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Jan. Nr. 49.]
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Alles begrüßte ihn jubelnd, der ſchnell in kurzen Sätzen das Geheimnißvolle ſeines Schickſal aufzuklären ſuchte:„Nicht um unſres Knabenzwiſtes willen, nein, weil mein Vater Dich, Max, mir im Reiche vorziehen wollte, floh ich mit dem Document hier gekränkt die Hei⸗ math und meinte, es ſei überall beſſer, wo nur die Zurück⸗ ſetzung nicht empfunden wird. Willſt Du, Onkel, jetzt den wilden Neffen wieder? Und willſt Du, Max, den tollen Moraliſten zu Deinem Bruder haben?“
„Mein Bruder!“ rief Maximilian aus.
„Mein Gottfried!“ ſagte der Reichsgraf.„O, nun ſind alle Documente überflüſſig. Du biſt mein Erbe jetzt, Du biſt der neue Reichsgraf.“
„Doch nicht um Dir, Bruder, in den Weg zu treten, fehr’ ich wieder!“ ſagte Gottfried.„Wenn ich des Oheims Beſitz erbe, ſollſt Du ſein Herrſche rrecht er⸗ verben. Der Grafſchaft Oberhoheit cedir' ich Dir. Statt hier in dieſem Lande der Erſte, will ich in Deinem Staate der Zweite ſein!“
Der Prinz erkannte im Augenblick den ganzen Werth, den dieſe Handlung für ihn hatte. Durch Gottfrieds Wiederkehr war er des Erbes der Reichsgrafſchaft verluſtig gegangen; ſo aber war es möglich, daß trotz dieſes Ver⸗ Uuſtes ſein Vater in die Verbindung mit Amelie willigte.
Gerührt fiel er dem Bruder um den Hals.
Dieſer, das Uebermaß ſeines Dankes abwehrend, er⸗ klärte ſein Handeln:„Als Abenteurer zog ich in die Welt; äm Dienſte fremder Fürſten habe ich Lob geerntet und duch Lohn,— doch lernte ich bei alledem, daß nur dem Vaterlande zu dienen Heil und Frieden bringt. Daß ich ein Recht zu ſeinem Dienſte wieder habe, deß zum Zeug⸗ miß leg' ich den Verzicht für der Familie Einigkeit hier mieder!“
„Du, mein Feind, mein Satan, mein böſer Genius?“ ſſcherzte Maximilian unter Thränen.
Dritte Folge.
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„Das Leben iſt doch eine Komödie,“ ging Gottfried darauf ein;„— nur ſeien wir Künſtler, nicht Gaukler die⸗ ſes heiter ernſten Spiels! Doch nun, damit die Komödie ein gutes Ende hat,— die Liebenden müſſen ſich finden.— Couſine Amelie, nicht wahr? Ein halbes Nein— ein ganzes Ja!“
3„Ihr Tränkchen hat gewirkt,“ erwiderte die Prinzeß, und mit ihrem glückſeligſten Lächeln reichte ſie dem Prinzen⸗ Max zuſtimmend ihre Hand.
Während dieſer freudetrunken der Geliebten zu Füßen ſank, ſah Gottfried ſich nach ſeiner Braut um, und ein Schreck fuhr ihm durch die Seele Adelaide war nicht im Kreiſe der Anweſenden. Er ahnte mit Recht ihre Gefahr: der Marquis hatte ſich von neuem ihrer be⸗ mächtigt.
Als Adelaide aus Ottomars Gefängniß herausge⸗ treten war und den Prinzen dorthin beſtellt hatte, trat der Marquis ihr in den Weg. Sie wollte fliehen, er faßte ſie bei der Hand und zwang ſie in ſein Gemach. Sie ſagte ihm, daß er durchſchaut ſei, daß ſie alle ſeine Man⸗ oeuvre jetzt kenne,— ſie nannte ihn Lügner, und er erſchrak nicht davor, ſondern lachte höhniſch:„Der König aller Lügner!“
„Nun gut denn!“ ſagte ſie,„wenn Sie ſelbſt es ſagen, ſo laſſen Sie mich frei, wir ſind jetzt quitt!“
„Wir?— Sie irren! Sie wollten um jeden Preis wiſſen, was Wahrheit an mir iſt und was Lüge— Sie wiſſen es, jetzt zahlen Sie den Preis!“
Sie ſchauderte zuſammen vor dieſer unerhörten Per⸗ fidie, er aber fuhr fort:„Denken Sie, ich könnte Ihnen jetzt die Freiheit geben?— jetzt, wo Sie mich durchſchaut, wo Sie mich vor aller Welt entlarven können? Das iſt, damit Sie mich ganz kennen, die Spitze meiner Kunſt: die, welche mich einmal erkannt, unſchädlich zu machen. Mag hier die kleine Teufelei mit dem Document gelingen oder nicht, Sie folgen mir auf meiner Flucht. Die Wagen
wahr iſt und in dieſer Verkörperung poetiſch concentrirt und frap⸗ want dramatiſch auftritt. Narciß iſt die Verkörperung jener Skeptik, jener Herrſchaft des zerſetzenden Verſtandes, jener Ver⸗ zweiflung an der menſchlichen Vernunft und ihrer Fähigkeit, die Wahrheit zu erfaſſen, wie wir ſie jeder philoſophiſchen Epoche, edem Kampfe dialektiſcher Syſteme unmittelbar folgen ſehen. Wenn der menſchliche Geiſt einmal geglaubt hat, durch ein idea⸗ ſiſtiſches, wieder einmal durch ein materialiſtiſches Gedankenge⸗ wäude die Räthſel des Daſeins gelöſt zu haben, dann verliert er
wohl den Glauben an die Zulänglichkeit der Vernunft im Allge⸗ meinen, er ſinkt enttäuſch
3 t in die Kniee und ein Blick nach oben lehrt ihn: Nur Eines hält die Menſchheit zuſammen,— die Sehn⸗ nucht, die Sehnſucht nach Euch, Geſtirne des Himmels, Abbilder des Ewigen!— Nur in Einem kann dieſe Sehnſucht auf Erden efriedigung finden, in der praktiſchen Sittlichkeit That für das gemeinſame Wohl dieſ lundenen Geſchlechtes. Jene Deſperation, jene Sehnſucht und nie Verſöhnung beider durch eine ſolche That, das iſt der echt wwetiſche Vorwurf des Brachvogel'ſchen Stückes. Wie iſt dieſer zorwurf nun zur Ausführung gekommen? Die Expoſition des erſten Actes zunächſt iſt eine brillante. 2 keptiker wird uns vorgeführt in ſeiner Sorgloſigkeit, ſeinem Sarkasmus, ſeiner Liebe für das Große, ſeiner verzweifelten Un⸗ zu erreichen, in ſeinem Cynismus, ſeiner krampfhaften 4 ner Wehmuth,— man kann in ſo ſedrängten Zügen kein wahreres und ergreifenderes Bild eines unglücklichen Genies geben, wie Narciß in der wahrſten und tief⸗ ſten Bedeutung des Wortes iſt. Nicht ſo übereinſtimmend können wir vom Verlaufe des
es durch die Sehnſucht ver⸗
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Stückes urtheilen. Der zweite Act bringt die Motivirung, warum Narciß ſo geworden iſt, wie er ſich darſtellt. Eine unglückliche Liebe, die er ſeit zwanzig Jahren beklagt, ſoll daran ſchuld ſein. Das iſt einerſeits Inconſequenz, denn was hat die Liebe mit der Philoſophie zu thun? und wie hat der, der über das Problem eines liederlichen Weibes nicht hinauskommt, das Recht, an den
Problemen der Menſchheit deſperat ſcheinen zu wollen? Andrer⸗ ſeits liegt in der Darſtellung dieſer Motivirung eine Oberflächlich⸗
keit, eine Stylloſigkeit, von der wir nicht begreifen, wie ſie dem Auge des Publicums ſtets entſchlüpfen konnte. Der Philoſoph, der Diderot, Grimm und die ganze Encyklopädie verlacht, kann von ſeiner ſein Leben aufzehrenden Liebe nichts ſagen, als daß ſie („ſolche Augen, ſolche Wangen, ſo ſchneeweißen Buſen, ſo kleine Füßchen und ein Herz, ganz für ihn geſchaffen,“ hatte. Daß letz⸗ teres eine Unwahrheit war, bewies die Frau, als ſie ihm davon⸗ ging; und ſo kann der Mann, der Frankreich und die ganze Welt verfluchen zu müſſen meint, weil ſie ſich an ihm vergangen haben, zuletzt keinen anderen Grund für ſeine Skepſis und Weltverachtung angeben, als die„ſo kleinen Füßchen!“ Wie anders wußte da Schiller in Kabale und Liebe zu motiviren! Die dramatiſchen Geſetze laſſen ſich auf mathematiſche zurückführen, und jeder Fehler der Motivirung beruht auf einem Fehler der Berechnung. Auch hier läßt ſich das nachweiſen. Die Handlung des Stückes iſt die, daß Narciß zum Segen Frankreichs zum Sturze der Pompadour, deren Regiment als ein Fluch auf dem Vaterlande laſtete, empor⸗ geriſſen wird. Wenn nun in einem Drama Grund und Folge, Veranlaſſung und Abſicht in einer Beziehung ſtehen ſollen, ſo
mußte Narciß ſein Unglück, ſeine Verkommenheit nicht in dem
Weibchen ſuchen, das ihn zum Narren machte, ſondern in der Pom⸗
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