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Bei den Frauen hatte er entſchieden viel Glück; nicht allein Madame Vittort ſchenkte ihm einen Blick und ein halbes coquettes Lächeln, Wo ſich die Gelegenheit bot.
Und ſo geſchah das Wunder, daß er zu dem Ver⸗ lobungsfeſte des älteſten Fräulein Simoni nicht nur eine Einladung, ſondern das jüngſte Fräulein ſogar die Er⸗ laubniß erhielt, mit dem neuen Commis eine Quadrille zu tanzen. Hatte Madame Simoni aber gehofft, den jungen Commis zu verblenden, als ſie zum erſten Male die Er⸗ laubniß gab, daß ein Gehülfe ihres Gemahls die geheilig⸗ ten Räume ihres Salons betrete, ſo zeigte Iſidors ſichere Haltung wenigſtens keine Spur, daß dies gelungen ſei. Er kam weder zu früh noch zu ſpät, in einfacher, aber ele⸗ ganter Toilette, und begrüßte die Frau des Hauſes mit ſo cavaliermäßiger Ungezwungenheit, daß ſie ſich faſt beleidigt fühlte. Auch das Brautpaar empfand ein gewiſſes Unbe⸗ hagen; dem Fräulein Virginie war ihr künftiger Gemahl noch nie linkiſcher erſchienen, als gegenüber der leichten Tournure dieſes fremden jungen Mannes, und der Bräu⸗ tigam fand Virginiens Blick viel zu freundlich, ihr Er-⸗ röthen viel zu auffallend dieſem unbedeutenden Commis gegenüber. Nur das jüngſte Fräulein rettete ihn, als ſie, deren Urtheil als verzogenes Kind viel galt, erklärte, der junge blonde Herr ſei nicht nur der hübſcheſte, ſondern auch der feinſte unter allen jungen Leuten im Saale. Sie war ganz ſtolz, als er mit ihr Quadrille tanzte und dann neben ihr ſitzend luſtig mit ihr eine Weile plauderte. Es war ſchon ziemlich ſpät, er hatte ſchon alle Geſichter im Stillen kritiſirt und mußte ſich geſtehen, noch nie in einem erhieihmißis kleinen Raume ſo viel Brillanten und Sammet, ſo viel ſchöne Frauen und doch ſo wenig Grazie und Eleganz geſehen zu haben.
Aus ſeinen Betrachtungen weckte ihn ein Geräuſch an der Hauptthür, Begrüßungen und Entſchuldigungen wur⸗ den ausgetauſcht; dort ſtand Madame Vittori, wie gewöhn⸗ lich genau nach dem Pariſer Journal gekleidet, und zwar
Folge.
mit vielem Geſchmack, in eine Wolke von roſenfarbiger Gaze gehüllt, ganz von Federn, Spitzen, Roſen und Band⸗ ſchleifen überfluthet. Ein unvorhergeſehenes, glücklicher⸗ weiſe ſchnell vorübereilendes Unwohlſein ihres kleinen Töchterchens trug die Schuld der Verſpätung. Sie über⸗ ſchüttete die Dame des Hauſes mit Artigkeiten und coquet⸗ tirte dabei lächelnd nach Iſidor hinüber, der ſich geſtehen mußte, ſie ſei die einzige elegante und graziöſe Perſon in dieſem Kreiſe. Indeß ſuchte ſein Auge im Saale; Ma— dame konnte nicht allein ſein; in einer Ecke des Saales ſah er das lichtblaue Kleid der Braut, vor ihr ſtand eine hohe königliche Geſtalt, ſein Herz pochte vor Erwartung; jetzt wendete ſie ſich, da die Vittori heranrauſchte, um nun ihrerſeits die Mutter zu beglückwünſchen— es war Ellena Roſetti.
Faſt hätte Iſidor laut aufgejubelt, ſo ſchön war ſie, ſo bezauberiſch, ſo götterhaft ſchön. Die ſchweren ſchlep⸗ penden Falten des matten, weißen Seidenkleides umfloſſen die hohe Geſtalt; das ſchwarze Haar hielt ein Netz zuſam⸗ men von Gold und purpurrother Seide, deſſen lange Quaſten auf die Schultern fielen. Sie trug keinen Schmuck, nur am Kleide grüne Camelien und ein großes Bouquet roth und weißer Blumen in der Hand. So mußte Vit⸗ toria Acorombona ausgeſehen haben, oder— die Muſe Italiens, wenn ſie Atlasgewänder und weiße Handſchuhe angezogen hätte! Auch ihr Geſicht war heute milder als ſonſt, ein ſanftes Lächeln lag darauf, und wenn es auch mechaniſch und gleichgültig erſchien, dieſes ſanfte Lächeln, ſie wurde doch weiblicher dadurch, mehr irdiſches Weib und weniger marmorne Göttin.
Die Vittori war von Tänzern umringt, doch erhielt Iſidor den nächſten Tanz, eine Quadrille, und Francesco Simoni trat als Vis-à-vis mit Ellena an. Auf Iſidors Verlangen mußte er ihn ſeiner Tänzerin vorſtellen, und der Dandy that es, wenn auch mit Widerwillen, als Iſidor dies für nothwendige Höflichkeit erklärte. Die ſchöne
einem gemeinſchaftlichen Dache in beſonderen Zellen, ganz bienen⸗ korbartig.
Die Beſchreibung, welche Patterſon davon gegeben, klang fabelhaft; aber Levaillant mußte ſie beſtätigen, da er in Afrika ſolche ſeltſamen Vogelſtädte häufig fand, ſtudirte und zerlegte. Die Zeichnung, welche davon in der„Architecture of birds“ gegeben iſt, macht ſeine Erzählung leichter verſtändlich. Es iſt das Bild eines ungeheuren Regenſchirms, der auf einem Baume ruht und mit ſeinem Dache mehr alsedreihundert Wohnungen bedeckt.„Ich ließ, ſagt Levaillant, es mir durch mehrere Männer bringen, die es auf einen Karren legten. Ich zerhieb es mit einer Axt und ſah dann, daß die Maſſe vollſtändig aus dem Bosmankraute beſtand, aber ſo feſt und dicht zuſammengeflochten, daß es dem Regen un⸗ möglich wurde, durchzudringen. Dieſe Maſſe iſt aber nur das Gerüſt des Baues: jeder Vogel conſtruirt ſich ein beſonderes Neſt
unteren Rand des Daches ein; der mittlere Theil bleibt leer, ohne indeſſen unnütz zu ſein, denn da er höher iſt als das Uebrige, ſo gibt er dem Ganzen einen genügenden Fall und ſchützt ſo jede der kleinen Wohnungen. Mit einem Worte, man denke ſich ein großes, ſchräges, unregelmäßiges Dach, deſſen Ränder unterhalb mit dicht neben einander liegenden Neſtern bedeckt ſind, dann hat man einen richtigen Begriff von dieſen ſeltſamen Gebäuden.“
„ Jedes Neſt hat drei oder vier Zoll im Durchmeſſer, aber da eines das andere berührt, ſo ſieht es ſo aus, als ſei es nur ein Gebäude; ſie ſind nur durch eine kleine Oeffnung getrennt, die als Eingang zum Neſte dient, und häufig führt ein einziger Eingang zu drei Neſtern, von denen ſich eines hinten und die beiden anderen zu jeder Seite befinden. Es waren 320 Zellen, was Wohnungen
für 640 Vögel ausmachen würde, wenn man rechnet, daß in jedem Neſte ſich ein Pasuebefindet; doch iſt dies zu bezweifeln. Indeſſen habe ich jedesmat wenn ich unter einen Schwarm ſchoß, dieſelbe
Anzahl Weibchen ie Mannchen getödtet!“
Lobenswerthes, nachahmungswürdiges Beiſpiel!... Nur wäre es mir lieb, wenn ich glaäuben könnte, daß die Brüderlichkeit dieſer armen Kleinen ihnen einen genügenden Schutz böte. Ihre Anzahl und ihr Geſchrei können wohl bisweilen den Feind allar⸗ miren, das Unthier beunruhigen und es vexanlaſſen, einen anderen Weg einzuſchlagen. Aber wenn er be knäckig bleibt, wie z. B.
die Boa, die in ihrer ſchuppigen Haut Nichts zu fürchten hat,
wenn ſie ſich an das Geſchrei nicht kehrt, zum Angriff emporſteigt und die kleine Stadt zu der Zeit angreift, wo die Jungen noch zu klein ſind, um ſchon fliegen zu können, dann kann ihre große An⸗ zahl nur dazu dienen, die Opfer zu vermehren.
Nun bleibt noch die Idee des Ariſtophanes zu betrachten: ſich von der Erde und dem Waſſer zu iſoliren und in den Lüften zu bauen. Das iſt ein Einfall des Genies und um zu ihm ge⸗
führt zu werden, bedurfte es zweier mächtigen Hebel, der Liebe
und der Furcht.
Der lebhafteſten Furcht, einer Furcht, wie jene iſt, wenn man hinab ſieht in einen hohlen Baum und der ſchwarze, platte Kopf eines kalten Reptils erhebt ſich und ziſcht Einem entgegen; ein wie kräftiger Menſch man auch ſei, man zittert. Wie muß erſt das arme entwaffnete, in ſeinem Neſt überfallene Geſchöpf, das ſich in dieſem Augenblicke ſeines Flügels nicht bedienen kann, zittern und vor Entſetzen vergehen!—
Die Entdeckung der Luftſtadt iſt im Lande der Schlangen gemacht worden.
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