von Allen mit großer Artigkeit behandelt, mit der größten von dem Sohne des Hauſes. Anfangs hatte man ſeine— Iſidors— Höf gazine für Schüchternheit ausgelegt und darüber geſpöttelt; allein bei einigen Gelegenheiten hatte er bald ſo deutlich gezeigt, daß er zu fordern verſtehe, wenn er auch ſcheinbar bitte, daß man ihm ſchneller gehorchte, als jedem Andern,
verſtand, in kurzen, klaren Worten ſeine Befehle zu er⸗
holte ihn ſelbſt zuweilen ein und ſprach mit Anerkennung von der gewandten Sicherheit und ſchnell erworbenen Platz⸗ kenntniß des neuen Gehülfen.
Die Achtung oder wenigſtens die Höflichkeit des jungen Simoni begründete ſich auf andere Urſachen.
Iſidors Naturell war zu heiter und zu ſehr der Mit⸗ theilung bedürftig, um ſich abzuſchließen, wo man ihm ent⸗ gegen kam; allein ſein ganzes Benehmen behielt bei aller Freundlichkeit eine gewiſſe Zurückhaltung, die dem jungen Sohne des Hauſes imponirte. Er war ſtolz darauf, ihn ſeinen Freunden vorzuſtellen, und bald hatte Iſidor, ohne es zu wiſſen und gewiß ohne es zu wollen, eine gewiſſe Herrſchaft über den kleinen Kreis erlangt. Er ſah ein, die jungen Leute waren mehr ungebildet als verdorben und begnügten ſich ſo mit dem Mittelmäßigen, da ſie das Beſſere nicht kannten. Der rohe prahleriſche Ton empörte Iſidor am meiſten, und als einſt Francesco wieder einmal erzählte, er ſei der Begünſtigte irgend einer hübſchen Dame, ſagte ihm Iſidor mit verächtlichem Achſelzucken:„Sie ſcherzen wohl, caro, denn ſo unklug können Sie doch un⸗ möglich ſein, von einer Frau ſo zu ſprechen, die Sie zu lieben vorgeben. Wären Sie wirklich ſo undankbar, ſo müßten ja alle Damen von gutem Rufe vopr Ihrem Um⸗ gange ſich fürchten! Aber Sie ſind nur ein Spaßmacher, der mit Dingen prahlt, von denen er weiß, daß wir ſie nie glauben werden!“
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Novellen⸗Zeitung. lichkeit ſelbſt gegen die Arbeiter im Ma-
den Principal kaum ausgenommen, um ſo mehr, als Iſidor
theilen. Sein Rath hatte ſich mehrmals bewährt, der Chef
Francesco erbleichte vor Zorn und mancher der An⸗ weſenden biß ſich auf die Lippe in Erinnerung ähnlicher Prahlereien; allein Iſidor hatte ſich einige Tage zuvor bei einer Vogeljagd in den kahlen Bergen als ſo vorzüglicher Schütze bewieſen und ein kleiner Lieutenant hatte überall erzählt, welch gewandter Fechter der junge Kaufmann ſei, daß Keiner ihm eine Entgegnung zu machen Luſt hatte. Seit jenem Abende pflegte Iſidor bei jeder ähnlichen Ge⸗ legenheit ſehr phlegmatiſch zu erklären:„Eben weil man davon ſpricht, glaub' ich kein Wort,“ ſo daß man am Ende
lernte, in ſeiner Gegenwart dieſes Thema zu vermeiden.—
„Gott ſoll mich behüten,“ hatte er einſt lachend geſagt, „mich für ehemalige Stubenmädchen und Schneiderinnen oder deren Töchter zum Ritter aufzuwerfen; aber ich will mir auch nicht im Voraus den Geſchmack verderben. Ver⸗ liebe ich mich bei Gelegenheit in Eine, ſo werde ich mir ſelbſt ein Urtheil bilden.“
„Sie ſprechen von unſern Müttern und Schweſtern, mein Herr,“ fuhr Francesco auf.
„Nicht von der Ihrigen, ſo viel ich weiß, Herr Si⸗ moni. Sie ſagten mir, Ihre Mutter ſei die Tochter eines italieniſchen Nobile.“
Francesco ſchwieg, ſeine Mutter war eine hübſche Schneiderin geweſen; allein mancher der Anweſenden war im gleichen Falle, und ſo ertrug man, leugnen war.
In andern Fällen war Iſidor
je auf Zurückerſtattung zu rechnen und ohne reich zu ſein, hatte er die Gabe, Allem, was er that, einen Anſchein wirklicher Eleganz zu geben. So ſehr er die Allgemein⸗ heit verſpottete, ſo höflich, ja ſelbſt freundlich war er gegen den Einzelnen, der ihn ſuchte; daß auch da noch der Sp durchklang, vermochten die Wenigſten zu beurtheilen, dies blieb ſein Privatvergnügen.
gewunden. Wählt er ein natürliches Neſt, etwa in„Höhle eines Baumes, ſo verengert er die Oeffnung durch eine geſchickte Mau⸗ rerei. Mehrere Arten bauen ein doppeltes Neſt mit zwei Zim⸗ mern; im hinteren brütet die Mutter, im vorderen wacht der Vatei als aufmerkſame Schildwache zur Abwehr der Eindring⸗ inge.
Wie viele Feinde hat er zu fürchten! Schlangen, Affen oder Menſchen, Wieſel! Und ſogar Vögel ſelber! Auch dies Volk hat ſeine Diebe; bisweilen helfen die Nachbaun dem Schwachen wieder zu ſeinem Gute und vertreiben den habgierigen Uſurpator mit Gewalt. Man erzählt, daß eine Krähenart die Liebe zur Gerech⸗ tigkeit noch weiter treibt. Sie verzeihen dem jungen Paare, das, um ſeine Wirthſchaft ſehneller einzurichten, das Material und
Mobiliar aus einem anderen Neſte entwendet, durchaus nicht; ſie
das Haus der Diebe von oben bis unten zu zerſtören. beſtraften Diebe gehen weit weg und ein neues Neſt zu bauen.
Iſt das nicht ſchon ein Begriff vom Eigenthume und vom geheiligten Rechte der Arbeit?
Wie ſoll man aber dieſe Rechte ſichern und ſo einen Anfang von bürgerlicher Ordnung begründen? Wir wollen ſehen, wie die Vögel dieſe Frage gelöſt haben.
Zwei Löſungen boten ſich dar: die erſte war die Vergeſellſchaf⸗
Und die „ um dort von vorne anzufangen 4
Macht war und aus der Vereinigung der Schwachen eine Ver⸗ theidigungsgewalt bildete. Die zweite, aber wunderbare, unmög⸗ liche, nur der Phantaſie entſproſſene, wäre die Verwirklichung der Ariſtophaniſchen Luftſtadt geweſen, die Errichtung einer Wohnung,
machen ſich zu acht und zehn daran, das Neſt der Schuldigen,
tung, die Organiſirung einer Regierung, welche Mittelpunkt der
die, vermöge ihrer Leichtigkeit vor den ſchweren Räubern in der Luft geſchützt, den Angriffen der Räuber der Erde, dem Jäger, der Schlange unzugänglich wäre. 31
Dieſe beiden Dinge, von denen das eine ſchwierig, das andere unmöglich ſcheint, hat der Vogel verwirklicht. Zunächſt die Aſſociation nebſt Regierung. Die Monarchie iſt nur ein untergeordneter Verſuch. Wie die Affen einen König haben, der den Haufen anführt, ſcheinen auch mehrere Arten von Vögeln, beſonders wenn Gefahren drohen, einem Anführer zu folgen.
Die Ameiſenſchnepper haben einen König, eben ſo haben die Paradiesvögel den ihrigen; der unerſchrockene Tyrannz ein kleiner Vogel von außerordentlicher Verwegenheit, verleiht Arten, die größer ſind als er, ſeinen Schutz, und dieſe folgen und vertrauen ihm. Man behauptet, daß der edle Sperber mit Verleugnung ſeines beuteſüchtigen Inſtincts unter ſeinem Schutze, in ſeiner Umgebung furchtſame Familien gewiſſer Arten, die an ſeinen Edel⸗ muth glauben, niſten läßt..
Aber die ſicherſte Vergeſellſchaftung iſt ſtets die der Gleichen. Der Strauß, der amboiniſche Plattſiſch, eine Menge anderer Arten vereinigen ſich deshalb. Andere vereinigen ſich zur Reiſe und bilden im Augenblicke der Wanderung eine zeitweilige Re⸗ publik. Man kennt das gute Einvernehmen, den republikaniſchen Ernſt der Störche und Kraniche und ihre ausgebildete Taktik. Andere, kleiner und minder gut bewaffnet, die außerdem noch in einem Klima leben, wo die Natur in grauſamer Fruchtbarkeit ihnen in jedem Augenblicke furchtbare Feinde entſtehen läßt, wagen nicht ſich von einander zu entfernen, bauen ihre Wohnungen nahe zu⸗
ſammen, ohne daß ſie indeſſen gemeinſam ſind, und leben unter
[III. Jahrg.
was nicht abzu⸗
dagegen voll Freund lichkeit und höchſter Gefälligkeit. Von Natur freigebig, ohne
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Und ſe lobungsfeſte Einladung,
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