Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
797
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Titel anmaßt, eine lockende ofiſch Jewahrt,

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noncen verdienen kann, wenn die Petitzeile zwei Silbergr. koſtet, oder was die Herſtellung eines Pfundes Revalenta

arabica wohl betragen kann, wenn der Fabrikant ſolch

bedeutende Summen für Inſertions⸗Gebühren veraus⸗ gaben darf.

Schlägt die zehnte Stunde, ſo verläßt er ungeſäumt

ſeine Lectüre und müßte er den intereſſanteſten Artikel zur Hälfte unterbrechen! Die grüne Brille wird in das Fut⸗ teral geſenkt, und bedächtigen Schrittes, Anderes als den Genuß des Schlafes zu denken, eilt der Zeitungsfreſſer nach Hauſe und verbirgt ſein von Politik ſchweres Haupt unter der claſſiſchen Zipfelmütze, welcher ſeine Perücke Platz macht.

Neben dem Schachſpieler und dem Gewohnheits⸗Zei⸗ zungsleſer erſcheint dann noch der leidenſchaftliche Politiker, welcher mehr oder weniger Kuchen verſchlingt, je nachdem ihn die neueſte telegraphiſche Depeſche befriedigt oder nicht! Finden ſich zwei Geſinnungsgenoſſen zuſammen, wovon der Eine vielleicht früher Bürgerwehrhauptmann geweſen und

ohne an etwas

unter dem civiliſtiſchen Paletot noch ein kriegeriſches Herz

trägt, ſo werden die wichtigſten europäiſchen Fragen bei Crémetörtchen verhandelt, die letzten Reden des Parlaments kritiſirt! Man ſpricht von Energie, Bombardement und Sturm, von Napoleon dem Großen, von Neutralität und Princip, von Sclaverei und Fortſchritt der Cultur; neben⸗ bei prüft man den Cognac oder Rum des Conditors.

Hier werden die ſocialen Fragen mit einer Leichtigkeit nund Oberflächlichkeit behandelt, welche ans Unglaubliche grenzt. Nach mehrſtündigem Bramarbaſiren begibt ſich dann ſolch ein punſcherregtes Gemüth nach Hauſe; der harmloſe Feldherr in spe oder a. D. erſchrickt dann neben⸗ wei vor jeder Katze, welche in ihrem nächtlichen Abenteuer lbei ihm vorbeirennt, unterſucht zitternd jeden Winkel ſei⸗ mer Wohnung, und erſt nachdem er ſich überzeugt, daß kein Dieb unter ſeinem Bette verborgen, und zwei doppelläufige Piſtolen zur mehreren Sicherheit auf den Nachttiſch gelegt,

Folge.

geht er zu Bette und lieſt einen Roman von Paul de Kock oder Alexander Dumas.

Wenden wir nun von dieſen ruhigen, bedächtigen Leu⸗ ten unſere Blicke in ein anderes Café, wo das abſcheu⸗ lichſte Spiel der Gegenwart, das Domino, ſeine geräuſch⸗ volle Thätigkeit entfaltet und wo eine Atmoſphäre halb Havannah, halb Pfälzer Abkunft die ganze Geſellſchaft in einen düſtern Nebel hüllt.

Hat der jugendliche Commis in den Vormittagsſtun⸗ den ſeinen Verſtand angeſtrengt bei einfacher oder doppelter Buchhaltung, ſo läßt er Nachmittags von zwei bis drei Uhr beſagten Verſtand ausruhen bei dem Domino, bei dieſem Spiele, das von allen Spielen am wenigſten eine An⸗ ſtrengung des Verſtandes erfordert, es müßte denn der Gewinnende in ſeiner heiteren Laune jenen Urwitz ſpielen laſſen, den eine gewonnene Taſſe Kaffee eingibt.

Und ach! Dieſer Witz iſt ſo ſchlagend, ſo urharmlos und unbekümmert um Staatsanwalt und Cautionen, ſolch ein Urwitz unbekümmert um Form und Seife, ein Witz, dem man's auf der Stelle anmerkt, daß ſein Schöpfer im Vollgenuſſe ſeines Meidingers ſchwelgen muß.

Wenn Sonntag Nachmittags dieſer Humor doppelte Lebenskraft durch eine Flaſche Wein erhalten, ſo nimmt er eine Steingaldt'ſche Wendung, der wir hier nicht zu folgen vermögen. Es iſt dies derjenige Punkt im Geſellſchafts⸗ tone der modernen Jugend, wo die Pflicht der Feder auf⸗ hört und eine ganz andere Kritik ihren Anfang nehmen ſollte. Unter dieſer Geſellſchaft bewegt ſich ein noch junger Mann(mit Allen befreundet, ohne von Einem gekannt zu ſein), deſſen ſcharfer Geiſt einen Feldzugsplan combinirt, der mit der Einnahme eines Thalers ſchließen ſoll! Die⸗ ſes Genie nähert ſich vor Allem dem Jüngſten der Geſell⸗ ſchaft; in einer Ecke des Cafés abgeſondert und unbeküm⸗ mert um die Umgebung entſpinnt ſich zwiſchen dieſen beiden Perſonen eine zarte Unterhaltung.

Actienunternehmungen in Preußen.

Seeiit 1849 wurden 80 Actiengeſellſchaften conceſſionirt, die ffolgende Actienbeträge ausgegeben haben:

Nominalactien. Inhaberactien. 1849 3,394,000 Thlr. 1850 2,250,950 1851 2,256,033%½ 1,987,200 Thlr.

1852 6,809,733 1

1853 22,364,500 18,200,000 1854 5,436,000 3,700,000 1855 5,360,000 10,000,000

S. 82,058,416712 Thlr. Der größere Theil dieſer Actien betrifft die Bergbaugeſell⸗ chaften.(Handelsarchiv.) Cheeverbrauch in England. Als gegen die Mitte des 17ten Jahrhunderts in England die erſten beiden Kiſten mit Thee eingeführt wurden, betrachtete man vas fremde Gewächs mit großer Neugier.

ich auf 5000 Pfund geſteigert hatte, ſtaunte man über dieſe Zu⸗

ahme des Luxus. Die 5000 Pfund ſtiegen bald auf 50,000; die 50,000 auf 500,000; die 500,000 auf 5 Millionen, und dieſe ind jetzt bis auf 70 Millionen angewachſen. Wenn man mit utem Grunde die Ausdehnung dieſes Handels als Urſache von ſer Vergrößerung der oſtindiſchen Compagnie annehmen darf; wenn dieſe Vergrößerung Veranlaſſung zur Begründung des eng⸗

*

liſch-oſtindiſchen Reiches, und folglich auch aller Kriege für und um daſſelbe war: ſo kann man mit Recht ſagen, daß dieſe kleine Pflanze viel Gutes und viel Böſes bewirkt hat. a.

Rouſſeau und Füffon.

Rouſſeau, deſſen wunderlich abwechſelnde Gemüthsſtimmung ihn oft zu den ſonderbarſten Handlungen verleitete, ließ bekanntlich ſeine Kinder im Findelhauſe zu Paris erziehen. Als ihm ſeine Freunde darüber Vorwürfe machten, entſchuldigte er ſich mit ſeiner Armuth und Kränklichkeit und ſchloß mit der Bemerkung, er ſei

überzeugt, die Kinder würden im Findelhauſe beſſer erzogen wer⸗

den. Rouſſeau hatte ſonſt einen ſehr feinen und zarten Sinn für elterliche Pflichten. Er kam einſt mit dem Grafen Büffon zuſam⸗ men und ſagte ihm darüber etwas Verbindliches, daß er den Müt⸗ tern bewieſen habe, ſie müßten ihre Kinder ſelbſt ſäugen. Büffon erwiderte dieſes Compliment mit einer bittern Anſpielung auf die Art, wie Rouſſeau ſeine Kinder behandle:Alle vernünftigen Leute haben das immer geglaubt; nur Sie, Rouſſeau, waren nicht

19 Wlele n der Mei d leider Ihnen fo 2 Als 1678 die Einfuhr der Meinung, und leider Ihnen folgt man.

Der Handel mit dem Teufel. Ludwig XIV. rückte mit ſeinen friſch verſtärkten Armeen zum zweiten Male gegen Flandern. Trotz der vertragsmäßigen Ver⸗ bote betrieben die Holländer jedoch unter der Hand ihren gewinn⸗