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ſie angehören, es wäre Wahnſinn geweſen, ſich dieſe Er— ſheinung in einer beſchränkten Häuslichkeit zu denken! Luxus, Pracht und Verſchwendung war ihr Element; ein verz hatte ſie ohnedies nicht, denn konnte ſie an ein Amu⸗ ment denken, während das Schwert des Damokles über iorem Haupte hing? Sie wendete ſich lächelnd zu ihm; ſe wußte ſich frei von Schuld, denn ihre Schweſter konnte
um nicht den Schein zu geben, daß ſie an die Möglichkeit des verlorenen Proceſſes glaubten. Der Wagen fuhr ab und Iſidor verſprach, Vittori auf dem Corſo wiederzufin⸗ den; kaum jedoch von ſeiner Gegenwart befreit, eilte er zu linem Maskenverleiher und unter dem Schutze eines Do⸗ mino's ſuchte er den Wagen wieder auf.
Die ganze Stadt war in einem Taumel befangen, es
war ein großer Maskenball, der ſich durch alle Straßen
wälzte. Die Ariſtokratie der Handelswelt in eleganten Gquipagen, der Mittelſtand in möglichſt anſtändigen Miethwagen; die Herrenwelt, theils maskirt, wo man be⸗
ondere Zwecke verfolgte, theils ohne Maske, bildete Spa- ere, durch welche die Wagen langſam im Schritte fuhren;
dos Volk drängte ſich lachend und ſtoßend auf dem Trot⸗ voir; die Straßenjugend exiſtirte auf unmöglich ſcheinende Urt zwiſchen Wagenrädern und Pferdefüßen; in allen genſtern, auf allen Balconen zeigten ſich Zuſchauer und Theilnehmer. lleinen rothen und weißen Confetti bildeten die leichteſte, ewöhnlichſte Waffe; die eleganten Dandies warfen mit Bonbons oder Veilchenſträußchen, hier und dort näherte
ſich einer ſeiner Herzenskönigin, um ihr ein großes, präch⸗
iges Bouquet oder eine elegante Bonbonieére zu über⸗ Kſrechen.
hr Schlage haltend; die Vittori hatte offenbar ſehr viele Berehrer, ſie war ganz vergraben in Bonbons und Blu⸗
nicht allein fahren, Alle hatten ihr zugeredet, es über ſich zu gewinnen, ſie zu begleiten, ihr Schwager am meiſten,
3;„ Das Werfen war im vollen Gange, die
IFſdor folgte dem Wagen der beiden Damen, ſich dicht
men, ganz erhitzt vom Zurückwerfen, denn es zeigt die offenbarſte Verachtung, wenn eine Dame den Wurf nicht erwidert; vier bis fünf elegante Bouquets lagen auf dem Rückſitze,— ſie war ſtrahlend im Triumphe. Ellena er⸗ ſchien in gedrückter Stimmung, ſie lag theilnehmend in der Ecke, achtlos zuweilen einen Wurf erwidernd, doch ohne zu bemerken, wem ſie ihn zurückgab.
An einer Straßenecke ſtand ein gemein ausſehender, häßlicher Mann, neben ihm Vittori, es war Sebenzich. Als der Wagen ſich näherte, trat er an den Schlag und überreichte Ellena ein wahres Monſterbouquet, ein ſo un⸗ ungeheures Ding, daß die übrigen dagegen ausſahen wie Veilchenſträußchen, für das Knopfloch eines Dandy be⸗ ſtimmt; es war ganz aus Camelien gebunden und Kenner ſchätzten es auf mindeſtens fünfzig Gulden.
Ellena ſah verwundert den ſeltſamen gemein ausſehen⸗ den Verehrer an; ihre erſte Bewegung war, das Bouquet zurückzuweiſen; allein Nina's Hand hielt ſie ab, ein Wink ihres Mannes hatte ſie dazu aufgefordert. Ellena hatte dieſen Wink bemerkt und legte ſich todtenbleich zurück; die Ahnung eines entſetzlichen Unglücks überkam ſie, ſie kannte ihren Schwager zu genau, um nicht augenblicklich einen ge⸗ wichtigen Grund zu errathen, wenn er in ſolcher Art Je⸗ mand Beiſtand leiſtete. An einer weniger lebhaften Straßenecke trat plötzlich ein Domino auf den Wagentritt; Iſidor, der noch immer in möglichſter Nähe geblieben war, wurde durch das Getümmel gehindert, das Geſpräch zu verſtehen, auch war es ſehr kurz, denn Ellena erwiderte auf einige raſch und leiſe geſprochene Worte nur mit einem leiſen Schrei, und als die Maske noch einige Worte hin⸗ zufügte, verbarg ſie ihr Geſicht in den Händen. V Als der Domino den Wagen verließ, folgte ihm Iſidor; in einem nicht ſehr eleganten Café empfing oder erwartete den Fremden ein Schwarm von Masken; man umringte ihn lachend und beſtürmte ihn ſo lange, bis er die Maske lüftend Iſidor jenes bleiche ſchöne Geſicht erkennen ließ,
. e vom Fenſter aus ihre Pläne ausführen und ſetzte
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ith kam das Praktiſche. Die Eiſenbahnfahrt von Dresden nach undau koſtete 16 Thaler. Nun ging ich zu dem Moraliſchen über dund fand zu bemerken: daß die Leute ſich nicht auf öffentlichen Straßen küſſen, herzen, oder andere Zärtlichkeiten austauſchen ltten, die dem Unbetheiligten lächerlich und oft höchſt anſtößig ſind. Die deutſchen Mädchen und Frauen müßten viel zu zart⸗ hlend ſein, um in Gegenwart Anderer ihren warmen Gefühlen ilchen Ausdrut zu geſtatten. Es macht ſich garſtig. Wäre ich aendesherr. ſo würde ich ein Geſetz erlaſſen, das h ditte und den Austauſch aller Gefühle auf 4 Augen beſchränkte. Als ich dieſe Betrachtungen beendet, die ſich mir hauptſächlich in Bezug meines jungen Reiſegefährten aufgedrängt, während wir zu einem Brautpaare geſetzt wurden, ſchellte man zur Table dbate, und wir waren gerne bereit, der Mahnung zu folgen. Man aß für einen Gulden ganz vortrefflich, und als der Himmel ſich
das kleine Venedig an. Lindau iſt eine reizende kleins Inſel, durch
Eiſenbahn bis vor die Thüre unſeres Hötels führtz Dieſe Ein⸗
richtung iſt allerdings ſehr bequem; der Bahnhof iſt, wie alle
baieriſchen Bahnhöfe, geſchmackvoll aus rothen Ziegeln erbaut.
Das Zollhaus iſt ebenfalls neu und mit den ſchoͤnſten Blumen — Die kleine Inſel iſt überhaupt allerliebſt, und wäre die Luft nicht ſo feucht und lau, möchte ich es ein Eldorado nen⸗-
umſtellt.
nen.— An Leben und Bewegung fehlt es nicht, und Alles, was kmmt und geht, muß an uns vorbei; denn es führt kein anderer Weg über den See, als dieſer eine, von der Eiſenbahn am Hötel
5 dann an den Tiſch, um einige Reiſenotizen aufzuſetzen. Erſt⸗
hierauf Bezug
nach der Mahlzeit etwas aufhellte, ſahen wir uns auch draußen
zwei Brücken mit dem Lande verbunden, von denen die eine die
vorbei auf das Schiff. Hohe Mauern umgeben die Inſel, die einſt befeſtigt war, wir ſitzen auf einer Baſtion und fiſchen, wir baden im See, oder fahren in einem Kahn. Alles iſt hier auf Waſſer⸗ vergnügungen berechnet. Aber es regnet; dadurch wird der Feuch⸗ tigkeit zu viel.
Wald und Grün muß man hier entbehren.— Um einen Spaziergang zu machen, muß man zuerſt eine der Brücken über⸗ ſchreiten und das feſte Land gewinnen. Es kommen Leute hierher, um das Seebad zu gebrauchen. Das iſt lächerlich. Dieſer See führt ein ſehr unſchuldiges Waſſer, das Niemand heilen wird. Er iſt ſehr tief, man muß daher eine Treppe hinab in ein kleines Re⸗ ſervoir ſteigen, das nicht bequem iſt. Ich bekam danach Schwin⸗ del und Uebelkeit, that es alſo nicht wieder. Ueberhaupt bekam mir die Luft hier nicht, ich wurde täglich matter und aß endlich keinen Biſſen mehr. Der See brachte mir eine Malerei wie Andern die Campagna von Rom. Eine Angſt überkam mich, wenn ich ihn nur ſah. Wir beſchloſſen alſo nach Rorſchach überzuſiedeln.
Meine Geſellſchaft hatte ſich um ein drittes Glied vermehrt. Die Gräfin K.. die ich zufällig hier angetroffen, wollte uns be⸗ gleiten. Mit einer ſo liebenswürdigen Geſellſchafterin gewinnt Allles an Reiz. Heiter beſtiegen wir unſer Schiff und eilten dem andern Ufer zu, wo die Familie Polſon uns zum Thee erwartete. Zum erſten Male betrat ich den Schweizer Boden, und das Neue hat ſeinen Reiz. Wir ließen unſer Gepäck im Zollhauſe und ſuch⸗ tten eine Privatwohnung. Obgleich man in einem Hötel nicht theurer wohnt, ſo iſt es doch vorzuziehen, ſein eigener Herr zu ſein und nach Ermeſſen zu leben, ſobald mehrere Perſonen beiſammen
ſind.— Ich wünſchte Bergluft und Bäume. Es wurde mir ein Landhaus genannt, das dem Bauer Nägerle gehörte, zu dem ich
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