Jahrgang 
01-26 (1857)
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Waſſer benetzte und ſie wie ein krankes Kind behandelte. Nach einer Stunde verließ er ſie, er verſicherte ihr, daß die erlebte Scene in nichts ſeine Liebe und Verehrung für ſie zu vermindern im Stande ſei, bat ſie, ſich zu beſchwich⸗ tigen und auf dem Wege ruhiger Vorſtellungen ihr Ziel zu verfolgen. 8

Vittori machte ſeiner ohnehin ganz verſchüchterten Schwiegermutter heftige Vorwürfe, er ſtellte ihr vor, wie Ellena, ſtolz und feſt in allen Entſchlüſſen, doch zu dieſer Heirath nicht gezwungen werden könnte, und daß man mit Güte, nicht mit Gewalt ſie beſtimmen müſſe. Ellena ließ Niemand vor ſich, gegen Abend kam Iſidor zurück; man wagte nicht, ihn abzuweiſen. Er blieb bei ihr, bis die Uhr die elfte Stunde zeigte. Es war kein zärtliches Rendez-vous, es waren ernſte, traurige Ueberlegungen und Pläne. Als er ging, waren ſie übereingekommen, daß er nicht eher zurückkommen ſollte, bis ſie ihn rufen laſſe.

Du haſt meinen Schwur, Iſidor, ich bin Dein. Viel⸗ leicht gelingt es mir, meine Mutter zu beſtimmen. Ich bin kein Kind, das ſich aus übereilter Großmuth opfern wird, jetzt, wo ich fühle, daß, wenn Du mich verlierſt, auch Dein Glück mit mir verloren geht; ich werde für uns Beide handeln. Habe Geduld, mein Iſidor, ich werde ſie auch haben und Muth, Alles zu ertragen, nur nicht Dich zu verlieren.

Es war das erſte und ſollte das letzte Mal ſein, daß die Liebenden ſich heiß und ſchmerzlich küßten; jetzt war Ellena nur das ſanfte, zärtliche Mädchen.

Vergiß meiner nicht und glaube feſt an mich, auch wenn Dir die Zeit lang ſcheint; ich glaube an Dich, Iſidor, wie an Gott. Lebe wohl. Er küßte ſie noch V einmal und ging.

So verfloß ein Monat, der Iſidor eine Ewigkeit voll Qualen ſchien; alle Bemühungen, Nachrichten über Ellena's Schickſal zu erhalten, blieben umſonſt. Nach langem For⸗ ſchen erhielt er endlich die Gewißheit, Vittori ſei mit den

Novellen⸗

Zeitung.

4 drei Damen und dem Beichtvater der alten Frau abgereiſt, aber wohin, wußte Niemand zu ſagen. Päſſe für eine weitere Reiſe waren nicht genommen worden, die Wohnung war geſchloſſen, der zurückgelaſſene Diener war neu aufge⸗ nommen und wußte kein Wort, auch der Portier verſtand

zu ſchweigen. Da erhielt Iſidor eines Tages einen ſchmuzi⸗

gen, zerknitterten Brief, deſſen ſchlechte, unleſerliche Schrift faſt verlöſcht war, da man ihn wahrſcheinlich tagelang mit ſich herumgetragen hatte, ohne eine günſtige Gelegenheit zu finden, ihn abzuſchicken. Unglücklicher Weiſe hatte der ungeübte Schreiber den Ortsnamen vergeſſen und das Poſtzeichen war unleſerlich geworden durch einen Tintenfleck, auf den es gerade getroffen hatte.

Der Brief enthielt die Worte:

Retten Sie das Fräulein, das ohne Sie verloren iſt.

Sie iſt krank zum Tode und von Allen getrennt, die es gut

mit ihr meinen. Ihr Schwager und der Beichtvater allein gehen zu ihr, den ⸗Arzt hat man glauben gemacht, ſie ſei wahnſinnig, und wenn der Plan ihrer Feinde gelingt, ver⸗

läßt ſie das Krankenzimmer nur, um zum Altare zu gehen. Täuſchen Sie nicht ihre letzte Hoffnung, die auf Ihnen

ruht.

Rathlos ſtarrte Iſidor auf das unſelige Blatt, dann eilte er zu Stephan Sebenzich. Er war verreiſt, um ſeine Angelegenheiten zu ordnen. Gleich nach der Rückkehr ſollte Hochzeit ſein, vielleicht brachte er die junge Frau ſchon mit ſich.

Ellena gegeben, hielt ihn zurück. Umſonſt beſah er den unglücklichen Brief von allen Seiten, er konnte ihn auf keine Spur bringen. Endlich entſchloß er ſich auf Gerade⸗

wohl Flecken für Flecken, Haus für Haus in der nächſten

Umgegend zu durchforſchen. 1 In der Stadt ſprach man von der Heirath wie von

ſeiner ganz ſicheren Sache, allein Niemand wußte, wohin

treffliche Leier; es riß auf derſelben eine Saite, und anſtatt eine Darmſaite aufzuziehen, zog er eine ſilberne darauf; die Leier aber verlor, damit bezogen, ihren Klang. Man verſtand ihn und ließ die Akademie nicht zur Verſorgungsanſtalt werden, ſondern Aka⸗ demie bleiben. Der von der Geſellſchaft ertheilte Preis der Be⸗ redſamkeit, beſtehend aus einer goldenen Medaille mit dem Bilde des heiligen Ludwig auf der einen und einem Lorbeerkranze und den Worten à l'immortalité auf der andern Seite, wurde 1654 durch J. L. Guez de Balzaec geſtiftet. Verſchiedene Hinderniſſe ließen indeß dieſe ſeine Teſtamentsverordnung erſt 1671 in Er⸗ füllung gehen; doch hatte ſich inzwiſchen der Fonds ſo verſtärkt, daß der Werth der Medaille von 200 auf 300 Livres erhöht wer⸗ den konnte. G. L. L.

Hiſtoriſche Bagatellen.

Anakreon, der ſein Leben lang den Wein getrunken und be⸗ ſungen hatte, erſtickte an einem Traubenkerne. Lady Ruſſel ſtach ſich mit einer Stecknadel in den Finger und blutete ſich todt. Der Philoſoph Descartes wurde vom Hufſchlage eines Pferdes getödtet. Kaiſer Heinrich VII. ſtarb durch eine vergiftete Hoſtie. Philipp IV. von Spanien hielt es unter ſeiner Würde, ſelbſt das Holz vom Kamin zu ſchaffen, blieb am heftigſten Feuer ſitzen, bekam die Roſe und ſtaxrb. Agathokles wurde durch einen Zahn⸗ ſtocher vergiftet. Biſchof Laurentius von Breslau ſtarb durch den Duft zu vieler Roſen, die in ſeinem Schlafzimmer ſtanden, und einer ſeiner Biographen macht dabei die chriſtliche Bemerkung, daß apoſtoliſche Männer ſich auch in Hinſicht des Geruches im Sinnengenuſſe zu beſchränken haben. Artemon Periphoentes!

fürchtete ſich ſo

einer Sänfte verließ, welche zwei Knechte mit Schilden bedecken mußten, wodurch er ſich vor dem unwillkommenen Gaſte zu ſchützen wähnte. Vom Tode nur zu ſprechen, hielten die Albaner für eine Narrheit, und Ludwig XI. von Frankreich fürchtete den Tod ſo ſehr, daß allen ſeinen Dienern ſtreng unterſagt war, nur dieſen Namen zu nennen. Auch im vollen Lachen gingen Einige aus der Welt; wie Philemon von Syrakus, Polikrato aus Naxos, Diagoras Rhodius und Philiſtus aus Nicäa, die lachend vom Tode überraſcht wurden. Herzog Bernhard von Weintar fand in Fiſchen, ſeinem Leibgerichte, die man vergiftet hatte, den Tod. Einen ſüßen Tod nahm der Herzog von Clarendon, König Eduards IV. Bruder, der ſich, als man ihm die Wahl der Todes⸗ art freiſtellte, in einem Faſſe Malvaſier ertränken ließ. Der

Conſul Fabius ſtarb an einem Haare in der Milch, das er ver⸗

ſchluckte, Tarquinius Priscus an einer verſchluckten Fiſch räte, und der Gothenkönig Theodorich über dem Anſchauen eines Fiſch⸗

kopfes. Wladislaus, der Sohn König Wenzel's in Böhmen, und die Päpſte Anaſtaſius II. und Adrian IV. erſtickten an Mücken

und Fliegen, die ihnen in den Hals gekommen waren. Den Friesländer Rathsherrn Foido Ralda tödtete der Schreck. Als dieſer den neuen Unionseid der Holländer las, welchen er(1579) ſo wie Andere ablegen ſollte, erſchrak er ſo ſehr, daß er, vom Schlage gerührt, auf der Stelle ſtarb. Auch Zeuxis tödtete der Schreck uͤber den Anblick eines ſchlechten Gemäldes, und nicht Auederen Nerven mußte Verrius gehabt haben, der da

ſta eben ein altes häßliches Weib malte.

[III. Jahrg. 1

Der junge Mann war am Ende ſeiner Kraft, er überlegte, ob es nicht beſſer ſei, durch ein raſches Mittel dieſe namenloſe Qual zu enden; nur das Wort, das er

5,. vor dem Tode, daß er ſeine Wohnung nur in

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die Famil daß alles elſte Sca Esv ten noch ſen ein r Reiſetaſe wenn es bereit do die nach verläͤng Er ſorgfä ſicht, Glied hüllte wänd ſchlug todten Augm knickan diegza Mit Im uw Käſſen! enen A vor ihy

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