Jahrgang 
01-26 (1857)
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III. Jahrg.

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Kaſch knüpfte daher der verliebte Huſar den Faden der Unterhal⸗

brauchte ſie nicht zu ſchildern, ſie ſtanden auf ihrem Ge⸗ ſichte geſchrieben.

Jetzt, Iſidor, ſchloß ſie endlich,rathen Sie mir, ich bin am Ende mit meiner Kraft.

Bei der Erwähnung von Vittori's Abneigung gegen die Schwiegermutter hatte Iſidor das einzige Mal einen Schrecken gezeigt, doch ſprach er jetzt mit Ruhe und liebe⸗ voller Eindringlichkeit. Er wollte Ellena's Hand von ihrer Mutter erbitten, er ſelbſt ſie zu ſeinem Vater beglei⸗ ten, damit ſie dort mit ſeinen Schweſtern lebe; ſein eignes kleines mütterliches Vermögen ſollte ihr den Schmerz er⸗ ſparen, von Fremden abhängig zu ſein. Zwei bis drei Jahre, hoffte Iſidor, ſollten zureichen, ihm ſelbſt eine Exiſtenz zu gründen, zugleich auch Ellena Zeit laſſen, ſich in die neue Lage zu gewöhnen. Ein angeſehenes Handels⸗ haus hatte ihm die Offerte gemacht, für daſſelbe ein Zweig⸗ Geſchäft in New⸗York einzurichten; dies Anerbieten war ſehr vortheilhaft, nur machte es eine Trennung nöthig. Um dieſen Plan auszuführen, gehörte es aber dazu, daß die Schwiegermutter bei Vittori's leben könne. Ihre Ueberſiedelung nach Norddeutſchland war eben ſo ſchwie⸗ rig, als es unmöglich ſchien, daß ſie ſich dort in die Ver⸗ hältniſſe finden würde.

Je mehr Iſidor ſeine Pläne ausführte, deſto mehr fühlte Ellena das Schwierige derſelben, und wie unmöglich es faſt ſei, daß ihre Mutter ihre Einwilligung geben würde. Schüchtern erinnerte ſie ihn an die Gefahren ſeiner eigenen Eriſtenz, wie er dadurch, daß er ſein kleines Vermögen ppferte, ſich ſelbſt ſeine Zukunft unendlich ſchwerer machte, ja vielleicht alle Hoffnung auf Selbſtſtändigkeit aufgab. Doch beſtand Iſidor darauf, daß er ſeiner Schwieger⸗ mutter den ganzen Reſt des Vermögens, das der Verkauf des Mobiliars begründen ſollte, überlaſſen würde, um ſie ſo ſeinen Plänen geneigter und ihre Lage äußerlich ſo an- genehm wie möglich zu machen⸗

Nach nochmaliger genauer Ueberlegung ließ er die alte

Dritte Folge.

mir eine Exiſtenz, die mir genügt.

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Dame um Gehör bitten, Ellena blieb zurück. Nach kurzer Zeit rief ſie ein heftiges Klingeln hinüber. Sie fand Iſidor ſo bleich, wie einen vom Grabe Erſtandenen, die alte Frau in einem Paroxysmus von Zorn und ohn⸗ mächtiger Wuth, die unheimlich anzuſehen war. Als ſie Ellena erblickte, überſchüttete ſie dieſelbe mit einem Strome von Vorwürfen, ſich ohne Rückhalt der Gemein⸗ heit ihrer Natur hingebend. Ellena hielt ſich bebend am Tiſche feſt, eine brennende Scham übertäubte jetzt den Schmerz; endlich als der Fluß der Rede ſtockte, weil der corpulenten Dame der Athem ausging, trat ſie zu ihr, und Iſidor erſchrak über die tödtliche, eiskalte Schönheit ihrer Erſcheinung. Das war Meduſa, und wie dieſe ſchien auch jetzt ihr Anblick zu wirken, die alte Frau ſah ſie mit faſt entſetzten Blicken an, ſie wollte ſprechen, aber Ellena winkte ihr zu ſchweigen.Möge Gott mir verzeihen, wenn meine Worte unkindlich und unehrerbietig ſind, ſagte ſie mit eiskalter Stimme.Sie haben mich dazu gebracht. Ich bin ein Weib und habe ein Herz, ich bin keine Waare, und man verlangt von mir, ich ſoll mich verkaufen laſſen, damit meine Familie in Luxus leben kann. Ich brauche ihn nicht, dieſen Luxus, und der Mann, den ich liebe, bietet Sie können mich zwingen, bei Ihnen zu leben, aber nicht, mit Stephan Se⸗ benzich mich zu verehelichen! Und bei Gott, ich ſchwöre es, keinem Anderen zu gehören, als Dir, mein Iſidor, wenn ich auch nicht ſagen darf hier bin ich, nimm mich hin einem Andern gehöre ich nie!

Sie lag ſchluchzend an Iſidors Bruſt, die übernatür liche Spannung war vorüber, zerbrochen, troſtlos, ver⸗ zweifelnd fühlte ſie nur ihr unſägliches Elend. Er trug ſie in ihr Zimmer zurück, und dort gelang es ihm allmäh⸗ lich, ſie zu beruhigen; er ſelbſt war vernichtet von der er⸗ lebten Scene.

Das ſtolze Geſchöpf war hülflos wie ein Kind, ſie ließ ihn ſtill gewähren, als er ihre Schläfe mit cölniſchem

lung iſt, weiß, was oft ein verlorener Moment zu bedeuten hat.

ſung da wieder an, wo er durch des Vaters rauhe Dazwiſchenkunft bgeriſſen worden war, und eben hatte er, überſelig, das erſehnte Ziel erreicht, eben hatte ſeine liebliche Tänzepin erröthend und mit fiedergeſchlagenen Augen das beglückende Zugeſtändniß geflüſtert, ſa kehrte, viel ſchneller, als es ſich hätte erwarten laſſen, der Ge⸗ ſeral zurück. Er wollte ſogleich nach dem Spielzimmer eilen, als aber ſeinen Sohn erblickte, trat er raſch auf ihn zu und fragte mit drohendem Tone:Nun, weshalb biſt Du nicht geblieben, wohin ich Dich ſchickte?

Zeil das Spiel vorbei iſt! entgegnete der Lieutenant

W lachend.

Schon vorhei! Wie kommt das?

Weil ich die Bank geſprengt habe! ſagte der Sohn ſehr gelaſſen.

Geſprengt?! fragte der General etwas verblüfft.

Ja! Auff die erſte Karte ſagte ich: Va banque! Nach dem vierten Abzuge hatte ich gewonnen, und ſo durfte ich denn zurück⸗ kehren, um meine Ritterpflicht nicht zu vernachläſſigen, denn ich war mit dem Fräulein auf den nächſten Tanz engagirt; dieſer geht iben an, Du entſchuldigſt mich daher wohl, lieber Vater. Dein Geld habe icheinſtweilen dem Rittmeiſter von R. übergeben.

Damit führte er ſeine Dame in die Reihe der Tanzenden, der Vater aber ſah ihm ſchmunzelnd nach und brummte auf dem Wege zum Spielzimmer halblaut für ſich:

Der Teufelsjunge! Weil er verliebt iſt bis über die Ohren, ſlürmt er die Bank, als wäre es eine feindliche Batterie! Aber daran erkenne ich mein Blut! Er ging drauf wie ein

echter Blücher! Das nächſte Mal will ich mich aber doch hüten, ihm mein Spiel wieder zu übergeben, wenn ich ihn dadurch in einer verliebten Unterhaltung ſtöre. a.

Aus der Geſchichte. Stiſtung der franzöſiſchen Akademie.

Der gelehrte Conrart in Paris kann als der eigentliche Stifter der franzöſiſchen Akademie angeſehen werden. Wenn der ſpäter zum Biſchof zu Vence und Graſſe erhobene Ant. Godeau um 1630 von ſeinem Geburtsorte Dreux aus nach Paris kam, verweilte er bei ihm und las hier ſeine in der letzten Zeit gefertigten Gedichte vor. Hierzu lud Conrart verſchiedene Gelehrte ein, aus denen ſich nach und nach eine dauernde Geſellſchaft bildete, und dies iſt der Urſprung der Akademie. Als 1640 Olivier Patru in dieſelbe aufgenommen wurde, hielt er eine Dankſagungsrede, die der Ge⸗ ſellſchaft ſo gefiel, daß nach ihrem Beſchluſſe von da an jeder Neu⸗ aufgenommene eine ſolche Rede halten mußte. Nur Colbert und d'Argenſom ſind davon ausgenommen geweſen. Daß die Akademie übrigens ein gelehrtes Inſtitut blieb und nicht, wie manche andere Stiftungen der Vorzeit, durch Uebergang in die Hände der Ariſto⸗ kratie ihrem urſprünglichen Zwecke entfremdet wurde, war eben⸗ falls Patru's Verdienſt. Denn als nach Conrarts Tode ein

vornehmer Herr vom Hofe, der aber nicht viel ſtudirt hatte, an

ſeinen erledigten Platz zu kommen trachtete und die Akademie darüber verlegen war, eröffnete Patru die Verſammlung mit fol⸗

gender Anrede:Meine Herren; ein alter Grieche hatte eine vor⸗