnen Abendwolken war⸗ fean ein rothes Licht in Iſidors kleines Zimmer. Eine kleine Reeiſetaſche lag gepackt auf dem Tiſche; ein Koffer, um, b wenn es nöthig, nachgeſandt zu werden, ſtand ebenfalls bereit daneben; der junge Mann ſiegelte noch einige Briefe, V die nach der Heimath gehen ſollten, falls ſich ſeine Irrfahrt voerlängerte, Alles war zur Abreiſe bereit. Er ſelbſt war bleich und zerſtört; das blonde, ſonſt ſo ſorgfältig gepflegte Haar hing nachläſſig um ſein Ge⸗ ſicht, ein nervöſes Zittern ging ihm zuweilen durch alle Glieder. Da öffnete ſich leiſe die Thür, und zwei tiefver⸗ hüllte Frauengeſtalten traten ein, das Rauſchen der Ge⸗ wänder ließ Iſidor ſich umwenden; die größere von Beiden

todtenbleiches, entſtelltes Antlitz, das ihn mit erſtorbenen Augen anblickte.

die er zuletzt geküßt.

Mit einem Schrei ſprang er auf und ſchlang ſeinen Arm um die zitternde Geſtalt, ihr blaſſes Geſicht mit Küſſen und Thränen bedeckend. Allein ſie duldete es nur einen Augenblick, dann glitt ſie aus ſeinen Armen und lag

voor ihm auf den Knien.

Ellena, rief er beſtürzt und vorwurfsvoll.

Hier iſt mein Platz, Iſidor, begann ſie, ohne ſich zu erheben, mit klangloſer Stimme,denn ich komme als Bittende zu Dir. Du mußt mir mein Wort zurückgeben, wenn Du nicht willſt, daß meine Mutter mir flucht. Ein Fluch iſt entſetzlich und ich ſoll dann einen doppelten tragen, den Fluch der Mutter, die mich geboren, und den der Kirche, die mich geſegnet!

Sie verhüllte ihr Geſicht und fuhr dann mit halb

Dritte

ſchlug den Schleier zurück und Iſidor ſchaute in Ellena's

Gebrochen, geiſtig und körperlich ge⸗ knickt war ſie nur der Schatten jener blühenden Schönheit,

folge.

wahnſinnigem Ansdrucke fort:Da dachte ich daran, daß Du ein menſchliches Herz haſt, daß Du mir vergeben wür⸗ deſt, ſelbſt wenn ich es Dir brechen müßte. Das iſt der Triumph des Guten in dieſer Welt, die edlen Herzen werden gebrochen und verrathen, weil man weiß, ſie können nicht fluchen! Deshalb kam ich zu Dir und flehe gib mir mein Wort zurück.

Iſidor lehnte ſchwindelnd, betäubt am Tiſche.

Du biſt ſehr krank, arme Ellena, ſagte er endlich.

Ich war es, entgegnete ſie mit demſelben irren Lächeln, das ihm das Herz zerſchnitt,jetzt brauche ich nur noch Dein Wort, und ich werde geſund, und auch frei, die Sonne und das Licht zu ſehen. O Iſidor, gib mir das Wort zurück!

Sie lag zuſammengebrochen vor ihm; ſchwere Thränen tropften durch die ſchmalen Finger auf ihr Kleid wie heiße Blutstropfen.

Iſidor ſtarrte einen Augenblick rathlos vor ſich hin; endlich traf ſein Blick die andere Geſtalt, die er noch nicht näher angeſehen; ſie hatte jetzt gleichfalls den Schleier ab⸗ geworfen und er erkannte Nina Vittori.

Aus Erbarmen, flehte ſie mit ſtrömenden Thränen, wenn Sie nicht wollen, daß ſie den Verſtand verlieren ſoll, beenden Sie dieſe entſetzliche Scene. Fragen Sie nicht lange, Iſidor, es muß ſein! Sagen Sie der Un⸗ glücklichen ein Wort der Beruhigung, haben Sie Mitleid mit ihr und uns Allen.

Aber ich habe ſie ja bei mir, mein Koffer iſt gepackt, mein Paß bereit, in einer Stunde ſind wir über der Grenze, rief Iſidor mit plötzlichem Entſchluſſe.

Und das Bewußtſein des mütterlichen Fluches geht mit ihr und wird ſie tödten, hätte das nicht Gewalt über ſie, ſo wäre ſie nicht ſo weit gekommen ihrer Mutter zu verſprechen, Sebenzich zu heirathen!

Iſidor ſank vernichtet in das Sopha und verhüllte ſein Geſicht mit den zitternden Händen. Ellena glitt leiſe zu

Zur Nahrungsmittellehre. Die Chemie des Weines. Die im Weine vorkommenden chemiſchen Stoffe(Alkohol,

Gerbſäure, Glucin- und andere Säuren, Eiſen, Eiweißſtoff, Oenanthin Zucker ꝛc.) ſind ſowohl hinſichtlich ihrer Menge, als ihrer Beſchaffenheit, in den verſchiedenen Sorten des Trauben⸗ ſaftes noch nicht wiſſenſchaftlich beſtimmt, ſo wie die faſt unend⸗ liche Mannigfaltigkeit, die dem Wein eigenthümlich iſt und die allein auf der Verſchiedenheit der Beſtandtheile beruht, noch faſt gar nicht auf ihre Urſachen zurückgeführt worden. Der bekannte holländiſche Chemiker Mulder liefert den erſten Verſuch einer ſolchen Arbeit inDie Chemie des Weines. Von G. J. Mulder, Profeſſor der Chemie an der Univerſität zu Utrecht. Aus dem Holländiſchen von Karl Arenz. Leipzig, J. J. Weber, 1856, doch ſagt er ſelbſt, daß ſie damit noch lange nicht erſchöpft ſei. Beiſpielsweiſe ſagt der Verfaſſer über das Vorkommen der Gerbſäure im Portweine:Im jungen Portwein iſt, ſo

enthalten und zugleich eine große Menge eines Farbeſtoffes auf⸗ gelöſt. Der Wein iſt nicht roth, ſondern dunkelviolett; verhält⸗ nißmäßig findet ſich in dieſem Weine ſehr wenig freie Säure.

Der junge Portwein, welcher, auf Flaſchen abgezapft, ganz klar iſt, ſetzt unmittelbar und ſelbſt Jahre lang ununter⸗ brochen einen Bodenſatz von organiſchen Stoffen ab, der in gan⸗ zen Platten von dem Innern der Flaſchen, und zwar von dem nach unten gekehrten Theile, abgelöſt werden kann. Je reichlicher ſich der Bodenſatz abſetzt, um ſo heller von Farbe wird der Port⸗ wein. Die violette Farbe, die er, als er noch jung war, beſaß⸗

viel bekannt, von allen Weinen die größte Menge Gerbſäure

wird roth, dann gelblich roth und iſt, wenn der Wein Jahre lang gelegen hat, endlich gelb, ſo daß er der Farbe nach mit dem Liqueur⸗ wein ſo ſehr übereinſtimmt, daß es oftmals ſchwierig iſt, alten Portwein allein durch die Farbe von Madeira und anderen Weinen zu unterſcheiden..

.

Literatur.

Herausgegeben von Heinrich 3 Bände. Frankfurt, Mei⸗

Aus Herder's Nachlaß. Düntzer und F. G. v. Herder. dinger, 1857.

Für die Commentirung der claſſiſchen Epoche unſerer Litera⸗ turgeſchichte iſt wohl kein intereſſanterer und wichtigerer Beitrag geliefert worden, als die hier vorliegende Correſpondenz Herder's mit einigen ſeiner berühmteſten Zeitgenoſſen. Dieſe Briefſamm⸗ lung iſt um ſo wichtiger, als ſie ſich nicht auf die Vollendung, ſondern auf das Werden jener großen Zeit bezieht, und als ſie grade Denjenigen betrifft, welcher in dieſem Werden anerkannter⸗ maßen eine der erſten Rollen ſpielte, den Mann, zu welchem ein Goethe als zu ſeinem Führer und Lehrer emporblickte, an welchen eine ganze Generation jung anſtrebender Genies mit warmer Be⸗ geiſterung ſich anſchloß.

Herder war bei uns, neben Leſſing, der Mittelpunkt der natu⸗ raliſtiſchen, realiſtiſchen und nationalen Bewegung gegen die all⸗ gemeine, verknöcherte Herrſchaft des conventionellen, claſſiſch franzöſiſchen Kunſtſtils, welcher bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts in halb Europa die Entfaltung aller volksthüm⸗ lichen Dichtung beengte. Die dagegen gerichtete Rückkehr zu ro⸗