Jahrgang 
01-26 (1857)
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Der Abend dämmert.

Der Abend dämmert und der Tag entflieht, Sei mir willkommen, ſüßverſchwiegne Stunde! Du weißt es ja, wohin mein Sehnen zieht, Vertraute Freundin warſt du unſerm Bunde.

Jetzt triffſt du mich verlaſſen und allein. Du birgſt nicht mehr mein Glück in deinem Schleier, Mitleidig hüllſt du meinen Jammer ein, Und meine Thräne fließt zu deiner Feier.

Trennung.

Die Hand haſt Du zum Abſchied mir gereicht, Doch meinem Blick Dein Auge abgewandt:

Du zürnteſt Dir, daß ſich Dein Herz erweicht, Dies ſtolze Herz, das mich von Dir verbannt.

Umſonſt! ich ſah der Perle feuchten Glanz, Den ſchönſten Schmuck, in dem ich Dich geſchaut. Was ich verloren, da erſt fühlt' ich's ganz, Als Deine Thräne mir Dein Leid vertraut.

gedicht von Adolf Schuſts.

Amaryllis.

Amaryllis ſei Dein Name, Amaryllis!

Holde, grauſam⸗wunderſame Amaryllis!

Novellen⸗Zeilung.

Nachtigallen ſchmachtend flöten:

Amaryllis! Glühend zittern Abendröthen: Amaryllis!

Morgenlüfte koſend flüſtern: Amaryllis!

Sonnenſtrahlen buhlen lüſtern: Amaryllis!

Bächlein murmeln Dir zu Füßen: Amaryllis!

Quellen ſpringen hoch und grüßen: Amaryllis!

Thauestropfen hauchen trunken:

Amaryllis!

Blüthen, die dahin geſunken: Amaryllis!

Falter, die Du ließeſt darben, Amaryllis!

Seußzten ſelig eh' ſie ſtarben: Amaryllis!

Tauſend, die um Dich vergehen, 1 Amaryllis!

[III. Jahrg.

hur 2)

Liter

Neue Ge and Augsburg

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Rufen noch im Todeswehen: u d Amaryllis! n und n

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Sieh, o ſieh mein Liebewerben, wad Amaryllis! h wenn 2 Soll auch ich wie Jene ſterben, wes Anfti- Amaryllis?! eſien in Go

doten, den wiſſenſchaftlichen Discuſſionen und romantiſchen Ge⸗ ſchichten, die hier zur Sprache kamen, niederzuſchreiben und ſie ge⸗ ſammelt im Druck vor das Publicum zu bringen.

und ſo liegt uns, dem Publicum, dem Referenten dieſes Blattes, denn ein ganz ſtattlicher Band von gegen 450 Seiten vor Augen, die Soirées de l'Orchestre par Hector Berlioz, die neben zahlreichen pikanten Anekdoten und Novelletten ernſte Urtheile über muſikaliſche und allgemein künſtleriſche Richtungen und Zuſtände von bemerkenswerther Wichtigkeit umfaſſen.

Novitäten.

Sechzig melodiſche Uebungsſtücke für das Pianoforte von D. H. Engel. Verlag von C. F. Kahnt in Leipzig.

Der Vorzug dieſes Werkes beſteht vorzugsweiſe in dem Be⸗ ſtreben, von Anfang an nicht immer techniſch, ſondern auch zugleich muſikaliſch zu bilden, welche Vereinigung in angemeſſenerer Weiſe zu treffen, ſelbſt vom methodiſchen Standpunkte aus betrachtet, dem Autor nicht beſſer hätte gelingen können.

Es werden ſomit alle muſikaliſchen Fähigkeiten der Lernenden von Anfang an geweckt und durch ein praktiſches Ineinandergreifen desTechniſchen und Muſikaliſchen ſteigernd entwickelt, ſo daß der Schüler wirklichſpielend jene oft ſo ſchwer werdenden An⸗ fangsgründe überwindet. Das Werk beſteht aus drei kleinen Hef⸗ ten, wovon jedes zwanzig melodiſche Uebungsſtücke in ſich faßt.

Schon im erſten Heft mit à la marcia im Volkston und Polka

nehmen dieſe kleinen von kindlicher Naivetät getragenen Tonge⸗ mälde einen entſchiedenen muſikaliſchen künſtleriſchen Charakter an.

Ueber die ſo anmuthigen kleinen Charakterſtückchen im Einzelnen näher einzugehen, würde uns zu weit führen, und wir begnügen uns daher nur die allgemeine Aufmerkſamkeit auf ein Werk zu rich⸗ ten, von deſſen Werthe wir in jeder Beziehung überzeugt ſind.

Literatur.

Curtis, Nile Notes of a Howadji, or the American in Egypt. Dürr's Collection of Standard American Authors, Vol. 20.(Leipzig, Alphons Dürr.)

Curtis, G. W., Nil⸗Skizzen eines Howadji, oder der Amerikaner in Egypten. Aus dem Engl. von Fr. Spielhagen. (Hannover, C. Meyer. 1857.)

Der Referent eines ſüddeutſchen Blattes ſagt darüber:Hätte Yorik in unſeren Tagen eine empfindſame Reiſe als Howadji oder reiſender Kaufmann gen Egyptenland thun und den geſegneten Strom entlang pilgern ſollen, ſo hätte der alte treffliche Lorenz Sterne dieſe Reiſe kaum anmuthiger ſchildern können, als es Mr. Curtis gethan hat! Es iſt ein eigenthümliches, reizendes, unver⸗ gleichliches Buch, wie es Einem in unſerer jetzigen, ſo originalitäts⸗ armen Zeit doppelt willkommen iſt und deſſen man ſich daher mit beſonderer Erquickung erfreut; ein Buch, das den Leſer überaus anmuthig belehrt, ohne daß er deſſen ſelber gewahr wird, und das wir Keinem Abends zu leſen rathen, weil er nicht eher aufhören kann, als bis er es zu Ende geleſen oder ſeine Lampe erliſcht! BWir habenzunſern geehrten Leſern ſchon früher Einiges aus zieſem ͤeite mitgetheilt und gedenken nächſtens Mehreres folgen

zu laſſen.

llen und in ilt uud anal bidetes und dubfindungen n und an die ſeeude ber eneben!

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