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12 Novellen
Gedichte produciren. Meine beſte Empfehlung an die Frau Directorin und ich ſtehe immer zu Dienſten.
— Empfehle mich Ihnen!
— AOdieu!
und ruft: Aufgeben? Meine Zeitung? Nun das fehlte noch! Herein! Ah ſind Sie es, Herr Doctor, gut daß Sie kommen, Sie intereſſiren ſich für meine Zeitung, ich
mühungen und Sie vernachläſſigen mein Blatt!
— Ich Ihr Blatt vernachläſſigen 2
— Ja, Sie! Sie wollen ein gelehrter Menſch ſein und Zeitungen ſchreiben und wiſſen noch nicht einmal, daß wir hier im Orte ein Dichtertalent beſitzen, einen jungen Schiller, deſſen Werke man bei der Frau Directorin pro⸗ tegirt. Sie compromittiren meine Firma!
— Ich? Herr Schwarzheim, von dieſem Talente war mir noch gar nichts bekannt.
— Nichts bekannt? Schöne Ausrede! Schreiben Sie:
Herrn Berder Wohlgeboren hier.
„So eben höre ich von Ihren ausgezeichneten Ge⸗
dichten und wünſche Einiges von Ihnen für mein Blatt“ Haben Sie Blatt? 3 — Ja— „für mein Blatt und hoffe ich Sie heute bei mir zu ſehen und Sie in Zukunft als Mitarbeiter des„Wag⸗ gon“ zu betrachten. Genehmigen Sie, junger Schiller, meine herzlichſten Grüße. Schwarzheim, Chef⸗Redacteur des„Waggon,“ Abonnementspreis vierteljährl. 1 Thlr. 12 Sgr.“
Sind Sie fertig, Herr Doctor?... Gut. Nun die
Adreſſe.
Der Redacteur wirft ſich wieder in den Seſſel zurück
zahle Ihnen monatlich fünf blanke Thaler für Ihre Be⸗
»Zeitung.[III. Jahrg. Der Chefredacteur klingelt und übergibt dem Drucker⸗
jungen den Brief. Während Herr Schwarzheim ſich eine
Cigarre anſteckt, wollen wir einige Worte über den Doector
reden. Des Herrn Doctors Vergangenheit verliert ſich i
den oberen Claſſen des Gymnaſiums. Seine erſten Ver⸗ ſuche als Schriftſteller ruhen noch unangetaſtet in ſeinen Mappen. Das eine Werk:„Die Zauberkette oder der Sohn des Mörders,“ Drama in 6 Acten nebſt einem Vor⸗ ſpiel und einem Nachſpiel, wurde von ſämmtlichen Bühnen zurückgewieſen. Das zweite Werk„Allgemeine Weltge⸗ ſchichte“ fand keinen Verleger; ſeit jener Zeit hat der Herr Doctor die Schriftſtellerei im größeren Maßſtabe aufge⸗ geben und gibt Privatſtunden; auch übernimmt er neben⸗ bei die Anfertigung von Bittſchriften, Geſuchen und ſo weiter zu billigen Preiſen. Der Herr Doctor iſt eine der literariſchen Größen des Städtchens, denn er ſpricht und unterrichtet Latein und Griechiſch und ſchreibt für den„Waggon.“ — Herr Doctor, haben Sie die Recenſion über den Don Juan in der Taſche?
— Zu befehlen.
— Laſſen Sie ſehen.„Don Juan von Mozart zum Benefiz für unſere gefeierte Sängerin Wertha; Mozart's Don Juan, welcher Deutſche blickte nicht ſtolz empor, wenn man den Namen Don Juan ausſpricht,— Mozart, der
erſte Stern am muſikaliſchen Himmel, mit einem Wort Mozart! Sein unſterbliches Meiſterwerk ſahen wir geſtern Abend mit einer Präciſion zur Aufführung gelangen die einer Hofbühne würdig. Fräulein Wertha als Donna Anna...
— Herein! Ah, Herr Referendar! mir die Ehre?
— Mein Herr, viele meiner Freunde ſind mit mir der Anſicht, daß die Theaterkritiken Ihrer Zeitung mit einer Parteilichkeit geſchrieben ſind, die ans Unglaubliche grenzt.
Was verſchafft
namentlich der 1. Act iſt überreich an elektriſchen Funken der Sot⸗ tiſe. Indeß was ich vor allem fürchte: Brachvogel verirrt ſich je länger je mehr in die Schickſalstragödie. Nur herzensgute Engel und Erzſchufte ſtehen einander gegenüber, die Idee des Stücks lei⸗ det an Unklarheit oder anders beſehen: er macht dem Publicum ein X für U. Das Reſultat des Stücks ſoll ſein: der Menſch habe ſchließlich nur eine Autorität anzuerkennen, nämlich die Autorität des Herzens. Sehr ſchön, damit gewinnt Brachvogel von vorn herein alle ſentimentalen und weichgeſchaffnen Menſchen. Aber eeinmal iſt das doch nicht wahr, daß die des Herzens die alleinige Autorität ſein ſoll, denn die Subjectivität und Ueberſchwänglichkeit des Herzens bringt eben ſo viel Unheil als das Raffinement des calten Verſtandes hervor; denn, wenn der Held überhaupt ein tra⸗
ſale heimgeſuchter kreuzbraver Ritter, ſo beſteht ſeine tragiſche Schuld eben darin, daß er der Autorität des Herzens zu viel Ge⸗ walt einräumt, ohne die Stimme der Klugheit auch nur im min⸗ V deſten zu berückſichtigen. Vielleicht hätte Brachvogel beſſer gethan, ſtatt des Ausdrucks„Autorität' einen deutſchen Ausdruck zu wäh⸗ len. Vergleiche ich übrigens die Darſtellung dieſes Stücks mit der von Gutzkow's„Lorbeer und Myrte,“ ſo muß ich Gutzkow wahr⸗ haft bedauern. Während geſtern Abend Alle, namentlich Döring ſeinen Juden, mit einer rühmlichen Auszeichnung ſpielten, geſchah in Gußkow's Stück nichts, gar nichts, um es über Waſſer zu hal⸗ ten. Ich glaube nicht, daß der erſte Erfolg des„Adalbert von Ba⸗ benberg“ nachhaltig ſein wird. Vielleicht übt man noch nachträg⸗ lich etwas Cenſur. E. M. Anmerkung. Wir theilen bei dem Intereſſe, das die Sache
giſcher iſt, und nicht vielmehr ein von Böſewichten oder dem Schick⸗
haben wird, vorläufig dieſen Bericht eines Privatſchreibens hier
mit, indem wir die Freude nicht unterdrücken können, daß hieraus wie aus allen anderen Referaten hervorgeht, wie in dieſem neuen Brachvogel'ſchen Stücke mehr die genialen Vorzüge des erſten, als ſeine Fehler fortgeerbt zu ſein ſcheinen. Ausführlicheres ſpäter. D. Redact.
Literatur.
Die Pariſerin nach der neueſten Mode. Modernes Sittenbild in einem Act. Nach einer franzöſiſchen Idee von L. Mühlbach.— Verlin, Artiſtiſche Anſtalt. 1857.
Eine böſe Blasphemie auf die Welt der n Damen!
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Auf dem Titelbilde ſchon ſehen wir eine derſelben mit Pinſel und Palette, um— der Freundin das Geſicht zu bema Sollte Frau Profeſſor Mundt an ihrem Geſchlechte zur Verrätherin ge⸗ worden ſein? Wir können das nicht denken und glauben deshalb, daß dieſe Art Toilette zu machen nichts anderes ſein wird, als eine phantaſtiſche Erfindung, denn von dem, was mit Recht den Frauen nachzuſagen iſt, wird ſicher keine Frau dem von den Frauen angefeindeten Geſchlechte auch nur einen Pinſelſtrich verrathen! Das Stück iſt übrigens im Königſtädtiſchen Theater zu Berlin wiederholt mit Glück gegeben.
Fliegende Blätter für Muſik. Wahrheit über Ton⸗
kunſt und Tonkünſtler. Vom Verfaſſer der„Muſikaliſchen Briefe.
Zweiter Band. Fünftes bis ſiebentes Heft.— Leipzig, Baum⸗ gärtner's Buchhandlung 1856. 1—
Vir haben auf die früheren Lieferungen dieſer gediegenen mu⸗ ſikaliſch-äſthetiſchen Zeitſchrift bereits mehrfach hingewieſen. Der
N. 1.]
So loben Sie während Sie!
— Hören nicht immer g.
— UlbriW ſelbſt einſehen erſte Liebhabe
— Veru Kritik beſor werden.
— Em.
— Adi
— Her
nicht die ju dene Leut⸗ — Aürr willen, u d. — dulen iungu gerre vater, nein H ſetm. Merke Dunaa Anna nell Ihre uurgetragen. Muſik mit de A propos! 5 Ah Mal, daß St W Swi — Her Ueberzenqu
— Auch nicht beliebt! — Das men wir zu lleibt, emn
den erſten digkeit,
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