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J. Jabrg. Nr. 2.]
des gediegenen Aufſatzes„Ueber den Chauſſeebau nach Klüngelheim“ iſt.
— Redactionsgeheimniß! Herr Commerzienrath, thut V mir leid, aber ich darf es Ihnen nicht ſagen.
— Ich behaupte geradezu, der Verfaſſer iſt der Herr Notar. Sie lächeln? Aha, habe ich Recht? wer außer dem Notar wäre wohl im Stande, einen ſo gediegenen grundſätzlichen Aufſatz zu ſchreiben! Der Waggon macht ſich, Herr Schwarzheim; wenn Sie ſo fortfahren, dürfte Ihr Blatt ſich bald kühn mit jeder politiſchen Zeitung Deutſchlands meſſen.— Auch habe ich eine kleine Bitte.
— Ich ſtehe ganz zu Befehl.
— Sie wiſſen, es ſoll eine neue Zuckerfabrik hier an⸗ gelegt werden und dagegen will ich in einem Aufſatze im „Waggon“ proteſtiren. Hören Sie:
„Die neue Zuckerfabrik.
„Haben wir in unſerer Stadt wirklich eine neue Zucker⸗ fabrik nöthig? Das iſt die große Frage des Tages, die wir im Waggon erörtern wollen. Haben wir eine Zucker⸗ fabrik nöthig? Nein, und abermals nein und nochmals nein! Das Weitere müſſen wir der Entſcheidung des Publicums überlaſſen.“ Wie denken Sie darüber?
— Herr Commerzienrath, ich werde den Aufſatz mit Vergnügen drucken.
— Wenn es Ihnen angenehm iſt, werde ich Ihnen von Zeit zu Zeit einige national⸗ökonomiſche Artikel über⸗ ſenden.
— Sie machen mich glücklich, Herr Rath; nicht um⸗ ſonſt hält man Sie in der Stadt für einen außerordentlich gebildeten Mann.
— Adieu, mein lieber Schwarzheim.
— Herr Commerzienrath, ich bin Ihr ergebener Diener.
Welche Männer! ruft der Redacteur. Der Notar und Commerzienrath! Zwei ſolcher Kräfte hat kein Blatt in Deutſchland aufzuweiſen; der„Waggon“ macht ſich. Ich
Dritte golge.
gnädige Frau, Sie beſuchen mich?
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bekomme zu viel Material, zu viel.... Herein! Ach, Welche Ehre! Ent⸗ ſchuldigen Sie meine Toilette!
— Bitte, geehrter Herr Schwarzheim, können Sie mich einige Augenblicke anhören? Geſtern auf dem Thee bei der Frau Directorin ſtellte man die lächerliche Be⸗ hauptung auf, daß Bücherſchreiben eigentlich ausſchließ⸗ liche Sache der Männer ſei. Nun arbeite ich ſchon ſeit drei Jahren an einem Romane„Die Vatermörderin“ und habe bis jetzt nicht davon geſprochen, weil ich mit einem Schlage Glück machen wollte. Ihr Blatt hat nun ſeit einiger Zeit Erzählungen und Novellen der bekannteſten deutſchen Schriftſteller gebracht, und ſo bin ich denn ent⸗ ſchloſſen, Ihnen meinen Roman auch für Ihr Feutlleton
zu geben.
— Einen Originalroman! Gnädige Frau, glauben Sie nicht, daß Ihre Talente unbemerkt geblieben ſind, ſchon lange hat man in der Stadt von Ihnen geſprochen. Sie leben zwar erſt ſeit kurzer Zeit hier, aber gewiß wer⸗ den Sie ſich hier gefallen; wir haben hier außerordentliche literariſche Kräfte; wenn zum Beiſpiel der Herr Notar wollte...
— Gewiß, der Notar iſt ein außerordentlicher Menſch; auf dem letzten Geſellſchaftsballe ſprach ich mit ihm über Goethe und Schiller und da gab mir der Herr Notar die geiſtreiche Antwort:„Wir Deutſche, Madame, ſtreiten im— mer uns herum, wer der Bedeutendſte der Beiden ſei, an⸗ ſtatt uns zu freuen, daß wir zwei ſolcher Kerle haben.“ Wirklich treffender konnte man nicht urtheilen. Was meinen Roman betrifft, ſo wird er hoffentlich Glück machen; nur bitte ich um vorherige Anzeige; gefällt mein Roman in Ihrer Zeitung, woran ich nicht zweifle, ſo will ich ihn dann auf meine eigenen Koſten als Buch bei Ihnen drucken laſſen.
— Gnädige Frau, ich zweifle keinen Augenblick, daß Ihr Name bald ein gefeierter ſein wird; noch heute
Theater. Die Leipziger Schauſpiel⸗Saiſon.
Dieſe Saiſon ſollte die claſſiſche werden. Iphigenia, Emilie Galotti, Tell, Fiesco, Don Carlos haben den Reigen begonnen, Macbeth und Othello ſollen noch folgen, aber— Actienbudiker und Robert und Bertram tragen den Sieg davon. So ſorgſam Iphigenia ſichtlich einſtudirt war, war der Eindruck doch kein be⸗ friedigender; mit den Alltagsbedürfniſſen unſerer Bühnen iſt nun einmal dieſe Idealität nicht zu vereinigen; der Schauſpieler, der Woche für Woche Benedix, Freitag, Scribe, Töpffer ſpielen ſoll, kann nicht plötzlich mit dem einen Abende auf dem Kothurn ſich heimiſch fühlen. Die Art und Weiſe, wie dieſe Goetheiſchen Verſe geſprochen werden wollen, iſt wohl überhaupt faſt verloren ge⸗ gangen; eine bewegliche, lebenswahre, genrehafte Kunſt hat die ſtrengen, engen Grenzen jenes hohen, gekünſtelten, fremdartigen Styles durchbrochen.
Schiller liegt uns mit ſeinem haſtigen Fluß der Rede, ſeinem mehr leger ſich ergehenden Pathos ſchon näher. Die oben ſge⸗ nannten drei Stück von ihm kamen in anerkennenswerther Weiſe zur Anſchauung. Herr Wenzel(der übrigens auch als Oreſt treffliche Momente hatte), nun ſchon das zweite Jahr der Unſrige und der entſchiedene Liebling des Publicums, brachte Fiesco, Tell, Poſa zu einer zum Theil brillanten Darſtellung. Herr Wenzel, der den Ausdruck für männliche Biederkeit ſowohl als höfiſche Geſchmeidigkeit, für inniges, herzerhebendes Pathos und für kalte ſchneidende Ironie beſitzt, iſt gegenwärtig gewiß unter die beſten Helden der deutſchen Theater zu rechnen. Wir erlaubten
uns bei ſeinem erſten Auftreten ſeine Ausſprache, vorzüglich ge⸗
wiſſer Conſonanten zu rügen; dieſem Fehler hat der ſtrebſame Künſtler faſt ganz abgeholfen; daß ihm aber in raſcher Leidenſchaft eine kleine Verwechſelung von hart und weich doch noch hie und da mit unterläuft, können wir, im freundſchaftlichſten Intereſſe für Herrn Wenzel ſelbſt, gerade darum zu erwähnen nicht unterlaſſen, weil das hieſige Publicum zum großen Theil dergleichen Incor⸗ rectheiten zu überhören ſo liebenswürdig iſt.
Unſere tragiſche Liebhaberin vom vorigen Jahre iſt uns eben⸗
falls treu geblieben. Fräulein Francke bewies ihre ſeltene Gabe
einer wirklich ſchönen Rede, eines zugleich ſo warmen und ſo na⸗ türlichen Pathos, auch als Iphigenia; aber ſie ſpielte die Rolle zum erſten Male, und ſo iſt es kein Wunder, wenn bei dieſer Innerlich⸗ keit die andere Seite, die der äußern ruhigen Plaſtik, noch nicht zu ganzer Geltung kam. Um ſo liebenswürdiger war ihr kecker, trotziger Oreſt in Klytämneſtra.
Dieſes Tempeltei'ſche Stück war die erſte größere Novität des Winters, leider, wie ſchon berichtet, mit ſo geringem Erfolg, daß das Stück nicht wiederholt iſt. Wir bedauern das um ſo mehr, als Fräulein Huber in der Titelxolle eine Leiſtung gab, die decla⸗ matoriſch ſowohl als plaſtiſch zum Theil großartig war. Auch Herr Stürmer war als Agamemnon mit ſeinem edlen männ⸗ lichen Pathos ſo recht an der Stelle.
Frau Wohlſtadt, unſere bewunderte 1. kürzlich als Eboli excellirte, brachte die Lady Tartuffe des Emile Girardin hier zum erſten Male zur Aufführung. Das Stück iſt jetzt, nachdem wir Demi⸗monde kennen, ein wenig post festum gekommen. Dennoch intereſſirte es durch die ſo anmuthige, ſo warme und doch ſo ſcharf pointirte Darſtellung der Titelrolle.—
Anſtandsdame, die


